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Wilwarin Festival Tag 1: Tequila & the Sunrise Gang, The Moth, Sookee, Night Fever, dragSTER, Slymer, Isolation Berlin, Zoi!s, Von Wegen Lisbeth, 03.06.2016 in Ellerdorf, Festivalgelände - Bericht von der Redaktion

Wilwarin Festival Tag 1, 03.06.2016 in Ellerdorf

Thruntilldeath: Aaaallle Jahre wieder kommt das Wilwarin... Und dieses Jahr auch. Wer hätte das gewusst? Weiß wieder keiner? Muss man wissen. Tim Wiese wusste das nicht, sonst wäre er nicht so viel Pumpen gewesen, um mit Triple H Verhandlungen bezüglich der WWE zu führen. Pech gehabt, kann man da nur sagen, denn das Wilwarin dieses Jahr war trotz(?) des "schlechten" Lineups und wegen(?) der "mackerhaften" Ansagen im Vorfeld absolut großartig und für mich, dem Motto entsprechend, um Lichtjahre besser im Vergleich zu 2015. Das lag sicherlich nicht nur daran, dass wir in diesem Jahr früher angereist sind, die Bändchenausgabe wirkte durchdachter und 10% weniger Tickets machen den Kohl wie im echten Leben eben doch fett. Dadurch war das Wilwarin natürlich wie so oft deutlich vor Beginn ausverkauft. Ob das nun fair gegenüber spätentschlossenen Last-Minute-Urlaubern ist, kann man sicherlich diskutieren, aber da gefühlt jeder dritte noch eine Karte verkauft hat, haben doch hoffentlich genug Leute ihre Wunschkarte bekommen. Oder so. Ansonsten halt bei Bombenwetter im Schrevenpark Flunkyball spielen, so als Bestrafung.
Glücklicher Weise haben wir dieses Jahr genau EINEN Fotographen (mich), obwohl Ole und Michi zwar ihne Knipse dabei hatten, dafür jedoch ohne Akku. Das bedeutet, dass zum aller ersten Mal in der Geschichte der Wilwarin-Berichterstattung neue Fotos eingekauft wurden. Dafür bedankt sich der Haufen Schreiberlinge ganz besonders bei Katze Moch, äh, Matze Koch, von Matzes Plattenkiste und dem Deutschlandhandtuch und Piet von Blackwork.de, der auch noch viel mehr wunderbare Bilder auf Facebook hochgeladen hat. So, Abfahrt!
OleZeh:  Jaja Wilwarin... Michi und ich sind so scharf drauf, dass wir extra am Donnerstag aus Amsterdam anreisen. Einsatz zeigen! Proaktivität statt Reaktivität! Hätten wir vielleicht gesagt, wenn wir solche Dinge sagen würden. Unglücklicherweise war es am Donnerstag schon sauheiß und da mein Auto nicht nur keine Klimaanlage sondern auch immer noch kein Reetdach hat und die Lüftung nach Auspuff riecht, war die Fahrt eine echte Tortur. Entweder war ich maulig oder Michi oder wir beide, proaktiv war jedenfalls keiner. Nie. Egal, noch schnell scheiße eingeparkt und dann ist alles vergessen als Thrun uns vor seiner Bude willkommen heißt.
Nur noch einmal schlafen, dann ist endlich Wilwarin!   
Thruntilldeath: Ell awaits! Drittes Jahr, dritter Anfahrtsweg, der heute war besonders scheiße, konfus und nutzlos. Dafür länger und insgesamt mehr, mehr ist besser, also netto gesehen alles richtig gemacht. Um direkt mal mit Lob anzufangen: Zugang zum Park-/Zeltplatz, Bändchenausgabe, Zuschaueranzahl, alles richtig gemacht, liebes Wilwarin-Team. Top Orga, kein nerviger Stau. Dafür viel nerviger Staub. Haben Rantanplan nicht mal so ein furchtbares Lied über Staub gesungen? Ich schweife ab, wie der Staub im Wind. Mhh...
