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Wilwarin Festival Tag 1: Grossstadtgeflüster, Casanovas Schwule Seite, Ed Random, Sedated Angel, Johnny Flesh & The Redneck Zombies, Distemper, Terrordome, Always Wanted War, 3Plusss & Sorgenkind, 06.06.2014 in Ellerdorf, Festivalgelände - Bericht von der Redaktion

Wilwarin Festival Tag 1, 06.06.2014 in Ellerdorf

Gerd: Wieder Wilwarin! Nachdem dieses hübsche kleine Festival in Schleswig-Holstein uns letztes Jahr alle total begeistert hat, reisen wir natürlich erneut an, auch wenn sich die Entfernung zur Erstwohnung (in meinem Fall) dezent vergrößert hat. Egal. Auto geht kaputt. Auch egal! Mit der Bahn zu Muddi und mit ihrem 3-Liter-A2 nach Kiel. Einen Tag später dann rüber nach Ellerdorf.
Thrun: Wilwarin! Wilwarin! WILWARIN! Einziges Festival dieses Jahr, alle anderen sind entweder doof (Ruhrpott Schrott), doof (Groezrock) oder ich kenne sie nicht (Rest). Außerdem bietet es sich als Heimscheißer eh an, maximal 30 Minuten mit dem Auto zu fahren, um direkt im Anschluss auf den Campingplatz zu kippen. Wetter is gut, Leute gut (so gut, dass ich zwei davon vorher bei mir aufnehme und mein Wohnzimmer vollfurzen lasse) und Lineup gut. Nicht sehr gut, aber man fährt ja nicht nur der Bands wegen aufs Wilwarin. WILWARIN!
Fö: Wilwarin! Zweieinhalbtes Mal für mich. Freu, Jubel. Das Line-Up für mich dieses Jahr eher durchwachsen, vieles dabei das ich bisher nicht kannte - aber irgendwie war das ja schon im vergangenen Jahr eher ein Vorteil des Wilwarins: Endlich mal neue Bands kennen lernen. Und außerdem gilt ja, was viele Festivals von sich behaupten aber nur wenige zu erfüllen vermögen: Das Festival ist der Headliner. Ha. Phrasenschwein läuft über.
Coco: Wilwarin IST das schönste Festival.
Thrun: Das sieht nicht aus wie Kiel.
Fö: Könnte Dortmund sein. Abfahrt bei Regen und mit Verspätung. Da kommt Stimmung auf.
Thrun: Dortmund ist ja doof.
Gerd: Mit viel Liebe professionell gestaltete Beschilderung.
Thrun: Die Anfahrt ist in etwa so kompliziert wie pupsen. Stinkt nur weniger. Auch was Feines.
Coco: Reisegruppe Düsseldorf reist Donnerstag mit dem Zug nach Nortorf an. Es wäre alles perfekt gewesen, wir hätten sogar noch den letzten Bus nach Ellerdorf bekommen.
Aber irgendwie versteckt sich beim Ausstieg Oxes Rucksack im Zug und fährt weiter nach Flensburg oder so. Aber das darf der alleine nicht. Das Telefon wird heiß telefoniert. Und tatsächlich, unfassbar: Wir warten bis der Zug auf selber Strecke wieder zurück fährt und der Rucksack wird vom freundlichen Zugbegleiterpersonal raus geworfen. "Ich kann mein Glück noch gar nicht fassen!"
Thrun: Nicht im Bild: Mein tolles Kackophon. Im Bild: Kuchen. Ein guter Tausch, vor allem, da ich das untere Stück essen durfte. Apfelkuchen mit Sahne, von diesem pittoresk gedeckten Tischlein, DAS, meine Damen und Herren, gibt es nur auf dem Wilwarin.
Coco: Der See! Ist er nicht schön? Aufenthaltsort für sämtliche Vormittage. Freitag ist es noch arg frisch, aber hey, hauptsache mal den Kopp ins Wasser getaucht.
Fö: Thrun ist auch endlich angekommen.
Thrun: Kommt der Spandau in eine Drogerie: "Haben sie 'nen Q-Tip für mich?" "Täglich füttern und ab und an melken." Badummtsch.
Coco: Ey, das ist mein Freund, das Wisent-Yak-Bison-irgendwas-Kälbchen. Wohnhaft auf der Wiese gleich am See. Ich hab es gestreichelt!
