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Apen Air: Betrunken im Klappstuhl, The Toten Crackhuren im Kofferraum, Val Sinestra, Brainless Wankers, Knochenfabrik, Slime, Abstürzende Brieftauben, 27.05.2017 in Apen, Sportplatz - Bericht von der Redaktion

Apen Air, 27.05.2017 in Apen

Fö: Ich hab zwar keine Ahnung, warum irgendwer so blöd sein könnte und Betrunken im Klappstuhl auf sein Festival bucht, aber hey, jeder ist seines Schmiedes Glück, oder wie das heißt. Also starten wir in die Festivalsaison!
Philriss: Ist doch super. Endlich mal wieder proben!
Fö: Start um 8 Uhr morgens am Proberaum. Proberaum im Falle von Betrunken im Klappstuhl heißt: Ein Raum, in dem Equipment und Flaschenpfand rumstehen. Beides Sachen, die wir noch gebrauchen können. Wenn auch letztes nur, um es gegen volle Flaschen zu tauschen.
Fö: Während wir auf der Autobahn die vollen Flaschen wieder in leere umwandeln, reift in uns immer mehr der Verdacht, dass wir auf ein französisches Rechtsrock-Konzert fahren. Oder was sollen die ganzen Landséer-Heckscheibenaufkleber?
Fö: Ankommen und erstmal mit den Örtlichkeiten vertraut machen. Man vertraut uns einen Backstageraum voller Pokale an.
Philriss: Für das Apen Air gibt es sogar eigens gebrautes Bier. Eines meiner persönlichen Highlights.
Fö: Zumindest eigens etikettiert.
Jana: Gerüchten zufolge soll der Bierinhalt aus Bayern stammen - was natürlich ein Affront gegen die norddeutsche Bierkultur wäre. Apropos Kultur: Wieso gab`s eigentlich keinen Korn?
Jana: Die Band ist top vorbereitet - die Setliste (das Papp-Ding aufm Boden) ist noch vom letzten Auftritt.
Philriss: Tatsächlich sind das die Texte. Unsere Setlist wäre niemals so lang.
Fö: Selbstverständlich machen wir mit BETRUNKEN IM KLAPPSTUHL den Opener. Alles andere wäre sehr wagemutig vom Veranstalter. Entgegen den Wünschen auf unserem Rider ist aber schon Einlass.
Jana: Die Apener Fans kamen in Strömen.
Philriss: Ich fass es nicht. Nur Poser in dieser Band.
Fö: Das sind Dehnübungen! Schließlich wollen wir später noch in den Moshpit!
Jana: Ich glaube, ich konnte aus dem Augenwinkel eine Scorpions-Pyramide erkennen.
Jana: Wieso habt ihr eigentlich nicht von der Nebelmaschine Gebrauch gemacht?
Fö: Was macht man damit? Ins Publikum schmeißen?
Philriss: Starker Typ!
Philriss: Dank Funkbass scheint Fö sogar einhändig spielen zu können.
Fö: Unsere Merchkollektion gibt es heute zu Festivalpreisen, also alles teurer als sonst. Haben wir uns von den ganz Großen abgeschaut!
Jana: Die TruckerInnen-Shirts gingen weg wie warme Semmel. Am Ende war nur noch eins da. Die Apener wissen anscheinend, was gut aussieht.
Fö: Open-Air-Bühnen sind geil. Überall Sachen, wo man sich draufstellen kann!
Jana: Coole Moves.
Fö: Die Publikumsfluktuation erfolgte eher so Sinuskurvenmäßig. Am Anfang war was los, dann wurde es dank unserer Bemühungen weniger, dann plötzlich wieder mehr. Aus ist der Traum, mal ein Festival leerzuspielen. Wir drücken unseren Freunden von Abstürzende Brieftauben die Daumen, dass sie es heute noch schaffen.
Fö: Die nächste Band, RUN ZERO, verpassen wir, weil wir erstmal bandintern beraten müssen, was wir falsch gemacht haben (nämlich nichts). Außerdem haben die Sportverein-Muttis lecker gekocht, als brave Buben greifen wir da gerne zu. Wieder zurück zur Bühne, als die ALCONAUTS spielen.
Jana: Ein Lob nochmal an die Apener Muttis. Das Buffet war super, vor allem die Frikadellen und der Gurkensalat. Ach ja, der Kuchen war auch klasse.
Philriss: Und die Bratkartoffeln!
Fö: Angeblich extra für dieses Festival gegründet, gibt es unwitzige Anzüge, unwitzige Ansagen und unwitzige Lieder. Mich berührt das irgendwie gar nicht. Was ich sehr schade finde, die Themen Alkoholismus und Astronautismus zu kombinieren halte ich für ein sehr spannendes Konzept. Houston, we have a drinking problem.
Jana: Die haben mich nicht überzeugt.