OleZeh: Finde ich auch. Das hat diesmal einfach perfekt geklappt, bis auf die Navigation. Nächstes Jahr bereiten wir uns vor oder nehmen einen Kompass mit...
Thruntilldeath: Und obwohl man hier im Hintergrund noch viel Platz sieht, war der theoretisch natürlich schon belegt. Von den anderen acht Zelten, zwei Wikingerschach-Teams, drei Reisebussen und was auch immer da noch alles später kommen sollte. Die Ausreden ändern sich auch irgendwie nicht mehr, darauf fällt doch kein Mensch mehr rein. Denkt euch was neues aus! Hubschrauberlandeplatz für, keine Ahnung, Harald Spörl and the HSV Allstars oder son Piss. Oder Dingens, Ausgleichsfläche für den Orgongenerator. Zugang zur Hohlerde, seid kreativ, bunt, lasst euch vom Wilwarinspirit animieren!
OleZeh: Einige Sachen ändern sich eben nie. Ich glaub nächstes Jahr leg ich einfach am Mittwochabend schonmal mein Badetuch hin. 
Thruntilldeath: Um nochmal auf das Thema Staub zurückzukommen, das lässt mich grad nicht los: 5 Minuten da, alles voller Staub. Aber lieber Staub als Sand. Ich mag Sand nicht. Er ist kratzig und rau und unangenehm. Er ist einfach überall. Nicht wie hier. Hier ist alles ganz weich und eben. Weißte? Und deswegen steht Rabonka, obwohl sie im Gegensatz zu mir ein sehr reinlicher Mensch ist, mit Billigbier und dreckigen Händen da. Und Schuld ist George Lucas. Das einzige Mal, dass mehr = scheiße ist. Dummer Idiot.
OleZeh: Häh? Weil der Name Rabonka klingonisch klingt, oder warum genau?
Thruntilldeath: Ja. Nein. Was?
OleZeh: Eben.
Thruntilldeath: Noch mehr Lob: Die Dame auf dem vorherigen Foto hat dieses Mal dazu ermahnt, doch mal weniger zu saufen (dumm) und dafür mehr Bands zu gucken (dumm). Da Fö diese Aufgabe sonst mit Bravour übernommen hat, dieses Jahr aber aufgrund von Visaproblemen nicht in die EU einreisen durfte, musste ein anderer Tropf dafür herhalten. Und das war mal eine GANZ neue Erfahrung, die Spaß gemacht hat. Wirklich. Doch doch.
OleZeh: Das war in der Tat alles gut vorbereitet und geplant. Wirklich professionell und sogar in Farbe. Für verplante Typen wie mich auf jeden Fall ein großer Ansporn.
Thruntilldeath: Irgendwie sehen selbsterstelle Timetables (Fachausdruck, geil!) immer schöner aus als wie die langweiligen Dinger, die Bierschinken hier ausspuckt. Gut, könnte man jetzt auch argumentieren, dass der Fö im Gegensatz zu Rabonka keine Schreibfehler einbaut, aber is' auch irgendwie weniger Punk, nä? DIY, und so. Hier. Was direkt mal auffällt: Viel Indiekacke auf der Liste. Find ich grundsätzlich meistens eigentlich immer oft durchaus kacke, manchmal aber auch nicht. Was sagt uns das? Genau!
OleZeh: Dass du nicht aus Berlin-Kreuzberg kommst? Da hört man nämlich jetzt Indie wenn man dazugehört habich gehört...
Thruntilldeath: Während Henning hier noch darüber rätselt, was ich mit dem letzten Satz sagen wollte, nochmal ein kleiner Hinweis auf das bunt zusammengestellte musikalische Programm: Die großen Headliner dieses Jahr haben gefehlt, meiner Meinung nach, dafür aber viel Metal, was vor allem Brendan gefreut hat, weil Brendan eigentlich nur Metal hört und guckt, oder Power, aber die gibt's ja nicht mehr, bleibt also Metal, und den gab es dieses Jahr DREI Mal. 3. Wow. Zweimal Nachts um 1, also beibt eigentlich nur eine Band übrig, die Brendan sich anschauen kann. ES KAM DANN ABER DOCH ALLES ANDERS. Denn... (umblättern)
Thruntilldeath: ... erstmal gab es wie immer Torte. Wie immer mit Sahne. Und da wir ein Wetterchen hatte, aus dem man locker zwei Machen konnte, dachte sich die Torte, dass die Thermodynamik doch immer recht hat und unternahm einen Phasenübergang erster Klasse (wie der Geschmack der Torte!). Clausius-Clapeyron lässt grüßen! Gruß zurück. Und zack, war die Zeit auch schon rum für die erste Band.
