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The Dead End Kids, Fresse, 08.10.2022 in Hamburg, Fabrik Im Gängeviertel - Bericht von der Redaktion

The Dead End Kids, 08.10.2022 in Hamburg

Thruntilldeath: Samstag. Endlich wieder Paint for Justice im Gängeviertel. Endlich wieder Tätowieren für einen guten Zweck, dieses Jahr für das Hilfsnetzwerk Heyva Sor (Kurdish Red Moon), welches Spendengelder für feministische Kämpfe und medizinische Hilfe in Kurdistan und im Iran sammelt. Ja, auch da ist's immer noch für viele Menschen extrem scheiße, wird schnell vergessen bei all dem Nordstream X, Landtagswahl Y und Putin macht wieder Z kaputt. Und auch wenn wir damit die Welt nicht final retten können, ist das immerhin ein kleiner Beitrag. Besser als nix!
Hupe: Samstag morgen! Info der DB, alle Fernverkehrzüge nachvoninundum Norddeutschland fallen aus. Prima! Also ins Auto…ne warte kurz …unser Zug scheint doch zu fahren. Aber kommen wir noch rein, ist halt echt eine Rarität am heutigen Samstagmorgen. Klappt dann aber doch noch und unsere kleine Reisegruppe startet Richtung Hamburg und dem Gängeviertel. Wir kommen allerdings erst um 20 Uhr im Viertel an und bekommen somit von der Nachmittagsaktion nichts mit.
Hupe: Die Zugfahrt mussten wir leider größtenteils stehen. Dafür hatten wir aber Dosenbier, Pfefferminz-Schnaps und Boonekamp mit einem Glas Gurkensticks. Also eigentlich n Traum.
Thruntilldeath: Boonekamp, stark!
Thruntilldeath: Und wenn der Malen-nach-Zahlen-Krams vorbei ist, gibt's noch 'ne Runde Punk auf die Ohren. Gängeviertel, du bist schön!
Hupe: Eigentlich hatten wir die Reise zu nem Millencolin-Konzert geplant. Die mussten ihre Tour ja aus bekannten Gründen absagen. Schön dass es in Hamburg auch gute Ausweichmöglichkeiten gibt. Also ab ins Gängeviertel.
Thruntilldeath: Geil, dass ihr trotzdem die Reise antretet
Thruntilldeath: Die Beyond-Borders-Konzertgruppe hat dieses Jahr auch dankenswerterweise wieder die Hamburger OG von Second Bandshirt eingeladen, die dann zwischen Piercingständen, Kaffeehökern, Kuchenhändler*innen und Kunstkrams einen durchaus kurzweiligen Nachmittag verbringen durfte.
Thruntilldeath: Siebdruck gab's auch noch, gesammelt wurde in dem Fall für die Seapunks. Im Gegenzug gab es dann das Logo auf die mitgebrachte Klamotte oder auf Shirtreste vor Ort. Schon geil, dieses Siebdruckzeug.
Thruntilldeath: Wie kam der Apfel da hin? Niemand weiß es, und bis zum Abbau hinterfragte es auch niemand. Auf jeden Fall hatten wir kein Shirt in Apfelgröße, schade.
Thruntilldeath: Fick dich, Omma! Das feministische Pendant zu "Opa, halt's Maul?". Nett ist's, hier im Gängeviertel.
Hupe: Im Gängeviertel ist es wirklich wunderschön. Bin noch nie hiergewesen, aber schon beim Betreten dachte ich Wow. Und Bar und Konzertraum sind wirklich spitze! Und vor dem Konzert wird auch nochmal sehr deutlich darauf hingewiesen, dass sich jede*r sicher und gut aufgehoben fühlen soll und es Ansprechpartner*innen gibt, falls dies nicht so sein sollte. Fein!
Thruntilldeath: Richtig, das sollte auf jeden Fall noch erwähnt werden. Gutes Awarenessprogramm auch schon während der Nachmittagsveranstaltung, da können sich andere Läden 'ne Scheibe von abschneiden. Gute Menschen bei Beyond Borders!
Thruntilldeath: 18 Uhr wurden dann die Nadeln eingepackt, die Shirts abgehangen, Kuchenkrümel aufgegessen und sich auf den lauschigen Teil des Abends vorbereitet. Konzert, Konzert! Mein letztes Mal Gängeviertel ist gefühlt 1000 Jahre her gewesen, Schande über mein Haupt. Aber heute Abend sollten neben Fresse aus Münster auch noch die "neue" Hypeband von Rilrec, The Dead End Kids aka. die Vorband der Ärzte, auftreten. So neu sind die Kinder auch gar nicht, ich hab die nur immer unter "Finden gerade alle geil, dann sind die bestimmt kacke." abgetan. Zum Glück gab es diese Veranstaltung, zum Glück hab ich vorher nochmal reingehört, zum Glück gibt es die Dead End Kids. Und gewonnen hatten die drei eh schon damit, dass sie mich als einzigen Menschen gefragt haben, ob ich mit meiner Sackkarre und den 1000 Kisten Hilfe bräuchte, als ich fluchend die kleinen Stufen in Richtung Auto gefuhrwerkt bin.

