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Pete Bentham & The Dinner Ladies, Gulag Beach, Antiplug, Fallout Babies, Dezibil, Die Vorsitzenden, Schäuble Rolls To Paralympix, 30.10.2015 in Schwerte, Rattenloch - Bericht von der Redaktion

27 Jahre Kunterbunt, 30.10.2015 in Schwerte

Fö: Passier mir irgendwie doch öfter: Wenn sonst nix los ist, ist immer noch irgendwas im Rattenloch. Also mache ich mich heute auf dahin. Es spielen lauter Bands, die ich noch nie gesehen habe, was bei meiner Konzertplanung ja mittlerweile ein wichtiger Punkt ist. Zudem wird Geburtstag gefeiert: Kunterbunt (das ist der Verein, der hinter/in/über/neben dem Rattenloch steckt) feiert 27 Jahre bestehen, und 27, das wissen wir alle, ist im Rock'n'Roll-Biz eine seehr wichtige Zahl. Wenn ich mich richtig erinnere, für mich sogar das erste Mal überhaupt, dass ich nem Kunterbunt-Geburtstag beiwohne, Schande über mein Haupt.
Zwen: Heute sind gleich zwei Geburtstage und beide sind im Rattenloch. Außerdem spielen vier Bands für fünf Euro. Die andere Alternative wäre die Pelmke in Hagen. Da spielen Fahnenflucht. Die finde ich gut, habe ich aber bereits ein paar Mal gesehen. Außerdem spielen Paragraph 0815 mit ihrem ultra-nervigen Sänger. Da war für mich dann klar, wo ich auf keinen Fall hinfahren will. Highlight des Abends ist dann mal wieder (wie könnte es auch anders sein?) die Zugfahrt. Mit im Abteil sitzt neben ein paar Asseln eine Mutter aus dem Sauerland. Diese war heute mit ihren mindestens drei Töchtern im Dortmunder Primark shoppen. Was man halt so an einem Freitag-Nachmittag macht, wenn man aus dem Sauerland kommt. Großartig war dann die Situation am Schwerter Bahnhof, als die Mutter zu ihrer zweitjüngsten Tochter, welche an der Tür steht, kurz bevor selbige aufgeht, sagt: "Jacqueline (Name von der Redaktion geändert) geh mal zu Seite die Bumsparty geht wieder los."  Die anwesenden Punker sollen sich dann noch beim Schaffner beschwert haben, weil sie ja gar nicht mehr die asozialsten im Zug seien. Zumindest behaupten das unbestätigte Zeugenaussagen.
Fö: Als ich ankomme, spielen laut Flyer "Paraolympic Babies feat. Lhawi rolls to Finanzminister", die sich aber als die FALLOUT BABIES entpuppen, die in den letzten Zügen ihres Auftrittes liegen. Hab ich was verpasst, werte Mitschreibende?
Zwen: Eigentlich spielen zuerst die FALLOUT BABIES in ganz normaler Besetzung und mit ganz normalem, wenn auch kurzem, Set.
Zwen: Los ging's mit "Die Bombe tickt", "Zombies" wurde auch gespielt und dann gab es noch so ein zwei Songs mehr. Wie schon gesagt: Ein sehr kurzer Auftritt von den Fallout Babies, aber danach kommt ja noch was.
Fö: Oh, dann hab ich ja nicht so viel verpasst, ich kam zum Ende der Bombe!
Zwen: Bei dem kurzen Set hat man ebenfalls auf den Termino Vox verzichtet. Das ist irgendwie schade.
Fö: ...geht so.
Fö: Als die Band nach dem angeblich letzten Song einfach so auf der Bühne bleibt, macht sich bemerkbar: der kryptische Name auf dem Flyer scheint seinen Grund zu haben. Und so rutscht Lawi mit in die Besetzung und es kommt zu ner kurzen Reunion von DEZIBIL.
Zwen: Ich kenne diese ganzen Ex-Kunterbunt-Bands, die da heute spielen nicht mehr, ist aber wie ich finde eine nette Idee beim 27-jährigen so eine kleine Zeitreise zu veranstalten.
