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Berlin Punkrock Allstars, 22.12.2018 in Berlin, Badehaus - Bericht von Fö

Berlin Punkrock Allstars, 22.12.2018 in Berlin

Immer noch in Berlin! Klar, für nur einen Tag fahr ich hier doch nicht hin. Wobei ich ernüchternd feststellen muss, dass ich fast nur Zugezogene in Berlin kenne und die natürlich alle über Weihnachten zu ihren Eltern fahren, dementsprechend leer ist es auch in der Stadt. Aber auf ein paar Verliebene ist halt doch Verlass (danke Käptn <3) und sogar für abendliche Unterhaltung ist gesorgt, es tut sich nämlich ein Abend mit den "Berlin Punkrock Allstars" auf, ein Konzept, so simpel wie spaßig, dass sich einfach diverse Punkrock-Musiker von verschiedenen Bands für einen Abend auf der Bühne tummeln und wild zusammen gewürfelt Punklieder covern. Das klingt doch ganz herrlich!
Herrlich auch: Es lohnt sich, direkt zu Beginn da zu sein, weil das beste Lied gleich am Anfang verwurstelt wird: Das unvergleichliche Epos "The Decline" von NOFX! Dargeboten von der Band WE WILL FLY, die ich bis dato nur dem Namen nach kannte, aber ein paar der Musiker immerhin mal gesehen.
Ist natürlich ein bisschen Königsdisziplin, ausgerechnet diesen Song zu covern, der mit 18 Minuten ungefähr 10-mal länger ist als ein üblicher Punk-Song. Muss man erstmal hinkriegen! Gesangliche Unterstützung gibt's von dieser Dame (keine Ahnung von welcher Band) und in die Posaune blasen darf Punkwelts Darling Tompa.
Nicht immer perfekt gespielt (aber das ist heute Abend auch nicht wirklich gewollt) und an das Original kommt eh keiner ran, aber geil! Die Ohrwürmer für die nächsten Tage sind gesichert! Trotzdem nur Platz zwei der besten The-Decline-Cover die ich in diesem Jahr gehört habe, Platz eins bleibt bei Money Left To Burn aufm KNRD Fest.
Das war aber nur der Auftakt, anschließend wird munter durchgetauscht und von verschiedensten Musikern in unterschiedlichsten Konstellationen bekommt man diverse Klassiker von Mitte 90er bis Anfang 2000er. Distillers, Terrorgruppe, Alkaline Trio, Rise Against, Blink 182, Beatsteaks, Bouncing Souls und und und. Stark!
Ziemlich geiles Konzept! Wann hab ich zuletzt so viele zeitlose Hits am Stück gehört? Das muss mindestens, hm, also das dürfte wahrscheinlich beim letzten Knochenfabrik-Konzert gewesen sein. Die übrigens nicht gecovert wurden. Überhaupt ist Deutschpunk eher unterrepräsentiert, immerhin singt Stäffi noch "Opa halts Maul".
Wer da sonst so alles auf der Bühne stand: Keine Ahnung. Die Berliner Punkrockszene glänzt ja unter anderem dadurch, dass nur wenige Bands auch mal außerhalb Berlins touren, hab ich zumindest den Eindruck. Der Drummer von Nervöus (und We Will Fly) war dabei sowie Anfy von Radio Havanna, der den Abend wohl auch mit aufgezogen hat. Die anderen Gesichter sagten mir nix.
Vielleicht auch Leute dabei, die einfach seit den 90ern keine andere Musik angepackt haben, vorstellbar wär's. Aber wenn die jetzt und hier bei diesen munteren Konstellationen wieder Blut lecken wär's sicherlich nicht das Schlechteste für die Berliner Szene.
Qualität mal durchwachsen und schräg, mal auch wieder ziemlich nah am Original, um nicht zu sagen, die haben doch geprobt, Buh, Punkverräter!
Das Badehaus ist ganz gut gefüllt und selbstverständlich wird ordentlich gefeiert! Ist auch gut so, 2 Euro jeder Eintrittskarte kommen dem Berliner Kältebus zugute. Der Rest fließt in die Gema oder sonstwo hin - im Zweifelsfall in die durstigen Kehlen der MusikerInnen.
Zwischendurch bahnt sich Verzweiflung in unseren Gesichtern an: Steht da ein Notenständer auf der Bühne? Trägt da jemand ein Cajón ran? Was will der Typ mit der Ukulele? Ist dann aber gar nicht so schlimm, geboten werden Sublime und Rancid in echt ziemlich tanzbaren Versionen, während die harten Moshpit-Schläger ihre Zigarettenpause genießen können.
Und weiter im Programm! Ja, wat soll ich sagen, geiler Abend, sehr erfrischend auch die Songauswahl auf den Zeitraum zu konzentrieren der für unsere Generation auch wirklich relevant war und nicht auf die immer gleichen 70er/80er-Punksongs, die vielleicht für den Punk, aber weniger für die eigene musikalische Sozialisation ne Rolle spielten.
Die zweite Hälfte des Sets hatte dann aber doch einige Längen, will sagen da war einiges dabei, mit dem ich mich nie groß auseinander gesetzt habe, was das ganze aber nicht minder hörenswert machte. Tolle Veranstaltung, gerne wieder, Coverbands ist die Zukunft!

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