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The Ghost Wolves, Jean Paul Polyester, 14.02.2020 in Essen, Freak Show - Bericht von Zwen

The Ghost Wolves, 14.02.2020 in Essen

Mal wieder ein Konzert, das schon länger im Kalender fett markiert ist: The Ghost Wolves - scheinbar ununterbrochen auf Tour - gastieren mal wieder in der Essener Freak Show. Da waren wir jetzt auch schon länger nicht mehr. Grund genug also, sich in die S-Bahn in Richtung Westen zu setzen und dann an der Freak Show festzustellen, dass es momentan noch recht beschaulich gefüllt ist. Bleibt das am Ende gar so, schließlich spielen heute u.a. die UK Subs im Piano? Aber nichts da! Kurz vor Beginn füllt sich der kleine Kellerschuppen dann nochmal ordentlich und als das Gedränge am größten wird, betreten Carley und Jonathan Wolf die kleine Bühne bzw. den Schlund.
Zunächst werden ein paar neuere Nummern wie "Crooked Cop" und "Let's Go To Mars", mit welchen ich zugegeben noch nicht zu vertraut bin, gespielt. Akut bin ich auch mehr damit beschäftigt, damit klar zu kommen, dass simultan zum Auftritt ein unglaubliches Geschiebe losgeht. Kein Pogo oder so, die eine Seite des Ladens scheint sich nur gerade in den Kopf gesetzt zu haben, unbedingt zur anderen Seite zu wollen und umgekehrt das gleiche Spiel. Vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass wir sowohl zu nah am Tresen, als auch an der Hauptroute zwischen Eingang und Klo stehen. Ich merke, dass ich sowas nicht mehr gewohnt bin und kriege leicht Platzangst und langsam werden die Knie irgendwie weich. Geht ja gut los!
Zum Glück schlängeln wir uns aber schnell etwas weiter in Richtung Kellerfenster und entkommen somit dem größten Geschiebe. Hier gibt es zwar zunächst Haare ins Gesicht, aber dafür beruhigt sich mein Kreislauf auch wieder und wir können sogar etwas vom Bühnengeschehen sehen. Somit habe ich dann auch gar nicht so richtig mitbekommen, dass zum einen Jonathan bei den neuen Songs Gitarre und nicht Schlagzeug spielt und Carley ihrerseits die Klampfe zur Seite legt und durch ein tragbares Keyboard ersetzt.
Als meine Aufmerksamkeit wiederhergestellt ist, sitzt Jonathan jedoch wieder an den Drums und peitscht dort ordentlich ein. Nicht nur, dass er im Standard-Stil ordentlich durchheizt, richtig begeistert bin ich, als er mit dem traditional Grip nach allen Regel der Kunst und mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit auf die Trommeln eindrischt. Generell frage ich mich, ob die ihre Live-Songs vorher genau so proben, oder ob jedes Mal ein wenig improvisiert wird. Die Songs sind teilweise wirklich sehr anders als auf Platte und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie auch deutlich anders sind, als damals, wo ich die Wölfe hier vor gut zwei Jahren gesehen habe.
Insgesamt aber mal wieder eine ziemlich mitreißende Show mit ganz viel Gedröhn und Übersteuer. Besonders gut, als Carley am Ende eines Songs ihr Keyboard ins Publikum stellt und den Finger eines Zuschauers auf eine Taste legt. Begeisterung!
Die Ghost Wolves wissen halt einfach, wie man ein Publikum unterhält, so wird natürlich auch der Geist von Carleys Omma beschworen und dann einfach in den Laden geworfen. Die arme Omma!

Derweil wird mit der 1-Saitigen-Gitarre gezeigt, dass eine Saite völlig ausreicht, um eine richtig dicke Wand an Sound zu fabrizieren.
Nach etwa einer Stunde geht es dann an die Zugabe, die zwar, denke ich, geplant war, aber bei nur einer Band auch irgendwie gerechtfertigt ist. Auf den Zuruf, dass man doch bitte etwas Romantisches spielen soll, da ja heute Valentinstag ist, wird mit einem Song reagiert, der tatsächlich ziemlich ruhig und bedächtig ist. Da wir diesen aber auch nicht kennen, gehen wir mal stark davon aus, dass es sich hier um ein Cover handelt. Nach dem Konzert werde ich aufgefordert euch mal zu fragen, worauf ich erwider, dass immer, wenn ich Formulierungen benutze wie "ihr könnt das ja in die Kommentare schreiben", darauf meist keiner reagiert.
Nachdem dann dieser erste Zugaben-Block gespielt wurde, wollen die Leute immer noch mehr hören. Auf der Bühne wird erstmal lange diskutiert, oder "Gut Dingen will Weile haben", wie Carley uns tatsächlich auf Deutsch erklärt. Dann gibt es aber doch noch ein ganz kleine Zugabe, bei der man aber auch merkt, dass sie nicht abgesprochen ist. Außerdem gibt es hier ein paar ganz kleine winzige Verspieler und minimale Uneinigkeiten zwischen Gitarristin und Drummer. Was dann vielleicht auch meine Frage vom Anfang auflösen würde.
Nach dem Auftritt der Ghost Wolves (und ja auch schon davor!), legt dann DJ JEAN PAUL POLYESTER auf. Dessen Mix fand ich vor dem Konzert schon ziemlich anstrengend, da er sich auf diese The Cramps-Gruft-Dröhn-Country-Rock-Musik spezialisiert zu haben scheint. Das ist auf Dauer nicht nur eintönig, sondern tut auch irgendwann ziemlich in den Ohren weh. Vor allem, weil es halt auch mega-arsch laut ist und diese mega hohen Töne einfach nur die Ohren zerklingeln. Deswegen, und weil aufgrund von Sauerstoffmangel mein Kreislauf schon wieder droht auf Talfahrt zu gehen, flüchten wir nach draußen. Dank der kalten, aber frischen Februarluft und einem stark zuckerhaltigen Erfrischungsgetränk geht es dann auch sehr schnell wieder.
Jau, war doch ein guter Abend. Das Publikum war stellenweise etwas merkwürdig und Paul Polyester fand ich echt nicht auszuhalten, aber Ghost Wolves haben dafür mal wieder einen sehr stabilen Auftritt abgeliefert. Vielleicht ein klein wenig weniger eskalativ als beim letzten Mal, aber halt immer noch sehr gut.

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Band:
The Ghost Wolves
Musikstil: Swamp Blues Garage Punk
Herkunft: Austin, USA
Homepage: http://theghostwolves.com/
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Konzertberichte: 3
Mediatheken: 1

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