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Bogenfest: Insanity Alert, Ikan Hyu, S.G.A.T.V., Cute Aggression, 30.05.2026 in Innsbruck (A), PMK - Bericht von Fö

Bogenfest & Tirol-Wanderungen, 30.05.2026 in Innsbruck (A)

Immer noch im Urlaub, noch ein Konzert. Nach dem Hinreise-Pitstop (pun intended) bei den Cancer Bats hatte ich ein paar schöne Tage im Tiroler Gaistal, von wo es mich weiter nach Innsbruck und dann über Nürnberg back home verschlägt. Weil sich das zuletzt so gut bewährt hat, verschiebe ich aber mal die Natur-Wander-Kletter-Action ans Ende dieses Berichts, obwohl sie eigentlich chronologisch davor stattgefunden hat. Aber für die Dramaturgie ist das doch eigentlich wumpe, oder? Also, Innsbruck steht auf dem Programm. Da bin ich letztes Jahr schon mal durchgelaufen, diesmal hat es mich wieder in die Gegend verschlagen, was auch einfach an der zwar langwierigen, aber immer noch guten Verkehrsanbindung liegt, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Ruhrgebiet aus die Alpen begucken will. Diesmal stieß ich dann aber sogar noch ein Konzert hier, und zwar von der allerortens hochgejubelten Band SGATV, die auf der Aftershowparty des Bogenfests spielen, einem Elektro... - äh nee, was ist das fürn Festival? Ich brauchte ein bisschen um mir ein Bild zu machen, aber dann stieß ich auch noch auf Insanity Alert im Lineup und die Sache war geritzt.
Das Bogenfest kostet nüscht, das Aftershow-Dingens 12 Euro - und ein Bettchen im Mehrbettzimmer mit 65€ so viel wie ich zuvor für ne ganze Ferienwohnung gezahlt hab. Das ist schon hart! Innsbruck gilt als teuerste Stadt Österreichs, gleichzeitig aber auch als "Antifa City", wie mir ein Graffito auf der Hinreise erzählt. Damit ist mir die Stadt insgesamt schon mal sympathischer als letztes Mal.
Das Bogenfest ist so ne Art Stadtteilfest mit alternativem Anstrich, sowas wie Bochum Total nur weniger durchkommerzialisiert würde ich sagen. An einem Tag gibt es mehrere Bühnen, viele Stände und alle möglichen Läden haben ihre Tische rausgestellt. Die namensgebenden "Bögen" sind die Viaduktbögen unterhalb der Bahnlinie, in denen sich diverse Geschäfte und Clubs angesiedelt haben.
40.000 Menschen sollen heuer (kaum 3 Tage hier, schon nutz ich österreichische Worte! Wie leiwand!) den Weg zum Bogenfest gefunden haben, das zum mittlerweile fünften Mal stattfindet. Dafür dass ich im Urlaub eigentlich eher in die Einsamkeit der Berge flüchten wollte, ist das ein bisschen viel. Aber nuja. Einen Großteil des Programms habe ich eh schon verpasst, aber IKAN HYU klangen in der Ankündigung ganz spannend.
Kommen aus der Schweiz und sind nur zu zweit, haben aber ausreichend Instrumente dabei um ne ganze Band zu bestücken. Ein minimalistisches Schlagzeug, diverse Keyboards und Pads, E-Gitarre. Damit die Bühne darüber hinaus nicht zu leer wirkt, stehen überall leuchtende Stäbe rum.
Spannend find ich, wenn Gitarristin Anisa einfach mal ein Keyboard auf die Gitarre pappt und beides gleichzeitig spielt. Verrückt! Auch sonst ist das durchaus ein bisschen abgedreht und weird genug, um nicht als durchschnittliche Pop-Band durchzugehen.
Es wird gesungen und gerappt, gibt viel elektronische Töne, Gitarre und Schlagzeug geben aber auch ein angenehm punkig-rockiges Fundament. Find ich alles stark, einfach weil es erfrischend anders ist. Erinnert mich dadurch an die großartigen Nova Twins, auch wenn's musikalisch doch ne andere Kiste ist. Aber der Vibe ist da!
Weniger mein Vibe: Dass zu nem Circle Pit aufgerufen wird, dass sich irgendwann alle hinsetzen sollen, um dann gemeinsam aufzuspringen - wenn ich Animationsprogramm will, hätte ich All-Inclusive-Cluburlaub auf der Aida gebucht. Aber anscheinend gehört das mittlerweile fest zum Arsenal jeder Festivalband.
Mehr mein Vibe: Die Traverse hochklettern. Das war schon immer ein richtig geiler Rock'n'roll-Move und damit kann man anwesende Security, Veranstaltende und Sanitäter*innen wunderbar auf die Palme bringen. Stark!
Cooles und umjubeltes Set von Ikan Hyu, zum Glück auch nicht lang genug dass mir langweilig werden würde
Bühnen mit Bergkulisse sind einfach immer klasse!
Den Menschenmassen kann man zum Glück auch ganz gut entfliehen. Zwei Straßen weiter lassen sich die Beine im Wasser der Sill baumeln, während ich Drinks und Snacks verzehre, egal ob mitgebracht oder von den zahlreichen Straßenständen erworben. Wie üblich gibt es lange Schlangen an den Bratwurst-Pommes-Buden, während man bei den exotischeren Sachen besser und schneller versorgt wird.
Weiter zur "Riffrausch-Bühne". Hier spielen nun KLEBSTOFF. Auch die klangen in der Ankündigung ganz interessant, irgendwas mit Wave und Synthpop, aber mich reißt das grad gar nicht mit. Über weite Teile ohne Gesang, dafür alles rein elektronisch mit atmosphärischen Flächen und ein paar Beats darüber gelegt. Hm, nee, bin ich grad nicht empfänglich für.
Was sonst so? Entlang der Bogenmeile gibt's halt auch noch Angebot abseits der "großen" Bühnen, meist läuft Elektro oder Hiphop. Auch nett, auch nicht sonderlich interessant für mich, aber man sieht: Es wird was geboten.
So, nun aber zum Headliner! Also, eigentlich auch wieder nicht, "nur" der Headliner der Riffrausch-Bühne, weil sie der Hauptbühne zu gefährlich waren: INSANITY ALERT! Alias halt die Innsbrucker Band von Kevin Aper (The Apers, Monster Zero). Die zelebrieren heuer ihr 15jähriges Jubiläum! Als Innsbrucker Band ist es dementsprechend schon gut voll vor der Bühne, als sie loslegen. Leider habe ich kein Foto von den geilen Neon-Bademänteln, die sie beim Aufbau getragen haben. Aber optisch schon mal gewonnen.