Thrun: Ein' sa_fen!
Fö: samfen saifen saffen sapfen
Thrun: Wichtig: Nutzlose Dekoobjekte, wie diese Diskokugel im ZELT. Macht alles irgendwie wohnlicher. Wenn schon stinkende, langhaarige Horden von Wollmützenträgern, obwohl man gar nicht fror, um einen herumstehen, soll's ja wenigstens nach was aussehen. Und das Wilwarin sieht immer nach was aus.
Gerd: Aal Capone, noch Soundcheck aber schon gewonnen. Achja, das hier sind ALWAYS WANTED WAR aus Cuxhaven. Spätestens seit Veröffentlichung des Hitvideos zu dem Lied "Derry" mag die ja eh jeder.
Thrun: AWW, die kleinen Schreihälse von der Elbemündung. Jedes Mal aufs Neue ein kleines Fest. Meinung der Band über sich selbst: "The Band pretty much sounds like 3 Punk- Metalheads who also like to listen to heaps of other stuff." Das stimmt! Und keifen dazu noch ordentlich ins Mikro. Screamogedöns kann man mich mit jagen, aber die Herren hier machen wirklich immer und zu jeder Zeit alles richtig. Fast schon zu gut als erste Band aufm Festival, muss ja auch nicht sein, gleich so ein Brett vor die Nase gesetzt zu bekommen.
Thrun: Was man ihnen jedoch ankreiden kann: Keine Songs vom "So long and thanks for the double pedal, Nils..."-Tape (kein Tapedeck dabei?) und Seenot von der Seenot-Split gibt es nicht mehr. Was man noch ankreiden kann: Tafeln.
Coco: Jui, das finde sogar ich gut. Dabei hasse ich es meist, wenn geschrieen wird, und nicht gesungen. Aber das ist musikalisch großartig. Ich sage nur ab und zu vor mich hin: "Wenn er doch nur singen würde, wenn er doch nur singen würde..."
Aber dann wackel ich wieder im Takt mit und freue mich.
Fö: Kannte die Band bisher nur dem Namen nach und habe es nie geschafft, lange genug in ihr musikalisches Schaffen rein zu lauschen, um da so richtig den Zugang zu zu finden. Aber so live doch ganz geil. Auch wenns statt der angekündigten 45 Minuten doch nur 20 wurden.
Gerd: Es wurden dann mit dem Publikum noch drei weitere Songs vereinbart, im ersten riss eine Saite, kein Ersatz dabei, schade, tschüüs! Das hätte man doch astrein als Pause vor der Zugabe verpacken können, naja, schade schokolade. Ansonsten war der Aufritt sehr gut. Nur zu kurz.
Thrun: Dafür konsequent abgebrochen und dem Zuschauer nichts vorgegauckelt oder vorgeköhlert.
Coco: Hm, ja, abruptes Ende.
Thrun: Tier (im Original Animal) ist der wahnsinnige zottelhaarige Schlagzeuger, der an das Schlagzeug angekettet ist. Dieser Drummer ist äußerst zappelig, äußert sich vorwiegend durch gutturale Grunzlaute und kommuniziert großteils über sein Schlagzeug. Danach versuchte er, einen Zuschauer zu fressen.
Fö: Jedes Jahr neue Feinheiten. Oder geändert Begebenheiten. Die Reaggestage wurde verschoben und zu einem Amphitheater umfunktioniert, das hat auch irgendwie Stil.
Coco: Mit Sandboden! Fehlt nur noch nebendran ein Stand für Cocktails mit Schiiirmchen.
Gerd: Der feine Herr Doktor wollte den Nussikaner noch kurz durchschütteln, leider war der Deckel nicht fest drauf. Das macht Kategoriesaufen aus studierten Leuten!
Thrun: An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an Nils für den Nussikaner. Lecker zu süß, zu pappig, machte satt, schmeckte im Abgang furchtbar nach Schnaps und kam in einer sehr hässlichen Verpackung.
Thrun: Danach ging's dann endlich wieder Bands gucken, DISTEMPER standen auf dem Programm. Eigentlich eher so ein "Naja, dann gehen wir halt mal aufs Gelände"-Ding, da man die Band dann doch etwas zu oft in den letzten Jahren gesehen hat und mir Ska immer mehr auf die Nerven geht.