Fö: Beim Rumlungern im Schatten verpasse ich fast VAL SINESTRA. Hoppla! Dann mal wieder vor die Bühne. Ebenso wie Sänger Chris. Auf der Bühne isses aber auch echt langweilig!
Jana: Ich glaub, da war ich gerade Kuchen essen.
Fö: Heute mal mit geilem Showeffekt: Einfach mal für ein paar Minuten nen Stromausfall simulieren. Warum ist uns das nicht eingefallen?! Kommt jedenfalls gut. Als Belohnung gibt es ein Glitzerhosen-Schlagzeugsolo. Ich bin begeistert!
Fö: Leider geht es danach mit Musik weiter. Aber, ach, was heißt leider, eigentlich machense ja doch ganz geile Musik.
Philriss: Geile Mucke von geilen Typen. Fragezeichen.
Jana: Ist da bei dem Wetter eigentlich jemand kollabiert? Bei 35 Grad in der Sonne...
Fö: Ein paar Leute sind geistig kollabiert, glaube ich.
Philriss: Im Backstagebereich befinden sich zwei große Traktorreifen, die zu kleinen Pools umfunktioniert wurden. Gerüchte besagen, dass in einen reingepinkelt wurde. Diese Gerüchte finden aber nicht alle lustig...
Fö: Ey, asozial ist doch punk!
Jana: Steht in irgendeinem Buch, wurde mir gesagt.
Fö: Ein echt schönes Festival, dieses Apen Air! Genau die richtige Größe, viele Getränkestände, nix zu meckern. Etwas mehr Schatten wäre vielleicht cool gewesen, aber über das Wetter will ich mich nun wirklich nicht beklagen.
Fö: Nächste Band: BRAINWAYVE. Hm. Komischer Punk-Crossover. Klingt mal wie Limp Bizkit, dann wie Rage Against The Machine, und auch nen Schuss Gluecifer höre ich raus. Nur in der Kombination will mich das nicht so fesseln.
Jana: Gut, dass ich die verpasst habe.
Fö: Highlight des Tages: Der Bürgermeister hält ne Rede und liest vom Plakat ab, wer heute so spielt. Schon geil, wie das ganze Dorf irgendwie in dieses Festival involviert ist. Aber nächstes Mal vielleicht doch vorher die Aussprache der Bandnamen üben. Wir rätseln noch Stunden später, wer denn die Headlinerband "Slimm" sein soll.
Jana: Der jüngste Bürgermeister im Ammerland, wie mir Google verrät.
Philriss: Wenn ich mich recht erinnere, überziehen die TOTEN CRACKHUREN IM KOFFERRAUM ihre Umbaupause um sagenhafte 30 Minuten. Aber das Warten hat sich wie immer gelohnt.
Fö: Sich nicht an Zeitpläne zu halten, finde ich extrem undeutsch. Was sagt denn die örtliche CDU dazu?
Fö: Ich bin ein klein wenig verliebt in diese Bademäntel. Aber selbstverständlich bin ich bemüht, mich nicht von Gefühlen leiten zu lassen. Schließlich geht es auch bei den Crackhuren um puren Musikgenuss.
Jana: Styling können die Crackuren!
Fö: Ey, es geht doch nicht nur um Styling, es geht auch um...ach, egal.
Philriss: Hier könnte Ihre Werbung stehen.
Jana: Eine ausgefeilte Choreo, die Detlev D. Soost nicht besser auf die Bühne bringt.
Fö: Highlight des Tages: KNOCHENFABRIK! Ich weiß, ich hatte schon behauptet, die Rede vom Bürgermeister sei das gewesen, aber das war nur son Joke. Knochenfabrik unterziehen ihre Umbaupause und beginnen einfach direkt ihr Set, anstatt noch überflüssigerweise mit dem Mischer über Monitorwünsche zu philosophieren. Gut so!
Fö: Knochenfabrik sind die beste Band des Universums. Die drei Protagonisten sind spieltechnisch, stimmlich, humortechnisch und natürlich auch vom Aussehen her die besten Typen des Universums. Zumindest gerade hier und jetzt.
Philriss: Das kann man so unterschreiben.
Fö: Nebenbei wird uns noch Kölsch beigebracht: "Apen" heißt also "Affen". Wieder was gelernt.
Jana: Es war grandios!
Philriss: Ich glaube, dass ich nur wegen dem Mitgröhlen aller Knochenfabrik-Hits am Sonntag heiser war.
Fö: Das waren aber auch wirklich alles Hits! Sogar das neue Gitarrensolo zu Toni Schumacher!
Fö: Ach, wat soll man noch zu dieser Band schreiben? Schon wirklich oft gesehen und es macht immer wieder Spaß. Von allen Festival-Auftritten von Knochenfabrik, die ich bisher gesehen habe, ist der hier schonmal mindestens in den Top 5. Super war das!