OleZeh: Die hat Michi mit viel Einsatz am Vorabend noch gebacken. Während die Torte den Phasenübergang geschafft hatte, blieben die Gummibärchen allerdings irgendwie auf halbem Weg stecken. Das war schon spektakulär, aber wie so oft muss man dabei gewesen sein...
Thruntilldeath: VON WEGEN LISBETH, deutschsprachiger Indiepop aus Berlin. Oder, um es mit Nils' Worten zu sagen: "Ich hab gerae den Promotext auf der Wilwarin-Seite gelesen und fast gekotzt." Hab ihn dann auch gelesen, und auch fast gekotzt. Von Wegen Lisbeth, die Band mit dem Facebookhit. Sushi, der Song. Kennt man angeblich. Nuja.
OleZeh: Wo kommen die nochmal her? Im ernst, dauernd zu sagen man kommt aus Berlin nervt und zwar richtig hart. Geht das nur mir so? Ist das ein Gütesiegel? Hab ich was verpasst?
Thruntilldeath: Und die iphone-Verkäufe gehen auch noch zurück. Was soll das?
Thruntilldeath: Von Wegen Listbeth. Indiepop. Aber sowas von Indiepop, mit allen tollen Instrumenten, die sich der Hipster von heute so wünscht. Und dennoch... Wirklich gut. Eine Band, deren Bühnenpräsenz und musikalische Darbietung wie Arsch auf Eimer zu diesem Festival passt. Sympathisch, entspannt, abwechslungsreich, leicht angeblumenkindert, mit durchgehender Wohlfühlatmosphäre.
OleZeh: War eher nicht so mein Ding. Nervt aber auch nicht direkt - außer wenn gesagt wurde wo man herkommt. Auf jeden Fall war es kommod im Schatten zu sitzen und sich andudeln zu lassen. 
Thruntilldeath: Da sitzt sogar der Vorsitzende der Indieberlinhasserfraktion Ole mit einem Bier in der Sonne, wippt mit seinen Füßen im Takt der Triangelxylophonsteeldrum-Musik.
OleZeh: Ja, in meinem Kopf ist es lustig. Für mich war das wie sanfte Radioberieselung und Biertrinken auf der Terasse...
Thruntilldeath: Thema dieses Jahr: Weltraum. Space. Spaceinvader. Ditdöt. Mal 'ne Spiralgalaxie hier zu sehen, mal was von der Nasa da. Eigentlich ist das Wilwarin ein wenig wie die geremasterterten Star-Wars-Teile aus den 90ern. Immer ist irgendwo was los, irgendwas steht im Weg, irgendwas liegt irgendwo rum. Nur eben in schön, in detailverliebt, in niedlich. Schön.
OleZeh: Echt klasse. Die Deko auf dem Wilwarin ist wirklich ein Highlight in diesem wie auch in den vergangenen Jahren.  
Thruntilldeath: Stimmung? Stimmung! Nach dem leckeren Holsten in der durchaus warmen Sonne der Hauptbühne rüber zum Zeltgelände, zur wahrscheinlich viertbesten Erfindung der Welt: Die Skatebühne. Steht neben der Skaterampe, heißt vielleicht deswegen auch so. Warum die so toll ist? Steht auch auf dem Campingelände, ist umrahmt von Fressbuden und man kann sein eichnet Bier mitnehmen. Ach, Mensch, toll.
