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Punkrock-Kaffekränzchen: Michel B., Rilrec, Dirk Bernemann, 15.11.2015 in Essen, Panic Room - Bericht von Zwen & Fö

Punkrock-Kaffekränzchen, 15.11.2015 in Essen

Zwen: Eigentlich ist ja heute Sonntag. Aus diesem Grund wollte ich mir heute mal eine Pause gönnen. Andererseits geht heute auch mein fünftägiges Wochenende zu Ende. Da schließt es sich ja eigentlich von selbst, aus zu Hause zu bleiben und den Tag damit zu verbringen, seine drei Aktenordner in möglichst vielen verschiedenen Kombinationen auf das Regal zu stellen. Da ist es doch von Vorteil, dass Fö mich gestern gefragt hat, ob ich nicht Lust hätte, mit nach Essen zu kommen. Dort ist zunächst ein kleines Punkrock-Kaffeekränzchen im Panic Room und danach könnte man ja noch ins Anyway, wo Roughneck Riot noch einen Halb-Akustik-Auftritt geben.
Fö: Ursprünglich mal als Fanzine-Fest angekündigt, wollte ich eigentlich aus Prinzip nicht zum Kaffeekränzchen, schließlich hat man UNS ja nicht eingeladen! Aber das wäre vermutlich eh mit der Auflage verbunden gewesen, da entweder ne Lesung zu halten oder nen Stand zu machen (ich kann ja nicht mal nen Kopfstand), also bin ich eigentlich ganz froh darum, heute "nur" Besucher zu sein. Allerdings werden wir dann schon am Einlass dazu angehalten, doch einen Bericht zu schreiben. Aus Angst, dass man uns bei Nichterfüllen dieser Aufgabe die Band Knastparty nach Hause schickt, machen wir das denn dann auch mal.
Zwen: Mit einer leichten Punkrockverspätung kommen wir dann am Nachmittag - einige gehen im Winter jetzt schon so weit und sagen früher Abend - im Panic Room an. Das letzte Mal hier war ich vor der großen Umbauaktion. Der Laden wirkt jetzt irgendwie deutlich größer, was ganz angenehm ist. Was ein wenig fehlt, ist eine Chill-Ecke. Ansonsten aber sehr gemütlich.
Fö: Da hätten dann am heutigen Sonntag alle ihren Rausch ausschlafen können...
Zwen: Gemütlich ist auch dieses Hinterzimmer a.k.a. Konzertsaal für die kleineren Konzerte. Der Typ vor dem roten Duschvorhang ist übrigens Dirk Bernemann. Name sagt mir zuerst mal nichts. Sein bekanntestes Buch "Ich hab die Unschuld kotzen sehen" aber schon. Auch wenn ich sagen muss, dass das jetzt nicht so unbedingt meinen Literaturgeschmack trifft.
Fö: Den Namen hab ich schonmal hier und da gehört, was von ihm gelesen bisher nicht. Deswegen freue ich mich, dass wir ihn noch nicht verpasst haben und bin mal gespannt, was er so liest.
Zwen: Der erste vorgetragene Text ist geprägt von einigen Rückblenden, Gedankenspielen und Symboliken. Eigentlich finde ich das sogar ganz gut, kann mich aber leider aufgrund meiner fertigen Sonntags-Stimmung nicht wirklich erreichen. Da der Autor auch über eine sehr angenehme Vortragsstimme verfügt, muss ich an dieser Stelle sogar verdammt aufpassen, dass mir nicht die Augen zufallen. Immerhin werde ich wieder halbwegs wach, als irgendwo ein Handy klingelt.
Zwen: Ich hätte gegen meine Müdigkeit ja auch etwas Kaffee mit Schuss trinken können. Ich mag jedoch keinen Kaffee, weshalb ich nur Schuss hätte trinken müssen. Dafür bin ich aber heute nicht wirklich in der Verfassung.
Fö: Mir geht's irgendwie ähnlich. Den besagten Text finde ich furchtbar langatmig, er kommt nicht zum Schluss und verliert sich in ausschweifenden Gedankengängen, mir ist das alles zu affektiert und zu berlin-mitte, also spare ich mir die nachfolgenden Ergüsse und schweife lieber ein wenig durch den Panic Room.
Zwen: Die Texte danach finde ich auch etwas griffiger. In dem Auszug aus "Asoziales Wohnen" geht es um eine vereinsamte Kaufland-Kassiererin, die von ihrem Märchenprinz träumt. Danach gibt es noch einen kürzeren Prosatext über eine druffe Nacht in einer Discothek. Obwohl es also wirklich nicht so meins ist, finde ich die Lesung doch schon relativ gut, vor allem die eher kürzeren Texte in der zweiten Hälfte. Ich frage mich an dieser Stelle nur, warum man ausgerechnet Dirk Bernemann hierhin geholt hat, hat dieser doch mit Punkrock, wie ich finde, eher wenig zu tun. Andererseits möchte ich jetzt auch nicht den Szenenazi raushängen lassen.
Fö: Irgendwas über seine Punk-Vergangenheit hat er doch erzählt. Punk-Literaten müssen ja nicht immer nur über Dosenbier und Fickificki schreiben.
Zwen: Oi! Oi! Oi! haste vergessen.
Zwen: Bei diesem Kaffeekränzchen heute gibt es auch so etwas wie einen Flohmarkt. Hier im Bild der Stand von fairtrademerch.com, schräg gegenüber Green Hell, direkt an der Treppe der Stand von Zebraspider DIY Anti-Fashion und unten schließlich Rilrec, die verzweifelt versuchen ein paar The Kleins LPs an den Mann oder die Frau zu bringen. Wen habe ich jetzt noch alles vergessen? Irgendwas mit Oi!, oder?
