Start Shows Berichte Rezis Kalender Members Kontakt
Login: BS-Nummer oder Email: Passwort: | | Passwort vergessen?
Open Flair Festival: Tocotronic, Schrottgrenze, Milliarden, Open Stage, Antilopen Gang, Pascow, Ton Steine Scherben, Noriega Mind, The Picturebooks, 10.08.2018 in Eschwege - Bericht von Kabl

Open Flair Festival Tag 3/5, 10.08.2018 in Eschwege

Nach dem unübertreffbaren Highlight GANKINO CIRCUS gestern wartet jedoch auch der heutige Tag mit hochkarätigen Acts auf. Besonders auf Pascow, Schrottgrenze und Tocotronic freue ich mich.
Wer auf dieses Bild klickt, kann eine fliegende Klopapierrolle entdecken. Generell ist das Publikum hier sicherlich asozialer als auf Wacken, denn hier kommen definitiv viele Leute her, um fünf Tage im Müll zu leben. Der Campingplatz gleicht einem Schlachtfeld, was wiederum Wespen anzieht, wobei mich eine sticht. Fenistil=Punkrock.
Anspieltipp: Wir sind die Kackefahrer der Firma Hengstebeck, wir pumpen Scheiße und fahren se weg.
Erste Band des Tages: NORIEGA MIND. Spielt so unaufgeregten, etwas hippiesken Bluesrock. Ganz nett für einen Opener, passt schon.
Dann: SCHROTTGRENZE. Eine Schande, so eine Band nur 30 Minuten lang um 13 Uhr zu verheizen. So ist es selbstverständlich, dass nicht alle Hits gespielt werden können. Schön ist aber, dass zumindest "Fernglas" und "Lila will heim aus" der älteren Phase gezockt werden - leider aber kein "Belladonna". Ich hab das "neue" Album zwar noch nicht gehört, die davon dargebotenen Songs sind allerdings durchaus Ohrwürmer und schmissig. Gefällt mir sehr gut.
Auch der gesellschaftspolitische Anspruch kommt nicht zu kurz. Sänger Alex setzt sich sehr authentisch und unpeinlich für einen Wandel der gängigen Geschlechterklischees ein. Rundum gelungener Auftritt der Band, nächstes Mal bitte doppelt so lang und etwas später.
Das ist ein Fernseher, der die Darbietungen im E-Werk nach draußen überträgt. Dort findet gerade ein Songslam statt. Wir beschließen, falls ein unschnulziges Lied kommen sollte, nach drinnen zu gehen. Nach dem dritten Lied (irgendwas von wegen eine Frau heiraten, weil sie die schönste der Welt ist) geben wir aber auf und gehen weiter.
Hier ein Blick von oben auf MILLIARDEN. Meine Baustelle ist das gar nicht, mir ist vor allem der Sänger zu theatralisch. Der Rest meiner Reisegruppe feiert den Gig aber ab, somit steht es 3:1. Als dann ein Lied kommt mit dem Refrain "Ich will mit dir im Bett verhungern" ist das dann aber wirklich zu viel des Guten für mich und ich haue ab.
OPEN STAGE auf der Schlossbühne. Hier spielt gerade eine Punkband einen Song, gegen den alle Lieder von Schleimkeim hochmelodische Progressive-Kompositionen sind. Geile Band! Irgendein Kind spielt noch ein paar Schlagzeugtakte, etc. War lustig!
ANTILOPEN GANG. Puh, mit diesem HipHop-Zeug tu ich mich einfach schwer. Gute Texte, gute Attitüde, nur, trotz Unterstützung durch Punkrockband, musikalisch einfach absolut nicht mein Ding. Der Sprechgesang nervt mich einfach, dennoch ertappe ich mich beim letzten Lied (Fick die Uni) beim Mitgrölen.
PASCOW! Unglaublich, wie groß diese Band geworden ist. Vor der Bühne stehen sauviele Leute, eine beachtliche Menge davon in Pascow-T-Shirts. Und vom ersten Ton an bricht die Hölle los. Ein nie zur Ruhe kommender Pogo vor der Waldbühne. Richtig gut - wie ich es schon bei DRITTE WAHL geschrieben habe: Ich gönne dieser Band den Erfolg so was von und wenn das neue Album genauso cool wird wie das letzte, dann ist alles gut!
Es werden nur Hits gespielt, da die Band nur Hits hat. Größtenteils von den letzten beiden Alben, stört mich aber gar nicht weiter. Von der "Nächster Halt..."gibt es zumindest "Lauf Forrest, lauf!" und "The Weltordnung Is The Fuck". Dann noch "Spraypaint The Walls", "Nach Hause" und "Trampen nach Norden". Ob die Setlist in dieser Art bleiben wird? Ich hoffe doch, dass bei künftigen Konzerten wieder ein bisschen durchgemischt wird.
