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Untergang! Festival Tag 1: Alarmsignal, My Terror, Abriss, Inkasso Moskau, 14.12.2018 in Mülheim/Ruhr, AZ Mülheim - Bericht von der Redaktion

Untergang! Festival Tag 1, 14.12.2018 in Mülheim/Ruhr

Frau Aal: Ja Hallo, mein Name ist Frau Aal und ich schreibe heute zusammen mit Fö diesen Bericht hier. Bevor es losgeht, muss ich dem genervten Leser allerdings noch ein bisschen mit Alte-Leute-Problemchen auf den Geist gehen...aber wir sind ja hier bei Bierschinken, ihr lest die Berichte ja wohl nicht wegen der Konzerte, sondern um uninteressanten Müll aus dem Leben der Autoren zu erfahren. Es begab sich also, dass ich mir vor einigen Tagen einen Platz im MyTerror-Express ergattern konnte. Nicht weil ich sonderlich sympathisch oder kompetent in irgendwas wäre, der Hauptgrund war wohl eher der, dass sonst niemand mit wollte. Für mich stellte das natürlich kein Hindernis dar, ich sah lediglich die Chance auf einen schönen Urlaubsauftakt mit guten Leuten....außerdem MyTerror gucken immer gut! Nachdem ich die letzten Arbeitstage damit verbrachte, seriös zu wirken und den Schreibtisch leer zu bekommen, verbrachte ich den Freitag dann größtenteils damit, Halsschmerzen zu haben und mich in einem desaströsen Zustand zu befinden. Jetzt könnte man natürlich absagen, ich entschloss mich aber dazu, den Versuch zu wagen und mich gesund zu saufen (Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass sowas mit 50%iger Wahrscheinlichkeit funktioniert). Also mit einem ersten Gin-Tonic dafür gesorgt, dass ich das Haus verlassen kann, Bier eingepackt und dann ab zum Proberaum.
Nach einer Fahrt mit Bier und sehr billigem Portwein steht man dann auch schon im AZ-Mülheim und muss mit einem Blick durch den Saal feststellen: Joa, ist ne Punkerveranstaltung. Draußen brennt Feuer, drinnen vorm Soundmann pennt schon der erste auf dem Boden (um 19:30, sportlich!) und alle sind sehr konform in ihrer Nonkonformität, schütten sich dafür aber ordentlich Stoff in die ausgetrockneten Kehlen. Wunderbar, genau dafür bin ich heute hier.
Fö: Wofür das Untergang Festival gut ist: Dass Frau Aal endlich mal wieder was schreibt. So. Nu. Untergang Festival, in diesem Jahr erstmals bereits im Vorfeld ausverkauft. Einerseits cool, aber andererseits, ey, das is doch kein Punk mehr! Führt dann auch dazu, dass aus meinem Freundeskreis eher wenige vorbei schauen wollen, weil keine Karte. Sind halt alles noch echte Punker, hach. Aber auch ich muss mich zum Glück nicht alleine auf den Weg machen und ergatter einen Platz im Abriss-Mobil. Praktisch für mich, denk ich mir so, will ich ja am nächsten Tag früh aufstehen und habe so die Möglichkeit, zumindest einigermaßen rasch wieder heim kommen zu können, zumindest lässt die Band verlauten, direkt nachm Auftritt wieder fahren zu wollen. Und auch der Hinweg ist soweit gut geplant. Schließlich wollen wir alle SCHWACH sehen und so treffen wir uns zu pünktlicher Zeit bei Maz, um uns auf den Weg zu machen.
...
...etwa ne halbe Stunde später geht es dann sogar los. In Mülheim sind wir dann aber recht fix, bis Maz einfällt, dass er noch Kippen braucht, dem Navi einfällt dass der Weg voller Einbahnstraßen ist, dem nächstgelegenen Kiosk einfällt dass er am anderen Ende der Stadt ist, und weitere Begebenheiten. So kommen wir schließlich pünktlich am AZ an, als Schwach soeben ihren Auftritt beendet haben.
