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The Turbo A.C.'s, Antillectual, Los Cinco Felices Cuatro, 12.11.2022 in Bochum, Die Trompete - Bericht von maks

Turbofest Bochum mit The Turbo A.C.'s, Antillectual, Los Cinco Felices Cuatro, 12.11.2022 in Bochum

Gefühlt war ich seit geraumer Zeit nicht mehr auf Konzert (Kalender sacht 3-4 Wochen, na bitte), so dass mich der Entzug hinaus in die sommerliche Winterkälte zieht. Dortmund-Scharnhorst und Bochum bieten sich theoretisch an, wobei ersteres auf Grund von Unzulänglichkeiten hinsichtlich des öffentlichen Nahverkehrs dann doch entfällt. Bleibt nur Bochum. Turbofest. Oje. Beziehungsweise: Weiß nicht. So richtig begeistert war ich von dieser Turbojugend-Folklore noch nie, hab davon aber auch wirklich viel zu wenig Ahnung, um mir auch nur annähernd eine Meinung abseits von lockeren Vorurteilen bilden zu können. Aber ich kann mich erinnern, dass mein alter Freund Ata totaler Turbo A.C.'s-Fan war. Und er war auch noch vor mir punkrockaffin und ich Ahnungsloser bin ihm dann blind gefolgt. Inzwischen hat er sich heimlich, still und leise verpisst, so dass ich unsere Jugendsünden alleine ausbaden muss. Und das mache ich mit einem Stück Gram, denn so rein geschlechtlich gesehen, ist das da vorne auf der Bühne schon arg einseitig gelesen. Aber ich kenn mich ja auch nicht wirklich mit diesem ganzen Turbokram so aus. Vielleicht macht man das da einfach so. Oi!

So, Karten flott online gebucht, Romang zum Mitkommen motiviert, die Jeansweste mit abweichenden Pätschiss übergeworfen (soviel Provokation muss sein), investigativ auf die Stirn tätowiert und dann kann´s auch schon losgehen: Los geht´s. 
Wir sind natürlich viel zu früh, so dass unsere Vorbereitung gegenüber der Trompete an den Treppen des eher gediegenen Musikforums, wo die Bochumer Symphoniker beheimatet sind, stattfindet. Einfach so, weil ein bis zwei Hansa heute einfach mal sein müssen und die Stelle großes Rumlungerpotenzial hat. So wie Brunnen, Marktplätze oder Polizeiwachen. Dabei werden wir erschreckenderweise des Öfteren mit Türstehern verwechselt, was wir aus der uns aufgedrängten Konversation durch diverse Musikforum-Besucher*innen schließen können. Unterm Strich bleibt, dass heute alles mit reingenommen werden darf und sonst halt auch alles ok ist, egal was.
Und dann geht´s auch schon los: Die Synapsen von Hansa auf Astra umgeschaltet und der ersten Band gelauscht: Los Cinco Felices Cuatro aus dem 1975 in Gronau eingemeindetem heutigen Stadtteil Epe. Eine Band, die zahlreiche Vokalbuchstaben in ihr Repertoire einbindet und das klassische Gittarenwichsende Punk'n'Roll-Ding auf ihrer Fahne stehen hat. 
Da kann ich nett mit dem Köpfchen wackeln und mit dem Füßchen wippen, aber was mein persönliches Geschmacksding angeht, wird mir das auch zu schnell zu langweilig. Also gehen wir nach dem halben Set nochmal ein wenig investigieren.
Der Turbojugendkuttenanteil beträgt tatsächlich gefühlte 95%.
Wenn man sich einmal in den Job verliebt hat...
Ansonsten nutze ich die Zeit outside für längst verdrängte Tugenden: Nasenfotos. Am Büdchen kompensiere ich - sofern der Türsteher mich lässt - kurzzeitig meinen Antikaterbedarf mit Mate und greife vorweg: Krass, heute hat das endlich mal geklappt. Danach wird weiter der Laden unterstützt.
Es folgen Antillectual aus Nijmegen and Utrecht. Eine Band, die ich entweder schon total oft gesehen habe oder noch nie, weil sie nur immer auf Flyern stand, ich aber nie konnte. Oder irgendwas dazwischen.
Hoppen.
Und vorbildlich gelandet. Ja, Punkrock halt. Sympathisch, nett, ne Steigerung zur ersten Kombo, aber auch jetzt nichts, was mich total vom Sockel haut und was dann doch auch irgendwann reicht. An einer Stelle wird es allerdings spannend: Der Sänger verkündet, dass ein neuer Song gespielt wird und bittet alle, diesen mit ihren smarten Phones auf Videoformat zu bannen. Ob das jetzt pure Ironie war (bitte!) oder ich immer noch nicht in diesem Jahrtausend angekommen bin, weiß nur Hulle. Auf jeden Fall folgen dieser Aufforderung nicht wenige.
Matepause. Und Investidingens Teil 3: Das Publikum ist - meinen Vorurteilen zum Trotz - sehr angenehm. Der FLINTA*-Anteil deutlich höher, als es Anfangs aussah und das Publikum bunter, als gemischt. Nee, Quatsch, moment. Anders. Egal. Ob gefühlt soeben einer Eis am Stil-Folge entsprungen (respektive bei Peter & the Test Tube Babies Bewerbungspotenzial habend)  oder äh... oder eben halt nicht... ja, blablabla.
Guudnaaaamt.
Bevor die The Turbo A.C.´s aus diesem New York zum Thema werden, möchte ich noch flott eine Lanze für die Trompete dingsen:
Ich geh ja nicht sooo gerne in diese eher kommerziell gehaltenen Läden und bin eher so das AZ- und ähnliches-Ex-Kind. Auch wenn ich überhaupt nix gegen diese Läden habe, aber der Wohlfühlfaktor ist für mich - aus welchen Gründen auch immer - dort meist ein Stück geringer, was nicht selten auch mit Teilen des Publikums zusammenhängt. Längst nicht in jedem Laden, längst nicht bei jedem Konzert, aber tendenziell halt eben. Warum auch immer ich die Trompete nicht immer so auf dem Zettel habe, sei an dieser Stelle erwähnt, dass das nicht nur eine wunderschöne Kellerkaschemme ist, sondern auch das ganze Team ausgesprochen sympathisch daherkommt und der Wohlfühlfaktor hier und heute (und sicher auch sonst) sehr hoch ist. So viel Zeit muss sein.
Mehr Zeit dann aber auch nicht, denn die schwindet und selbst von Bochum aus sind meine Rückverbindungen mal wieder mächtig beschissen. 
Und so müssen wir uns leider nach vermutlich dem halben Set bereits verpieseln. Dieses hat aber verdammt Spaß gemacht. Und klar, kannte nicht nur Ata die Band vorher, aber live habe ich sie - soweit ich mich zurück erinnern kann - noch nicht gesehen. Vermutlich. Vielleicht aber auch doch.
Noch kurz ein Blick aufs Publikum und es fällt auf, wie viel FLINTA* sich hier in den Reihen ein bis zwei befinden. Auch hier bin ich tatsächlich positiv überrascht. Jaja, ich weiß, für viele ist das belanglos oder whatever. Ich finde das aber durchaus positiv erwähnenswert, wenn in dieser noch immer männlich dominierten Punk(rock)"szene", die ersten Reihen nicht wie selbstverständlich von Typen - mit häufig viel zu breiten Schultern - für sich beansprucht werden. Ist jetzt auch nicht der Progressivitäts letzte Stufe. Aber!
Ach ja, aber: Auch wenn es natürlich keine Frage des "Dürfens" ist (was nach dieser eventuell und maximal etwas unglücklichen Formulierung an dieser Stelle im social media-Sumpf aufgegriffen wurde), so ist es eben doch eine Frage des Wohlfühlens. Und da bevorzuge ich durchaus Gigs, wo sich Menschen aller Geschlechter durch und durch wohlfühlen und frei bewegen können, weil Rücksicht vor Egoscheiße steht. Respektive: Scheiße, wenn es nicht so ist.
Ich würde echt verdammt gerne noch bleiben, aber wenn ich mir so die Rückfahrverbindungen nach 23:05 Uhr anschaue sage ich besser "danke für den schönen Abend" und gleite die Treppe hinauf und hinaus.