Warum man inmitten einer Menge einen Bengalo zünden muss, das wird sich mir wohl nie erschließen. Nicht dass es so schon staubig genug sein würde. Aber, das Thema Publikum habe ich ja in Bild eins schon ein wenig thematisiert. PASCOW auf jeden Fall erhaben wie bisher immer. 60 Minuten Hits, wenig Gelaber, einwandfrei.
Hier die gealterten Herren von TON STEINE SCHERBEN, ohne Rio Reiser, dafür mit Sänger Gymmick. Enorm lässig und entspannt werden die alten Hits zum Besten gegeben. Nicht einmal eine Wespe, die Gymmick ein Lied lang konsequent um den Mund schwirrt, bringt ihn aus dem Konzept.
Würde ich mir gerne in voller Länge anschauen, jedoch packe ich es bereits bei "Halt dich an deiner Liebe fest". Erstens, da ich die Band bereits letztes Jahr gesehen habe, zweitens, da ich Tocotronic auf keinen Fall verpassen will. Was ich gesehen habe, hat mal wieder sehr viel Bock gemacht.
Hier ein Bild vom Publikum vor TON STEINE SCHERBEN. Schon sehr gemütlich, dieses Open Flair.
Und da sind sie: TOCOTRONIC. Und zwar mit einer Best-Of-Setlist, die sich gewaschen hat. "Let There Be Rock" als Opener, gefolgt von "Drüben auf dem Hügel", "Ich bin viel zu lange mit euch mitgegangen", "Mach es nicht selbst", "Aber hier leben, nein danke", "Hi Freaks", "This Boy Is Tocotronic" und so weiter. Vom neuen Werk wird sehr wenig gespielt, leider auch vom völlig unterbewerteten vorletzten Jubiläumsalbum.
Richtig guter Auftritt von TOCOTRONIC. Wenn man sich nach dem Abgang der Band denkt, dass sie ruhig noch hätte eine Stunde länger spielen können, dann muss es ein gutes Konzert gewesen sein. Großartig auch, dass die Band als letztes Lied diesmal nicht das obligatorische "Freiburg", sondern den Überhit "Letztes Jahr im Sommer" spielt. Mit PASCOW heute definitiv das Tageshighlight.
Danach spielen noch THE PICTUREBOOKS. Was die Band zu dieser Uhrzeit auf einer der Hauptbühnen macht, verstehe ich irgendwie nicht ganz. Der Gig ist sehr spärlich besucht - vielleicht wäre das Duo im E-Werk oder auf einer kleineren Bühne besser aufgehoben. Oder liegt es an den parallel spielenden Kraftclub? Egal, der Gig, übrigens in einer ohrenbetäubenden Lautstärke, kommt gut.  
Faszinierend, wie man zu zweit so einen brachialen Sound zu Stande bringt. Auch das Set des Drummers ist ungewöhnlich: Keine Becken, dafür eine zweite Bassdrum, die mit dem Stick beackert wird und eine Glocke. So spielen die beiden Herren ihre Songs leider vor weniger Leuten, als ich ihnen gewünscht hätte. Perlen vor die Säue quasi.
Die abschließend spielenden Schandmaul spare ich mir. Mal gucken was morgen noch so alles kommt.

Bitte hier klicken, um diese Seite bei Facebook zu liken oder zu teilen. Mehr Infos, wie wir mit Einbettungen von externen Anbietern umgehen, hier.

Mehr Berichte dieser Reihe:
Berichte auf anderen Webseiten:

Kommentar eintragen:

bisher keine Einträge

Kommentar eintragen - Anmerkung, Kritik, Ergänzung

Name:

e-Mail:

Kommentar:
Deine Eingaben werden bis auf Widerruf gespeichert und für Nutzer der Seite sichtbar.
Die Angabe der Email-Adresse ist freiwillig und sie bleibt nur sichtbar für eingeloggte Nutzer.
Weitere Infos in unserer Datenschutzerklärung.

Location:

Zu den meisten Berichten werden nur ausgewählte Fotos verwendet.
Falls du mehr oder größere Bilder haben willst, wende dich an den Autor (Kabl) oder nutze das Kontaktformular.
Dort kannst du dich auch melden, falls du mit der Veröffentlichung von Fotos, auf denen du zu sehen bist, nicht einverstanden sein solltest oder dich gar die Kommentare persönlich verletzen...
part of bierschinken.net
Impressum | Datenschutz