Frau Aal: Die erste Band ist SPORTSGEIST, hier ein Archivbild. Nachdem sie es direkt zu Beginn schaffen, ihren Gitarrenamp zu schrotten, kann es dann auch irgendwann losgehen. Wirkt insgesamt alles wie eine öffentliche Probe, aber nicht in unangenehmer Art und Weise. Ich finde das äußerst unterhaltsam, guter Opener. Zwischendurch gibt es sogar Instrumentenwechsel
Frau Aal: Charmant und galant wie ich bin, verpasse ich alle Bands die im Raum spielen, weil ich damit beschäftigt bin mir fleißig Hansa und Turbomate in die Blutbahn zu pumpen. Die nächste Band die ich deshalb sehe sind SCHWACH, auch hier gibt es leider keine Fotos, benutzt bitte eure Vorstellungskraft. Schwach machen Hardcore-Punk, der musikalisch echt gut rein geht. Außerdem haben sie auch was zu sagen, genau genommen haben sie sogar sehr viel zu sagen. Vor jedem Lied gibt es eine ausschweifende Rede über dessen Inhalt, oft länger als das eigentliche Lied selbst. Ich glaube die Band ist sehr sozialkritisch...das ist aber nur geraten, man versteht von den Ansagen nämlich kaum etwas, ich habe lediglich verstanden, dass der Sänger wohl Lehrer ist...scheint also eine Berufskrankheit zu sein. Ganz im Sinne einer guten Unterrichtsstunde gibt es Meldungen aus dem Publikum, die den hohen Redeanteil auf der Bühne kritisieren - diese werden aber konsequent und mit anschließender Rechtfertigung weggebügelt. Alles in allem tatsächlich sehr unterhaltsam, gutes Showkonzept!
Fö: Zwischendurch spielten übrigens noch ALIEN FIGHT CLUB, aber die scheint keiner von uns gesehen zu haben. Dafür trudelt unser Auto mit reichlich Mon Chéri intus pünktlich zu INKASSO MOSKAU ein. Also ab in den Raum! Schließlich ist die Band auf einem sehr guten Label und spielt sehr selten, was schonmal zwei gute Gründe sind rein zu gucken. Den dritten Grund erlebe ich nun: Live wälzt das einen einfach mal um. Geil!
Fö: Gut gefüllter Raum und vor der Bühne eifriges Wirbeltreiben, in dessen Orkanauge sich irgendwo Sänger Torben aufhält. Musik ein polterndes Ungetüm, das man erst in der Ferne brodeln hört, bevor dir ein tonnenschwerer Felsen direkt in die Magenwand kracht. Irgendwas mit Doom, Grind, Hardcore, Metal, Sludge, watweißich. Finde ja dass sie seit dem letzten Album noch ne ordentliche Schütte zugelegt haben und ihre Soundwand nochmal um einiges verdichtet haben. Da kommen Vergleiche mit Mantar nicht von ungefähr
Fö: Schöne Dampframme und erfreulicherweise ist der Auftritt auch vorbei, bevor es eintönig wird. Die Meute vor der Bühne hat Spaß, die Band wundert sich darüber. So muss das sein.
Frau Aal: Der Soundcheck der nächsten Band zaubert mir ein kurzes Entsetzen ins Gesicht. ALARMSIGNAL wohoooohooooen sich ordentlich warm und ich frage mich: "Muss das jetzt sein? This is Mülheim not Düsseldorf!". Es scheint aber generell den Nerv zu treffen, die Halle ist schon beim Soundcheck ordentlich in Bewegung. Meine Befürchtung wird dann auch relativ schnell zerstreut, so viel wohooohoo gibt es gar nicht, dafür sehr viel schnellen und melodischen Punkrock.
Fö: Anekdote am Rande: Als ich Frau Aal vorwarf, dass doch gerade in seiner Heimatstadt Düsseldorf dieses Whohoho zum Pflichtprogramm jeder Band gehöre, warf dieser "MyTerror" als Gegenbeispiel ein. Woraufhin der bei uns stehende Bassist nur meinte "Dann kennst du unseren neuen Song noch nicht.."
Frau Aal: Ich muss zugeben, dass mich das wirklich sehr unvorbereitet getroffen hat und ich doch etwas schockiert war. Ich weine ein bisschen in mich hinein, während mir von einer netten Dame ein alkoholhaltiges Mischgetränk mit Solero-Geschmack gereicht wird. Wohoho.
Fö: Tja, ja, Alarmsignal, eine der wenigen guten "großen" Deutschpunkband unserer Tage, muss man mal so sagen. Wahrscheinlich auch einer der beiden Hauptgründe, warum das Festival ausverkauft ist. Wobei ich es vor der Bühne noch relativ angenehm gefüllt fand, es gab zumindest noch genug Platz, dass Leute umfallen konnten. Und auf der Bühne, puh ey, was die da abliefern ist schon amtlich, die Band wächst wirklich mit ihren Auftritten. Wobei ich mir nicht ganz sicher bin ob das gut ist, und ebenso unsicher, ob dieses "Habt ihr alle Bock, Mülheim?" ironisch gemeint war oder ob Bulli jetzt endgültig das Stadionrockfieber gepackt hat.
Frau Aal: Echt ordentliche Show, immer schön wenn man positiv überrascht wird. Ich scheine aber auch der einzige zu sein, der sich vorher nicht mit der Band beschäftigt hat, das Publikum ist von der ersten Sekunde an überschwänglich am Abfeiern, schön!