Fö: Netter Auftritt, aber halt mittags und open air. Stimmungsmäßig plätschert es eher als dass es knallt. Mir fällt mal wieder auf, warum ich Distemper von Platte eher selten höre: Der Gesang macht es mir unmöglich, mich auf eventuelle Melodien zu konzentrieren...
Thrun: Wenn einem von der eigenen Musik die Augen zufallen... Oder lag's doch an der Sonne, die direkt auf die Bühne böllerte? Muss ja nicht jedes Bandmitglied so ausrasten, irgendeinen Ruhepol brauchste immer. Bei uns im Camp war das Daniel A. aus E. bei M., der entweder so dreinschaute wie der Bassist, oder nicht dreinschaute, weil er zwischendurch im Zelt, im Auto oder zu Hause pennte.
Thrun: Auf der Gelben Wand mittlerweile verpönt, hier immer wieder gerne gesehen: Fahnen. Ob "Viva con Wasserdingens" oder Antifa, immer mal wieder lief irgendjemand mit einem meterhohen bunten Stück Stoff an einem Stock durchs Publikum. Gut, dass sowas hier nicht verboten ist, da dass die Anwaltskanzlei "ZSK und Söhne" heute nicht anwesend war, um arme Punker vor einfallenden Securityhorden zu schützen. Stichwort Security: Man sah sie, man wurde kurz abgetastet, aber alles mit einem Lächeln im Gesicht, egal, wo man sie traf. Gut gemacht!
Gerd: Der Nils und ich. Während Distemper hatten wir den Spaß unseres Lebens, aber hauptsächlich aus Gründen, die nichts mit der Musik zu tun hatten, wie z.B. Suff und das Auftauchen von Skurrilitäten.
Thrun: z.B. große Männer mit Antennen.
Fö: Als Zugabe "if the kids are united" mit nem Gitarristen, der sich nicht dem Band-Einheits-Dress unterworfen hat. Was da los?
Thrun: Ist das der, der sonst immer den Hund mimen muss und ihm wurde das Kostüm geklaut? Zustände sind das hier und damit meine ich nicht die Band.
Fö: Sitzgruppe Ost. Ich habe, trotz absoluter Nüchternheit, absolut keine Erinnerung mehr daran, was das für Musik war und müsste jetzt anhand der vorhandenen Instrumente drauf los raten. Hm. Grindcore?
Coco: Ja, sicher doch, Fö. Grindcore. Genau so habe ich es in Erinnerung.
Thrun: Meine Damen und Herren, das Foyer... Feuer. Also später wurde eins draus. Und wie das so mit Feuer ist, muss sich der Mensch automatisch drumherumsetzen, sodass der Weg zwischen Foyerstelle und Bühne (die da wäre, wo ihr grade sitzt und lest) doch arg eng wurde.
Fö: Wird Foier nicht mit Oi geschrieben?
Coco: Ein Festival mit Lagerfeuer! Wahn-sinn. Sa-gen-haft. Da frohlockt der Hippie in mir.
Gerd: Die Hüpfburg. Ob die wohl aus dem legendären Lamstedter Hüpfburgenverleih "Mok wi" stammte? Man weiß es nicht.
Fö: Alle paar Meter irgendein lustiger Spielspaß. Wilwarin ist toll. Der Entdeckungsspaß hält sich diesmal in Grenzen, schließlich kennen wir die meisten Aufbauten schon, aber das macht nichts: seine besondere DIY-Atmosphäre hat sich das Festival bewahrt.
Gerd: Joa wir hier so am Saufen vorm Zelt.
Thrun: Geil, saufen geil geil geil cool cool vibrations.
Gerd: Thrun hätte auch gerne mitgemacht, war aber noch nicht alt genug.
Fö: Ma schauen, was TERRORDOME aus Polen so können. Erste Vermutungen, es handle sich um ne Mischung aus Terrorgruppe und Thunderdome, haben sich nicht bewahrheitet. Dafür volle Granate Thrashmetal.
Thrun: Im Gegensatz zu anderen Bands, auf die nicht näher eingegangen werden soll, war hier die Sonnenbrille teilweise schon Pflicht. Dreshmeddl, wie er im Buche steht, bzw. wie er einem von der Bühne aus brutal ins Ohr brüllt, dazu die passende optische Untermalung. Hier wurde grad eine kleiner atomarer Sprengkopf (6/10) im Hintergrund gezündet.
