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A Wilhelm Scream, The Flatliners, Counterpunch, 18.08.2014 in Stuttgart, Zwölfzehn - Bericht von Gerdistan

A Wilhelm Scream, 18.08.2014 in Stuttgart

Ich als neu zugezogener Schwabe möchte das Schwabenland in seiner Gänze erkunden und setze mich in diesem Zuge ins Auto (nicht in den Zug) und fahre mit meinem Harem nach Stuttgart, wo heute die Flatliners und A Wilhelm Scream zum Tanze aufspielen. Vollendet wird das Lineup noch von Counterpunch, die mich beim Free and Easy ja wenig begeistern konnten und deshalb gebe ich auf der Autobahn nicht ganz so viel Gas, als wir wegen diverser Verspätungen (Tanken, Katze krank, aus Versehen zwei Bier aufgemacht...) gegen 18 Uhr endlich loskommen.
Nach etwas Rumgurkerei erreichen wir Stuttgart recht zeitig, eiern dann planlos in der Stadt herum und parken schließlich unter einer Brücke und legen den Rest zu Fuß zurück. Genau passend, um Punkt 20 Uhr betreten wir zu den ersten Tönen von Counterpunch den Laden und ich stelle fest, dass ich meine Kamera vergessen habe. Doof.
Counterpunch gefallen mir heute erstaunlicherweise doch recht gut, vielleicht hat das was mit der Größe der Bühne zu tun, vor dem halbleeren Backstage-Werk in München kam das alles gar nicht so gut rüber. Aber heute bieten die vier vollbärtigen Herren aus Chicago melodischen Skatepunk, der sich gar nicht so bärtig anhört, wie er aussieht.
Nein, im Gegenteil, heute klingt das doch ganz gut nach hochgezogenen Socken, die man teilweise auf der Bühne auch bewundern kann. Der Gesang könnte vielleicht etwas mehr Abwechslung vertragen, also nicht immer nur passend zur Melodie und so, sondern auch mal ein bisschen rumschreien, aber nunja, war schon ganz geil. Eine halbe Stunde Spielzeit hat man den Herren auf dem Label von NOFX' El Hefe zugestanden.
In der ersten Umbaupause spricht mich dann gleich dieser ebenfalls bärtige Typ an, weil wir ein Shirt der gleichen Band tragen. Zum Glück hat er eine Kamera dabei und deshalb seht ihr auch etwas mehr als unscharfe Handyaufnahmen, ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle raus an Stefan, den selbsterklärten größten The Decline-Fan auf der ganzen weiten Welt!
Auch bei Stefans Bildern lässt sich ein gewisser Rotstich erkennen, was unter Umständen an roter Beleuchtung und roter Wand hinter der Bühne liegen könnte. Bis auf diese Farbauswahl ist das Zwölfzehn eigentlich ein ganz netter Laden, angenehm klein auch. Von meinen Mitfahrerinnen wird kritisiert, dass man hier ja schon Pils trinkt. Pff!
Jetzt jedenfalls die kanadischen Jünglinge von den Flatliners auf der Bühne! So jung sind die auch alle gar nicht mehr, aber immerhin jünger als ich. Das Set geht recht gut los mit zwei Nummern, deren Titel mir nicht mehr einfallen, bevor sie mit Eulogy einen ihrer größten Hits raushauen. Das ist hier, bis auf den kaum hörbaren Gesang, eine richtig schön amtliche Darbietung. Gefällt mir sehr gut!
Rechts im Hintergrund sieht man schon den Sänger von AWS herumhängen, der genau wie die Trägerin der blauen Haare im Vordergrund so ziemlich alle Texte auswendig konnte. Die Flatliners wissen eben zu begeistern, und so bildet sich sogar bei diesem eigentlich recht melodiösen Treiben auf der Bühne doch ein Pogopit.
Später haben sie auch noch "Monumental" und "Shithawks" rausgehauen, Macoretta Boozer leider nicht, aber ein entsprechender Zwischenruf wurde immerhin mit "cute german accent" kommentiert. Schade Schokolade, immerhin waren ein paar Sachen von den guten alten Alben im Set! Die Destroy To Create wird vom späteren Machwerk leider nicht mehr erreicht, muss ich ja ganz ehrlich mal sagen.