Fö: Anscheinend hat man sich vorgenommen, die komplette Historie Schwerter Punkbands in 20 Minuten abzureißen - zumindest der Bands, in denen Jan gesungen hat. Als nächster Musiker kommt Marc mit auf die Bühne und die nächste Reunion steht an: DIE VORSITZENDEN.
Zwen: Irgendwie merke ich, wie ich bei jeder Band ein paar Jahre jünger werden.
Zwen: Irgendwann während des Auftritts nimmt sich ein uns gänzlich unbekannter Sauerländer das Megaphon und will wohl irgendwas damit veranstalten. Was, weiß der verwirrte Mann wohl selber nicht, aber Lawi ist auch schnell zur Stelle um ihn von der mysteriösen Technik zu befreien.
Fö: Und wie am Nummerngirl zu sehen, steht noch ne Reunion in den Startlöchern: SCHÄUBLE ROLLS TO PARALYMPICS. Bei mir vermischen sich ein wenig die Eindrücke zu den ganzen Bands, und da ich die "Originale" damals gar nicht kannte, kann ich da eh wenig zu sagen. War auf jeden Fall deutlich unterhaltsamer als es ein reiner Fallout-Babies-Auftritt gewesen wäre.
Zwen: Am Ende des Auftritts bin ich soweit verjüngt, dass vor Jan nun ein kleiner Sechsjähriger steht. Jan gibt mir einen Lolli und ich bin glücklich.
Fö: Das waren Buttons. Hast du die etwa runter geschluckt?
Fö: Kurze Verschnaufpause von diesem ganzen Schwerter Bandmarathon, dann steht schon die nächste Band bereit. ANTIPLUG kommen aus Mülheim und Dortmund (so sagte man mir) und waren mir bisher kein Begriff. Wissen aber zu gefallen.
Fö: Punkrock mit Kontrabass! Aber nicht, wie man jetzt vielleicht erwarten könnte, so durchschnittliches Psychobilly-Zeux, sondern wirklich einfach solider Punkrock, nur mit voluminöserem Bass. Okay, ein wenig Rock'n'Roll schimmert immer mal durch, und etwas Rockabilly gab's auch zu hören, aber nicht so klischee-mäßig, wie man bei diesem Instrument vermuten könnte.
Zwen: Nicht klischeemäßig?! Texte wie "This ist not a fashion show. This is only Rock'n'Roll", sind doch mal voll klischeemäßig. Außerdem ist das eine Aussage, wie das ist nicht scharf, nur die Peperoni extra feurig.
Fö: Das war eher aufs musikalische Klischee bezogen, auf die Texte hab ich nicht wirklich geachtet. Nur bei den Ansagen musste ich ein paar Mal kurz speien.
Fö: Der Gitarrist hat war früher bei Bluttat, was er zum Anlass nimmt, den Klassiker "Nötigung" auszupacken. Kommt mir ganz gelegen, ist eh der einzige Song, den ich von Bluttat kenne.
Zwen: Das finde ich auch spitze. Ist aber auch so mit das Einzige.
Fö: Ansonsten schöne Kiste, mehrstimmige und abwechslungsreiche Gesänge, englische und deutsche Texte, recht agil dargeboten, kann was! Nur das Cover von "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad" hätten sie sich sparen können...
Zwen: Ich fand's sehr langatmig und etwas eintönig. Gegen Ende bin ich dann auch rausgegangen. Auf das Zugaben-Gedönse hatte ich echt keine Böcke mehr.
Fö: Dat is richtig, manchmal ist weniger einfach mehr. Aber wie wir später auf dem Weg zum Bus schon feststellten: Man findet immer einen besoffenen Idioten, der "Zugabe" brüllt.
Fö: Anschließend: PETE BENTHAM AND THE DINNER LADIES! Von denen hab ich zumindest schonmal was gehört, hab sogar mal ne Platte besprochen, aber die Musik gar nicht so quirlig in Erinnerung. Die sind ja echt ziemlich gut!