Jana: Mehr fällt mir dazu auch nicht ein. Doll, doll, doll.
Fö: Anschließend: BRAINLESS WANKERS. Exklusive Reunion und so. Puh, ich wusste gar nicht dass die Band überhaupt noch wer kennt oder dass die überhaupt wer vermisst hätte. Aber dass die Veranstalter vom Apen Air einen an der Klatsche haben, wussten wir ja schon seit der Bestätigung von Betrunken im Klappstuhl.
Philriss: Müsste man Betrunken im Klappstuhl nicht in Großbuchstaben schreiben?
Fö: Aber ich muss zugeben: Der Auftritt macht sogar ein wenig Laune und entschädigt ein wenig für das letzte Mal, als ich die Band live gesehen habe. Immerhin werden auch ein paar Lieder gespielt, die mir noch irgendwie was sagen.
Fö: Den kompletten Auftritt gebe ich mir trotzdem nicht, war mir dann doch einfach zu lange. Stattdessen eröffnen Ulf und ich einen neuen Video-Channel. Konzept steht. Erste Folge hier. Natürlich nur bei Facebook, wegen der Medienwirksamkeit!
Philriss: Das hab ich alles verpasst. Wir sind direkt nach Knochenfabrik mit dem Taxi zu den Ammerländer Wölfen, um den BVB-Pokalsieg zu sehen.
Fö: Wir lauschen derweil dem großen Wankers-Hit "Borsig Locomotive". Gibt's da nen Zusammenhang?
Fö: Danach: ABSTÜRZENDE BRIEFTAUBEN. Ich hab die früher nie gehört und kenne maximal zwei Lieder vom Set - dadurch zieht sich das alles ziemlich. Ansagen auf Pennäler-Level ("Hihi, er hat Ständer gesagt") lassen zudem leichten Fremdscham aufkommen.
Fö: Naja. Kann man hören, muss man aber nicht. Immerhin erfreulich viele "politische" Lieder im Set, soweit ich das mitbekommen habe. Nur auf den feministischen Quotensong warten wir weiterhin vergeblich.
Jana: Da waren wir noch den Pokalsieg feiern.
Fö: Nix verpasst.
Philriss: Hier nicht im Bild: die Ammerländer Wölfe hatten eine Open Air Videoleinwand, eine Cocktailbar, Sitz- und Stehplätze sowie eine echte DFB-Pokalimitation.
Fö: Geht weiter mit SLIME alias SLIM. Die haben damals, so um 1870 rum, den Punk erfunden, sich dann irgendwann wiedergefunden und sind jetzt eine Band, die man irgendwie wahrnimmt, vielleicht sogar gut findet, der man aber einfach nicht mehr den Status einräumt, den sie hatten, als sie aufgelöst waren. Irgendwie traurig.
Jana: Gerade rechtzeitig sind wir auch wieder da.
Fö: Dabei gibt's am Auftritt gar nicht so viel zu meckern! Schön knackig, ne ordentliche Ladung Deutschpunk-Klassiker, genau die richtigen Zutaten für ne nette kleine Kopfrevolution.
Jana: Ich hab was zu meckern: Der Soundcheck hat mir viel zu lange gedauert.
Fö: Später im Jahr soll ja noch ein neues Album von Slime erscheinen. Es wird den Titel "Nicht bügeln auf Hügeln" tragen und die Vertonung der Texte des kürzlich verstorbenen Anarchisten Karl Ranseier beinhalten. Ein paar neue Stücke werden heute sogar gespielt, und die klingen gar nicht mal so schlecht.
Philriss: Ich glaube, hier spielen sie "Fußballfans sind keine Verbrecher"
Fö: Pyrotechnik find ich scheiße. Was soll das? Wem bringt das was? Bleib mir wech mit dem Zeug. Sieht hier auch eher traurig aus, wie die Brennfackel auf dem Boden vor sich hin flimmert...
Jana: Da musste ich Philipp ins Hotel bringen. Mit dem privaten Shuttlebulli - ich glaube - vom Papa vom Festivalchef. Da macht die ganze Familie mit.
Philriss: Genau zu diesem Foto habe ich den Shuttlebulli gerufen.
Fö: Wir rufen etwas später den Shuttlebulli und verpassen dadurch Thomas Echelmeyers Schnee-Show. Ich bin ein wenig traurig.
Jana: Die Rückfahrt nach Berlin war dann nicht so schön. Stau und Hitze. Da wäre ich lieber in Apen geblieben. Nächstes Jahr dann hoffentlich wieder.
Fö: Rückfahrt nach Dortmund war okay, das Navi lotst uns zielsicher durch schnuckelige Landstraßen. In Dortmund selbst hab ich dann aber doch Probleme, nach Hause zu kommen: Sämtliche Straßen sind gesperrt, wegen so nem Autokorso. Hilfe!

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