Fö: Es gab noch Schundbücher von Rodneys Underground Press, Schundplatten von Raccoone Records und Schunderwäsche von Sexy And Fair. Und einen No-Name-Plattenstand.
Fö: Achja, und irgendwas mit Oi! Wobei das Rätsel des Tages war, wo es denn diese angepriesenen Waffeln und veganen Currywürste gibt, da das zugehörige Schild suggerierte, es gäbe diese beim Oi!-Stand, der aber wiederum nicht so aussah, als hätten die Verkäufer geplant, Currysauce über ihre veganen Oi!-Platten laufen zu lassen.
Insgesamt wäre noch Platz für 2-3 Stände gewesen, aber so war's ganz angenehm. Ein wenig stöbern, viel mit den anwesenden Leuten quatschen, schöne Sache. Ein paar mehr Besucher hätten es sein können, aber dann wäre vor der Lesebühne kein Platz mehr gewesen - die Sitzplätze waren nämlich heiß begehrt!
Zwen: Irgendwann habe ich Lust auf so eine vegane Currywurst und spreche den Mann hinterm Tresen an. Dieser huscht daraufhin HINTER den Oi!-Stand und verschwindet dort kurz um dann zurück zu kommen und mir zu berichten, dass es leider keine veganen Currywürstchen mehr gibt.
Fö: Dirk Bernemann will und will nicht aufhören zu lesen. Nach gefühlt 3 Stunden dann schließlich der nächste Programmpunk(t): Michel B.! Ein klampfender junger Mann in der Blüte seines Lebens mit ironischen Texten und Schalk im Nacken. Seine Wortspiele sind stumpf und die Sätze kurz, womit mir das Geplänkel deutlich besser reingeht als die Lesung zuvor. Schönster Moment: Als Michel nen Song anfängt und nach 4 Sekunden sagt "achnee, den hab ich ja gestern schon verkackt. Ich spiel was anderes". Sehr souverän! Astreine Sonntags-Unterhaltung!
Zwen: Den Anfang von Michels Set verpasse ich und da der gute Mann nur eine Spielzeit von 15 Minuten hat, bekomme ich genau zwei Songs mit. Das erste Lied ist dieses "Nazis ihr kommt mir Spanisch vor" und somit das einzige Lied, welches mir mittlerweile fest im Gehörgang klebt. Spielt er auch immer, wenn ich ihn sehe. Danach gab's noch etwas leicht Melancholisches.
Zwen: Das Letzte, was wir uns heute anschauen, ist ein kleiner Auftritt von Lars und El Fisch. Nein, nichts Musikalisches, dass bekommen wir heute leider nicht mehr mit, sondern ein sehr kleines Best Of Kriegs...ääähh...Festival- und Konzertberichte von Rilrec. Das ist ganz witzig. Wir sollten sowas auch mal machen!
Fö: Für die erste Bierschinken-Lesung hab ich schon nen astreinen Gag vorbereitet: "Unsere Berichte funktionieren ja nur mit Fotos, aber ohne Beamer können wir die schwer an die Wand werfen", und dann wird irgendwer aus dem Publikum, der dafür vorher ein Freibier bekommen hat, sowas rufen wie "mach doch trotzdem", und dann werfe ich den (vom Veranstalter gestellten!) Laptop an die Wand und die Lesung ist zuende.
Zwen: Erzählt wird eine etwas längere Anekdote vom Stemweder Open Air 2015. Auf diesem Festival war ich selbst auch zugegen, wenn auch nur am Donnerstag und nicht wie Rilrec von Freitag bis Sonntag. 
Fö: Ich war da auch zugegen, wenn auch 2003 und nicht 2015. Die besten Momente hat die Story, als Lars wiehernd-prustend inne hält und Fisch bittet, weiter zu lesen. Hier könnt ja mal hier nachlesen und raten, welches Ereignis Lars so zum Lachen brachte.
Zwen: Ich finds ganz interessant, wie die Bilanz des Stemweder Open Airs der Rilrec-Crew doch mit meiner übereinstimmt. Für ein großes Festival echt großartig organisiert mit sehr wenig Verboten und Reglements, dafür aber leider auch mit einem großen Idiotenanteil im Festivalpublikum.
Fö: Habt ihr was von Betontod?
Fö: Mittlerweile ist es schon nach 18 Uhr und somit über ne Stunde Verzug, wodurch wir nicht mehr in den Genuss von Jim LeBob, Punk im Ruhrgebiet und El Fisch (also, singend- statt lesenderweise) kommen werden - denn unser Kneipenhopping-Programm sieht noch eine Stippvisite im Anyway vor. Also verlassen wir dann auch nach der Rilrec-Lesung den Panischen Raum.
Zwen: Falls der- oder diejenige, welche*r die Spendenkasse für Pro Asyl geklaut hat diese Zeilen hier liest: Ich wünsche dir, dass dir sämtliche Extremitäten abfaulen und dir sofort sämtliche Zähne aus dem Mund fallen, genau wie ich dir von Herzen einen lebenslangen Ohrwurm von der Schlagerparade gönne.
Ansonsten war es ein sehr netter Abend hier in Essen. Ich drücke den neuen Verantwortlichen jedenfalls alle Daumen, dass der Laden nun läuft.
Fö: Einen der Verantwortlichen treffen wir anschließend übrigens noch im Anyway!

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