Bei irgendeinem Song kommt dann noch der Sänger von den Wilhelms auf die Bühne und singt ein Lied mit, man kennt sich ja.
Jau, Flatliners, kann man mal machen! Links im Bild übrigens der Frontmann der österreichischen Astpai, der mit den Flatliners auf Tour ist. Wie gesagt, man kennt sich eben.
Hier eine Setlist. Da ich kein Lied darauf erkenne, gehe ich mal davon aus, dass es die von Counterpunch ist, deren auf Tonträgern veröffentlichtes Schaffenswerk mir weitgehend unbekannt ist, aber nach dem Gig heute könnte ich das ja vielleicht doch mal ändern.
Nach einer weiteren Atempause vor der Tür bricht dann drinnen endgültig die Hölle los. A Wilhelm Scream aus New Bedford in Massachusetts, USA, betreten die Bühne. Es geht los mit irgendeinem Song vom neuen Album Partycrasher, welches im Gegensatz zum neuen Output der Flatliners auch gar nicht so schlecht ist.
Der Sound der fünf Herren weiß durchaus zu begeistern, es wird getanzt, getrunken und gelacht. Gelacht hauptsächlich über Blink 182, die parallel in Stuttgart spielen, und darüber, wie es ist, von Deutschen angeschrien zu werden (nach Aussage der Band ziemlich terrifying).
Jedes Mal wenn der Sänger sich an den vorderen Bühnenrand wagt, findet sich sofort eine Menschentraube zusammen, die auch gerne ins Mikrofon brüllen würde, was ihr gelegentlich dann auch zugestanden wird, besonders wenn man so schöne Zeilen "There be no guts, no glory" aus Boat Builders einträchtig anstimmen kann.
Gelegentlich wird die Menschentraube dann auch als Stagediving-Sprungbrett genutzt, davon leider keine Bilder - man hatte auch so alle Hände voll zu tun, wollte man nicht selbige und andere Extremitäten ins Gesicht kriegen.
Im Gegensatz zu den ersten zwei Bands ist der Sound jetzt auch wirklich stimmig und bei Krachern wie "Me vs. Morrissey in the Pretentiousness Contest: The Ladder Match", "Killing It" oder "The King is Dead" bleibt kein Auge trocken. Ich hingegen bleibe heute schon trocken, bin ja Fahrer, allerdings kriege ich auch so genug Fremdschweiß ab.
Er hier trug ein Shirt von einem Nasa-Forschungszentrum in Kalifornien... ob er wohl wirklich da arbeitet? Da die Wilhelme als einzige Band nicht vor und nach dem Konzert draußen rumlungerten, konnte ich es nicht mehr in Erfahrung bringen. Egal, für diesen technic melodic math hardcore punk (Kategorisierung von Jenz) muss man wohl Maschinenbau studiert haben.
Nachdem alle großen Hits schon im Set verwurstet wurden geht die Band nach einer knappen Stunde von der Bühne um sich endlos lange zu einer Zugabe bitten zu lassen. Als Zugabe spielen sie dann wahrhaftig nur einen 30-Sekunden-Song und hauen endgültig ab, es geht auch sofort die Konservenmusik los. Knaller!
Nach etwas weiterem Networking draußen vor der Tür (was für Leute man überall kennt und kennen lernt, der Wahnsinn) machen wir uns auf den Weg zurück zum Auto und dann auf den Weg zurück nach Augsburg, wo ich gegen 02:00 in mein Bettchen falle. Auf der Rückfahrt habe ich noch eine Brezel gegessen, ob die vegan war, weiß ich gar nicht mehr, angepöbelt wurde ich trotzdem, aber nur wegen meiner Aussprache des Wortes Brezel.
Und so, liebe Kinder, habe auch ich mal das Zwölfzehn, welches mir bisher nur von unzählingen Tourplänen bekannt war, mal von innen gesehen. Netter kleiner Laden, 20€ AK erscheinen auf den ersten Blick zwar viel, wenn man aber darüber nachdenkt, dass hier drei tourende Bands von drüben überm Teich gespielt haben, kann man es vielleicht vertreten. Oder man schreibt einfach einen Konzertbericht und lässt sich auf die Gästeliste setzen... danke nochmal! Dann bis zum nächsten Mal,

euer Gerd

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