Thrun: Wie sich wohl die Band gegründet hat? Kam zuerst die Musik und dann der Name, oder umgekehrt? "Ey, ich will in einer Band namens TERRORDOME spielen, hat jemand 'ne Idee, was wir für Musik machen können?"
Gerd: Death over Wilwarin! TERRORDOME aus Polen machen feinsten Thrashmetal. Ich bin nur hingegangen, weil sie auf dem Promofoto eine Kettensäge hatten, wurde aber nicht enttäuscht.
Thrun: Ich bin hingegangen, weil da Metal steht. Und das letztes Jahr aufm Wilwarin auch schon gut war, dahinzugehen, wo Metal draufsteht. Metal.
Thrun: Und wie letztes Jahr hat mich auch hier wieder genervt, dass ich keine langen Haare habe. Was für ein Hochgeschwindigkeitsgemoshe, -gebolze und -geböller. Richtig geile Scheiße, dafür liebe ich die kleine Bühne. Alles eng, stickig, alles drängelt und schubst und dazu Wind von Vorne.
Thrun: Hauptsache Flying V. Alles ändere wär auch scheiße. Nicht scheiße: Der Auftritt. Richtig geil: Der Auftritt.
Fö: Das ist die E-Stage alias Electro-Gefissel. Von mir dieses Jahr höchstens im Vorbeigehen beäugt. Respekt vor den starken Aufbauten dort, aber die Musik war halt weniger meins. Dafür konnte man hier, wenn man denn wollte, tatsächlich 24/7 voll abschwoofen.
Coco: Nee Fö, da hast Du dieses Jahr aber was falsch gemacht. Letztes Jahr wars hier zu minimalistisch, aber diesmal war meist prächtige Tanzmusik anzutreffen. Zumindest nach Einbruch der Dunkelheit. Tagsüber war die gleiche Musik herrlich dazu geeignet, die Füße im Schatten hoch zu legen und eine kleine Traumreise zu unternehmen. Sehr vielseitig einsetzbar.
Coco: Das schöne am Wilwarin: Alles selbst gebaut und herrlich anzusehen. Für Abenteuer-Kinder wie mich gibt es genug Spiel und Spaß mit lustigem Klettern.
Fö: THE FUME aus Schweden. Kurzfristiger Ersatz für Gasmac Gilmore auf dem Slot von Ed Random. Die Platte hatten wir mal irgendwann zur Rezension vorliegen. Live klingt das wie Mando Diao ohne Hits. Also eigentlich wie Mando Diao. Aber dafür tragen sie adrette Schnurrbärte.
Thrun: Und komische Frisuren. So sehen in letzter Zeit immer mehr Studenten aus, die man betreuen muss. Da weiß man so langsam, wie sich Vaddi gefühlt hat, als er "Wenn du mit 'nem Iro nach Hause kommst, rasier ich ihn dir ab. Den Iro. Sohn!" sagte.
Coco: Ich weiß absolut nicht, was ich von dieser Band halten soll. Weder musikalisch, noch was das Auftreten betrifft. Wenn Verwirrung das Ziel war, dann haben sie es erreicht. Entweder sind die verdammt cool oder total bescheuert. Oder beides? Da ich es nach einem kompletten Auftritt nicht heraus gefunden habe, werde ich es eventuell nie heraus finden.
Coco: Aber wie war das? Bands egal. Hauptsache ich darf auf diesem wundervollen Festival stehen.
Fö: 3PLUSSS & SORGENKIND. Rap. Bin ich grad nicht aufnahmefähig für.
Thrun: Egal, irgendwie scheint hier dann doch jeder auf seine Kosten zu kommen, egal, was das bevorzugte Genre ist. Wilwarin!
Thrun: Idee des Jahres: Erdnüsse in Schalen. Kam von mir, die Idee. Geiler Typ.
Gerd: Jonny Flesh and the... Rednecks? Hillbillies? Namen vergessen, aber irgendwie so. Fand den Namen witzig und hab es mir kurz angeguckt, musikalisch wurde es mir aber schnell zu eintönig.
Thrun: JOHNNY FLESH & THE REDNECK ZOMBIES.
