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Berkelterror: Hetze, Killbite, Pandemie, Work Life Balance, Die Freundin von, Fasteratu, Hatehug, Alteri, Kackschlacht, Sick Times, Raylin, Zilp Zalp, Turtle Rage, Weak Ties, 12.-13.07.2019 in Coesfeld, Pampa - Bericht von der Redaktion

Berkelterror, 12.-13.07.2019 in Coesfeld

Kadda: "Das Schnapsrad zeigte auf grün. Noch ehe der dritte Gast seinen ersten Hering in den Boden schlug, hatte ihm das Glück einen Waldmeisterlikör beschert. Seit gestern hatte er nicht mehr auf die Uhr, sondern nur noch aufs Thermometer geschaut. Bei 21° füllte sich der Zeltplatz in einem ähnlichen Tempo wie der AOK-Elektroscooter über das ländlich gelegene Grundstück raste.": Das fünfte Berkelterror (Privatveranstaltung) sollte beginnen.
Zwen:  Eine kleine Festlichkeit an der Berkel steht mal wieder ins Hause! Wie jedes Jahr treffen sich dort nämlich eine handvoll Verrückte, um bei einer ganzen Menge Krach und ein paar Kalt-Getränken zwei Tage zwischen Korn- und Maisfeldern herumzudümpeln. Die Zahl dieser Verrückten sollte dieses Jahr alles bisher dagewesene übertreffen und kurzfristig sogar dafür sorgen, dass man fast nicht mehr mit Auto aufs Gelände kam. Zum Glück aber auch nur fast. Nächstes Jahr müssen wohl ein paar Leute zu Hause bleiben oder mit dem Boot kommen.
fred: Immer wieder schön, son Kurzurlaub anne Berkel.
Kadda: Ich war dieses Jahr schon seit Donnerstag vor Ort - bis Freitag Vormittag gab das Festivalgelände durch einige Unwetter bereits mehrmals ein ähnliches Bild, wie das am Sonntag Mittag ab. Der Aufbau lief fast rund um die Uhr, um aus der rustikalen Scheune eine Struktur zu schaffen, die ein Überleben für Gäste und Bands sicherte.
Kadda: Nach einem halben Tag am Berkelstrand war meine Sockengarderobe für einen gesamten Urlaub aufgebraucht, ich hatte eine neue Frisur - und so richtig überrascht hatte es mich auch nicht mehr, wie sich nachts der Dorfpunk-Nachwuchs zur Berkel fahren ließ, weil er, laut Eigenaussage, nur einmal kurz seine Pyro ausprobieren wollte. Ich war also angekommen.
Kadda: Einen weiteren halben Tag später begannen die Fritten und Hotdogs in Fett zu bruzzeln, die Pizzen im Lehmofen zu backen, während im Minutentakt Autos auf das Gelände fuhren. Enthusiastisch winkend und mit leicht irrem Grinsen begrüßte ich die ankommenden Freund*innen. Was folgte, war eine wilde Nacht, die bis morgens auf Hof, Campingplatz und im Garten anhalten sollte. 
Zwen: Wir schlagen dann auch mal auf. Am Dortmunder Hauptbahnhof das Auto noch mit menschlicher Fracht beladen und dann nichts wie ab nach Coesfeld! Dort dann erstmal einen Gerstensprudel geöffnet, das Zelt aufgestellt und dann nur noch Nonsense gelabert. Bungabunga-Boris hat wohl die arme Sabrina versetzt, weshalb wir sie erstmal vor der heranreitenden Dorfjugend retten müssen und sie mit Hopfensaft versorgt in die Sicherheit unseres Camps parken können.
Kadda: Die erste Band des Abends heißt Pandemie. Beim heimeligen Vorhören ihrer Vertonung Goethes "Erlkönig" entschied ich, diese Band nicht verpassen zu dürfen - Schon allein um das Geheimnis zu lüften, ob es sich bei den Mitgliedern um Deutschpunk-Veteranen der 80er-Jahre handelt oder um den Pyro-zündelnden Dorfpunk-Nachwuchs. 
