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Great Collapse, Snareset, Shoreline, 26.01.2018 in Wermelskirchen, AJZ Bahndamm - Bericht von Zwen

Great Collapse, 26.01.2018 in Wermelskirchen

Zwen: Huihuihui! Heute ist endlich der Tag welcher: Wir machen eine kleine Exkursion nach Wermelskirchen! In den wunderschönen Bahndamm. Dieser tischt uns heute mal wieder ein formidables Konzert auf. So spielen dort nämlich Great Collapse, deren neues Album ich ja erst kürzlich in den allerhöchsten Tönen gelobt habe. Da wäre es ja nur inkonsequent, die Typen auf ihrer EU-Release-Tour nicht mitzunehmen. Also, mal kurz auf den Tourplan geschaut...Ergebnis: Das AJZ Bahndamm ist tatsächlich der am nächsten gelegene Laden. Schön, mein letztes Rendezvous dort ist ja auch schon wieder einige Zeit her. Vor lauter Vorfreude verchecke ich dann auch mal direkt die Zeit, weshalb wir uns eine ganze Stunde zu früh auf den Weg machen und dementsprechend auch eine Stunde vor Einlass in Wermelskirchen ankommen. Also, überlegt, was man machen kann und nach kurzem Nachdenken dann darauf gekommen, dass man ja eine Runde durch den Ortskern schlendern könnte. Das Wetter ist ja schließlich schön, also, mit schön meine ich jetzt nicht schön, im Sinne von Sommer-schön, es ist kalt und dunkel, aber immerhin ist es nicht nass, kalt und dunkel. Dementsprechend kann man von wirklich herrlichsten Wetter sprechen als wir unsere kleine Runde durch die Metropole im Bergischen Land (?) antreten.
Hasky: Heimaturlaub! Die alte Konzert-Gang war nach langer Zeit mal wieder unterwegs. Das Konzert war da nur zweitrangig und es ging primär darum, viele alte Kollegen wieder zu sehen. Für mich ging es mit der Bahn bis Lennep, kurzer Besuch bei den Eltern und dann wie früher mit dem Anruf-Sammel-Taxi nach Wermelskirchen in den altehrwürdigen Bahndamm. 
Zwen: "Zum saufen braucht man immer einen Hund". Kann ja sein, bringt mir aber heute auch nix, da ich mit der Karre gefahren bin. Ich frage den Abend auch immer wieder Leute, ob es denn irgendwie möglich wäre, mit den Öffentlichen hierhin zu kommen. Also Antwort bekomme ich meist nur Stirnrunzeln. Immerhin bringe ich in Erfahrung, dass hier wohl ein Bus fährt, also bis 21 Uhr, na toll!
Hasky: Es gibt eine ÖPNV Verbindung, die sogar recht lange benutzbar wäre. Es dauert nur unglaublich lange. Mit einem Nachtexpress bis Remscheid Bahnhof. Die Bahnen fahren da relativ lange nach Solingen, von da aus kommt man auch noch nach Düsseldorf. Richtung Wuppertal müsste man mit einem Nachtexpress auch noch kommen. Die Bahn fährt leider in die Richtung nicht so lange... 
Zwen: Ansonsten ist Wermelskirchen ein wenig trostlos, aber in der Tat gar nicht so trostlos, wie ich anfangs dachte. Immerhin gibt's hier viele Imbissbuden und sogar eine Eisdiele. Die hatte aber leider schon zu. So ein Ärgernis!
Hasky: Bin bei meinen Remscheid-Besuchen in den letzten Jahren auch immer deprimierter. Trostlos trifft es ganz gut, Wermelskirchen empfinde ich da noch als positives Beispiel im Bergischen.  
Zwen: Der leider auch schon, aber wie gesagt, ich bin eh mit der Karre da. So, jetzt haben wir hier aber genug Zeit verdaddelt. Auf in den Bahndamm!

Dort dann erstmal ein wenig geflippert. Der Metallica-Flipper von vor 1 1/2 Jahren ist einem Star Trek-Flipper gewichen. Egal, ob ich jetzt die Enterprise retten oder die Westfallenhalle rocken soll, ich muss gestehen, ich verstehe diese Flipper eigentlich gar nicht und spiele eigentlich immer nur nach dem Prinzip möglichst nicht die Kugel zu versenken und wenn alles blinkt und blitzt, ja dann ist gut. Ich glaube ich bin tatsächlich auch ganz gut in diesem Sport, zumindest flutschen irgendwann unübersichtliche drei Kugeln durch den Tisch...aber keine Ahnung.
