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Kraftwerk, 30.11.2025 in Bochum, RuhrCongress - Bericht von Dr. Mabuse

Kraftwerk, 30.11.2025 in Bochum

Ein guter Freund macht mich am Anfang des Jahres darauf aufmerksam, dass Kraftwerk nach Bochum kommen. Der Ticketpreis von 80€ schreckt mich erstmal ab. Allerdings will ich auch eine weitere Legendenband von meiner Liste streichen können. Deswegen kaufe ich das Ticket. Der Freund fährt dann aber lieber nach Australien! Ein weiterer guter Freund ist dafür am Start. Anders als bei Turnstile in Düsseldorf verläuft die Anreise ganz problemlos. Ich habe keine großen Erwartungen. Einige Kraftwerk-Songs begleiten mich allerdings mein ganzes Leben schon. Sollte jemand sagen, das ist aber kein Punk und hat auf Bierschinken nichts zu suchen, dem sei das Video zu Ruck Zuck empfohlen! Mein Bruder hat in den späten 80ern mal Kraftwerks Autobahn im Auto meines Vaters angespielt und der Kommentar fiel sehr negativ aus: „Da schlafe ich ja beim Fahren ein, so langweilig wie das ist!“
Kann der Merch noch teurere sein als bei Turnstile? Ja, das geht durchaus! T-Shirt 60€ und das blaue Autobahn-Shirt kostet 65€ Euro! Kann man machen! Kapitalismus durchgespielt! Mercher ist mir völlig unbekannt! Bitte keine Kontaktschuld konstruieren!
Das sieht erstmal nach nichts aus. Wir liegen unterhalb des Altersdurchschnitts. Der RuhrCongress gehört nicht zu meinen Lieblingsorten, aber man steht auf breiter Fläche und hat eine gute Sicht auf die Bühne!
Numbers und Computer World sorgen gleich für den ersten Wow-Moment! Mega coole Lightshow!
So sah das damals auf dem IBM 8086 Computer auch aus!
Als dritter Song gleich Spacelab, mein Lieblingssong neben Kometenmelodie, die heute leider nicht gespielt wird. Das bringt mich in eine Zeit, wo ich Jan Tenner Comics und Captain Future bei Spaß am Dienstag mit Zini verfolgt habe. Später dann Star Wars, Star Trek und Kampfstern Galactica.
Bald danach Computerliebe, dessen Sample so wunderbar im besten Coldplay-Song Talk verwendet wurde. Chris Martin bat um die Freigabe des Samples schriftlich und auf deutsch geschrieben bei Kraftwerk und erhielt eine sehr kurze positive Antwort von Ralf Hütter: „Ja!“ 
Dieses Lied kickt auch in Zeiten von Tinder noch ziemlich hart. Und Videotext ist eigentlich immer noch meine Informationsquelle Nummer 1. 
Jede Band mit diesem Kultstatus hätte irgendein Fußballstadion-Lied produziert, aber Kraftwerk huldigen einfach dem berühmtesten Radrennen der Welt mit ihrem Minimal-Sound, der so perfekt durch die Lautsprecherboxen schallt. Und wir fahren in Gedanken im Peloton zum Galibier.
Danach sprechen mir als absolutem Atomkraftgegner die Herren aus Düsseldorf aus der Seele. Während man Tschernobyl und Fukushima kennt, sind Harrisburg, Sellafield und viele weitere INES 5 und 6 Unfälle nicht so geläufig!
„The next composition is for my friend, Ryuichi Sakamoto.“
Kraftwerk erklären, dass Sakamoto 2012 die japanischen Texte für ihre Version von Radioaktivität schrieb. Das ist ein sehr ergreifender und intimer Moment während der Show. 
Nicht als Foto eingefangen, aber schon wichtig zu erwähnen der Kraftwerk-Überhit „Das Modell“ von 1978. Gecovert u.a. von Rammstein. Allerdings ist meine Lieblingsversion die von Afrodita
Metropolis mit Fritz-Lang-Ästhetik! Der absolute Minimalsound wird zu einem tranceartigen Zustand, den man auch ohne Drogen erleben kann. 
Und Neonlicht darf auch nicht fehlen! Ein Highlight jagt das nächste! 
Danach ein weiterer Überhit mit Trans-Europa Express. Ein Song für jede Interrail-Tour und die Werbung schlechthin für die Idee der europäischen Union.
Ganz besonders ist, dass Kraftwerk als Techno-Pioniere auch die Bedeutung von Detroit als eine der Schöpfungsstädte dieser Kultur huldigen. Exemplarisch sei hier Cybotron hervorgehoben! 
Als Zugabe kommen die Roboter auf die Bühne! Ja tvoi sluga
Ja tvoi Rabotnik! 
Ralf Hütter, Henning Schmitz, Falk Grieffenhagen und Georg Bongartz verbeugen sich vor dem begeisterten Publikum. Es hat absolut gelohnt, sich das heute anzuschauen! Eine ganz große Show! Ich könnte noch so viel schreiben, aber die Musik von Kraftwerk erzählt die Geschichte einfach besser! Anhören und staunen!


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Band:
Kraftwerk
Stil: Electronic, Rock
Herkunft: Düsseldorf
2 Berichte

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