Fö: Zwischendurch wird auch immer mal die Bühne gestürmt von Punkern, die gerne auf der Bühne stehen. Ein komischer Reflex, der Band, die man eigentlich total abfeiert, die Show stehlen zu wollen. Aber da steck ich nicht drin. Respekt an die Bühnenhelfer, die tatsächlich eine Engelsgeduld (oh sorry, lieber keine Christenmetaphorik) dabei beweisen, die Leute wieder von der Bühne zu bitten.
Fö: Ja doch, geile Liveband. Ist mir von Platte zwar immer noch zu klischeebehaftet, aber live grölt man doch gerne alles mit. Haben sie "Nazis nehmen uns die Arbeitsplätze weg" eigentlich sonst nie live gebracht oder warum fällt mir heute erst auf, was für ein Hit das ist? Egal. Bis auf den Hallensound nix zu meckern.
Frau Aal: Der Grund für meine heutige Anwesenheit: MYTERROR. In meinem kleinen Kosmos ist MyTerror momentan eine der konsequentesten und brachialsten Livebands die es gibt. Ich weiß nicht wie sie das schaffen, aber vom ersten Ton an fliegt einem so dermaßen viel Energie entgegen, dass man eigentlich nicht stillstehen kann. Auch mein Körper zwingt mich sofort in den Actionmodus, bis mich meine körperliche Konstitution dann doch langsam wieder an den Rand drängt, um zu verschnaufen.
Frau Aal: Das fällt aber zum Glück nicht auf, denn nach wenigen Minuten tobt der Raum und die anwesenden Menschen verschmelzen zu einem wunderschön chaotischen Durcheinander. Zusätzlich angestachelt wird der ganze Haufen vom bandeigenen Moshpit-Manager, der trotz Sturmhaube eine beachtliche Ausdauer an den Tag legt.
Fö: Den Anfang hab ich verpasst und die Musik (son Alternative-Hardcore Marke 90er) ist eigentlich nicht wirklich meins, aber boah ey, das reißt nun wirklich mal mit! Sehr druckvolles Brett, da werden keine Gefangenen gemacht. Stark!
Frau Aal: Die Band kommt frisch von ihren Support-Shows für Feine Sahne Fischfilet und hatte im Vorfeld versprochen, heute nochmal eine Schippe draufzulegen. Ich persönlich würde sagen, dass sie das auf jeden Fall geschafft haben. Das Set strotzt nur so vor Spielfreude, die neuen Songs sind alle super und machen richtig Bock auf das anstehende Albumrelease. Ich bin glücklich, der Abend hat sich mehr als gelohnt.
Fö: Beim Song mit dem "Whoho" muss ich schmunzeln, und ansonsten bin ich ziemlich baff, was die da für eine Energie und Spielfreude an den Tag legen. Von der Intensität her vergleichbar mit Siberian Meat Grinder, sag ich mal so. Stark!
Frau Aal: Wenn schon wohoohoo dann wenigstens so...Düsseldorf represent.
Frau Aal: ABRISS hab ich leider nicht mehr gesehen, irgendwie war ich zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt. Was ich aber so durch Wände und offene Türen gehört habe war durchaus gut!
Fö: Ja, war es! Aber ich bin nach den zuvor gewonnenen Eindrücken von Inkasso Moskau und My Terror noch so geplättet, dass Abriss da einfach keinen Goldapfel mehr drauflegen können
Fö: Trotzdem natürlich solider Hardcore-Kram ohne überflüssiges Geschnörkel. Sie bescheren mir auch den Ohrwurm des Abends: "Que Sera Sera". Warum auch immer.
Fö: Vor der Bühne: Braves Ringelreih. Also haben auch Abriss ihrem Bandnamen alle Ehre gemacht. Anschließend wäre es mir lieber, sie würden "Abbau" heißen, weil von dem Vorsatz, direkt nach der Show zu fahren, wenig geblieben zu sein scheint. Aber war ja trotzdem noch witzig!
Frau Aal: Und wärend in Villabajo noch getrödelt wird, fährt Villarriba schon nach Hause. Mit Portwein.
Frau Aal: Ich wache am nächsten morgen auf: Mission erfüllt! Die Schmerzen sind vom Hals in den Kopf gewandert, wo sie schnell und effektiv bekämpft werden konnten. Ich überlege jetzt Heilpraktiker oder Lifecoach zu werden.
Fö: So schmierige Schamanentipps auf nem Youtube-Kanal, kann ich mir von dir gut vorstellen. Would subscribe.
Frau Aal: Ich hab euch in der Bio mein handgebrautes Mondbier, energetisierten Korn und Kopfschmerz-Globuli verlinkt, gebt mir bitte Daumen nach oben!

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