Kadda: Was auch immer dann aber in mich gefahren war - ich hörte dem Konzert vom Hof aus zu und würde wohl nie erfahren, wer hinter dieser wilden Mischung aus Goethe, Ätzer 81-Gesang und sehr sanftem Metal/Hardcore Anstrich steckt. Fragte mich aber bis zum nächsten Tag, was diese eine Gruppe auffällig gut gelaunter und gepflegter Jünglinge hierher verschlug: Es waren Pandemie <3
Zwen: Auch wenn ich den Auftritt zwar gut, aber auf Dauer doch etwas langweilig fand, bei deiner Beschreibung würde ichs mir nochmal überlegen und bei denen vielleicht sogar nach rechts swipen <3. 
Zwen: Brennnesseln aus dem Eigenanbau. Gut gegen Roima!
fred: ZILP ZALP, war goil!
Zwen: Haben die auch Gebrüll gemacht? O Gott, wir schreiben gerade erst den ersten Festivaltag und ich kann die Bands jetzt schon nicht mehr auseinander halten. Schade, dass The Pig Must Die aus gesundheitlichen Gründen absagen mussten, die machen immerhin kein Geschrei.
fred: Gebrüllt ham se auch.
fred: ALTERI, war goil!
Zwen: Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, Alteri reißen die Hütte ab, als würde die Sonne nie wieder aufgehen. Was ein Brett!
fred: Si.
fred: WEAK TIES, war goil!
Zwen: Bestimmt, auch wieder sowas zwischen Hardcore und Crust.
Zwen: Da es an dem Wochenende immer mal wieder regnet und alles ein nasskaltes Gefühl hinterlässt, schleiche ich oft um die Wärme spendende Feuertonne. Als ich mich schließlich beinahe in die Flammen setze, werde ich mit dem dezenten Hinweis auf den synthetischen und leicht entzündlichen Stoff n meinem Körper, von der Wärmequelle verdrängt. Na, so ein Dreck!
Kadda: Tag 2: Pünktlich bei 15° stand das obligatorische Frühstücksbuffet bereit. Im Kirmes-Zelt wurde bei 17° der Scooter gewaschen - ein ganz gewöhnlicher Samstag eben. Das Schnapsrad und die Betonbola drehten dabei auch ihre ersten Runden. Aber vorallem war ich vorfreudig und ungeduldig - denn als erstes sollten "Die Freundin von" spielen. 
Kadda: Leider war das jüngste Mitglied der neuen Punk-Hoffnung noch damit beschäftigt, die Wunden des Vorabends zu lecken. Der Auftritt wurde zum nächsten großen Platzregen verschoben. Bis dahin staunte ich über die Gruppe unter dem einen Pavillon, die nun in Eigenregie das Schnapsrad auf dem Campingplatz in Betrieb nahm. Weiterhin wurde aber der 1Soli-Euro für den Schluck aus den Pullen - die seit Jahren an der Berkel auf ihren Einsatz warteten - gespendet. Beeindruckend! Die ein oder andere Runde spielte ich mit, und um schnell etwas nüchterner zu werden ging es einmal ganz kurz in die Berkel. Der Trick funktioniert aber erfahrungsgemäß nur 1mal täglich.  
fred: mäh..
Kadda: Sonne?! Wo wart ihr denn?
Zwen: Bereits am Abend zuvor hatte eine kleine Gruppe in unserem Camp beschlossen, sich ein bisschen die Beine zu vertreten. Da wir ja alle Frühaufsteher sind, konnte man dies ja auch locker vor dem Frühstück erledigen. Da wir aber plötzlich alle Spätaufsteher geworden sind, bietet sich die Möglichkeit jedoch erst nach ausgiebigem Chillen nach dem Frühstück. Wie eben ausgeführt, müssen wir uns ja keine Sorgen machen, die Freundin von zu verpassen. Tatsächlich ist hier im Münsterland die Fauna deutlich interessanter als die Flora.
Zwen: Hach, wat idyllisch! Einfach mal ein bis zwei Kilometer weg von dem ganzen Wahnsinn und mit ein paar Kaltgetränken aus dem nahen Supermarkt den Vormittag genießen. Lange bleibt die Idylle aber nicht, schließlich will ja niemand die erste Band des heutigen Tages verpassen.
Kadda: Das Konzert von Die Freundin von war übrigens vorzüglich. Der Regen hatte den jungen Damen ein großes Publikum beschert und sie wussten dieses auch zu unterhalten. Und da Coco allen ans Herz legte, dass das was sie taten ganz einfach sei, darf in Zukunft mit ganz vielen, neuen, wunderbaren Rumpelpunk-Bands zu rechnen sein.
