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Nord, Knarre, Fabrik Fabrik, 08.06.2018 in Berlin, Tommy-Weisbecker-Haus - Bericht von der Redaktion

Nord, 08.06.2018 in Berlin

kraVal: NO°RD (richtige Schreibweise, nur Bierschinken bekommts nicht hin *Augenroll*) spielen im Tommyhaus, die fabelhaften CU Later Shows organisieren das Ganze und wie (fast) immer für einen guten Zweck, nämlich für "LARA - Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Frauen*" - feine Sache. Und dann schreiben NO°RD, dass sie FÖ entführt haben und mitbringen - kann also nur ein guter Abend werden. Vor allem weil NO°RD so absolut süße Boys sind!  
Fö: Diese ach so kreativen Schreibweisen von ach so originellen Bands sollen doch nur übertünchen, dass der gewählte Name selbst alles andere als kreativ ist. Das mag beim berüchtigten Heavy-Metal-Umlaut noch irgendwie geil gewesen sein, aber wenn das deutsche Studentenpunkbands machen, wird mir übel. So wie Fjort mit diesem belämmerten Strich durchs O. Oder eingutespferd, die darauf bestanden, dass man ihren Namen KOMPLETT IN GROßBUCHSTABEN schreiben möge. Oder eben Noord.
Fö: Hinfahrt. Im Nord-Bus herrscht dicke Luft. Mich beschleicht das Gefühl, dass dies die letzte Tour der Band ist. Alle schreien sich an, jeder will das absolut beste Hörbuch hören, das außer ihm keinem gefällt, alle meckern über's Wetter (zu nass! zu heiß!) und der Bandrowdy erwähnt in jedem zweiten Satz, dass er noch Mariacron kaufen und Mike Krüger hören muss.
Fö: Ach, und Stau gab's auch. Und diese wunderschöne Aussicht von einem Rastplatz auf einen liebevoll gepflegten Anwohnergarten. Schön!
Nebenbei versuchen Nord, mich davon zu überzeugen, dass es ihnen um mehr als nur Musik ginge, dass sie eine Einheit seien und dass dies bei der Band Lügen anders sei weil die Anarchos nur von einem starren Korsett aus bandinternen Regeln zusammen gehalten werden. Bei Nord hingegen scheint jeder seinen eigenen Regeln zu folgen.
Fö: Ankunft Tommyhaus zwei Stunden nach Soundcheck, wie sich das für eine echte Punkband gehört. Vielleicht standen wir auch gar nicht im Stau und haben nur bei McDonalds ein Spanferkel geopfert, wer weiß das schon.
kraVal: Da es super heiß ist, hängen wir die ganze Zeit draußen rum und verpassen den Anfang von KNARRE. Als wir reinkommen hängt der Sänger vor der Bühne ab. Ich mag das ja. Zeigt Nähe zum Publikum.
kraVal: Macht musikalisch auch gleich richtig Spaß. Klingen ein wenig wie LOVE A mit Geschrei und weniger Kling Klang - Also Hardcore-Feeling ohne dicke Hose und funkige überwiegend cleane Gitarren.
Fö: Angeblich sind da Leute von Être (hier mag die Schreibweise okay sein) dabei, aber das ist auch so ziemlich das Einzige, was ich im Vorfeld über die Band heraus finden konnte. Und zumindest die unkonventionelle Herangehensweise haben sie gemeinsam.
kraVal: Dazu kommen dann auch noch echt gute Ansagen, die ungekünstelt witzig sind und an denen sich alle Bandmitglieder beteiligen - alle singen, ergo alle haben ein Mikro. Ich mag es ja, wenn Schlagzeuger*innen auch singen.
Fö: Bin positiv überrascht. Nicht nur dass es tatsächlich noch möglich ist, griffige Deutschpunkbandnamen zu finden die noch nicht vergeben sind, auch darüber, dass das hier gar kein Deutschpunk ist sondern schön flotter HC-Frickel-Screamo. Da bereue ich es dann echt, dass wir erst so spät reingegangen sind.
kraVal: ABER ES WAR SOOOO HEISS!
kraVal: Mein erster Reflex, wenn ich eine Trompete sehe ist ja immer: "Oh Gott Ska, ich geh jetzt." Aber dankenswerterweise wird auf Off-Beats verzichtet und dann passt das alles ganz gut zusammen. Guter Auftritt. Von KNARRE gibts noch nix zu hören (nicht mal ne Facebook Seite) aber lohnt sich, die im Blick zu haben.
Fö: Die Trompete kann man echt bringen, wenn sie denn so dezent und unnervig eingesetzt wird wie hier. Das haben so bisher nur Katzenstreik geschafft.
kraVal: Und the Notwist, aber das sind keine bierschinken.net-Band. Eigentlich schade, dass dieses Blatt so selektiv ist.
Fö: Gibt immerhin zwei Berichte über die. Über Katzenstreik gar keinen.
kraVal: FABRIK FABRIK werden mir angekündigt als da spielt irgendwer von HENRY FONDA mit - das wird als Power Violence bezeichnet, kann Mensch aber auch getrost als ultraschnelles Geknüppel bezeichnen. Aber ich erkenne auch NERVÖUS in der Band wieder - nämlich im Schlagzeuger und im Sänger. Die mag ich echt gerne.