Thruntilldeath: Erste Band, reichtlich Andrag, die kleinen Dauerlutscherboi!s von, tusch, ZOI!S aus dem beschaulichen Norden. Im Lauf der letzten Jahre steil durch die Decke gegangen, von Auftritt zu Auftritt besser geworden. Musik? Wie immer in diesen Tagen deutschsprachiger Punkrock mit Aussage. Verständlicher Aussage, kein turbostaatesker Verklausulierungskram aus dem Deutsch LK der 13a.
Will heute aber bei mir nicht so recht zünden. Damals, vor Affenmesserkampf und Robinson Krause noch total hin und weg gewesen, und das nicht nur wegen des musikalischen Abfalls im Laufe des Abends, das war einfach 'ne Runde Sache. Lag's am Wetter, dass die doch etwas düster und traurig angehauchte Musik nicht so richtig ins Blut ging?
OleZeh: Ging mir ähnlich, zündete nicht so recht und war irgendwie ein bisschen anstrengend. In etwa so als würde jemand unbedingt mit einem eine Grundsatzdiskussion führen wollen, obwohl man selbst total banane ist und lieber irgendwo in der Sonne rumlümmeln will. Trotzdem echt solide gespielt, muss wohl das Wetter gewesen sein...
Thruntilldeath: Trotzdem noch Stimmung? Trotzdem noch Stimmung, woohoo! St. Pauli Fußball Ole Never Walk Allone Stallone lalallaa Ultras EM Fähnchen ach halt doch dein Maul. Gut, weiter, kleine Bühne, wie immer brutal warm.
OleZeh:  Ich glaube ja, dass die sich auf das, für den morgigen Tag angesetzte, sportliche Suffereignis im Camp vorbereitet haben. Und da es noch keine MGSuff Trikots gibt, nimmt man einfach das kleine braune St. Pauli Trikot mit. Irgendwas mit Sport. Passt schon.
Thruntilldeath: ISOLATION BERLIN aus... BERLIN! Im April noch als beste deutsche Band auf Nerdcore.de angepriesen, da stand's mir schon bis hier. (Hand geht ca. annen Hals unterm Kinn.)
OleZeh: Hatte mir tatsächlich die Platte vorher angehört und die hat mir mal so überhaupt nicht gefallen. Indie-rock mit bedeutungsschwangeren Texten. Dudelfunkmusik. Wir haben dann auch prompt den Anfang verpasst und stolpern mitten in eine ziemlich langsame Emotionalballade rein. Brendan - ja der war auch dabei! - ist sofort angezählt. Die anschließende Nummer ist vom selben Kaliber und für Brendan dann der Showstopper. Er schüttelt zweimal den Fischmützenkopf und geht wieder an seinen Grill zurück.   
OleZeh: Nach den zwei Emotionalballaden plötzlich die Überraschung: Die können auch anders. Schneller und irgendwie dreckiger. Ich ertappe mich dabei wie ich hier und da mit dem Fuß wippe. 
Thruntilldeath: Und natürlich mit Keyboard. Alle so: Buuuuh! Geh weg! Du schlechter Mensch! Echt mal, vonwegen Lisbeth und so, bääh! Nee!
OleZeh: Der Sänger gefällt mir richtig gut, klingt ein bisschen wie Rio Reiser und macht auch echt eine gute Figur auf der Bühne. Irgendwie total authentisch. Hat mir unterm Strich erstaunlich gut gefallen.
Thruntilldeath: Das, was Ole sagt! War ganz toll. Wirklich. Die können einiges! Fanden auch die Leute neben mir, deren Namen hier nicht genannt werden dürfen, aber auf jeden Fall hab ich Casi bei der einen oder anderen Band getroffen, bei der man sich schon gewundert hat, dass er da war.
Thruntilldeath: Auf ein Mal, son Ding. Versteckt bei der Electrostage. Ist die immer so voll? Da war ja unabhängig von der Tageszeit immer was los. Verrückte Leute, schöne Atmosphäre, auf Dauer macht mich Utz-Utz aber auch nicht glücklich. Dafür aber dieses Geschnassel, was hier überall rumsteht. Zurück zur Skatestage, die Band für Brendan steht an. Eigene Bandbeschreibung: Metal du Arsch!