Zwen: Cocos Ansagen sind eh das beste am ganzen Set. Hier übrigens noch ein Schlagzeugerinnen-Foto. Ich glaube Schlossi wäre enttäuscht, wenn dieses es nicht in den Bericht geschafft hätte.
Zwen: Ansonsten ist es definitiv nicht so schlecht wie auf diesem Demo hier, sondern eigentlich ganz unterhaltsam. Klar, das Gold, was man vielleicht irgendwann mal aus der Band herausfiltern könnte, versteckt sich momentan noch unter einem riesigen Haufen Dreck, aber es ist grundsätzlich da. Ganz bestimmt!
fred: TURTLE RAGE! absolute Turtle Power, war goil!
Zwen: Absolutes Highlight. Da wird so einer rausgeschraubt! Gitarrist und Drummer überholen sich in einer Tour.
Zwen: Ein Sound, als hätte sich der alte Nintendo für zwei Stunden aufgehangen und versuchte diese nun schnell mal eben in zwei Sekunden nachzuholen. Wirklich ganz großes Kino!
fred: Auf den folgenden Bildern ist meine Rübe zusehen (nein so heißt nicht die Band), stark.
Zwen: Bin halt ein wahrer Meisterfotograf und hatte zudem auch noch richtig Bock auf Arbeit. Leider mussten wir den Großteil deiner Rübenfotos in den Paybereich verschieben.
fred: Sven macht seine Sache echt gut, man kann ihn z.b für Hochzeiten, Omas 80ster etc. als Profifotograf mit Leidenschaft und Bock buchen.
Kadda: Wer übrigens auch seinem Ruf gerecht wurde, nämlich laut Bierschinken immer wieder das Publikum zu überraschen, waren Kackschlacht. Eine aufgeregte Meute drängelte sich in die Scheune und wartete aufgeregt auf den ersten Song. Die kurz aufkommende Euphorie beim ersten Akkord wurde durch große Verwirrung im Publikum abgelöst. "Boah ist der Sound scheiße, wer mischt das gerade?" - "Ich glaube das ist die Band, die so scheiße ist", gehörte zu den Dialogen, die gleichzeitig in der Scheune ausbrachen. Mit etwas Feinschliff am Gitarrenverstärker wurde allerdings dafür gesorgt, dass nun auch alle Fehler gut hörbar waren.
Kadda: Das Duo spielte meistens zwei unterschiedliche Lieder an, um an jedem Ende doch zusammen zu finden. Der Trommler sang gegen den Takt, "was eigentlich echt nicht leicht ist". Die Verwirrung wurde zu Staunen, gar zur Forderung nach einer Zugabe, die eigentlich aber das Publikum im Chor übernahm, während die Band ihr Schlagzeug auf einem auf der Bühne liegenden Gast verteilte. Punk.
Zwen: Hab ich verpasst. Mega-schade! Aber mir war kalt und ich war quengelig und so wurde ich ins Zelt gestopft. Gute Nacht!
Kadda: Danach fand in der Scheune die Aftershow-Party statt, die vorsah, die Gäste mit einigen Hits aus Pop und Punk zu versorgen. Nach einigen gescheiterten Tanzversuchen, die mir unverhältnismäßig bewusst waren, entschied ich mich für das gemütliche Zelt. Schade, denn das war die letzte Nacht für das diesjährige Berkelterror.
Kadda: Noch einmal Sonntag, noch einmal Frühstück. Danach abbauen, abhauen - wie es schon viele vor mir getan haben. Ich verabschiedete mich mit einem kräftigen Händedruck von der Berkel-Crew  - und mit dieser Geste fiel mir auch ein weiteres Highlight ein - Und ich frage noch kurz ob sie denn eigentlich die kleine Hand gesehen hätten. Fragende Blicke erreichten mich und verschwörerisch verließ ich den Garten. Danke Berkel!
 Ps.: In diesem Bericht wird mit Absicht nicht erwähnt, dass hier einem noch die Veranstalter*innen persönlich auf Bestellung das Bier ans Zelt fahren - damit auch ja die Massen wegbleiben. 
Zwen: Puh, ein anstrengendes, aber auch wirklich schönes Berkelterror neigt sich dem Ende entgegen. Auch wenn es sich außer Turtle Rage für keine Band so wirklich gelohnt hat, aber Headliner sind je eh eigentlich die Verrückten, das Festival an sich und die Steinofen-Pizza.
fred: Hach..watt schön, sehen uns nächstes Jahr!

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