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Angst macht keinen Lärm: Love A, Ratttengold, Decibelles, Goldner Anker, Pascow, Captain Planet, Karies, Turbostaat, Schreng Schreng & La La, 02.09.2017 in Dresden, Tante JU - Bericht von der Redaktion

Angst macht keinen Lärm, 02.09.2017 in Dresden

Fö: Nach Trier, Leipzig und Potsdam findet das vierte Angst macht keinen Lärm nun in Dresden statt! Das ist jetzt nicht unbedingt um die Ecke, aber andererseits hat wohl gerade die Dresdner Subkultur auch mal ein wenig wutbürgerfreie Unterhaltung verdient. Mir ist das trotzdem zu weit weg, aber Coco kann manchmal ganz schön hartnäckig sein, wenn's ums Überreden geht. Also los! Irina hingegen muss nicht groß überredet werden und mit Roland steht sogar die Schlafgelegenheit vor Ort. Läuft doch alles!
Bis auf die Anfahrt. Weil Bahn-Anreisen cool sind und Sparpreise ein Muss, beginnt die Reise schon früh morgens gegen halb 7...aber hey, das Leben ist kein Wunschkonzert und Rock'n'Roll kein Lehnstuhl.
Paula: Nachdem wir im letzten Jahr aus mir nicht mehr bekannten Gründen das wesentlich näher gelegene AMKL in Potsdam verpasst hatten, war zumindest meine Motivation groß, eine "Reisegruppe Berlin" nach Dresden klarzumachen. Beim frühabendlichen Nachmittagsbier waren nach den ersten Bekanntgebungen des Lineups mit Stiels und Laura auch sofort zwei Begeisterte gefunden! Und dank gut gelegter Urlaubstage sollte das Ganze sogar noch mit einem kleinen Städtetrip ins hübsche Dresden verbunden werden. Wir starteten also schon am Freitagnachmittag mit vier besetzten Plätzen und einer großen Kühltasche voll mit kaltem Dosenbier in Richtung Dresden. Ordnungsgemäß betrunken wurde zu etwas späterer Stunde im Hostel eingecheckt und wir konnten noch die Kneipen der Umgebung erkunden. Fazit: Der Unterschied zu Berliner Kneipen ist wohl nur, dass hier auch an den Decken die Spinnenweben weggewischt werden. Der Rest des Abend verschwimmt dann etwas, da wir uns schon mal thematisch etwas einstimmen mussten. ALLES MUSS KAPUTT SEIN - vorallem man selbst... Schlaufüchse wie wir sind, mussten wir am Samstag also nur noch schaffen, in das etwas entfernte Industriegebiet zu schlendern.
Coco: Eigentlich wollte ich ja lieber nach Losheim. Strandparty! Cocktails am See! Das klingt großartig. Aber Fö will an dem Tag lieber zum Supernichts-Abschiedskonzert ins Ballroom. Na gut, dann wenigstens Dresden! Da ist eh das bessere Lineup. Und endlich kann ich mal mein Versprechen einlösen und Roland und die Schildkröten besuchen. Im Endeffekt bin ich dann ohne Fö ins Ballroom zu Supernichts gefahren. Lappen! Ich merke, dass ich alt werde; und zwar, weil meine Freunde alle nicht mehr aus dem Quark kommen. Selbst der Fö ist ein fauler Sack geworden. Unsere ehemals größere Reisegruppe "Pascow" hat sich in "CocoQuengellieseüberredetwenigstensirgendwenmitzukommen" verwandelt. -
Warum gibt es eigentlich kein Foto von den Schildkröten? So geht das nicht. Wir brauchen Thrun als Fotografen hier. Wer will schon Bandfotos auf Bierschinken sehen? - Leider hat Köln an sich, dass man grundsätzlich viel zu spät nach Hause kommt. Nach zwei Stunden Schlaf schleppe ich mich zum Bahnhof. Meine Mitfahrer kann ich heute leider nur durch hübsches Schnarchen unterhalten.