Thruntilldeath: Kommt 'n Mann zum Arzt und sagt "Ich krich meine Vorhaut nicht zurückt." Sagt der Arzt "Sowas verleiht man ja auch nicht."
Thruntilldeath: Komm, so schlecht war der jetzt nicht, kannst hierbleiben! Wollt ihr mehr davon? Gibt's auch im Paybereich. Aber IHR bekommt Geld fürs Zuhören.
Thruntilldeath: SLYMER. Die kleinen Staubteufelchen, die kleinen Thrasher, die kleinen Geballerkinder. 1A Rumgebölke, gekniedel, gefiedel, geknöse und geknorze. Nach so viel Indiescheiße mal gehörig ein vors Fressbrett. Heidewitzka, Herr Kapitän, die 80er haben angerufen, sie wollen ihren Sound wiederhaben. Oder so. Brendan freut sich, Brendan applaudiert, Brendan bleibt da und schaut es sich an. Metal du Arsch? Scheint zu stimmen.
OleZeh: Gefällt. Endlich mal was flottes tut richtig gut. Geht richtig ab. Würde ich mir sofort wieder ansehen.
Thruntilldeath: Während dank der tollen Bühnenshow im Hintergrund noch eine Atombombe das musikalische Ereignis passend untermalt, hüpfen Flummis vor der Bühne auf und ab. Schön, dass auch diese etwas unkonventionelle Art schneller Rockmusik ihre Anhänger findet.
Thruntilldeath: Damit das auch abgehakt ist: Sonnenbrille, Pflicht, Höllenfeuerlicht, blablablabla, Schnauze. So viel Programm heute, dass wir uns das gar nicht bis zum Ende gegeben haben, dafür dann schnell wieder zur Zeltbühne gehuscht, das nächste Highlight steht an.
Auch einer großen Vorteile am Wilwarin: Kurze Wege, nette Einlasskontrollen, juhuu!
OleZeh: In der Brille: Thrun, Kamera und Rabonka, direkt über der Brille: buntes Haar. Toll. Schon fast Kunst.
Thruntilldeath: Uiii, ja, dragSTER! (Scheiße mit der Großundkleinschreibung, nä?) Keine Ahnung, ob die bekannt sind, hab den Namen jedenfalls vorher noch nie gehört, abgesehen vom Probehören un dem Wilwarin-Flyer.Und wie man sieht, machen die Pank. Volle Kanne Pank. Female-Fronted! Mit einer Frau! Eine Frau in einer Band! Nein, hab ich mir wirklich nicht ausgedacht, eine F-R-A-U!
OleZeh: Die Gute geht auch direkt richtig ab. Das ballert schon ganz gewaltig was da geboten wird. Der Typ in der ersten Reihe vergisst zum Glück die Eigensicherung nicht und wird deshalb im Verlauf auch nicht weggepustet. Gück gehabt.
Thruntilldeath: Mit Gatecrasher Hostage haben die auch einen kleinen Minihit geschrieben, der live mit noch mehr Gaspedal gespielt wurde. Herrlich, wie hier einfach mal nix außergewöhnliches passiert und es einen total mitreißt. Super sympathische Menschen auf der Bühne, alle am grinsen, Temperaturen über 1000 K, Bier in Strömen, Punkrockfinger.
OleZeh: Das bringt es auf den Punkt. DragSTER scheinen eine hoch sympathische Truppe zu sein und sie geben wirklich alles auf der Bühne. Ich altes Konsumferkel freue mich ja immer wenn ich auch ein bisschen Show geboten bekomme. Das ist hier der Fall.
Thruntilldeath: Oder halt auch im Publikum. Textsicher ist hier keiner, drei tun so als ob, und einer wedelt mit der Hand. Stört keinen, ab durch die Menge, Leute anschreien! Ein wenig Platz ist hier dann doch schon zu entdecken, kommen halt auch nicht aus Berlin, sondern aus... und da muss ich jetzt mal fix bei Bandcamp nachgucken (kann man sich auch direkt das Dead-Punk-Album reinlöten) Coventry. Sagt uns jetzt was?
