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Störfaktor Festival Tag 3: One Step Ahead, Black Gaffa, Youth Avoiders, Dead Cat Stimpy, Popperklopper, Missstand, Fahnenflucht, Fliehende Stürme, Guts Pie Earshot, Faintest Idea, 08.07.2017 in Zwickau, Flugplatz - Bericht von Zwen

Störfaktor Festival Tag 3, 08.07.2017 in Zwickau

Das ging ja echt schnell! Heute ist tatsächlich schon der letzte Festivaltag. Nachdem der Donnerstag ja bandtechnisch wirklich sehr beschaulich war, ging es ja gestern ganz ordentlich zur Sache. Für den Samstag gibt es dann das aus meiner Sicht beste Tages-Line-Up, aber lest selbst:
Hier nun das Rematch aus dem Risk It!-Pit von gestern! Spaß! Das Störfaktor baut am letzten Festival-Tag immer einen kleinen Ring auf, wo man sich dann für Bier ein bisschen auf die Nase geben kann. Das bereitet mir in der Mittagshitze mit einem Tequila-Slushy in der Pranke doch tatsächlich mehr Spaß, als es mir eigentlich dürfte. Natürlich nur das Zugucken, ich bin ja nicht bekloppt.
Nach einer kurzen Auszeit am Zelt geht es dann auch schon wieder los mit ONE STEP AHEAD. Da freue ich mich doch sehr, die Band endlich mal live zu sehen und ich werde nicht enttäuscht. Der gut gespielte politische Hardcore-Punk geht nämlich echt richtig gut nach vorne.
Leider kenne ich ja nur die Songs von der von mir besprochenen Platte. Ich dachte auch ehrlich gesagt, dass die Band gar nicht so viel mehr Repertoire hätte; das stimmt aber nicht.
Fö hatte ja bereits die guten Ansagen der Band gelobt, somit hatte ich eigentlich keinen Grund für die vorherige Befürchtung, jetzt könnte so ein ZSK-Pseudo-Betroffenheitsgefusel kommen. Stattdessen habe ich das Gefühl, dass hier eher Diskussion und Selbstreflexion angeregt werden sollen, anstatt wie blöd mit dem dreckigen Dixi-Finger auf die anderen zu zeigen.
Auf BLACK GAFFA wurde ich schon von vielen meiner Freunde aufmerksam gemacht, dass das ja so eine tolle Band sein soll. Beim kurzen Reinhören konnten sie mich jedenfalls nicht von sich überzeugen, mal gucken...
...poah, keine 20 Minuten vom Auftritt geguckt und für eine derbe musikalische Frechheit befunden. Komisch halbweinerlicher Deutschpunk mit Quengeltexten, die klingen als hätte sie ein Dreijähriger an der Kauflandkasse geschrieben.
Da wäre dann beispielsweise dieser eine Text, in dem es kurz zusammengefasst darum geht, dass der Sänger die Sonne doof, aber seine Sonnenbrille toll findet. Mensch, denk doch mal nach; glaubst du ohne Sonne gäbe es überhaupt Sonnenbrillen?! 
Dann gibt es natürlich noch ein paar Phrasen aus dem Baukastenset für "intelligenten Deutschpunk", wie "Wir haben Zäune!".
Black Gaffa, der Hornbach unter den Deutschpunk-Bands.
Da es eh keine 20% auf Tiernahrung gibt, verziehe ich mich jetzt mal ins Partyzelt und kicker eine Runde. Dieses Festival hat wirklich alles, was das Herz begehrt.
Zwischendurch gucke ich immer mal wieder raus zu den YOUTH AVOIDERS. Das spannende Spiel und mein Black Gaffa-Koller, nach dem ich eigentlich nie wieder Musik hören möchte, verhindern aber, dass ich mir den Auftritt richtig gebe.
Joa, ganz nett, mit ganz gut Wums und so, aber eben auch nicht mehr.
Interessanter finde ich da schon DEAD CAT STIMPY. Allein schon, weil es wohl die einzige echte Ein-Mann-Psychobilly-Band ist.
Cooler Typ, der sich auch gerne mal ein Solo aus dem Ärmel fuselt.
Außerdem gibt es einen Schellenkranz. Dieser tut dem Sound echt gut und führt dazu, dass der Schlagzeugsound nicht nur son reines Gebumse ist. Ganz cool also.
Als nächstes dann POPPERKLOPPER. Die bringen ja bald ein neues Album raus und  haben auch schon zwei Songs davon veröffentlicht (Guckst du hier und hier). Das letzte Mal, dass ich die Band gesehen habe, ist auch schon ein paar Jahre her.
Grundsolider Auftritt mit viel Schwung. Die haben Bock! Viele mir bekannte Songs wie "Bulle, Bulle", "Leben im KZ" und "Belogen und Betrogen" durften natürlich auf keinen Fall fehlen.
Auch das Publikum aktiviert sich fleißig selbst. Sehr schön!
