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Wir sind lauter Benefizfestival #3: Radio Havanna, Faakmarwin, Trixsi, The Palm Set, Spandau, 23.11.2019 in Rüspel, Lüttenshoff - Bericht von doX

Wir sind lauter Benefizfestival #3, 23.11.2019 in Rüspel

Novemberabend, Regen, trübe ...
Obwohl von den Veranstaltern gut bei facebook und instagram versteckt, entdecken wir zufällig die einzig brauchbare Veranstaltung der Region. Nach einer knappen Stunde Autofahrt durch das Nichts (siehe Michael Ende) erreichen wir schließlich Rüspel.
Also wieder nichts.
Wäre in Rüspel nicht das Kliemannsland. Oder LÜTTENSHOFF, wie es für weltliche Veranstaltungen heißt.
Hier jedenfalls scheint es möglich, regelmäßig kulturelle Veranstaltungen fernab von Kola-Korn und Schlagerhype mit Shanty-Chor abzureißen.
SPANDAU beginnen pünktlich im annehmbar befüllten Laden.
Beim ersten Song ist der Gesang konsequent einen halben Ton daneben. Hut ab!
Zu meiner Überraschung und Freude haben die Hamburger eine Setlist aus früheren Jahren dabei und spielen hauptsächlich die kratzigeren Werke ihrer scheinbar endlosen Bandgeschichte.
Mir gefällt das ganz gut, aber der entscheidende Funke will dann letztlich doch nicht springen.
Wohl, weil die Jungs irgendwie unzufrieden wirken mit ihrer Rolle als Opener oder dem kurzen Set, dem bescheidenen Sound oder wasweissich. Ich verliere mich irgendwann in einem Gedanken an Polygramie.
Und finde erst nach dem Auftritt von THE PALM SET wieder zurück zum Geschehen.
Jedenfalls kommt es mir so vor.
Band hat Spaß, die Leute haben Spaß und musikalisch ist es auch nicht schlecht. Sogar der Sound ist mittlerweile einigermaßen vertretbar.   
Mich erreicht das leider alles nicht und deshalb suche ich den Weg zum #wurstlöscher. Pommes essen.
Die nächste Band ist nahezu brandneu und mir entsprechend unbekannt.
Hallo wir sind TRIXSI - wir sind keine GbR.
Irgendwie kommt mir das so vor, als hätte ich die alle schon mal gesehen aber der Sänger versichert Wir machen das hier zum ersten Mal.
Sie machen es jedenfalls sehr gut. Dreckiges Gitarrengemenge, subtil systemkritische Texte, Balladen, alles lupenrein serviert in einer kurzweiligen Moderation liebevoll angesoffner Anekdoten.
Ein ausdrückliches Lob der Band geht an den Veranstalter, der gleich eine ganze Kiste Whiskey Backstage abgeladen hat.
Wermut hingegen gab es wohl für den Schlagzeuger – übrigens Gewinner des Moustache-Award 2019 – der durchweg Probleme mit dem Sound hatte. Dank Helge an der Technik waren am Ende aber alle drauf.
Wir danken auch und tanzen wie Mädchen.
Nachdem ich wegen einer weiteren #wurstlöscher-Pommes einen interessanten Redebeitrag einer Aktivistin von Sea-Watch verpasst habe, geht es mit FAAKMARWIN aus Bremen weiter.
Klingt nach Berlin, sieht aus wie Montreal (also wie Berlin) und wird gefeiert wie Künzelsau. Ruckzuck treibt sich die halbe Landjugend vor der Bühne rum und hat ordentlich Spaß inne Backen.
Die Band wohl auch, obwohl nur Wasser getrunken wird. Der Gitarrist geht ab wie ein Schnappmesser und erstaunlicher Weise unverletzt durch den Abend.
Eventuell weil FAAKMARWIN eine GbR ist, erklärt der Sänger zwischendurch, dass ihre Texte zwar keine plakativen politischen Botschaften enthalten würden, zwischen den Zeilen aber schon deutlich würde …
Aber recht so, denn wer vom Kuscheln singt, singt nicht vom Minderheiten verprügeln.
Der Schlagzeuger macht übrigens auch beeindruckenden Bums und es ist eh wichtiger eine ordentliche Apokalypse zu feiern.
Also „I‘ll surf this fuckin‘ place“ oder besser he aber ihr wisst schon.
Insgesamt ein launiger Spaß für alle zwischen den Zeilen und drunter und natürlich drauf.
Weil auf dem Land auch am Wochenende immer alle früh raus müssen (erklärt die Gespräche übers Kühe Melken am Pissoir) klappt das mit den Zeitplänen bei Veranstaltungen meist ganz gut.
Auch der Headliner RADIO HAVANNA geht somit pünktlich an den Start.
Ganz ehrlich, von mir aus hätten sie es besser bleiben lassen. Wir hätten alle schön zu Jan und Jan getanzt bis zweiuhrdreissig & feddich.
Politisch zweifellos und plakativ auf der richtigen Seite, wirken Musik, Texte und nicht zuletzt die Show auf mich, als hätten die Neunziger mit den Zweitausendern ein Kind gemacht.

Ich gehe zum #wurstlöscher

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