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Punk im Pott Tag 1: Knorkator, Christmas, Schmeisig, Los Fastidios, Beatmartin, Wegbier, ZSK, Borderpaki, Swiss & Die Andern, Die Shitlers, 29.12.2017 in Oberhausen, Turbinenhalle - Bericht von Fö

Punk im Pott Tag 1, 29.12.2017 in Oberhausen

Das Punk im Pott hat in diesem Jahr ja echt wieder ein Top-Lineup! Ja ehrlich! Also zumindest am ersten Tag spielt tatsächlich die Top 4 der schlimmsten Bands wo gibt. Swiss & Die Andern, Die Shitlers, Wilde Zeiten, ZSK - alle an einem Tag. Die Jauchegrube der "Punk"-Musik. Ohne jetzt jemanden angreifen zu wollen, klar, Geschmäcker sind verschieden und so weiter, aber das Lineup des zweiten Tages gibt mir einfach um Längen mehr.
Warum ich trotzdem auch den ersten Tag beehre, hat zum einen den Grund, dass heute auch die Band Christmas spielt, deren Herbergsvater ich fürs Wochenende spielen darf, und zum anderen haben sich mit Borderpaki, Knorkator und Beatmartin immerhin noch 3 Kapellen ins Programm geschlichen, bei denen ein Konzert nicht ganz so weh tut.
Dafür muss ich aber alleine anreisen, weil meine "Freunde" alle Musikgeschmack haben. Auf dem Weg treffe ich immerhin auf die Gebrüder Ruhrschrei, mit denen man über besagten Musikgeschmack immer herrliche Diskussionen führen kann. Nebenbei schicke ich Hilfe-SMS an meine Kontaktliste: "Suche Begleitung gegen Gästeliste" - aber die sind einfach alle schlauer als ich.
Verpasst habe ich bereits den Butterwegge und Zeitkonsum. Ersteres hätte mich schon interessiert, zweiteres weniger, aber noch früher anreisen war einfach nicht drin. Als wir die Halle betreten, liegen DIE SHITLERS gerade in den letzten Zügen. Ich laufe wieder weg.
Ich suche die Platten- und Klamottenstände, vielleicht findet man zumindest dort Leute mit kompatiblem Musikgeschmack. Irgendwann weist Schlossi mir den Weg. Durch die Schließfächer-Halle getapert findet man einen Durchgang zu einer weiteren Halle (die hatte ich im letzten Jahr schon nur mit Glück gefunden), wo es Pommes, Bratwürste und und ganz hinten in der Ecke den Plastic Bomb Stand gibt. Da lässt es sich aushalten. Zumindest ist das Artwork der neuen Mülheim Asozial unterhaltsamer als jegliches Konzert von Wilde Zeiten auch nur sein könnte, weswegen ich dieses verpasse. Glück gehabt.
Erstmalig gibt es in diesem Jahr eine zweite Bühne in der hinteren Halle (da, wo sich die Punker immer als erstes schlafen legen). Finde ich gut, gibt das doch die Chance auch mal ein paar andere Bands zu sehen als immer nur die üblichen Verdächtigen. Wie jetzt BORDERPAKI. Die kannte ich bisher eigentlich nur vom Namen und von irgendwelchen Samplern, klang aber interessant genug um sie heute sehen zu wollen.
Womit ich nicht gerechnet hätte: Mit DEM hier! Ich hab ja ein schönes Deutschpunkkonzert erwartet, aber anscheinend hat die Band kürzlich ne Akustik-Scheibe ("Stromlos") rausgebracht und will die Lieder dann auch dementsprechend präsentieren. Also mit Akustikgitarren und Cajón.
Das finde ich schade. Ja gut, wenn man als Band unbedingt meint sich mal akustisch ausprobieren zu müssen - meinetwegen. Das auch noch aufnehmen und rausbringen - nun, ich muss es mir ja nicht kaufen. Aber ist halt doch eher was für die "Fans" und weniger für die Leute, die nen ersten Eindruck von der Band gewinnen wollen.