In der Umbaupause geben dann BLACK GAFFA noch mal einen Akustik-Auftritt vor den Dixis. Auch wenn ich die Band nicht mag, das ist schon irgendwie cool und vor den Mitgliedern sammelt sich auch tatsächlich eine gar nicht so kleine Traube von Menschen, denen das hier auch zu gefallen scheint.
Ich freue mich jetzt erstmal über FAINTEST IDEA. Die beginnen ihren Auftritt aus dem Publikum heraus, das ist doch schon mal eine coole Sache.
Auch sonst gibt es feinsten Skapunk aus UK. Ich hätte mir ein bisschen mehr Crackrock und ein bisschen mehr in die Fresse gewünscht. So ist das aber auch gut und das Publikum tanzt auch freudig mit. Ich bin damit beschäftigt, so einem Wasserball hinterher zu rennen, der hier rumfliegt. Außerdem haben meine Mitreisenden gemerkt, dass meine Slushy-Cocktails einen Mischung von 50/50 erhalten und sind deswegen eifersüchtig auf meinen Pegel, den ich auch bis Abends tapfer halte.
Da sieht man doch schon so langsam den aufkeimenden Wahnsinn in den Augen, der ja nach drei Tage Provinzpunkrock eigentlich ganz normal ist.
Hier noch schnell ein Foto der Wunderbrause.
Dass THE MOVEMENT abgesagt haben ist schon schade, aber immerhin haben dafür die sympathischen Boyz von MISSSTAND spontan zugesagt. Gute Sache! Vor allem, weil sie mit "Hinterland" wohl den Deutschpunk-Hit des Jahres geschrieben haben.
Wie immer wird ordentlich geheizt und die Punks freuen sich endlich mal etwas mitgröhlen zu können.
Tatsächlich ist es heute schon richtig gut voll und das meine ich nicht nur bezogen auf den Alkohol. Sauber Leute! Immer schön die kleinen Festivals in der Provinz supporten!
Übrigens habe ich ihn heute auch kennengelernt und somit schließt sich der Kreis. Nicer Dude!
Irgendwann reicht Mani seine Gitarre an Patze weiter, worauf "Grüne Haare" als spaßige Karaoke-Version gecovert wird.
FLIEHENDE STÜRME ereignen sich bei mir erstmal auf dem Dixi-Klo. Die Umbaupause bin ich also gut beschäftigt. Trotzdem schaffe ich es pünktlich zur Bühne.
Die Stürme machen irgendwas in Richtung Post-Punk und sind wohl auch ziemlich bekannt, zumindest habe ich den Namen schon in dem ein oder anderen Festival-Line Up gesehen, ich selbst habe von denen aber noch nie was gehört, weswegen für mich der Auftritt eine ziemlich eintönige Nummer wird. Immerhin kann man bei aller versuchten Objektivität meinerseits auch nicht wirklich darüber meckern. Man sieht eben drei Herren, die schon ein wenig älter sind und das was sie machen durchaus beherrschen. 
Schreibe ich doch lieber mal was über FAHNENFLUCHT. Da kann ich auch was zu sagen. Gewohnt druckvoller Auftritt, aber diese Mischung aus Ami-Hardcore gepaart mit Deutschpunk geht bei mir eigentlich immer.
Interessant ist die Songsauswahl: Natürlich wird viel vom neuen und meiner Meinung nach sehr guten Album "Angst und Empathie" gespielt, dafür aber auch sehr viel von den alten Alben auf denen die Band ja noch nicht so große Hardcore-Einflüsse hatte.
Ich muss an dieser Stelle sagen, dass "Demokratie", "Willkommen in Deutschland" und "Gesocks" nicht wirklich zu meinen Favoriten zählen, trotzdem gehen die Songs in leicht anderer Aufmachung und mit der Energie einer Live-Show ebenfalls gut rein.
Das Publikum nutzt eh jeden Song um noch mal die letzte pogotaugliche Band des Festivals mit den einzigen noch irgendwie zu mobilisierenden Kräften zu zelebrieren.
So, auf zum Endspurt. Den Rausschmeißer machen GUTS PIE EARSHOT. Die habe ich bis jetzt auch immer nur auf irgendwelchen Flyern gesehen. Was ich nun hier sehe sind zwei Typen; der eine spielt Schlagzeug und der andere bedient ein Cello, an dem Effektpedale hängen.
Kurz ist das für mich sehr interessant, da ich Instrumentalmusik aber generell meist eher anstrengend finde, gehe ich lieber zurück zum Zelt. Für viele andere Festivalbesucher scheinen Guts Pie Earshot aber den krönenden Abschluss darzustellen.
Soweit so geil. Drei Tage Vollgas gegeben, nette Leute kennengelernt, viel gute Musik gehört, viele Kaltgetränke zu mir genommen und fast einen Punker überfahren, der sich zum Pennen unter mein Auto gelegt hat. Vielen Dank liebe Störfaktor-Crew für dieses geile Festival. Da hat sich echt jeder Kilometer gelohnt.

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