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Punk im Pott: Der Butterwegge, Kupferwerk Gold, Überflüssig, Normahl, Trustgod Simon, Liedfett, Blenden, Die Lokalmatadore, Volker Putt, Fahnenflucht, Götz Widmann, Panikraum, 28.12.2018 in Oberhausen, Turbinenhalle - Bericht von der Redaktion

Punk im Pott, 28.12.2018 in Oberhausen

Kabl: Historischer Abriss: Das Punk im Pott besuchte ich bisher acht Mal: 2005 bis 2010, sowie 2014 und 2015. Jetzt 2018 meine 9. Ausgabe. Vieles hat sich verändert, vieles ist gleich geblieben. Doch ich bemühe mich jetzt einfach mal, nicht zu oft in die Vergangenheit abzudriften, auch wenn dies sicherlich gelegentlich passieren wird. Prolog: Wir fahren bereits am 27.12. los und übernachten in Solingen, einer Stadt mit dem Charme eines Ikea-Schreibtischs. Wir haben ein und dieselbe Person 4 mal an unterschiedlichen Orten gesehen. Sie hatte eine Latzhose an. In Solingen hat um 22 Uhr absolut nichts mehr auf, außer einer gewissen Kneipe. Als wir das am nächsten Morgen den Leuten erzählen, bei denen wir übernachten, antworten sie nur trocken: "Ah, da gab es letzte Woche eine Messerstecherei, hoffe ihr hattet Spaß." Außerdem hat uns eine Katze vor unser Übernachtungszimmer gekotet. So (wie der Kollege ausgesprochen). Dann weiter nach Essen, da wir da übernachten. Dort setzt der Bilderbericht ein.
Wuffi: Mein erstes Punk im Pott war 2015 und nun bin ich auch erst zum zweiten Mal da. Ich fahre zwar auch aus Essen an, aber nicht aus dem Hotel, sondern unserer neuen Wohnung. Da dort noch viel zu erledigen ist, verpassen wir auch die ersten Bands.
Karhu: Same here: Auch ich war 2015 zum ersten Mal hier und reise aus der frisch bezogenen Wohnung in Essen an - zusammen mit Wuffi, versteht sich.
Roland der Voland: Ich glaube es ist schon mein 12. oder 13. Mal Punk im Pott. Anreise am Nachmittag zu unserem Lieblings-Hostel, von da aus kann man gemütlich zu Fuß zur Turbinenhalle.
Kabl: Es wird gespeist und Bier verzehrt. Was ist sonst noch erwähnenswert? Es gibt einen rauchfreien Kindergarten. Wir sind nicht die einzigen Menschen, die bereits um 13 Uhr in Kneipen sitzen. Dann irgendwann einchecken...
kiki: Wer im Ruhrgebiet um 13 Uhr noch nicht in der Kneipe sitzt, hat entweder Arbeit oder keinen Platz am Tresen mehr bekommen. Du "Dimpfl"!
Kabl: ...und pünktlich zum ersten Act an der Turbinenhalle ankommen. Für die Statistik: Zwei-Tagesticket: 48 Euro. Bier: 2,50 Euro. Beides völlig okay, wie ich finde. Ich schaue mir in diesem Jahr tatsächlich alle Bands, außer eine, zumindest teilweise an.
Kabl: 16.30 Uhr: DER BUTTERWEGGE. Guter Opener, er spielt so 6 Lieder, sodass das Ganze nicht langweilig wird. Seine Gitarrenskills sind jetzt sicherlich nicht überragend, aber darauf kommt es nicht an. Er kommt sehr sympathisch rüber und gibt geheime Infos über die enorme Gage, die er für diesen Auftritt bekommt.
Kabl: 17.00 Uhr: KUPFERWERK GOLD. Vor allem die ersten drei Lieder gefallen mir sehr gut. An Gitarre/Gesang: Zepp Oberpichler, am Bass: Fratz von punk.de, am Schlagzeug: Keine Ahnung. Guter, mittelschneller Punkrock. Schade, dass die Halle noch recht leer ist, was leider in diesem Jahr relativ oft vorkommen wird.