Das mal ausgeblendet ist der Auftritt eigentlich okay. Die Texte, soweit verstanden, gehen auch klar. Ebenso das Slime-Cover "Albtraum" - na, kenne ich wenigstens einen Song. Ist aber auch eines der besten Stücke von Slime, so ganz unter uns.
Anschließend auf der großen Bühne: SWISS & DIE ANDERN. Muss ich nicht sehen und habe mich in diesem Jahr entschieden, mir auch Bands mal ganz bewusst nicht anzuschauen wenn ich eh weiß dass sie mir nicht gefallen. Sonst versuche ich ja immer, alles irgendwie mitzunehmen, aber heute würde ich daran wohl zugrunde gehen. Max schlägt übrigens vor, sie SWITCH & DIE ANDERN zu nennen, weil einer aussehen würde wie einer von Switch Reloaded. Ich hab keine Ahnung wer. Ist der mit dem Gesichtstattoo etwa Hoëcker?
Dann schließlich CHRISTMAS! Bei der Anreise wurde ich schon gefragt, ob es sich bei Christmas um eine Spaß-Kapelle handele, weil ja schließlich grad Weihnachten war und weil der Schwers doch manchmal so einen wirren Humor hat. Ich sach ma: Ja.
Ich kann mir nicht helfen, aber das ist echt die erste Band heute, bei der ich von musikalischer Seite her das Gefühl habe, mich auf nem Punk-Festival zu befinden. Endlich wird auch mal son bisschen gelärmt!
Das Besetzungskarussell hat sich mal wieder gedreht, neuer Gitarrist und eigentlich auch neuer Bassist, aber heute springt ausnahmsweise Nadine mal wieder an den Viersaiter-Posten - und zu meiner Freude auch an die Backing-Vocals. Eigentlich bin ich doch nur für ihr Gekrächze hier! Es wird sogar "Barfly" gespielt, bei dem sie den Hauptgesang übernimmt.
Ansonsten gibt es vor Allem jede Menge Rumturn-Action von Max, ob auf der Bühne oder im Publikum. Natürlich oberkörperfrei, was zwar nicht wirklich schön ist, aber zumindest konsequent. Wenn man zwischen Switch und Knorkator spielt, bleibt einem ja eh nix anderes mehr übrig.
Hinter der Bühne verläuft übrigens der Gang zu den Toiletten. Was ganz witzig ist, weil von dort auch der Blick auf die Bühne möglich ist, durch diese schicken Gitterfenster. Son bisschen als würden Christmas im Knast spielen.
Ich weiß, Max hat sich nen Verriss gewünscht und er hat auch sein Bestes gegeben, an allen Tönen vorbei zu singen, aber bisher war das wirklich die beste Band heute. Wobei das nun auch nicht wirklich schwer ist...
Geht, mit einiger Verspätung, weiter mit der nun wirklich besten Band des Abends: KNORKATOR! Die kann man zwar nun auch nicht wirklich als Punk-Band zählen, aber wir sind mal tolerant. Ich erinnere mich immer noch mit Freuden an einen Auftritt beim Force Attack Festival, als sie mit nem Gemüseshredder ankamen und man vor der Bühne bald mit Gemüseresten verklebte Halbmeter-Iros sah. Ach, das waren noch Zeiten.
Der Auftritt ziemlich unterhaltsam, wobei Stumpen auch schonmal agiler war, dünkt es mir. Zumindest hielten sich seine Verrenkungen in Grenzen. Aber damit macht er immer noch mehr Stageacting als sämtliche anderen Bands des Festivals zusammen, also ist das wohl in Ordnung.
Mit dem neueren Material der Band bin ich nicht wirklich vertraut, aber es bleibt immer noch genug zum Abfeiern. Ich schäme mich für meine Fans, Du nich, Zähneputzen Pullern ab ins Bett, und was das noch alles für Hits waren.