Zwen: Habe ich noch nie was von gehört, außer das der Drummer mal bei Dead Class gespielt hat.
Fö: Und auch wieder tut! Er erzählte was von ner geplanten Tour, da freu ich mich drauf.
Fö: Auch hier wieder ein besonderes Instrument: Ein Saxophon! Das schmiegt sich ganz angenehm in die Musik ein, ohne in Party-Kirmes-Exzesse zu verfallen, was ich sehr gut finde. Ansonsten gibt es, hm, ich sach ma gemächlichen Punkrock zu hören, der aber gut in die Beine geht. Schön fröhlich und zum heiteren Mitwippen anregend.
Fö: Dazu ne gut aufgelegte Band, was auch prompt aufs Publikum abfärbt. In den Texten scheint es sich viel um die Herkunft Liverpool zu drehen, wenn auch weniger aus lokalpatriotischem Motiv heraus, sondern eher aus der Beobachterperspektive und mit Szenebezug. Das wage ich zumindest aus den Ansagen heraus zu lesen.
Fö: Macht mir alles recht viel Spaß, das hier! Hat hier und da Züge von World/Inferno Friendship Society, was aber auch am Saxophon liegen mag. Ich find's jedenfalls ziemlich gut.
Zwen: Ha! Ich wollte gerade ebenfalls World/Inferno Friendship Society in den Raum werfen. Für mich hat das aber ebenfalls auch ganz dezente Toy-Dolls-Züge, was wahrscheinlich vor allem an Frontmann Pete Bentham und seinem niedlichen Tommy-Akzent liegt, aber auch an den humorvollen Ansagen und den vielen flotten Songs.
Fö: Letzte Band: GULAG BEACH. Aus Berlin, was man auch sehen kann: So desinteressiert-cool guckt man nur, wenn man aus Berlin kommt. Verzeihung, in Berlin wohnt. Ur-Berliner sind da lockerer. Der Sound klingt dann auch so, wie Berlin klang, als die Typen vermutlich dahin gezogen sind: Nach so Schnodderpunk-Kombos wie Shocks oder Modern Pets.
Zwen: Die Band ist übrigens eher Contra-, als Pro-Nordkorea. Nur um mal ein paar Background-Infos einzuwerfen.
Fö: Ist ganz nett, nicht 100prozentig meins aber artig runtergezockt. In den Ansagen geht es vermutlich viel um Nordkorea, aber weil die so gelangweilt vorgetragen werden, verstehe ich da nix von. Es ist halt wirklich wichtig, cool rüber zu kommen, wenn man auf der Bühne steht! Dann ist es auch egal, ob die Leute einen verstehen!
Zwen: Ich stehe ja vorne und bewege mich auch relativ viel. Finde diese Band musikalisch wirklich großartig, würde sie aber eher in eine Ecke mit den von mir hochgeschätzten Detectors oder auch Vamos stellen. Die Texte sind sehr politsch. Musik ist etwas ranziger als die von mir oben genannten Bands. Die Setlist ist großartig, erhält sie doch alle Songs, welche ich bei einem kurzen Hearing heute nachmittag für gut befunden habe, wie "On The Run", "North Corean Republic" oder "Can't Stand K-Pop"
Zwen: Ja, ich gebe zu, es kommt schon eine ziemliche Kälte von der Bühne runter. Kontakt zum Publikum wird mal so gar nicht gesucht und man hat irgendwie den Eindruck, als würde die Band es auch überhaupt nicht merken, ob nun fünf oder dreitausend Leute ihrem Auftritt folgen. Ab und an gibt es immerhin einen Schritt nach vorne. Dann aber auch schnell wieder zurück!
Fö: Schön finde ich, dass sich Gulag Beach an die von mir mittlerweile präferierte Auftrittslänge (oder -kürze) von unter 30 Minuten halten. Wie schon erwähnt, weniger ist mehr. Und dass sie dann, obwohl sie's eigentlich nicht wollten, noch ne Zugabe gespielt haben, fand ich sogar ziemlich süß.

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