Fö: Das Wetter ist besser als gedacht, Dresden an sich auch ganz nett, so dass wir den Vorsatz "Dresden kaputtschlagen" auf später verschieben. Dadurch verpassen wir allerdings auch den Opening Act SCHRENG SCHRENG & LA LA.
Paula: Laut Plakat-Ankündigung sollte es um 15:30 beginnen. Als wir kurz vor 15 Uhr den Berg zum Gelände erklimmen, fangen auch schon SCHRENG SCHRENG & LA LA an.
Noch ist es so schön leer, dass man auch auf der Wiese liegend alles mitbekommen kann. Ich bin begeistert. Zwischendurch wird auch ohne Mikro gesungen und mit Ukulele gespielt.
Coco: Ui, wie gemein! Ich wollte so gerne Schreng Schreng & La La sehen und jetzt haben wir sie verpasst. Man kann eine solch grandiose Sache doch nicht außerhalb des offiziellen Zeitplanes verwursten...
Fö: So quasi verpassen wir auch den zweiten Opening Act GOLDNER ANKER. Immerhin die letzten zwei-drei Lieder gehört, aber kein Foto mehr gemacht. War aber ganz nett. Bisschen zu 80er-lastig, durch den oft weiblichen Gesang aber mal was anderes. Aber da fast 50% der Lieder, die wir gesehen haben, ein Coversong war (Teenage Kicks), kann ich zur Musik nicht wirklich was sagen.
Paula: Soweit ich das mitbekommen hab, war das eine Dresdner Band mit teils englischen, teils deutschen Texten und ganz gutem weiblichen Gesang. Ich fand die ganz ok, war allerdings auch nebenbei mit Bierholen und der freudigen Begrüßung von Menschen beschäftigt, so dass bei mir auch nur die schön geschrienen Parts hängen geblieben sind...
Coco: Ich hatte vorher rein gehört, es ganz nett gefunden und mir schon gedacht, dass das live bestimmt was kann. Da wir noch mit der besten Knoblauch-Pizza im Bauch den Weg entlang rollen mussten, verpassen wir leider einen Großteil. Aber der Rest war echt ganz nett.
Fö: Anschließend: KARIES! Mit der Band hab ich mich nie so wirklich beschäftigt. Mal reingehört, war mir zu studentisch, wieder ausgemacht. Aber live ist das ja immer was anderes, also mal schauen was das so kann!
Paula: Huch, also bei dem Namen hatte ich mir fest eingeredet, es würde uns mit KARIES eine eher deutschpunkigere Band erwarten...
Fö: Was mir zunächst auffällt: Die erinnern mich total an Huelse. Was wahrscheinlich kein Wunder ist, berufen sich Huelse doch selbst auf die Stuttgarter. Wie auch immer.
Coco: Neben mir schreit mir jemand wiederholt einen Frauennamen (war es Renate?) ins Ohr. SEHR LAUT! Hätte ich doch Ohrstöpsel mit gebracht. Derjenige geizt auch nicht mit der Information, dass wir ja jetzt schon die beste Band des Abends sehen dürfen. Aha!
Fö: Und nun? Musik okay. Studentisch-vertrackte Indiepunk-Musik mit vermutlich sehr hintersinnigen Texten. Bei mir reicht's aber grad eh nur zum Mitwippen, zur vollkommenen Offenbarung hat das nicht gereicht.
Coco: Nee, die beste Band des Abends wird das für mich auch nicht. Ich finds am Anfang sogar richtig gut. Bisschen NDW-mäßig, bisschen düster, irgendwie eckig, ganz cool soweit. Aber die Lieder dauern zu lange. 4 Minuten? Und das Set dauert insgesamt auch zu lange. Meine Aufmerksamkeitsspanne wird überzogen. Ich schweife ab ins Klinker-Klunker-Land. Die Gitarren hören sich wunderschön an, fast so schön wie bei Love A. Aber die sind leider viel zu leise! Ich mag das dem Mischer aber auch nicht sagen. Das will der sicherlich nicht hören, dass jeder angetrappelt kommt und gute Tipps gibt.