Thrun: Machen überraschender Weise.... ***billy. Hellbilly? Rockahelly? Irgendwas mit Pomade und Standbass und thematisch ging es, Überraschung, um Horrorkrams und Zombiegelöt. War auch recht unterhaltsam, ich mag son Billy-Gelöt und -Regal, aber auf Dauer, wie beim Regal, da zündet das irgendwie nicht mehr.
Fö: Gab ein paar längere Instrumental-Passagen, das fand ich ganz spannend, hebt die Band etwas vom Einheitsbrei ab. Und es gab Coversongs. Ich kann mich erinnern an "Runaway". Im Original von "Del Shannon", aber das musste ich grad recherchieren.
Coco: Irgendwie waren die cool. Wir fragten uns zum Ende des Sets, ob sie vielleicht nur gecovert haben? War die ein oder andere bekannte Melodei dabei. Wegen Musik-Dilettantismus weiß ich aber nicht ob, und wenn ja, was gecovert wurde. Egal. Auf lange Strecken wird das allerdings albern. Aber immerhin, so lang wie diese konnte mich noch nie eine irgendwas-billy-Band an ihren Auftritt fesseln.
Fö: Die Südstaatenflagge auf dem Bass ist grenzwertig, aber solange die Rednecks tot sind, stört mich das nicht weiter.
Gerd: Das hier müssten dann ED RANDOM gewesen sein. Die klangen sehr gut, nach drei Songs (oder so) bin ich aber zu CSS abgewandert.
Thrun: In der Tat, das sind Ed Random. An mir all die Jahre in Kiel total vorbeigegangen, wusste bis vor kurzem nicht mal, wer die sind, und was die machen, aber dann stellte sich raus, dass die so Punk machen mit Kontrabass. An und für sich schonmal gut.
Thrun: Und wie es eine kieler Band so an sich hat, wird reichlich vorhandenes Musikermaterial verheizt. Wat vonne Creetins, wat von den Typhoon Motor Dudes (Hallo Zeltnachbar!), alles durchn Kakao gezogen, Turbo ACs und Konsorten zugeschmoddert und am Ende kommt dann sowas dabei raus. Kann man mir ja auch mal vorher sagen, dass es sowas gibt. Gut, 'ne Facebookgruppe, welche die Reunion dieser Band fordert, die gibt es. Wie wichtig doch Facebook ist.
Thrun: Schien einigen Leuten gefallen zu haben. Wär ich nicht so furchtbar müde gewesen, dass ich im Stehen schon die Augen zu hätte, hätte mich das vielleicht auch mehr gepackt. Hab dann zwischendrin zum Abgewöhnen kurz CSS gucken wollen, hat aber auch nicht mehr geholfen. Ab ins Bett war die Devise.
Fö: Ich hab mir tatsächlich mal, anno 2004, ne CD von Ed Random zugelegt. "Boxer" hieß das Album, und die Band hieß damals "Ed Random Band". Die Platte fand ich ganz geil. Wusste gar nicht dass die son Standing haben, hier nun als quasi-Headliner auf der Bühne stehen zu können. Aber naja, kommen halt von hier wech. Ich warte auf den Überhit "Red Flag", danach kann ich getrost zu CSS rüberwandern.
Thrun: Wie repariert man einen angebrochenen Hals von 'nem Standbass? Genau, Schrauben durch und Ruhe. Schrauben drehn, Muddern drehn...
Gerd: Dann die am Campingplatz umbenannten CASANOVAS SCHWULE SEIFE. Tja, was soll ich sagen... eine der größten Enttäuschungen des Festivals.
Gerd: Sound kacke, Texte vergessen, Einsätze verpasst, zu viel neues Zeug gespielt... war echt nicht so das gelbe vom Ei. Zum Glück konnte ich die Texte selber, sonst hätte man ja gar nichts mitgekriegt!
Thrun: CSS hab ich genau für ein Lied mir angeschaut und bin dann nach kurzem Ed-Random-Abstecher zurück zum ZELT gegangen. Was für ein nutzloser Scheiß, dabei hatte ich mich auf die echt gefreut. Wer dieser Oberpisse erfunden hat, der hat noch nie richtig gewankt.
