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Mülheim Asozial, F*cking Angry, Der Tag des dümmsten Gesichts, 09.02.2019 in Bochum, Die Trompete - Bericht von Fö

Mülheim Asozial, 09.02.2019 in Bochum

In Bochum wird nun seit einiger Zeit versucht, ein selbstverwaltetes Kulturzentrum ("Kulturfabrik") zu schaffen, und seit diesem Jahr gibt es endlich Räumlichkeiten: Das sogenannte Provisorium, das mit verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen gefüllt werden soll. Klingt spannend und sollte man auf jeden Fall auf dem Schirm haben, zum Beispiel hier. Das heutige Konzert findet allerdings extern statt, man will ja schließlich auch das Umfeld bereichern und vermutlich ist das Provisorium nicht unbedingt für derlei Konzerte geeignet. Ich selbst hab von dem Konzert und dem Umstand, dass es einen Vorverkauf gibt, urlaubsbedingt allerdings erst erfahren, als es schon keine Karten mehr gab. Buh! Krankheitswelle sei dank kursieren aber dann kurzfristig doch noch einige Tickets und ich kann doch noch eins ergattern. Wunderbar und danke!
Trompete, war ich noch nie. Geschwungener Laden, wohl eher für Discobetrieb als für Konzerte gedacht, aber gar nicht mal so schlecht! Der Größenfaktor passt, die Raumaufteilung irritiert etwas und die vielen Stufen im Raum sind auch nicht unbedingt torkeltauglich. Nunja. Torkeln wir mal nach vorne zu DER TAG DES DÜMMSTEN GESICHTS.
Die Band hat auf jeden Fall schon mal nen echt herrlichen Bandnamen. Ich bin guter Dinge, dass der Rest auch herrlich wird. Aber leider stolpert mein wohlwollend gesinntes Musikhirn dann doch über Musik, Performance und eigentlich alles andere.
Zu hören gibt es Deutschpunk, der so an sich ganz okay ist, aber im direkten Vergleich zu den folgenden Bands halt einfach an Hitfaktor vermissen lässt. Viel schlimmer finde ich aber, dass die sich einfach gerne reden hören, wodurch der Auftritt doch arg stotterig wirkt. Zudem trifft der Humor, mal abgesehen vom Bandnamen, einfach nicht meine Geschmacksknospen, während sie selbst sich für ziemlich witzig zu halten scheinen. Schade, so wird das nix mit uns.
Anschließend F*CKING ANGRY! Und mit "Lack ab" und "Fucking Angry" direkt zwei selbstreferenzielle Stücke zu Beginn. Ist das noch Punk? Keine Ahnung. Punk ist jedenfalls nicht unpolitisch, sagt Beckx, und da sind wir natürlich einer Meinung, und auch wenn's für den einen oder die andere abgedroschen klingen mag, kann man das ja nicht oft genug betonen.
Ansonsten: immer wieder super! Die Band reißt echt regelmäßig und mit verdammter Spursicherheit alles ab, heute auch. Super! Übrigens hab ich die Band vor in etwa genau 5 Jahren das erste Mal gesehen, damals ebenfalls mit Mülheim Asozial. Gute Pakete kann man immer wieder schnüren, Wiederverwendung ist ja auch nachhaltig.
Die Raumaufteilung der Trompete sorgt auch dafür, dass zwischen Bühne und Publikum ein wenig Raum durch ein "Ding" weggenommen wird, das da halt einfach so in den Boden gelassen ist, weder als Wand noch als Tresen Sinn macht, aber hervorragend geeignet ist, um draufzusteigen. Na, immerhin!
Beste Szene: Chris merkt an, wie sauber es in Bochum ist, im Gegensatz zu zum Beispiel Köln-Mülheim. Daraufhin wirft Kai ihm ne Handvoll Müll (vermutlich zerknüllte Knöllchen) vor die Füße
Im Publikum hier und da amtliche Textsicherheit, so dass auch das Experiment "mit dem Mikro vor der Bühne rumlaufen" mit Erfolg zelebriert wird.
Dann MÜLHEIM ASOZIAL! Die haben sich ja zuletzt sehr rar gemacht und im letzten Jahr bis auf 1-2 Soli-Aktionen nicht gespielt. Nachdem sie sich vorm Konzert noch schnell ein paar Akkorde beigebracht haben, kann's dann auch losgehen!
Wie zu erwarten: Mega-Abriss! Schon geil, wie die Meute da ausrastet! Ich selbst hab die Band auch seit mehreren Jahren nicht mehr gesehen. Voll geil dass die weiterhin ihr Ding durchziehen und nicht längst als Toten-Hosen-Support durchs Land ziehen.
Natürlich darf der Rap-Hit "Sound der Straße" nicht fehlen, ebenso wenig wie Jetzt-schon-Klassiker à la "Bier gegen Bullen und Deutschland" oder "Yuppieschweine" oder "Ey die Hunde" oder, ach, alles einfach. Voll geil! Mein Ohrwurm des Abends: "Bomben auf den Rheinauhafen"
Kleines Manko bei mir: Da lange nicht mehr gesehen, habe ich auch die Songs nicht mehr wirklich verinnerlicht. Vielleicht sollte ich wirklich mal damit anfangen, zuhause Musik zu hören. Egal. Entsprechend brauche ich immer ein wenig, um wieder in die Songs reinzukommen oder sie überhaupt zu verstehen.
Zum Glück sind andere Leute textsicherer. Die Ansagen kommen auch gut, und dabei fällt mal wieder auf, dass Mülheim Asozial, trotz allem Kokolores den man unterstellen mag, eben auch eine politische Band ist. Gentrifizierung, Bullen, alle kriegen ihr Fett weg. Die Demo zum internationalen Frauentag wird auch nochmal hervorgehoben. Ganz nebenbei wird Jochen als Polizist geoutet. Er schämt sich zwar ein wenig, aber jetzt ist es raus. Buh!
Klangtechnisch könnte da mehr gehen, wobei ich nicht sagen kann ob es der allgemeinen Akustik im Raume zuzulasten ist oder meiner Position seitlich der Bühne. Aber ich bin einfach zu faul mich in den Mob zu stürzen. Jedenfalls geht da einiges an Texten und Ansagen etwas unter, was der Stimmung nicht wirklich nen Abbruch tut.
Im Gegensatz zu Muff Potter, die ganze zwei Zugaben gegeben haben, sind Mülheim Asozial eine Punk-Band und geben keine. Sehr gut! Anschließend holen sich noch alle Autogramme und wir fahren heim.

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