Kabl: 17.45 Uhr: ÜBERFLÜSSIG, die erste Band, auf die ich mich richtig gefreut habe, da noch nie gesehen, aber auf CD sehr oft gehört. Der Auftritt enttäuscht nicht, auch wenn die Ansagen des Sängers an mancher Stelle zwar lustig gemeint, aber eher unlustig sind. Musikalisch klingt alles wie die abstürzenden Brieftauben, jedoch mit hoher Hitdichte. So werden "Vorstadt muss brennen", "Wer wird siegen" sowie der Überhit "Tod dem Naziterror" gespielt. Mir fehlt lediglich das Lied mit dem Refrain "Es tut mir leid, mein Liebling, ich muss jetzt gehen...".
Wuffi: Zum letzten Lied haben wir die Halle betreten. Joa, Brieftauben als Vergleich sind mir auch in den Sinn gekommen. Nicht schlimm, verpasst zu haben.
Roland der Voland: Die Vergleiche passen. Hat mich allerdings nicht wirklich überzeugt, auch wenn die Texte teilweise ganz lustig waren. Aber im Gegensatz zu manch anderer 2-Mann-Kombo hatten die meiner Meinung nach einen etwas dünnen Sound. Vielleicht lag das aber auch an der noch leeren Halle.
Kabl: 18.45 Uhr: NoRMAhl. Die habe ich so mit 18/19 rauf und runter gehört, jetzt, seit zehn Jahren jedoch, zugegebenermaßen nicht mehr. Und es ist für mich das Highlight des diesjährigen Festivals. Wegen der Band muss ich jetzt die Rubrik "bestes Konzert" im Bierschinken-JahresROCKblick nochmal ändern. Denn: Es werden ausschließlich die alten Hits geschmettert, lediglich das Hannes-Wader-Cover ist mir unbekannt. Und es laufen im Kopf Filme von vor zehn Jahren ab. Großartig!
Wuffi: NoRMAhl zum ersten Mal gesehen und war soweit ein guter Auftritt. Rockiger als erwartet und das Wader-Lied hieß "An der Zeit".
Roland der Voland: Hat mir dieses Jahr tatsächlich auch wieder gut gefallen, ich weiß noch, dass ich die das letzte Mal recht lahm fand. Aber passte so!
Wuffi: Die (ernstgemeinte?) Ansage, dass sie gewarnt worden seien, auf dem Punk im Pott zu spielen, fand ich jedoch für das Alter der Band schon sehr amüsant. Was für einen Bekanntenkreis habt ihr denn? Oder hat Mami gesagt, passt auf euch auf, da gibt es böse Punker?
Karhu: Die Ansage hab ich auch nicht kapiert. Aber die alten Hits machen in der inzwischen gut gefüllten Halle wirklich Spaß.
Kabl: 19.35 Uhr: Zurück auf der kleinen Bühne. Hier spielt TRUSTGOD SIMON, die erste Band, die mir nicht zusagt. Ich denke, die Band will wie Eisenpimmel/Lokalmatadore/Kassierer sein, schafft sie aber nicht, da die Ironie fehlt, bzw. bei mir nicht ankommt. Als dann "Party, Palmen, Weiber und n Bier" gecovered wird, habe ich keinen Bock mehr, obwohl ich bereits vorher wieder auf die Hauptbühne geschlendert bin...
Karhu: Auch ich ergreife die Flucht, als seitens der Band die Aufforderung kommt, es sollten doch bitte mal Frauen mit dicken Titten auf die Bühne kommen. Nicht euer Ernst, Leute...
Roland der Voland: Mal eben für ein paar Minuten reingeguckt und für schlecht befunden. Falls das satirisch gemeint gewesen sein soll, kams nicht so rüber. Ich glaube die meinten das echt ernst, peinlich.
Kabl: Weiter zu LIEDFETT, die eigentlich ab 19:50 Uhr spielen hätten sollen. Ich höre aber nur Soundcheck, den der Sänger versucht, mit witzig gemeinten Sprüchen aufzuwerten. Naja, halt wieder zurück zu TRUSTGOD SIMON, die vermutlich irgendeinen Sauf-Hit gespielt haben. Als LIEDFETT dann irgendwann loslegen, gehe ich auch nach ein paar Liedern wieder. Für meinen Geschmack zu viel Sprechgesang, dennoch, den Leuten gefällts.