Auf dem Weg nach drinnen fragte mich dann jemand, ob ich für den Abend einen Bericht schreiben würde. "Hä? Wieso? Achso, Bierschinkenjacke. Ja. Äh. Vielleicht." "Ja geil, dann schreiben wir den zusammen, ich bin Hupe aus Dortmund." Klein ist die Welt, aber dafür auch manchmal sehr schön. Und Hallo Mandy!
Hupe: Manchmal ist es echt lustig, was so passiert. Hallo Thrun!
Thruntilldeath: Aber erstmal Manege frei für FRESSE aus Münster. 

Pluspunkt: Sänger im wunderschönen 99er Mapei-Quickstep-Trikot mit passender Kopfbedeckung und Brille. Sah aus wie Marco Pantani im falschen Team.
Negativpunkt: Alles andere. Es ist lange her, dass ich eine Band von Anfang an so dermaßen beschissen fand wie Fresse. Ich könnt jetzt anfangen, meine gesammelten Gedanken aus meinen Notizen zusammenzufassen, aber eigentlich lohnt sich das an dieser Stelle gar nicht. Es war einfach schlimm. Eigentlich war vor allem die Tatsache schlimm, dass da Menschen auf der Bühne stehen, die anscheinend echt ihre Instrumente bedienen können, am Ende aber so einen katastrophalen, prolligen, anstrengenden und spätestens beim Offbeatsong unerträglichen Punkscheiß auf die Bühne bringen. Was soll sowas? Wenn ich die Wahl hätte, nochmal einen Auftritt von Fresse gucken zu müssen oder mein Leben lang nur noch Love A zu hören, ich würde Love A nehmen. Also wirklich, ich weiß gar nicht, was ich noch sagen soll. Anderen scheint es gefallen zu haben, Geschmäcker sind zum Glück verschieden, aber... Der Auftritt war wie bei dem Mann mit der Eigelbsmütze dem Abend über beim Suffabsturz zuzuschauen: Es fängt kurz noch witzig an, dann wird es anstrengend, dann unangenehm, dann peinlich. Im Gegensatz zu Fresse musste er aber am Ende den Laden verlassen.
Thruntilldeath: Genau so peinlich berührt hab ich dann nach unten geschaut.
Hupe: Ganz so schlecht wie Thrun find ich es gar nicht. Die Musik ist eigentlich ganz gut. Mir gefallen nur die Fresse-Ansagen überhaupt nicht und irgendwie wirken nicht alle Musiker gleich motiviert. Aber vom Sänger geht bei den Songs schon ne ganz gute Energie aus. Das sind wenigstens die Eindrücke von weiter hinten.
Thruntilldeath: Vielleicht waren es auch vor allem die Ansagen, die bei mir die Stimmung komplett verhagelt haben?
Thruntilldeath: Zwischendurch war Oppa einfach weg und wir hatten uns schon Sorgen gemacht, dass er einfach abgehauen wäre und Fresse ihn aus dem Laden gespielt hätten. Doch Fehlalarm, Oppa hatte sich wohl einfach nur verlaufen und kam wieder, weil ich anscheinend THE DEAD END KIDS in extrem hohen Tönen angepriesen hatte, ohne sie jemals live gesehen zu haben.
Hupe: Ich hatte auch nur lobende Worte im Vorfeld zugerichtet ohne live Vorkenntnisse. Die letzte Platte ist sehr toll.
Thruntilldeath: Und wat soll ich sagen? Obwohl es gerade keinen festen Bassisten gibt, war das von vorne bis hinten großartig, unterhaltsam und lustig. So kann es auch gehen, da braucht's keine prolligen Ansagen, kein Beinebreitaufdiemonitorbox, da braucht's nur ein bisschen Glitzer, ein "Ey, mach mal Mische, aber 'ne Zornige!", wenn der Soundmensch nochmal etwas nachbessern musste und misslungene Witze zum Thema "Hamburg meine Perle". Dazu 'ne Schippe flotten Punk und fertig. Es kann so einfach sein!
Hupe: Jepp. Toller und sehr kurzweiliger Auftritt inklusive jeder Menge Energie und Spielfreude. Großartig. Ich find allerdings den Sound nicht so mega. Bringt der guten Stimmung aber keinen Abriss.
Thruntilldeath: Dämliche Phrase, aber nur Hits! Was ist denn Alternative für ein Knaller? Wie geil kann ein Mensch am Schlagzeug mit den Haaren wedeln, wie kann ein Gitarrist seine unnötig vielen Metalsoli perfekt in die Songs einbauen und wie viele Agavendicksaftpferde kann ein Mensch am Mikrofon ausstrahlen?