Alf Ator nicht mehr mit Keyboard-Rondell-Wagen, sondern mit einem dreikeyboardrigen Instrument, das sich auf Knopfdruck dreht. Also so vertikal dreht, ihr wisst. Auch mal wieder was, äh, neues. Hab aber nur bei einem Song gesehen dass er das überhaupt eingesetzt hat. Dabei wechselt er sogar fleißig zwischen den Keyboards.
Publikum. Es war schonmal voller beim Punk im Pott, aber so ist das eigentlich ziemlich angenehm - man kommt überall hin. Auch wenn man das manchmal gar nicht will.
Die VIP-Gäste werden wie immer zuvorkommend in die Show integriert.
Irgendwann kommt ein stagedivender Rollstuhlfahrer gen Bühne getragen. Stumpen ist davon so begeistert, dass er der Security signalisiert, ihn auf der Bühne haben zu wollen. Die Security geleitet den jungen Herrn wieder zurück ins Publikum. Buh! Wo ist das nette Security-Team aus den letzten Jahren?
Nachdem Stumpen aber auch dem Publikum seinen Wunsch mitteilt, dringt der Plan auch bis in die Gehirnwindungen der Security durch und Philipp der Rollstuhlfahrer darf auf die Bühne, wo er gemeinsam mit Stumpen ein paar Liegestütze zeigt. So verrückt geht's doch echt nur bei Knorkator zu.
"Auch wenn wir Strafe zahlen müssen, wir überziehen einfach" ruft Stumpen irgendwann, als das Ende der Spielzeit naht. Aber sie haben ja auch später angefangen, wessen Schuld auch immer das war. Und so gibt es noch "Böse" zu hören, und "Wir werden alle sterben", und damit die größten Hits der Band.
Danach mal gucken, was auf der kleinen Bühne so geht. WEGBIER spielen hier mittlerweile. Kannte ich bisher nur vom Namen und hatte eine pseudowitzige Suffpunk-Kapelle erwartet, aber so scheiße ist das alles gar nicht.
Naja, bis auf dieses eine Lied, das lief, als ich reinkam. So ne Stadionrock-Ballade, mega-ekelhaft! Aber anschließend besinnt sich die Band wieder und spielt nette mitreißende Deutschpunk-Stücke, gerne auch mal mit Message und Inhalt, sehr rührend.
Das einzige was mich stört ist der Gesang, halt so ein austauschbarer Oi-Gröl-Gesang, der der Band jegliche Eigenständigkeit raubt. Irgendwie schade. Aber es soll ja auch Leute geben die diesen Gröl-Gesang feiern.
Schockmoment, als ein betrunkener Typ zunächst auf der Bühne tanzt, um dann über die Absperrung ins Publikum springen zu wollen. Steht da also so auf der Absperrung, winkt die tragenden Hände heran - und fällt langsam, in Zeitlupe, nach hinten um. Ich hätte ja mindestens mit Querschnittslähmung gerechnet, aber außer einer etwa DIN-A4 großen Schramme am Rücken in der Farbe von verrottetem Fleisch schien er sich nichts getan zu haben. Das Glück ist mit den Betrunkenen.
Anschließend auf der großen Bühne: ZSK. Ob sie heute wohl ihre Wagenladung Red Bull und den Sekt im Eiskühler erhalten haben?
Die zweite Bühne ist wirklich ein großer Gewinn, spielen hier doch mal ein paar Kapellen die man sich ruhigen Gewissens anschauen kann.Wenn auch nicht unbedingt immer "junge und unbekannte" Bands, wie das mal irgendwann behauptet wurde, sondern auch durchaus erfahrene Musiker, was ich aber auch gar nicht schlimm finde. Jetzt zum Beispiel BEATMARTIN!
Sänger Martin Marzipano hab ich  ja erst kürzlich solo gesehen, mit Band kommt da aber schon deutlich mehr rüber. Irgendwo im Gemenge Pop-Beat-Soul bewegt sich die Mischung der Truppe, teilweise hart an der Grenze zum Schlager, aber eben auf ne sehr relaxte Art und Weise, da macht das Mitwippen Spaß. Und die Orgel setzt dem Ganzen auch gut ihren Stempel auf.