Roland der Voland: Sehe ich zum ersten Mal, obwohl die sich ja mittlerweile einen Namen gemacht zu haben scheinen. Mir gefällt es auch sehr gut muss ich sagen, einer meiner Neuentdeckungen des Festivals. Lustiger Auftritt, sehr zappeliger, aufgekratzter Frontmann und Musik, die so ein bisschen zwischen Akustik und verzerrt schwankt, klingt zwar erstmal komisch, war aber doch ganz stimmig.
Kabl: 20.50 Uhr: BLENDEN. An sich starke Band, kannte ich vorher nicht, klingt ein bisschen wie Turbostaat und Konsorten. Die Ballade kommt gut. Aber: Der Sound auf der kleinen Bühne ist dermaßen beschissen, die Bands können noch so gut sein, es ist nahezu unerträglich. Ich sage das dem Mischer auch, er meint jedoch, das läge daran, dass die Halle nicht für Musikveranstaltungen geeignet wäre. Ich kenne mich da etwas zu wenig aus, aber so einen undifferenzierten Lärmbrei habe ich tatsächlich (in der Tat) selten erlebt.
Wuffi: Ich habe Blenden erst vor zwei Wochen in Münster gesehen und auch hier konnten sie wieder überzeugen. Für den modernen deutschsprachigen Punkrock echt eine klasse Band.
Karhu: Vor allem finde ich sie nicht ganz so intellektuell-wehleidig wie manche andere Bands des Genres, das fällt mir positiv auf.
Roland der Voland: Kannte ich noch nicht, fand ich aber ganz gut, was man so hören konnte. Wobei hören wirklich schwer war, der Sound in der Tat unterirdisch. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es nahezu unmöglich ist, in dieser Halle mit Fabrikdach, die genau so hoch wie tief ist, einen guten Sound hinzubekommen.
Karhu: Was beim Sound schief läuft, scheint das Technik-Team beim Licht wieder gutmachen zu wollen. Leider erinnern mich die Lichtkegel, die in einer irren Geschwindigkeit kreuz und quer durch den Raum blitzen, eher an einen schlechten Science-Fiction-Film - und diese Überkompensation des Soundproblems gibt's später so ähnlich noch bei anderen Bands.
Wuffi: Letzter Song wie in Münster mit Mundharmonika. Auf Deutschpunk mit Harmonika haben ja eigentlich Missbrauch ein Patent, aber hier wird sicherlich Geld fließen...
Kabl: Also, dann doch zurück zu den alten Bekannten, 21.15 Uhr, DIE LOKALMATADORE. Richtig gutes Set mit sehr vielen Songs des Albums "Arme Armee" und einigen bekannten Hits. Ich find es super, dass die Band ihre Setlist etwas durchvariiert, wobei sie ruhig noch eine halbe Stunde mehr hätte spielen können, da vor allem Knaller des letzten Albums "Söhne Mülheims" etwas zu kurz kamen. Der Unterschied zu einer morgen spielenden Band ähnlichen Kalibers ist auch, dass die Akteure auf der Bühne so wirken, als hätten sie noch wirklich Bock auf das was sie machen. Super Auftritt der Lokalmatadore!
Roland der Voland: Jau, bin ja jetzt auch nicht so der Fan, aber jedes Mal, wenn ich die mal wieder sehe, macht es dann doch Spaß.
Kabl: 22.25 Uhr: VOLKER PUTT auf der "Undifferenzierter-Lärm"-Bühne. Da blieb bei mir recht wenig hängen. Relativ gewöhnlicher Punk mit kleinem Hardcore-Einschlag, wobei die Stimme des Sängers sehr nach einer Oi!-Vergangenheit klingt, was dann durch eine Ansage über Jugendsubkulturen auch bestätigt wird. Ja. Durchschnitt.
Wuffi: Bei Blenden fand ich den Sound soweit noch in Ordnung. Bei Volker Putt dachte ich daher zunächst noch, der schlechte Sound der Band gehört so. Unter dieser Prämisse als soweit ok, aber sehr eintönig abgespeichert. Wenn sie wieder in der Ecke sind, gebe ich ihnen mal eine zweite Chance...
Roland der Voland: Hab ich die gesehen? Weiß ich nicht mehr ...