Ach ja, auch mein Begleiter Romang wollte noch etwas zum Bericht beitragen. Sollte ich mir unbedingt aufschreiben. Also, bitte:

Romang: Man merkt, dass die Band richtig Bock hat.

Ja.
Rotzalledem: Auch soviel Zeit muss sein. Besagter Romang zaubert auf dem Weg zum Bahnhof noch flott ein Selbstportrait an diese Häuserwand. Auch die Kippe danach sei ihm gegönnt.

In der Zeit mein vorgezogenes Fazit: Musikalisch 1 x OK, 1 x OK plus, 1 x super. Eintrittspreis für das LineUp mit ca. 16 Ocken VVK voll im Rahmen. Und auch so hinsichtlich des Gesamtdingens positiv überrascht: Ich dachte eigentlich, mein Abend wird Scheiße. War er aber nicht.

Dann weiter zum nicht fehlen dürfenden Abschlussteil (auch wenn das grammatikalisch vermutlich zweifelhaft ist): Die Rückreise.
Ungünstig: Ich habe diesen Süßigkeitenkisten ja längst abgeschworen und jetzt haben die plötzlich an exakter dieser Stelle vegane Flapjacks. Ich liebe Flapjacks. Ich ziehe mir einen. Und dann noch einen. Zweiteren Teile ich dann aber mit einer sich zu mir gesellenden Taube, die auf den Namen Charly hört. Für das Gewissen.

Die Rückfahrt verläuft dann unfassbar gut: Es fährt zwar kein Zug mehr, aber die Straßenbahn legt den Turbo ein, ist an jeder dritten Haltestelle 2 Minuten zu früh, um dann wieder zu warten und mich am Ende so an meinem Umsteigepunkt rauszuwerfen, dass ich sogar noch den Anschlussbus bekomme. Auch der kommt tatsächlich pünktlich. Ein Tag, der in die Geschichte eingehen wird. Gute Nacht!

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