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March, The Messersmith, 01.09.2018 in Wermelskirchen, AJZ Bahndamm - Bericht von Zwen

March, 01.09.2018 in Wermelskirchen

Gut, dass wir reisefreudig sind und ich ein Auto habe, so können wir heute mal wieder einen Ausflug nach Wermelskirchen unternehmen, denn dort ist heute Skatecontest. Okay, das interessiert uns jetzt nicht so richtig und zum anderen hatten wir das ja auch gerade erst auf dem KAZ, aber dazu spielen heute auch noch die wunderbaren March. Das macht die knapp 50-minütige Autofahrt doch schon viel lohnender.
Als wir ankommen, scheint irgendwie gerade ein Tiefpunkt des heutigen Programms gekommen zu sein. Geskatet wird unter der untergehenden Sonne nur noch ein wenig und der Bühnenraum ist noch nicht offen. Immerhin heißt das, dass wir Zeit fürs Flippern und Kickern haben, auch nicht schlecht. Obwohl ich den X-Men-Flipper noch weniger peile als die anderen Flipper zuvor, drehe ich erstmal ein paar Runden an dem Dingen.
So gegen halb 10 geht es dann auch mal los mit Musik. Erster Act heute THE MESSERSMITH. Beim Namen hatte ich ja eher so an Altherren-Rock gedacht. Bereits das Intro lässt aber was anderes erwarten: Sirenen ertönen und Helikopter kreisen aus den Boxen. Dann gibt es breite Gitarren auf schnellen Drums.
Musik ist also eher im Hardrock/Punk'n'Roll anzusiedeln. Die Protagonisten auf der Bühne reißen dabei immer wieder die Fäuste in die Luft oder posen mit ihren Instrumenten herum. Erinnert ein bisschen an die V8 Wankers, auch wenn es immerhin nur 3/4 so prollig ist. 
3/4 so prollig wie die V8 Wankers ist aber immer noch anstrengend. Immerhin gibt es nur wenige Ansagen und die kommen eigentlich auch ganz sympathisch rüber. So wird darauf aufmerksam gemacht, dass für den Skatepark im Hintergarten des AJZs Geld gesammelt wird. Die Bühnenperformance besticht aber vor allem durch den verkniffenen Gesichtsausdruck des Bassers und den fiesen Blicken vom Rest der Band.
Die schnelleren Songs erinnern mich fast an die etwas älteren Alben von The Bones. Diese gefallen mir auch einfach besser als die langsamen Song. Da gibt sich der Sänger auch immer so übertrieben Mühe, jede einzelne Silbe total zu pressen. Das scheint auf die Dauer ziemlich anstrengend zu sein, zumindest wird er ziemlich rot. Außerdem schimmert eine Schweißperle unter seinem Auge. Pepperann sagt, das könnte auch eine Träne sein.
Das beste an der Band ist definitiv der extrem tighte und schnelle Drummer. Der Rest der Gruppe ist sicherlich nicht schlecht und auch die Gitarristen zaubern ganz nette Soli, aber das hat man alles schon mal gehört. Außerdem ist das einfach zu viel Flammen, Schweiß und Motoröl.
Dann gibt es irgendwann noch die unnötigste Zugabe überhaupt. War der Raum am Anfang nämlich noch gut gefüllt, ist es jetzt doch deutlich leerer geworden. Egal, der Gitarrist lehnt seine Klampfe an die Box und trippelt dann dem Rest seiner Band hinterher von der Bühne. Wir dürfen währenddessen mal wieder ein lautes Übersteuern des Instruments hören. Ich erwähnte ja gerade schon, dass sich der Platz vor der Bühne eigentlich schon merklich geleert hat. Trotzdem geht man wieder zurück auf die Bühne und spielt noch mal ein 30 bis 40-sekündiges Intermezzo. Na, Hauptsache man konnte mal wieder etwas Show machen!
So, Umbaupause und dann stehen endlich MARCH auf die Bühne. Ich bin ja ein bisschen aufgeregt, spielen die vier heute doch gerade mal zum zweiten Mal mit ihrer neuen Gitarristin Hermance und das auch noch im schönen Wermelskirchen. Freude!
Gut auch, dass die staatlich anerkannte Prüfstelle für neue Gitarrist*innen heute anwesend ist. Hier kann ich definitiv ein Gütesiegel aufdrücken. Zwar ist es schon sehr traurig, dass Kellys wunderbarer Background-Gesang nicht kompensiert wird, dafür schraubt Hermance aber sehr schicke und gut zur Band passende Gitarrenmelodien und Soli heraus. Außerdem steht sie auch bereits jetzt performancetechnisch dem Rest der Band in nichts nach.
Aber da ist die Band aus Breda ja eh sehr weit vorne. So springt vor allem Sängerin Fleur, wenn sie mal gerade nicht am Galgen stehen muss, auch mal gerne von der Bühne ins Publikum.
Hach, ist das schön, die spielen echt zusammen, als wären sie schon seit Jahrzehnten zusammen auf Tour. Selbst ein betrunkener Vollassi vor der Bühne kann da einfach weggelächelt werden.
Hitfeuerwerk gibt es natürlich auch. Ich werde das jetzt hier mal nicht aufzählen, sondern einfach nur auf das Album "Stay Put" und die "In The Air"-EP verweisen. Wenn ihr The Distillers nicht ganz scheiße findet, müsst ihr euch diese einfach holen!
  Zum Schluss gibt es dann noch das großartige "Such A Drag", wovon ich mal flux ein Video gemacht habe. 
"Zugabe!" wird dann lauthals gefordert und da March nette Leute sind, gehen sie auch noch mal aufs Parkett und spielen einen Song vom hoffentlich bald erscheinenden neuen Album. Dieser lässt bei mir auch sofort die Vorfreude auf eben diese Platte steigen. Wird aber auch echt mal Zeit! Am Anfang des Abends gab es auch nur noch eine einzige LP vom letzten Album "Stay Put" und die dürfte jetzt auch weg sein. Immerhin gibt es das Ganze noch auf Bandcamp.
War also wieder mal ein hervorragender Abend im Bahndamm. Rückfahrt war auch soweit so unspektakulär. So ist das halt, wenn man Auto fährt.

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Alex

04.09.2018 19:50
Netter Bericht... teilweise... hoffe du hast auch etwas in die Sammeldose geworfen. Für die Jugend...

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