Karhu: ...zumal ich die Ansagen, gemessen am Skin/Oi!-Einschlag der Band, erstaunlich gut und politisch finde. Sympathisch!
Kabl: 0.00 Uhr: FAHNENFLUCHT. Doppeltes Minus! Erstens: Wieder auf der "Undifferenzierter-Lärm"-Bühne. Zweitens: Parallel zu Götz Widmann. Aber: Minus mal Minus macht Plus: Da der Sound, trotz einer echt guten Band, so beschissen ist, geht man lieber rüber und schaut sich den Barden mit der Gitarre auf der Main-Stage an. Kleiner Kritikpunkt bezüglich des Bühnenplans ist hier angebracht: Das waren die einzigen beiden Acts, die wirklich zur exakt gleichen Zeit spielen. Außerdem: Es wäre doch einfacher, einen Solokünstler mit Akustikgitarre auf der "Undifferenzierter-Lärm"-Bühne zumindest passabel auszusteuern, als eine aufwändigere Punkband.
Wuffi: Wie man so eine geile Band wie Fahnenflucht auf diese Bühne schicken konnte, werd ich nicht begreifen...
Karhu: Zum Glück kenne ich die Songs ganz gut. So kann mein Kopf all das ergänzen, was im undifferenzierten Lärm (sehr passende Beschreibung, Kabl!) untergeht. Auch die Band ist sichtlich genervt - vor allem der Gitarrist, der mitten im Set feststellen muss, dass sein Instrument im Publikum gar nicht zu hören ist. Respekt, dass Fahnenflucht trotzdem ein volles Set samt Zugabe durchgezogen haben, auch wenn meine Ohren diese Zugabe echt nicht mehr gebraucht hätten.
Wuffi: Das war kein Konzert, dass war Arbeit und Arbeit ist scheiße! Die Fetzen, die von der Bühne - neben denn immer wieder krachenden und übersteuerten Boxen (sehr angenehm!) - kommen, zu Songs zusammen zufügen, erzeugen bei den Anwesenden entweder hohe Zuschläge auf den Mindestlohn oder gleich Schmerzensgeldforderungen. Vor allem Fahnenflucht tun einem jedoch echt leid, die noch versuchen zu retten, was nicht zu retten ist. Sowas hab ich bisher nicht in einem AZ erlebt...
Roland der Voland: Fahnenflucht ist ja eigentlich dafür bekannt, auf einen sehr guten Klang zu achten, von daher für diese Band hier fast schon ein Schlag ins Gesicht. Zumal besonders am Anfang extreme Technik-Probleme hinzu kommen. Ich dachte zwischenzeitlich fast schon, die geben auf und gehen von der Bühne. Beißen dann aber doch die Zähne zusammen und spielen ein super Set (also man musste schon die Lieder kennen, um zu merken, was gerade gespielt wird ...) Danach geht`s für mich ins Bettchen.
Kabl: Jou, 0.00 Uhr eben auch GÖTZ WIDMANN. Wie schon im Jahr 2014, wo er nicht als Headliner/Rausschmeißer gespielt hat, sondern inmitten von genretypischen Bands, scheiden sich bei ihm die Geister. Die einen nörgeln, verlassen die Halle und faseln "datt is doch kein Punk", die anderen feiern seine sehr kreativen und kritischen Texte ab. Ich find's gut. Daher vielleicht gute Entscheidung, ihn am Schluss spielen zu lassen, so können die Nörgler einfach nach Hause gehen...
Kabl: ...wobei sie dann die wirklich guten PANIKRAUM verpassen. Ältere Herren, die teilweise bestimmt schon die 60er-Marke überschritten haben könnten, spielen wavigen Punkrock. Das finde ich übrigens allgemein super, dass mittlerweile auch unbekanntere Bands spielen dürfen, es sind immer einige Entdeckungen dabei. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und geguckt, welche Bands des heutigen Tages noch nie beim Punk-im-Pott gespielt haben (hoffe ich habe mich nicht verzählt): Ich bin auf 7 von 13 gekommen. Super Mischung. So kann es morgen weitergehen.
Wuffi: Wir sind dann schon nach Fahnenflucht genervt und erschöpft von dem Soundbrei gegangen. Panikraum hätt ich mir gerne nochmal angeschaut, aber auf der Bühne keine Chance...

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