Paula: Mir fällt grad auf, dass ich wohl mit dem Rücken zur Bühne gestanden hab, als die spielten...
Paula: Zugehört hab ich trotzdem. Mir ging's da ähnlich wie Fö. Musikalisch würde ich die vielleicht eher noch n bissl Richtung Post-Punk einordnen, textlich war's etwa so: "Alles muss sich ändern, um zu bleiben, wie es ist". Die kommen auf na kleinen Club-Bühne bestimmt auch irgendwie noch mal besser (wenn sie denn alle drauf passen). Ich hör auf jeden Fall aber noch mal rein.
Fö: Ach guck an, SCHRENG SCHRENG & LA LA spielen noch ein zweites Set! Das ist schön! Eine tolle Band, die zwei. Ich hab aber keine Ahnung mehr, was so passiert ist. Ich glaube, sie haben Musik gespielt und bestimmt ein paar Scherze gemacht. Definitiv haben sie Cuntsler gecovert.
Paula: Hab ich mich gefreut!
Coco: Beinahe hätte ich das auch noch verpasst, weil ich gar nicht mit bekomme, dass es diese kleine Bühne in der Mitte gibt. "Sag mal, ist die Musik da gerade eigentlich live?" Oh, ja, Mist, schnell hin da! "Plastik Fressen" wurde gespielt. Und "Oberbilk". Und ich hoffe, ich hab ansonsten nicht allzuviel verpasst...
Fö: Überhaupt ist das mit dem Details-Erinnern bei Festivals aufgrund der Masse an Bands und Eindrücken echt schwer. Aber ich hörte, der Profi von allschools habe sich sogar Notizen gemacht, vielleicht kann man da mehr lesen.
Coco: Dabei ist der Fö nüchtern! Und hat doch sonst immer das Elefantengedächnis! Mit dem Elefantenflauschhaar auf der Stirn! Was da los?
Paula: Da SCHRENG SCHRENG & LA LA ja auf dem Timetable auch garnicht auftauchten, hab ich darauf gehofft, zwischen allen Bands jeweils ein Set von ihnen zu sehen. Blieb dann aber leider bei dem zweiten.
Fö: Ein Detail weiß ich noch: CAPTAIN PLANET haben gespielt! Und den Auftritt fand ich gut. Leider nicht so gut wie zuletzt in Clubs und noch weniger gut wie vor noch längerer Zeit in noch kleineren Clubs, aber wenn ich von solchen Voraussetzungen ausgehen würde, dürfte ich mir ja nur noch Schreng Schreng & La La anschauen.
Coco: Jeden Tag Schreng Schreng & La La. Das wäre schön!
Fö: Auftritt ging soweit klar. Ist ja was für Freunde von deutschsprachigem Punkrock, was ja so ungefähr zu 99% die Zielgruppe des heutigen Festivals sein könnte.
Coco: Nee, das ist mir irgendwie zu weichgespült. Konnte ich in geschlossenen Räumen noch sagen, dass ich die Musik zwar gut, aber das Publikum scheiße finde, bin ich hier draußen mit der großen Bühne ganz raus. Und alle Lieder hören sich gleich an. Aber die Berliner Sportzigaretten-Gang ist endlich angekommen. Da stell ich mich doch höflich was weiter weg, um keinen mit meinem Gelaber zu stören, der die Musik hören möchte.
Fö: So generell mal zum Line-Up: So geil auch das Line-Up des Angst macht keinen Lärm Jahr für Jahr ist, irgendwie sind mir die Bands doch alle zu ähnlich, ich steh da mehr auf Diversität bei Festivals. Andererseits hält das Line-Up fast nur Perlen parat, die sich in ihrem Stil ne recht eigenständige Nische gesucht haben und durchaus wegweisend zu sehen sind. Unterm Strich also doch irgendwie super. Trotzdem schade, dass Captain Planet kein Grindcore-Set gespielt haben.