OleZeh: England, würde ich sagen. Ist damit alles gesagt? Vielleicht. Der Akzent ist dann natürlich traumhaft. Da wird die Geschichte zur "Stooräääi" und alles klingt noch ein bischen geiler.
Thruntilldeath: Wer auf 50er Sci-Fi und Horrorgelöt und diesen typischen Psychobillyklischeekrams steht, der sollte hier auch glücklich werden, aber dank der schön rotzigen Attitüde wirkt das alles nicht so platt und wie 1000 Mal gehört. Kann ich jeden nur zu ratten!!!
OleZeh: Empfehlung auch von mir und das Psychobillygedöns ist gar nicht mal so unbedingt meins. DragSTER macht echt Spaß.  
Thruntilldeath: Bei so vielen Bands frag ich mich grad, wann wir eigentlich gegrillt haben. Und wie Brendan das ausgehalten hat. Und wieso am Ende dann doch alles gegrillt wurde. Mh. Steht Brendan hier etwa auch schon wieder vor der Bühne? Gut, ja, es spielen auch NIGHT FEVER zum Tanze auf, und die hat Brendan bei Gerd im Skaturlaub immer gehört und freut sich sehr auf den "EY DAS SIND DIE MIT DEM LOLOLOL?"-Song. Der anschließend der Einfachheit halber wegen um zu "LOLOLOL!" abgekürzt wird. Aber wir schweifen ab...
OleZeh: Night Fever auf der Skatebühne! HC Punk aus Kopenhagen. Für mich das beste Konzert auf diesem Festival. 
OleZeh: Die Bedingungen könnten besser nicht sein, die mini ramp im Hintergrund, die Temperatur endlich angenehm und ich genau gerade richtig betrunken. Da stimmt einfach alles, auch, und vor allem, der irre Blick des Sängers. Thrun und ich fühlen uns  milde an Affenmesserkampf erinnert und sind uns fast sicher, dass wir eine dänische Variante von Hannes sehen. Hånnøs quasi...
OleZeh: Der Sound ist gut und drückt anständig. Allerdings gibt die Anlage mittendrin  den Geist auf und wir hören nur noch den Monitørsound.  Stört aber nicht weiter und ist auch flugs wieder behoben.
Als Night Fever dann fertig sind ist es das Publikum auch. Schweiß und Staub überall. Ich bin super happy und viel zu entrückt um direkt zum nächsten Konzert aufs Festivalgelände zu gehen. Erstmal zurück ins Camp und den Night Fever Rausch voll auskosten.
Thruntilldeath: Und so sah das dann am Zeltplatz aus. Mal zum Durchatmen. Runterkommen. Ankommen. Zu Hause. Heimat. Blühende Landschaften. Schafe. Pferde. Frau am Herd, nicht in Bands. Diese Identitären in Österreich sind genauso scheiße wie diese Idioten in Deutschland. Aber hauptsache mit Reichkriegsflagge nach Frankreich. Meine Fresse, wieso sind Menschen so scheiße? Sorry.
OleZeh: Amen. Home sweet home. 0mm0 tüddelt rum, Karl ist gut drauf und Henning erzählt Döntjes uut Flensborch während der Däne mit der Hand im Schritt eingepennt ist. Abendstimmung im Camp.
Thruntilldeath: Das Licht beruhigt. Was immer für'n Festival angekarrt wird, heieieiei. Aber solange es die anderen machen, gerne! Fackeln im Sturm, ist das nicht so eine schlechte Soap in der ARD?
OleZeh: Seh ich zum ersten Mal. Malerisch. Es wurde ja so einiges mitgenommen: Teppich, Sofa, Plane, Vorschlaghammer. Karl hat reichlich Platz im Auto...-auch für Leuchtmittel.
Thruntilldeath: Leuchtmittel! Ole, das hat Verstand!
