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Untergang! Festival Tag 1: Placebotox, Die Shitlers, Frontex, Fahnenflucht, Hamburger Abschaum, Spit Pink, 15.12.2017 in Mülheim/Ruhr, AZ Mülheim - Bericht von Zwen

Untergang! Festival Tag 1, 15.12.2017 in Mülheim/Ruhr

Das winterliche Festivalwochenende geht weiter, nachdem wir gestern im karibischen FZW noch Beachvolleyball gespielt haben, geht es heute ins beschauliche Mülheim. Dort findet nämlich das Untergangs-Festival statt und somit eine Institution, welche ich schon seit dem Gründungsjahr 2012 immer frequentiert habe. Dieses Jahr gibt es zum ersten Mal einen extra Hansa-Tresen in der Halle und "sonst nix ihr Penner" (O-Ton-Veranstalter). Ansonsten ist alles erfreulicherweise so wie immer. Man trifft einfach so viele bekannte Gesichter und ist erstmal mit ewigem Hallo-Sagen beschäftigt. Aus diesem Grund verpassen wir dann auch mal locker Ken Hetzen und ja, es geht hier wirklich pünktlich los!!
So ist dann heute für mich die erste Band PLACEBOTOX aus Utrecht, betonen aber, dass sie perfekt Hochdeutsch sprechen, aber irgendwie scheint das in den Niederlanden ja jeder zu können. Zumindest die Leute in den grenznahen Gegenden. Ziemlich bemerkenswert, vor allem, wenn man bedenkt, dass in Doofland viele nicht mal vernünftig Englisch können.
Placebotox kann man sich mal angucken. Ich kenne im Vorfeld mal wieder nichts und der schlechte Sound, der da von der Bühne rumpelt, ändert da auch nichts dran. Irgendwie geht alles in einem monotonen Lärmbrei unter, lediglich dass es in einem Song um Utrecht ging, konnte ich herausfiltern.
Joa, und auch sonst wirkt die Band zwar als hätte sie schon ein bisschen Bock, aber eben auch nur ein bisschen und bloß nicht zu viel. Vielleicht hatten sie ja nen schlechten Tag. Gucke ich mir vielleicht noch mal woanders an.
Unterhaltsamer sind da schon HAMBURGER ABSCHAUM, die als nächstes in der Halle spielen. Räudiger Deutschpunk von alten, kaputten Protagonisten aus der Bauwagen- und Hausbesetzer-Szene der Stadt an der Elbe.
"Wir waren nicht bei G20, G20 war bei uns."
Klar, insgesamt ist das rumpeliger Deutschpunk und der sich deswegen auch tiefer gehenden politischen Analysen vehement verwehrt, aber gerade das ist ja das Sympathische, außerdem gibt es ja nichts Schlimmeres als irgendwelche Studenten, die darüber texten wie hart die Straße ist. Hier kommt das Ganze immerhin wirklich von der Straße bzw. aus einem schammeligen Bauwagen. 
Die Kettensäge darf natürlich auch nich fehlen. Meine Mitreisenden sind begeistert, was man da so alles als Instrument benutzen kann.
Auftritt also mal wieder ein großer Spaß und hier im AZ auch vor der perfekten Kulisse. In der Elbphilharmonie würde das wohl nicht funktionieren...obwohl...lustig wärs ja schon.
Apropos, Kulisse, schöne Beleuchtung, das muss ich ja mal wirklich anerkennen.
Im kleinen Raum starten derweilen SPIT PINK. Deren 77er-Punkrock mit ganz leichter Glam-Kante mir ja schon länger gefällt. Schön sie mal wieder - und dann auch noch in diesem Rahmen - sehen zu dürfen.
Der Sound ist auch mal wirklich annehmbar und außerdem fällt mir auf, dass die Band mittlerweile echt über ein ziemlich ausführliches Set verfügt. Natürlich dürfen aber Hits wie "Bad Dreams On Ketamine", "Night of the Lizard" und "Fool" nicht fehlen.
Auch, wenn ich mich an dieser Stelle beim Veranstalter über die miserablen Plätze beschweren möchte. Hier siehste ja gar nix!