Fö: Auf dem Foto sieht Basti aus, als würde er nur mal eben auf die Armbanduhr schielen. Plot Twist: Er hat gar keine.
Paula: Da ich Captain Planet bewusst das letzte Mal im alten (!) Magnet in Berlin zu einer Zeit live gesehen hab, als noch die myspace-Adressen auf den Konzertflyern standen, war deren Auftritt einer meiner Anreisegründe.
Dementsprechend schön fand ich auch, dass von "Wasser kommt, Wasser geht" und "Inselwissen" gefühlt einfach jeder Hit gespielt wurde.
Fö: Dann LOVE A! Heiliger Strohsack. Unerwartet gut. Also nein, stopp, "gut" hab ich erwartet, aber das überstieg noch alle Hoffnungen. Mir schwebt nur ständig dieser Gedanke im Kopf herum, wie scheiße sie doch beim Youth Brigade im Gegensatz zu dem hier gewesen sein müssen, damals fand ich die da doch auch gut. Ach, herrje. Und eigentlich war ich auch skeptisch, ob sie den Slot nach Captain Planet verdient haben. Aber doch, ja, dürfense. Auch ohne Grindcore-Set.
Fö: Ja, was soll ich noch sagen? Ich fühl mich echt wie ein kleiner Fanboy. Egal ob Jörkk mal blöd guckt oder Dominik besonders schlau (nagut, kann er eh nicht), alles super. Die Lieder auch. Ich hab die nächsten zwei Tage fast durchgehend nen Ohrwurm von "100.000 Stühle leer". Damals, als die Platte rauskam, fand ich den doof. Aber wie sagte ein weiser Mann: Man muss nicht alles mögen.
Coco: Boar, ja, Love A. Ich bin mal wieder hin und weg. Wie immer! Nur Hits. Heute viele ruhige Lieder, kam mir zumindest so vor, mit "1000 Stühle leer" und "Die Anderen". Ich hab die nächsten zwei Tage fast durchgehend nen Ohrwurm von "Kanten".
Coco: Vorher erzählt mir Daniel vom Back To Future-Festival, dass er ja drüber nach gedacht hat, Love A mal dort hin zu holen. Hinterher sagt er, das passe ja gar nicht und sei viel zu lahmarschig. Ja, seufz. Das hab ich ja vorher gesagt, dass das wohl nicht so richtig passen würde. Aber dann erzähl mir sowas doch gar nicht erst! Da freut man sich schon, und dann.
Fö: Daniel hat sehr oft erwähnt, dass das ja alles kein Punk ist. Aber er meinte damit wohl eher das Publikum. Die Iro-Quote ist heute aber auch wirklich schwach.
Coco: Ich schreie mir die Seele aus dem Leib. Aber das sind einfach so unfassbare Hits und die Texte sind der Wahnsinn in Tüten. Ich vermisse "Treeps", das mag ich doch auch so gerne. Aber sind auch so genügend Hits dabei. Und zum Glück, "Brennt alles nieder" endlich nicht mehr mit diesem Publikumschor am Ende. Das hat mich immer irritiert, wer das alles so aus vollem Halse mit gesungen hat, nach Weltrevolution sahen die meisten alle jedenfalls nicht aus. Ich ja auch nicht, aber ich hab auch nicht mit gesungen.
Fö: Es gibt genau zwei V.I.P.-Plätze auf dem Gelände.
Paula: Oh ja. Tanzen, beste Sicht, schreien, ohne dass jemand sich angepisst umdreht und niemand schlägt einem das Bier aus der Hand. Ab jetzt bitte immer so!
Paula: Ja, das war richtig richtig gut! Also zum neuen Album muss man ja nichts mehr sagen, aber live war das hier einfach noch mal der Hammer!