Thruntilldeath: Kurz vor Ende dann doch noch irgendwie bei SOOKEE reingestolpert. Joa, Hip-Hop. Also nicht, dass Hip-Hop an sich jetzt schlecht wäre, ich fang ja sogar an, Neonschwarz und diesen ganzen Scheiß zu mögen (Buuh!), aber das reißt mich echt nicht vom Hocker.
OleZeh: Mich auch nicht. Das wusste ich aber schon vorher deshalb hab ich mir das direkt geschenkt.
Thruntilldeath: Geben ist seliger denn Nehmen!
Thruntilldeath: Sehen die 10000 anderen vor der Bühne nicht so, sollen sie ruhig. Wieder so'n Fischfiletsyndrom. Von der Idee her gut, für die Sache sowieso, aber für diesen Tag reicht's bei mir dann auch wirklich mit dem musikalischen Tellerrand und der Toleranz. Sieht dafür aber alles verflixt gut aus. So mit dem Nebel und den bunten Lichtern.
Thruntilldeath: Also, nicht aufregen, Handtuch um, Donnergurgler saufen, alle sind glücklich, alle sind froh, wie das Lamm im Streichelzoo. Denk ich ma, die in der Arche Warder sehen zumindest alle so aus. Hatten wir schon über das Weltraummotto gesprochen? Irgendwas ist ja immer hier. Vor allem ist hier guter Sound, das muss nochmal hervorgehoben werden. Egal welche Bühne, nix zu meckern. War eigentlich nicht die Intention dieses Berichts, aber man soll ja auch nicht lügen!
OleZeh: Dem Lob schließ ich mich direkt an! Der Sound war echt gut.
Thruntilldeath: Und bevor sich der Abend dann dem Ende entgegen neigt, schaut man im Zelt fix nochmal bei THE MOTH rein, wird von den langsamen Gitarren zu Tode gewalzt und läuft schnell wieder rüber zur Hauptbühne, um in der letzten Ecke für die kleinen Sunnyboys von  TEQUILA & THE SUNRISE GANG anzustehen. Headliner und Heimspiel, da frisst ihnen die Meute aus der Hand. Kieliefornia stand mal in irgendeinem beschissenen Promoschreiben. Gibt's eigentlich NICHT beschissene Promoschreiben? MÜSSEN die alle scheiße sein?
OleZeh: Gute Frage. Vermutlich ja. Es kann ja nicht jeder einfach sagen, dass er aus Berlin kommt. Dieser Mangel will natürlich geschickt kaschiert werden.
Thruntilldeath: Trompetenpunk. Nicht so Less Than Jake, eher Sublime. Aber mit mehr Pfeffer? Und noch so, mh, Dub und Latin-Anleihen? Ja? Widerspruch? Ne? Also eigentlich das, was man mit 20 total super toll findet, um sich dann fünf Jahre später dafür zu schämen. Könnte man jetzt natürlich auch so sehen, aber dann wäre ich nicht bis zum Ende dageblieben. Das liegt mit sicherheit auch daran, dass die Band seit irgendwann mitte der 2000er einem in Kiel über den Weg läuft und irgendwie "dazu" gehört, aber viel mehr daran, dass da wirklich sympathische Menschen auf der Bühne stehen, die gute Lieder schreiben und auch nachts um 1 (die Uhrzeit, nicht so'n "was ist das nur für 1 life"-Scheiß, Idioten!) noch genug Energie rüberbringen, dass man zwischendurch, wie andere Kieler, die hier nicht erwähnt werden sollen, besoffen rumhüpft. Schöner Abschluss, auch wenn eigentlich Metal im Zelt aufm Plan stand, aber wie jedes Jahr verpasse ich am ersten Abend die letzte Band, die vorgemerkt war. Nacht!
OleZeh: Manchmal hat man ja doch nochmal Bock auf 20 zu machen und wieder ein bisschen Trompetenpunk zu hören, war diesmal aber nicht der Fall bei mir. Auch wenn es jetzt nicht so direkt gezündet hat sind wir trotzdem bis zum Ende geblieben. Gutes Konzert von guten Leuten.
Bis morgen!

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