Ne Spaß, Props an Ghost fürs jetzt auch schon seit immer hier sein und in meine Fotos zu springen.
Genau wie das Matze (hier im Bild).
Gehen wir aber weiter in die Halle. Dort starten nämlich gerade FAHNENFLUCHT mit einem Sound der einfach nur hundsmiserabel ist. Vor der Bühne trifft einfach nur ein einziges völlig übersteuertes Dröhnen auf die Vocals. Ich flüchte mich mal nach hinten. Der Trick bei sowas ist ja immer sich direkt neben den Mischer zu stellen, weil der Sound dort meist nämlich noch ansatzweise erträglich ist.
Immerhin ist Super-Töff schon wieder back in actschönn und dreht bei seinem ultra-krassen iPad-Super-Computer an ein paar Reglern und schon wird alles besser.
So kann man sich das dann doch echt wieder gut gönnen. Die pogende Menge wird der Sound wahrscheinlich sowieso egal sein. Set aber soweit mal wieder gut, gibt viele alte und neue Hits zu hören. Beispielsweise "Kind" vom neuen Album.
Danach schaue ich mal kurz in den Club rein, wo gerade FRONTEX spielen. Joa, scheint so Deutschpunk mit Ranz-/Gröhl-Stimme sein. Muss ich nicht unbedingt haben. Ich hoffe auch irgendwie, dass vielleicht wer anders über die Band schreibt, am nächsten Tag fällt mir dann wieder ein dass meine werten Kollegen mich mal wieder allein vorgeschickt haben. Na toll!
Stattdessen pflanze ich mich jetzt erstmal in die Halle und genieße einfach die vielen bekannten Menschen um mich herum und die wärmenden Pilsgetränke, die ich mir reingestellt habe. So lässt es sich doch mal wirklich leben!
Überrascht von mir selbst, stehe ich aber dann doch wieder im Raum um mir die SHITLERS anzusehen. Vielleicht liegt das einfach daran, dass ich sie mal in neuer Besetzung sehen möchte. Martin soll nämlich angeblich - nach dem Ausstiegs Tristans - an die Drums gewechselt sein und Torti spielt nach Angaben Bentas Gitarre.
Ob das nun wirklich stimmt und wer jetzt noch zu Band gehört, ist mir nach dem Auftritt wirklich nicht klar. Töff übernimmt auch hier wieder und versucht halbherzig die Punker von der Bühne zu schmeißen. Leider dürfen Martin und Frank und noch eine handvoll anderer Gestalten auf der Bühne bleiben. Genau wie Michael Lemoncookie, wie Martin extra zu betonen weiß. Aber was berichte ich hier darüber. Vermutlich hat er selbst schon ausführlichst seine Handytastatur malträtiert um seinen Facebook-Jüngern die frohe Kunde zu überbringen.
Ansonsten gibt es noch einen Vortrag über Skinheads und irgendwas mit einem Geodreick. Ich glaube Martin wollte darauf hinweisen, dass viele Skinheads den Working Class-Spirit abfeiern, ihnen dann aber elementare Grundkenntnisse der Geometrie und Algebra fehlen. Oft wird nunmal vergessen, dass diese Kenntnisse auch für spätere weiterbildende Maßnahmen exorbitant wichtig sein können. Ich finde es gut, dass es noch Bands gibt, die sich bemühen, dass nicht alle ihre Hörer arbeitslos werden oder zur Bundeswehr gehen.
Irgendwann erbarmt sich dann immerhin Schoko und setzt sich ans Schlagzeug damit "Jede Stadt" gespielt werden kann. Dann gibt es wieder die Agnostic Front "Gotta Go"-Intro-Sezession, welche gefühlt über Stunden geht.
Nicht weiter verwunderlich, dass das Spielchen immernoch läuft, als wir bereits das AZ verlassen. Ich glaube ich wollte noch nie so dringlich eine Bierflasche auf die Bühne werfen, aber naja, ist ja alles schon passiert...
Ansonsten aber mal wieder ein sehr gelungener Start in den Untergang. Bis Morgen!

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