Paula: Hier sehen wir eine wohl typische Jörkk-Pose. Wer bis hierhin noch nicht verliebt war...
Fö: Reisegruppe "alles ist ein Cocktail".
Paula: Ähähähähähääää...
Es gab übrigens auch unglaublich leckeres Essen auf dem Gelände!
Fö: Anschließend: PASCOW! Mittlerweile wächst in mir die Erkenntnis, dass es heute tatsächlich von Band zu Band besser wird. Auch wenn es so eigentlich sein sollte, geht mir das bei Festivals eher selten so. Andererseits: Alles, was nach Pascow spielt, wird es schwer haben diese Erkenntnis instand zu halten.
Paula: Stimmt.
Fö: Pascow beenden heute ihren Festivalsommer, den sie vor 24 Stunden in Losheim begonnen haben. Wenn das Corporate Design der Band seit Jahren einfach nur "schwarz" ist, fühlt man sich vermutlich nicht wohl bei Sonnenschein.
Paula: Ich war trotzdem überrascht, wie fit noch alle aussahen... Verdammte Profis!
Coco: Hier sieht man mein Problem, sehr anschaulich dargestellt. Ich freue mich ja, wenn junge Leute gute Musik hören. Und ich will auch kein alter Sack sein, der alle Bands für sich alleine haben möchte und "ich war aber zuerst da" schreit. Es fällt mir trotzdem unfassbar schwer, Pascow mit all diesen jungen Hüpfern (im wahrsten Sinne des Wortes!) zu teilen. Im Takt mit klatschen finde ich ja schon schlimm genug. Aber was soll das denn hier? Seufz. 
Fö: Die Merchladys und Schnapskönige Peter und Friese gönnen sich einen kurzen Ausflug über unsere Köpfe.
Paula: Da wurde bestimmt nur Schnaps-Nachschub geholt. Oder gebracht.
Paula: Zuletzt hatten Pascow im Januar in Berlin gespielt und seitdem hat sich auch nicht so viel geändert. Muss ja auch nicht. Mich hat es dann natürlich auch noch mal ganz nach vorne gezogen. Musikalisch muss man auch hier nichts erklären und ich habe auch noch nie eine Show gesehen, in der nicht jeder der Jungs spielt, als ob es das letzte Konzert wäre. Und Flo spielt Konzerte irgendwann nur noch im Spagat!
Fö: Alex segelt übers Publikum. Mit fliegen kennt er sich aus - wie die Plastic Bomb zu berichten weiß, sind die Bandmitglieder heute jeder in seinem eigenen Privathelikopter angereist.
Coco: Pascow schaffen es trotz meinen Problem mit der Gesamtsituation, mich zu begeistern. Bei vielen Liedern vergesse ich sogar das komplette Drumherum der Selfie-Macher und Mit-Klatscher. Im Raumanzug und mit Handtuch durch die Menge!
Paula: Eine dieser Hände ist meine!
Fö: Du Schwein.
Coco: Auch hier: Alles Hits. Leider nicht "Briefe an Patti Smith", aber dafür "Mathilda und der Blues"! Ach, wie wunderbar. Ich bin - wie immer - sehr glücklich. Schön, dass die olle "Rockgruppe" noch weiter macht. Danke, Pascow.
Paula: Klassischer Pascow-Feedback-Abschluss. Toll!
Fö: Nun TURBOSTAAT! Ne Band, die ich zwar gut finde, aber eben nicht über-gut, also bin ich heute mal gespannt. Aber irgendwie kriegen sie mich heute ziemlich schnell. Der Sound ist klar und drückend, die Lieder düster und packend. Gerade das mit dem "düster" fällt mir heute auf - könnte aber auch am Wetter liegen. Haha.
Paula: Nachdem das neue Album mich noch nicht so ganz aus den Socken gehauen hatte, haben sie mich mit dem zugehörigen Konzert im Februar wieder voll gekriegt.
Fö: Einziges Manko: Gespielt werden fast nur neue Lieder, die mir nicht so wirklich geläufig sind.