Scheißegal, wenn da ein alter (neuer?) Song mehrfach verkackt wird, dieses unrunde, nicht einstudierte macht das alles noch viel sympathischer. Und trotzdem durchweg souverän. Wie passt das jetzt zusammen? Egal. "Dead End Kids haben das, was man nicht planen und schreiben kann, sondern was zwischen Leuten mit der richtigen Spannung entstehen kann." schrieb Schuldenberg dazu, und genau so fühlte sich das an. Starke Chemie da auf der Bühne!

 Die Oppatruppe hinter mir war am Ende ungefähr genauso verliebt in die Dead End Kids wie ich. Schon schön, wenn die Herren von so viel (jugendlichem) Charme komplett aus den Socken gehauen werden. Muss mich unbedingt noch mit dem älteren Output vertraut machen, die Kommando Glitzer von 2020 rennt hier jetzt auf jeden Fall rauf und runter und bitte beim nächsten Mal direkt Bescheid sagen, dass die gut sind. Fö, du bist gemeint!
Hupe:Der Schuldenberg und seine lyrischen Weisheiten. Aber stimmt schon. Top Auftritt! Meine Augen glitzern…
Thruntilldeath: Und bevor der DJ noch auflegen konnte, machte sich die Reisegruppe Altersgebrechen auf den Weg nach Hause. Kioskbier am Karoviertel, jungen Nachschwärmern beim Versuch, "Fruchtschnaps" zu kaufen und zu scheitern zuschauen, über die Nutzlosigkeit von Love-A-Songs diskutieren und dann schnell ins Bett gehen. So sehen die neuen Samstagabende aus! 
Hupe: Wir lauschen den wunderbaren Klängen des DJs noch ne gute Stunde. Wirklich feiner Mix. Aber uns zieht es dann doch noch weiter auf einen Absacker in eine sehr schöne, zugeklebte Kneipe.
Thruntilldeath: Anscheinend sind Pisse ja sehr relevant, aber das weiß ich nicht.
Hupe: Ich auch nicht. Würde aber behaupten, dass Pinkeln im allgemeinen relevant ist , wenigstens hin und wieder.
Thruntilldeath: Viele Menschen trinken generell viel zu wenig, und damit meine ich nicht nur Alkohol. Volkskrankheit Austrocknung...
Thruntilldeath: Der Weltrekordversuch zum Thema "Größter Oreokeks auf Metallunterlage". Glückwunsch zum Eintrag ins Guinnessbuch, Hupe!
Hupe: Ich geb das Lob weiter. Eigentlich sollte der Keks noch größer werden. Die Größenreduzierungsdauer wurde aber mit 3 Stunden Umluft deutlich überschritten.

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