Für ein Stück wird der ehemalige Austauschbassist JimBob eingewechselt, der ein von ihm geschriebenes Lied ("Alphamädchen") vorführen darf. Auch ein sehr angenehmer Gesang, fügt sich gut in den Sound der Band ein.
Kurzweiliger und tanzbarer Auftritt. So kann das gerne sein. Gibt ja doch noch ein paar gute Bands heute.
Eigentlich auch ne gute Band: LOS FASTIDIOS. Wobei ich die nie wirklich groß gehört habe und außer diesem einen Hit ("Antifa Hooligans") nix kenne. Dafür spielen sie viele Coversongs (Clandestino, Bella Ciao, Guns of Brixton). Mir fällt aber auf, dass die eigenen Stücke auch gar nicht mal so schlecht sind. Also, für ne Oi-Band.
Die Halle hat sich merklich geleert, aber ist auch schon spät (1 Uhr) und Punker müssen früh ins Bett. Ist vielleicht auch nicht so wirklich die Band für große Bühnen. Dafür aber ne Band, die man sich vielleicht doch mal häufiger anschauen könnte.
Übrigens: Wer sich schon immer gefragt hat, wie man "Los Fastidios" eigentlich ausspricht: In diesem Trailer findet ihr die erschreckende Antwort. Auauaua.
Wie war das? Früh ins Bett gehen?
Eigentlich wollten wir schon abhauen, aber ein paar Minuten Schmeisig müssen dann doch noch drin sein. Also begebe ich mich gen zweite Bühne zu dieser wunderschönen Kulisse.
Schließlich SCHMEISIG! Als regelmäßiger Besucher von Punk im Pott und/oder Ruhrpott Rodeo kommt man an der Band ja quasi nicht vorbei, zumindest wenn man zu ungewöhnlichen Zeiten Bands guckt. Denn traurigerweise kriegen die immer entweder den Opener- oder den Rausschmeißer-Slot, so locker zwischendurch wäre doch eigentlich zur Abwechslung auch mal ganz angenehm, oder?
Dieses Mal haben sie sogar beides: Heute dürfen sie den Abend beenden, morgen, nur 11 Stunden später, den Tag beginnen. Also einmal betrunken und einmal verkatert. Juchhei! Wer die Band nicht kennt, es gibt akustisch dargebotene Coversongs. Damit kann man mich normalerweise jagen, aber wie sie galant und mit viel Humor verschiedene Songs und Stile in einem Stück verwurschten, das findet man so einfach kein zweites Mal.
Gespielt wird quer durchs Gemüsebeet, egal ob Rancid, System of a Down, Manu Chao, Metallica, Wizo oder Kassierer. Kürzlich hat die Band ein neues Album rausgebracht, wobei davon die Vinyl-Version (glaube ich) immer noch nicht fertig ist.
Als Special Guest heute dabei: Marco von Heiter bis Wolkig, ebenso wie kürzlich auf der Release-Party zum Album. Also klar, dass die HBW-Klassiker "Rote Zora" und "Wir wolln nicht eure Welt" nicht fehlen dürfen
Darf auch nicht fehlen: "Immer wenn ich traurig bin, trinke ich ein Korn" von Heinz Erhardt. Heute wurde ausgerechnet ich ausgewählt, um als Mundschenk zu fungieren und Band wie Publikum leckeren(?) Schnaps zu reichen, während die Band musikalisch darüber sinniert, was zu machen sei, wenn man traurig ist. Resultat: Ich hatte vermutlich noch nie so schnapsverklebte Finger wie heute.
Meine Schlafgäste scharren schon mit den Füßen und auch eine zünftige Polonaise macht nicht wirklich munter, so dass wir uns anschließend auf den Heimweg machen. Morgen ist ja auch noch ein Tag...
In der Halle zu pennen wäre natürlich auch ne Option. Nur nicht für uns.
Während direkt daneben noch ne Band spielt und Leute tanzen, wird hier bereits Kraft für morgen gesammelt. Herrlich!
Gute Nacht und bis morgen!

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