HA DENKSTE! Irgendwann ergreift nämlich Rollo ganz trocken das Mikro und erzählt etwas von einem Freund, der sie seit 10 Jahren begleitet. Über meinem Kopf nur Fragezeichen, bis er ergänzt, dass es sich bei diesem Freund um das Album "Vormann Leiss" handelt.
Fö: Jungejunge. "Vormann Leiss". Das ist zwar kein "Schwan" und kein "Flamingo", aber ich habe tatsächlich vergessen wie gut "Vormann Leiss" doch damals trotzdem war. Echt, total vergessen! Hab das Album seit vermutlich 8 Jahren nicht mehr gehört, und jetzt steh ich hier, und sie spielen das komplette Album am Stück(!) und ich kenne noch fast jede Textzeile. Großartig!
Paula: Und wie! Ich musste sogar meine Merch-kaufen-und-Schnaps-trinken-Pause unterbrechen, um durchgängig mitsingend meine Faust der Bühne entgegen zu strecken!
Fö: Ich trau mich das echt nicht zuzugeben, aber heute haben Turbostaat mich mehr gepackt als Pascow. Is' mir noch nie passiert. Was ist da los?
Coco: Schon wieder Turbostaat! Der Nachteil an den AMKL-Festivals ist echt, dass ich ständig Turbostaat in voller Länge sehen muss. Ich glaube an gar nichts und bin nur hier wegen den Vögeln! Der Weiße und der Rosane! Ich hab eigentlich noch nicht mal wirklich was gegen Turbostaat, die könnten echt in Ruhe ihr Ding machen, ich nehme ihnen das alles nicht übel. Aber ich will ihnen auch nicht ständig dabei zu sehen müssen. Naja, drinnen gibts ne Bar; ich schaffe es, den netten Mann im Streifenhemd zu überreden, Kaffee zu kochen; und wenn man an der Theke sitzt, kann man durch ein Fenster hinter der Theke wie durch einen Fernseher auf die Bühne schauen. Das wirkt etwas surreal. Die Mühen des Tages und der wenige Schlaf machen sich bemerkbar und ich bin gerade ähnlich wie eine Schildkröte, wenn die was zu Essen vor der Nase hat: Alles egal, ich hab einen Kaffee. Kann nicht reden, lass mich kurz mal Schildkröte sein.
Fö: Nachdem "Vormann Leiss" durch ist, gehen wir aber dann doch. Ätsch. Ignorant ist das neue Cool.
Paula: Da kamen doch noch mindestens zwei (?) Bands!
Fö: Neenee, nur vom Open-Air-Gelände in den Club gewechselt.
Fö: Und das vor allem auch, weil uns keiner sagen kann, wie groß dieser Club ist, in dem RATTTENGOLD anschließend auftreten sollen. Um das zu klären: Groß genug, und allzu viele Leute warten auch noch nicht auf Einlass. Aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Wenn man bedenkt, dass es ca. 90% der Bands dieses Festivals nicht in der Form geben würde, wenn Jens Rachut nicht in den 90ern den Grundstein dafür gelegt hätte...
Paula: Ich bin froh, dass wir es noch mal da rein geschafft haben. Ich hatte mich vorher noch gefragt, wie all die Leute von draußen in das kleine Gebäude passen sollten... Etwas verwirrend war das schon.
Paula: Aber dann haben Ratttengold angefangen. Großartig, Jens Rachut steht da 10 Meter vor mir! Musikalisch top und einfach unverkennbar! Wie gern ich mir noch das ganze Set angeguckt hätte, aber die Hälfte der Reisegruppe kann sich nicht mehr auf den Beinen halten, so dass mir von dem Konzert nur noch bleibt, mit dem Textfragment "RaRaRatttengold" im Kopf durch die Dresdener Nacht zu schlendern...