Fö: Nervöus mag ich auch, Henry Fonda sind mir zu viel Kraft und zu viel Gewalt.
kraVal: FABRIK FABRIK hauen derbe druff. Tiefer gestimmte Saiteninstrumente und ordentlich Geschrei. Bei NERVÖUS mag ich das Schlagzeug sehr, weil es da so mit dem klassischen Hardcore-Stiefel bricht. Hier geht's mir aber zu sehr unter. Schade.
Fö: Ich find's ganz geil! Hab mir irgendwann mal das Album angehört, es dann aber bei einem Mal belassen, war mir zu viel Geschrei. Aber live hat das echt verdammt viel Druck und ist auch gar nicht so eintönig wie, äh, der Bandname.
kraVal: "Hey, lass uns Fabrik nennen!"
"Ja, und lass uns noch einen drauf setzten und noch ein Fabrik dranhängen"
"Hurra"
kraVal: Die Gitarre macht immer wieder schöne Sachen und ist abwechslungsreich. Aber insgesamt ist mir das alles ein wenig zu szenig und cool. Und farblich sehr einheitlich - die graue Hose des Bassisten ist die hellste Klamotte auf der Bühne.
Fö: Ich fand grade gut dass es NICHT so übertrieben stylisch war. Vielleicht, weil mich die Musik an Fjørt erinnert und deren inszenierte Optik einfach nur noch nervt. FABRIK FABRIK bleiben da etwas mehr auf dem Teppich.
Fö: Also, was bleibt zu sagen? Guter Auftritt und live definitiv ein Ohr wert. Zumindest, wenn man auf diesen dunklen wavigen Post-Hardcore steht, der zwar beständig nach vorne knallt, aber auch ein schön brodelndes Fundament bereit hält.
Fö: "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" ist das beste Lied das SLIME je geschrieben haben, und FABRIK FABRIK servieren tatsächlich die beste Coverversion, die ich je von diesem Lied gehört habe. Stark! Ist auch der einzige Song, wo man mal etwas vom Text versteht und das Geschrei nicht ganz so monoton ist. Davon gerne auch bei den eigenen Songs mehr!
kraVal: Da merke ich wieder, wie wenig echten Deutschpunk ich kenne. Das Lied kannte ich nicht. Der Unterschied zum restlichen Geballer der Band war deutlich.
kraVal: Freu mich sehr NO°RD wieder live zu sehen. Das letzte Mal war in Halle im September und das war echt stark. Die neuen Songs sind klasse und das macht live echt spaß.
Fö: Die neuen Songs sind echt gut! Mit dem neuen Album haben Nord echt einige Schüppen draufgelegt.
kraVal: Ich könnte eine ganze Fotoserie nur von Holz-live machen - hier sehe ich ihn das erste Mal ( und ich habe NO°RD echt oft live gesehen) während eines Liedes mit Bier in der Hand. Vorher hat er erklärt, warum er das Shirt anhat, aber den Witz dahinter hab ich nicht verstanden.
Fö: Holz' Humor kommt eben nicht mit dem Holzhammer. Ich denke es gibt keine/n der/die alle seine Witze versteht, nichtmal er selbst.
kraVal: Souverän spielen sie zumeist neue Songs. Vor allem der Aufgeregtheitsfaktor scheint enorm gesunken zu sein, was dazu führt, dass hier und da fast Stadionrockfeeling aufkommt - im positiven Sinne. Vor allem in Holz' Gesten - Extase ist das nicht, aber durchaus extrovertiert.
Fö: Holz' Gesten waren aber schonmal ausufernder. Schade finde ich auch, dass ich heute seine Ansagen mal akustisch und mal semantisch nicht verstehe
kraVal: Und dann: Hof singt. ich bin so aufgeregt, diesen Moment festzuhalten, dass ich a. vergesse, scharf zu stellen und b. vergesse, bei welchem Song das ist.
kraVal: Insgesamt ist das alles etwas professioneller geworden. Die Platte mit den mehrstimmigen Gesängen, das auch live gut durchkommt und Willis Pedalboard! Vorbei sind die Tage, an denen seine Tretminen einzeln, nur durch die Kabel verbunden vor ihm rumgeisterten.
kraVal: FÖ, der mit Klarnamen in einer Ansage erwähnt wird, gefällt es scheinbar auch so gut. Er wird beobachtet, wie er fingerschnippend von einem Bein aufs andere hüpft - oder wippt. Der Sound ist leider insgesamt etwas muffig, aber dem Publikum ist das egal, es tanzt ausgelassen Pogo (z.T. barfuß [sehr mutig]) durch die gelegentliche Bierdusche.
Fö: Ja, was kann ich da noch ergänzen? Stimmt alles! Der Sound hätte wirklich etwas klarer sein können, der Auftritt ansonsten eine Wonne. Echt gut, diese Nord. Gefallen mir von Mal zu Mal besser. Sie müssen sich halt nur mal auf ein Hörspiel einigen.
kraVal: Oder einfach Kackschlacht hören (wobei ich die Band auch nicht kenne!)

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