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Tender Defender, Mobina Galore, Lifewentpear, 24.04.2016 in Münster, Baracke - Bericht von Fö

Tender Defender, 24.04.2016 in Münster

Man soll ja nicht dauernd übers Wetter reden und ich mach das eigentlich auch nicht gerne, aber ey, es hat heute geschneit! Echt wahr! Nicht nur Hagel, auch Schneeflocken haben uns die Chemtrails heute beschert. Gibt's bald die ersten Festivals mit "richtigen" Iglus?
Egal, wie krieg ich die Kurve. Gar nicht. Aber Kurve hat phonetische Ähnlichkeit mit Kufe, womit wir wieder beim Schnee-Thema wären, aber das war jetzt nicht die Kurve, die ich kriegen wollte. Zurück auf Start.
Tender Defender kommen auf kleine Tour, eine gute Gelegenheit die noch recht frische Band mal auszuchecken. In Münster sogar angenehmerweise zu einer Nachmittagsshow. Find ich super. Früher Beginn, frühes Ende, für uns alte Leute ist das doch optimal. Mandy kurvt uns zielsicher übers Glatteis (nee, so schlimm isset dann doch nicht), so dass wir pünktlich ankommen, um noch kurz durchzuschnaufen bevor es losgeht mit...
...MOBINA GALORE! Das kanadische Duo ist kurzfristig vor 2 Tagen noch ins Lineup gerutscht. Find ich gut, die wollte ich mir eh mal zu Gemüte führen.
Mir ein Begriff seitdem Gunner Records letztens ihr Album hierzulande rausgebracht hat. Das Album hatte mich zwar nur so semi gekickt, aber die Songs transportieren zumindest genug Energie, um eine kraftvolle Liveperformance zu versprechen.
Tatsächlich ein ganz cooler Auftritt! Musik erinnert mich irgendwie an die 90er, bisschen Punk, bisschen Garage, bisschen Grunge. Von letzterem aber nicht diese Heulsusen-Variante, sondern etwas aggressiver, grobe Richtung Jane's Addiction oder die ebenfalls als Duo agierenden Middle Class Rut.
Vom Gesang her auch ganz angenehm, die Sängerin hat ein kräftiges und oft herrlich krächziges Organ, während die Schlagzeugerin eher melodiöse Backings einstreut. Alles ganz cool, aber irgendwie - hm. Da bleibt nicht wirklich was hängen, mir fehlen da die Hits. Aber ist ja auch schwer, als Opener die Meute aus der Sonntags-Lethargie zu holen...
Ich empfehle übrigens trotzdem, wessen Interesse geweckt wurde, da einfach mal reinzuhören - zum Beispiel hier. Mein Favorit: "You're not 23 Anymore". Glaube der wurde auch live gespielt - na, dann blieb ja doch was hängen!
Nächste Band: LIFEWENTPEAR. Kommen irgendwo ausm südlicheren Bereich von NRW und absolvieren heute, wie sie erwähnen, ihren erst dritten Auftritt. Hoppla! Übrigens hat Schlossi somit 66,67% ihrer Auftritte gesehen. Was ein Edelfan.
Zu hören gibt es, ach, naja, halt diese melodische Punkrockschiene, bisschen Skatepunk, bisschen von dem was man Posthardcore nennt, tralala. Das wäre auch das einzige, was mich stört: Irgendwie hat man diesen Sound einfach schon viel zu oft gehört.
Das stimmliche Organ des Sängers sei noch erwähnt, das blökt ganz schön einen weg. In den guten Momenten erinnert das ziemlich an Frankie Stubbs, in den schlechten klingt's einfach nach ner miesen Onkelz-Kopie. Übertrieben gepresst singen is' halt nich' immer geil, Leute!
Wie auch immer, vergessen wir die miesen Vergleiche, is ja nicht nett sowas, sind ja noch jung. Aber anscheinend alt genug, um "Alternative Ulster" von Stiff Little Fingers zu kennen, das gen Ende auch noch feil geboten wird. Gibt Schlimmeres, aber so wirklich passend fand ich das jetzt nicht.
So insgesamt: Okay. Links zum Reinhören habe ich nicht, aber irgendwas von Aufnahmen haben sie erzählt, bis dahin kann man das Liedgut wohl lediglich live begutachten.
Vor der Bühne steht ein Sessel, der den ganzen Abend über freigehalten wird für eine gewisse Nina. Leider blieb der Sessel leer. Oder heißt vielleicht der Sessel selbst Nina und hat heute Geburtstag? In dem Fall herzlichen Glückwunsch!
Geht weiter mit dem Hauptact des "Abends" (nicht mal 19 Uhr, läuft!). TENDER DEFENDER sind erst vor ein paar Monaten überhaupt auf der Bildfläche erschienen, haben bis dato lediglich eine 5-Song-Mini-LP am Start und gehen direkt mal auf Europa-Tour.
Das kann man echt nur mit dem nötigen Szene-Standing machen. Gefunden haben sich hier Leute von RVIVR, Iron Chic und Bridge & Tunnel - die weiteren Vorgängerbands und Projekte aufzuzählen spare ich mir mal. Genug eigentlich, um dem geneigten Punkrocker ein Leuchten in die Augen zu jagen.
Das klingt dann auch wirklich - welch Überraschung - wie eine Mixtur besagter Bands, also einem Feuerwerk freudiger Melodien, aufbauende Songs und ein Rezept für fröhliches Gehoppse. Aber für letzteres sind die Songs wohl noch zu neu, das Publikum zu lahm und der Tag zu Sonntag. Immerhin üben sich ein paar im Fingerpointen.
Vermutlich um das Set ein wenig zu strecken, nutzt Gitarrist Phil veraltete Batterien für seine Pedalen und muss mal eben zwischen zwei Songs ne neue Packung aufbeißen. Vollprofi. Gibt mir die Zeit, euch mal eben zum Reinhören das hier anzupreisen.
Mattie Jo am Gesang hat auch ein wenig zu erzählen, wirft dabei mit guter Laune um sich und muss selbst lachen, als einmal zu oft das Wort "Love" fällt. So erfahren wir auch, was es mit dem Titelsong "The Tender Defender" auf sich hat: Da geht es um das Gefühl, sich als Transgender aus seinem Körper zu reißen - oder so ähnlich. Und irgendwas mit Love.
Gespielt werden neben den Songs der Platte auch noch zumindest ein neuer. Achja, und Coversongs. Von der Platte kennt man ja schon "Rudes and Cheaps" (im Original von Bent Outta Shape), aber die Zugabe kann das toppen: Aus aktuellem Anlass und um sein Engagement für die LGBT-Community zu würdigen, kommt Bruce Springsteens "Dancing in the Dark" in einer ziemlich zum Sound der Band passenden Version. Cool!
Am Schluss noch, weil alle es wollen und weil der Auftritt sonst wirklich viel zu kurz gewesen wäre, noch Operation Ivys "Knowledge" - da dürfen dann noch ein paar mehr Leute fingerpointen.
Toller Auftritt, etwas kurz zwar, aber das war ja abzusehen. Nächstes Mal dann vielleicht auch mit mehr eigenem Material! Schöner Tag, tolles Konzert. Und bei Tageslicht die Heimreise anzutreten ist doch auch mal angenehm.
Auf der Rückfahrt sehen wir noch nen Regenbogen, womit wir die Brücke zum Wetterthema vom Anfang geschlagen hätten und, wie Schlossi auffällt, die Brücke zur Queer-Thematik des Konzertes. Ein sehr harmonischer Ausklang!

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