Fö: Der miese Sound sorgt dafür, dass man die Verspieler nicht hört. Ansonsten find ich den Auftritt eigentlich ganz geil, und alles rastet brav aus. Juhu! Und das alles ganz ohne Drogen. Zumindest sind die Reaktionen verhalten, als Caddy kurz rumfragt, was hier denn bisher so genommen wurde.
Coco: Ihr seid doch alle blöd. Banausen! Ich steh vorne vor der Bühne und lausche dem wundervollsten CSS-Konzert seit langer Zeit. Ich brauch keinen guten Sound! Ich brauch keine fehlerfreie Darbietung! Ich brauche sinnloses Gelaber und asoziale Superhits. Und ein selbstzerstörerisches Publikum. Ausfallschritt, Ausfallschritt! Die Bekloppten vor der Bühne fallen immer gleich drei Meter weit und wer liegt, bleibt erst mal liegen.
Thrun: Ordner vor der Bühne? Damit die Leute nichts, was sie eigentlich wollen, mit Gewalt erreichen?
Coco: Oh, wegen den Ausfallschritten. Einmal "hups" und schon flog da wieder einer drei Meter weit nach vorne. Egal, ob da ein Mikrofonständer oder ein Gitarrist im Weg war.
Coco: Das war ein Fest! Alle Hits dabei. Sagte ich, dass ich stand und lauschte? Das stimmt so natürlich nicht. Ich...ach, könnt Ihr Euch ja denken.
Auf diesem Bild ist der Höllenkessel ganz gut getroffen.
Fö: Gab auch ne Zugabe. "Den Song den alle scheiße finden" alias "Der Mann mit dem goldenen Knie" sowie "Willi über Wiesen", das Caddy versehentlich mit einem Tusch beendet. Claus weist ihn zurecht, dies sei nur bei Casanovas Schwule Seite usus.
Coco: Ui, Willi über Wiesen. Das war ja zum Heulen geil!
Fö: GROSSSTADTGEFLÜSTER. Indie-Elektropop mit ner frechen kleinen Sängerin. Texte und Ansagen handeln ziemlich viel von Liebe, aber abgesehen davon find ich den Auftritt gar nicht so schlecht.
Thrun: Da war ich dann leider schon am Zelt. Leider? Hab mir das grad mal bei Youtube angehört. Ich sach ma "nicht mein Paar Schuhe", mit diesem Elektrozeugs kann ich echt wenig anfangen. Und klingt irgendwie nach Crackhuren. Die haben auch nur Mist hervorgebracht.
Coco: Mein lieber Thrun, die Crackhuren sind, im Gegenteil, äußerst genial.
Coco: Das hier kann mich eine Zeit lang zum Mitwackeln animieren. Aber irgendwann wirds mir zu viel Halli-Galli.
Fö: Vorher kam übrigens noch einer der Chefs auf die Bühne und verkündete, sie seien ausverkauft und hätten somit das vollste Wilwarin der Geschichte. Respekt! (Das hat man uns vor 3 Jahren zwar auch erzählt, aber anscheinend hatte man damals nur Tickets vergessen. Hups.)
Fö: Publikumsfoto. Die Welt braucht mehr Publikumsfotos.
Fö: Kurz rüber zu SEDATED ANGEL. So Fuzz-Psychedelic-Gedöns mit charakteristisch wirschen Beamer-Projektionen. Hm.
Thrun: Wie immer als letzte Band die Stoner verpasst, hat letztes Jahr auch schon geklappt. Viele waren begeistert, der Fö anscheinend nicht. Kommen zum Glück im Juli nochmal in die Schaubude, danach kann ich die ja vielleicht auch "Hm." finden.
Coco: Tja, dieses Jahr hier schon wieder kein Stoner, der mich begeistern kann. Zu einschläfernd.
Thrun: Feuer zieht ja echt immer. Nicht nur aufgrund der Thermik durch die aufsteigende, warme Luft. Alles so lieb und nett hier, irgendwo im Hintergrund dudelt irgendeine Elektromucke bis in die frühen Morgenstunden, die aber irgendwie nie nervt. Im Gegensatz zu den Zeltnachbarn, die das Generatorverbot mit ihrer Bauernkarre umgehen. Peace.
Coco: Oh, wir hatten zum Glück sehr leise Zeltnachbarn.
Fö: Mir egal. Wenn ich müde bin, penn ich. So auch jetzt. Bis morgen.

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