Zwen: Relativ genau nachdem ich mein Spiel beendet habe, fangen auch schon SNARESET an. Relativ spät erst ins Abend-LineUp gerutscht, freue ich mich doch schon sehr über die Gelegenheit die Jungs noch mal live zu sehen und diesmal ganz ohne nervige Veranstalter-Pflichten
Hasky: Sehe die Band heute zum ersten mal und finde die echt gut. Schöner straighter Melodic-HC, so muss das. 
Zwen: Beim Reingehen denke ich dann: "Das waren doch mal irgendwann mehr Leute." ...und tatsächlich, Christoph belehrt uns irgendwann, dass der zweite Gitarrist heute arbeiten muss und er deswegen seine Gitarre und die Backings auch noch mit übernehmen muss. Puh, ganz schön harter Job, aber immerhin wird der Patchwork-Punker von seinem Drummer beim Singen unterstützt.
Hasky: Hier und könnte eine zweite Gitarre vielleicht noch für etwas mehr Druck sorgen. Aber auch dritt liefern die 3 ordentlich ab. 
Zwen: Ich habe jetzt wahrscheinlich noch nicht genug Snareset-Auftritte gesehen um sowas zu sagen, aber ich finde die Band kann auch ganz gut zu dritt und Christoph findet sogar zwischen Lead, Rhythm und Gesang noch die Zeit ein wenig über die Bühne zu hüpfen.
Zwen: Und musikalisch kann man sich das wie ich finde auch echt gut geben. Der Melodic-Sound geht auf mich wirklich sehr gut rein und hat durchaus seine Höhenflüge. 
Hasky: Dem ist nichts hinzuzufügen. 
Zwen: Außer vielleicht noch ein Schlagzeuger-Foto.
Zwen: Als nächstes dann SHORELINE. Die Kuschel-Buddys von Snareset spielen weder spritzigen Hardcore noch abgekochten Punk, obwohl man das bei dem Namen ja echt denken könnte.
Stattdessen gibt es wieder sehr melodischen Punkrock, diesmal mit zwei Gitarren, einem schüchternen Sänger und einigen Backing-"Wooohooos".
Hasky: Gab es einen Song ohne "Wooohooo"? Ok, kann bei Punkrock-Songs eigentlich gar nicht oft genug einstreuen. 
Zwen: In einem parallelen Punkrock-Universum würde es an den Universitäten mindestens ein Mal im Monat ein Podiums-Streitgespräch zwischen mir und Fat Mike über eben diese Thema geben. Hier sein Standpunkt.
Zwen: Man kann wohl generell zur Musik sagen, dass die Band etwas kuscheliger ist als Snareset, finde ich aber gar nicht schlimm.
Hasky: Den instrumentalen Teil fand ich wirklich gut. Das ging schön nach vorne, nicht ganz so spritzig wie bei SNARESET, aber es ging gut rein. Der Gesang hat mich nicht so richtig überzeugt. Das war mir zu viel Gefrickel. 
Hasky: Ansagen gab es ebenfalls reichlich. Für mich war das zu viel des Guten. Inhaltlich war das auch mehr aus der Kuschelecke. Gut, dass Fö nicht dabei war. 
Zwen: Marius hat mir vorher zu der Band nur gesagt: "Also, wir haben mit denen zusammen gespielt und die sind sooooooo nett". Ja, diesen Eindruck kann ich heute Abend nur bestätigen. Vielleicht sind sie ein bisschen zu nett und aufgeregt. So ist die Freude darüber, mit Great Collapse und dann sogar noch mit den Buddies von Snareset zusammen zu spielen so groß, dass der Sänger ständig die gleichen zwei Ansagen bringt. "Hey, am Merch könnt ihr unser neues Album kaufen" und "Danke, dass ihr alle gekommen seid".
Immerhin erweitert er sein Repertoire später noch um "Sorry, dass ich immer das Gleiche sage."
Also, ich finds echt süß.