Fö: Puh, Ratttengold. Ich muss ja sagen, mit Jens Rachut und seinem Output vor allem in den 90ern hab ich mich nie auseinander gesetzt, weswegen dieses Konzept (Best-Of-Band spielt Best-Of-Set) bei mir weniger Euphorie auslöst als bei vermutlich 90% der anderen Anwesenden. Immerhin wird auch was von Alte Sau gespielt ("Druck"), aktuelleres Material ist ja mehr so meins.
Fö: Unkenntnis der meisten Songs, wabernde Hitze im Raum und die Spuren des langen Tages im kaputten Körper sorgen dann dafür, dass wir den Großteil des Auftritts lieber draußen an der frischen Luft verbringen.
Coco: Ich bin schwer begeistert! Kommando Sonne-nmilch, und alles danach, haben mich eigentlich nie vom Hocker gehauen, war mir zu vertrackt. Im Ox sagte jemand sehr kluges: "Wenigstens covert er sich selbst, besser, als wenn es jemand anderes tut."
Aber ich bin sehr geflasht davon, wie stimmgewaltig dieser alte Mann doch ist. Ganz kurz dachte ich sogar, die Stimme müsse doch vom Band kommen. Wow! Hut ab. Ganz großes Kino. Immer auf den Punkt und glasklar. Der Sound ist auch hervorragend. Leider, leider hab ich eine lange, warme Hose an. Dümmste Idee des Tages! Wer hat denn gesagt, es solle so furchtbar kalt werden? Hier drin ist es jedenfalls ca. 90 Kraat und ich halts echt nie länger als ein paar Lieder lang aus. Schade!
Fö: Setlist.
Fö: Anschließend: DECIBELLES! Die Französinnen dürfen heute den Abend beschließen und entschädigen für jegliche Warterei. Tolle Band! Ich bin erfreut, dass es sich auch sonst nicht allzu sehr geleert hat, et is ja spät und Punker werden schnell müde. Aber auf die Decibelles haben sich offensichtlich noch einige andere gefreut.
Fö: Oh, schon wieder ein Wechsel am Bass? Keine Ahnung ob für immer, das habe ich nicht erfahren können, beziehungsweise hab ich eigentlich gar nicht gefragt.
Fö: Auftritt: Eigentlich super, aber irgendwie war da auch der Wurm drin. Sound eher unausgewogen und der Gesang dann doch etwas zu drüber, da ging das Instrumentelle, das für mich das Besondere an der Band ausmacht, etwas unter. Schade!
Coco: Was? Nee. Ganz große Band! Am Sound hatte ich auch nichts zu meckern. Und diese Band ist einfach der Wahnsinn. Und es gibt nichts Vergleichbares. Obwohl ich sonst mit so arg sperrigem Kram gar nichts anfangen kann; aber hier schimmert in jedem Lied gleichzeitig eine dicke, bunte Schicht Zuckerguss durch. Jeweils das totale Noise-Inferno und eine glitzernde Pop-Perle. Gleichzeitig!
Fö: Keine Frage, ich halte sie auch weiterhin für eine der aktuell besten Bands, aber heute musste ich einfach mal auf hohem Niveau jammern. Beim Bierschinken-Festival wird alles anders!
Coco: Decibelles, wie toll!
Danke an die veranstaltende Rockgruppe, aber es waren einfach zu viele gute Bands, so dass man nicht mal Zeit hatte, mit allen netten Menschen auf dem Familientreffen zu quatschen. Nächstes Mal vielleicht doch eine Grindcore-Band? Dann sind vielleicht mal nicht immer alle vor der Bühne und man kann auch mal "Wie gehts Dir? Und Du so?" fragen.
Und viel zu lange hat der Tag gedauert! Ich bin völlig fertig. Und leider, der einzig bezahlbare Zug fährt natürlich schon im Morgengrauen los. Nach zwei Stunden Schlaf schleppe ich mich zum Bahnhof. Meine Mitfahrer kann ich heute leider nur durch hübsches Schnarchen unterhalten.
Fö: Nicht schlimm ;)

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