Hasky: GREAT COLLAPSE! Habe mir die Platte diese Woche ein paar mal angehört und war echt begeistert. Klingt etwas ruhiger als Strike Anywhere, durch Thomas Barnett als Frontmann klingt es aber sehr ähnlich.  
Zwen: Um den Strike-Anywhere-Vergleich kommt man einfach nicht herum! Wie gesagt; ich war ja sehr begeistert. Ich finde das Album auch gar nicht so ruhig, vor allem weil Strike Anywhere ja auch gerne mal ruhigere Töne angeschlagen haben ("Instinct", "Postcards from Home"). Great Collapse ballern da doch, bis auf dieses kurze Akustik-Intro, eigentlich ziemlich konstant durch.
Hasky: Wer Strike Anywhere schon mal sehen durfte, weiß, dass der Sänger immer unterwegs ist. Beim zweiten Song ging es direkt ins Publikum. Der Rest der Band kann bei so einem Frontmann fast nur langweilig aussehen. Musikalisch war das auch alles geil. 
Zwen: Ich bin einigermaßen überrascht, dass auf all meinen Fotos nicht nur ein verwischter rot-brauner Schlier zu sehen ist, sondern man Thomas tatsächlich relativ gut erkennen kann.
Zwen: Aber du hast schon Recht, der Rest der Band fällt echt ein bisschen hinter Thomas zurück. Vor allem der Bassist, der sich während den Songs ja fast hinter seiner Box versteckt. Ob das wohl vorher so abgesprochen war? "Jo, also, was ihr so zwischen den Liedern macht ist mir ja egal, aber wenn wir spielen, dann tretet doch alle ein Stückchen zurück und lasst mir meinen Raum, mkay?"
Hasky: Irgendwie will es bei mir an dem Abend nicht so richtig zünden. Wobei ich mir nicht sicher bin, wodran es liegt. Bei so neu zusammengestellten Bands mit bekannten Musikern neige ich oft dazu, viel zu viel zu erwarten. Da muss ich mal an mir arbeiten und die Erwartungshaltung etwas runter schrauben. 
Zwen: Das Publikum war auch etwas distanziert, weil schon etwas älter (sorry, Hasky). Ne, ernsthaft, als Great Collapse angefangen haben, habe ich mich mal im Raum umgeschaut und die einzigen Leute, die noch sichtbar unter 30 waren, waren knapp eine handvoll Typen neben mir direkt vor der Bühne. Und jetzt ratet mal, wer die einzigen waren, die auf Thomas' Pogo-Einladungen eingegangen sind... 
Zwen: "Circle Pit!" Bei jedem anderen hätte ich wohl jetzt gemeckert über diese Animationsversuche. Thomas darf das! Vielleicht auch einfach, weil er es nicht so plump und arrogant macht, wie Schülerbands oder gar Metalcore-Bollo-Bands, sondern auf seine dezente Art und irgendwann gibt es dann tatsächlich für 10 Sekunden mal sowas ähnliches wie einen kleinen Circle Pit.
Ansagen sind auch toll, man muss aber schon sehr konzentriert hinhören, da Great Collapse politisch sehr aktiv sind und somit auch eine Menge zu sagen haben. Schön finde ich die Ansage, wo wir daran erinnert werden, wie kostbar solche unabhängigen Läden und derartige Abende sind. Ja, Recht hat er. Der Bahndamm ist einfach wunderschön, kann man nicht anders sagen.
Zwen: Gespielt wird übrigens fast das komplette neue Album. Ich bin überrascht. Für mich aber gut, schließlich habe ich das jetzt sehr oft gehört und bin dementsprechend textsicher - als einziger. Klar, die Platte ist ja schließlich heute erst rausgekommen. Vom Vorgänger-Album wird aber auch der ein oder andere Song zum Besten gegeben, zum Beispiel das großartige "New Abolition". "A Tale Of Two Cities" wird übrigens direkt zu Beginn verfeuert. Sehr weise Entscheidung. Was ein druckvoller Einstieg!
Zwen: Also, mich hat das heute Abend definitiv überzeugt. Ich kaufe mir sogar noch das Debut-Album "Holy War" und bereue das auch beim Durchhören kein Stück. Definitiv ne tolle Platte!

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