Ja geil was macht das Laune! Man fühlt sich komplett in einer Parallelwelt, in der sich alles um skaten, thrashen und shredden dreht. Son bisschen Wayne's World auf Thrash Metal getrimmt, aber im örtlichen AZ. Vom ersten Song an wird vor der Bühne ordentlich gefeiert. Mein Highlight ist ein kleiner Junge, der immer wieder in den Pit rennt und kurz bevor er in den Moshmassen verschwindet, von seiner Mutter zurückgezogen wird. Er hat einen Riesenspaß! Seine Mutter eher weniger. Vor der Hauptbühne wär das nicht passiert.
Die Songtitel sprechen schon mal ne deutliche Sprache. "Life's too short for longboards", "Why is David Guetta still alive?, "All Mosh No Brain" und natürlich "Metal Punx never die!", großartig das alles! Dann auch noch "Moshemian Thrashody", ein Coversong von, na, ihr wisst schon. Herrlich!
Dazu werden ständig Textschilder hochgehalten und in die Menge geworfen, ein LED-Laufband auf der Bühne vermittelt subtile Botschaften ("FCK NZS", "Döner 3,50€"), die Ansagen sind oft unterhaltsam, wenn nicht verstehe ich sie meist einfach nicht (Kev spricht österreichisch, vermutlich mit niederländischem Akzent, aber auch das ist wieder irgendwie geil). Was noch? Achja, die FPÖ wird auch gedisst, das freut alle Anwesenden. Wär auf der Hauptbühne bestimmt zu gefährlich gewesen.
Nen neuen Bassisten haben sie namens "The vegan viking", den es aus Kopenhagen hierher verschlagen hat. Ganz schön internationale Band! Dafür dachte ich, sie hätten zwei Gitarren, aber vielleicht pennt der andere noch hinter der Bühne, weiß man bei solchen Bands ja nie.
Highlight am Ende: "Run To The Pit", wo mal eben Iron Maiden durch den Wolf gedreht wird. Megageil! "Run To The Pit, Mosh For Your Life", mein Ohrwurm des Urlaubs.
50 Minuten statt der angekündigten 60 gespielt, aber auch das ist voll fair. Zu gefährlich für die Hauptbühne, dass ich nicht lache. Bin aber ganz froh, dem Ganzen hier in dieser Nebenstraße beigewohnt haben zu dürfen.
So, und nun? Nachdem ich die letzten Tage immer so gegen 21 Uhr im Bett war und heute um 5:30 aufgestanden bin, um den vollen Tag nutzen zu können (Urlaub ist kein Zuckerschlecken!), muss ich heute bis zur Aftershowparty durchhalten, die erst um 0 Uhr los geht. Urgs. Also zwei Stunden Zeit, die ich mit Wassertrinken und nochmal durch Innsbruck laufen verbringe.
Bestimmt irgendeine Sehenswürdigkeit. Wir brauchen ja auch Touri-Content!
Zurück an den Bögen. Gleich geht es weiter im P.M.K., vorher kann man ein wenig die Aufräumarbeiten beobachten oder betrunkene Leute umkippen sehen. Das PMK macht nen ganz netten Eindruck. Bin aber froh dass ich nicht die einzige Person war, die irritiert davon war, dass der Eingang nicht die verschlossene Tür unter dem riesigen pmk-Logo ist, sondern ein Bogen weiter unter einem großen WC-Schild. Und ich hab mich gewundert dass die Leute hier Bändchen kriegen, wenn sie aufs Klo gehen...
Drinnen geht es dann tatsächlich pünktlich los. CUTE AGGRESSION nennt sich der erste Act. Zwei Personen aus Wien, die ihr Intro einfach selbst spielen, wahrscheinlich sogar improvisiert, auf diversen Synthesizern und sonstigen Tastendingern.
Bin aber froh, dass irgendwann Gitarre und Gesang dazu kommt. Das ist alles ein bisschen durcheinander, hat aber angenehme Lofi-Pop-Momente gepaart mit so elektronischem Gefissel und viel Experimentierfreude
Es fehlt mir noch ein bisschen an Tempo, liegt aber vielleicht daran dass ich 1. gerade Insanity Alert gesehen habe und 2. an sich ganz gerne im Bett wäre, aber genüsslich dazu schunkeln lässt sich ja schon. Ansagen, Themen und Einstellung soweit korrekt!
Dann S.G.A.T.V.! Den Namen liest und hört man öfter mal in diesem Eggpunk-Umfeld, nun kann ich auch mal sehen was das überhaupt soll. Ja, wie sag ich's: Was das soll weiß ich immer noch nicht, aber ich find's geil.
Die Schweizer bringen auf jeden Fall Metal in den Eggpunk. Es gibt genretechnisch viel Synthie, der Gesang ist effektverhüllt, es wird dumm getanzt, es geht aber auch schön schnell nach vorne, da kann man gar nicht anders als mitzappeln!
Signature Move: Die erhobene Faust! Im Laufe des Auftrittes haben diese so ziemlich alle im Raum, inklusive Publikum und Personal, schon mal gezeigt. Super. Viel besser als die Pommesgabeln, die haben mich grad bei Insanity Alert schon ein bisschen genervt.
Von den Ansagen verstehe ich kaum etwas, was aber glaube ich weniger am Dialekt liegt sondern eher daran, dass die ganze Zeit dieser hallig-schnarrige Effekt auf dem Gesangsmikro ist. Geil als der Drummer irgendwann mitteilen will, was er auf seinem Monitor anders haben will - und dafür das Gesangsmikro nutzt. Keine Ahnung ob die Tontechnik-Person davon irgendwas verstanden hat.
Ah, die erhobene Faust. Nach wie vor ein wichtiges Utensil! Vor der Bühne wird fleißig getanzt und es werden viele Fäuste erhoben. Der Raum ist gut gefüllt, aber nicht unangenehm voll, eigentlich genau richtig, das macht schon echt Laune.
Am Ende schmeißt der Sänger einfach mal alle um und die Band wimmelt, wurmt und windet sich gemeinschaftlich auf dem Boden. Astrein. Leider macht die anschließende Zugabe diesen schönen Moment wieder kaputt.
So. Mehr weiß ich nicht mehr, ich hab irgendwie den Weg ins Bett geschafft und kann mich am nächsten Morgen vergewissern, dass nicht nur die Häuser, sondern auch die Berge noch da sind. Puh!
Und damit wären wir beim Thema Berge und somit dem eigentlichen Wanderurlaub! Für alle Fans detaillierter Ergüsse breite ich mal kurz meine Planung aus:

- Dienstag Abend Abfahrt (auf dem Weg nehme ich noch ein Konzert von Cancer Bats in Düsseldorf mit). Pennen im Zug -

- Mittwoch bis Freitag wandern in und um Leutasch und das Gaistal -

- Samstag kurz ins Ötztal und dann nach Innsbruck zum Bogenfest (das habt ihr soeben gelesen) -

- Sonntag noch ne kurze Wanderung in Mittenwald, dann weiter nach Nürnberg zu nem Konzert von Melt-Banana, anschließend pennen im Zug und Montag früh frisch und munter wieder daheim -
Um euch endgültig zu verwirren, bleibe ich mal kurz in der Chronologie! Nachdem ich das Bogenfest und die Aftershowparty überlebt habe, verabschiede ich mich Sonntag vormittag von meinen Zimmergenoss*innen und nehme den Zug nach Mittenwald. Dort will ich noch 2 Stunden Zeit rumschlagen, bevor es weiter geht nach Nürnberg. In Mittenwald bietet sich dafür perfekt der Leutaschklamm an - den kann man sowohl von Mittenwald aus begehen als auch von Leutasch, vom Mittenwalder Bahnhof isses aber nur ne Viertelstunde weg.
Hier ist man nicht so wirklich tief unten in der Schlucht, die Besonderheit liegt eher im Gegenteil: Man läuft auf nem Metallgeländer irgendwo oben und die Klamm lässt tief blicken. Schon ziemlich spektakulär! Es gibt auch noch zwei weitere Wege, Wasserfallsteig kostet 4€ Eintritt und führt an den Wasserfall, dann gibt es noch die kleine Runde auf der Leutascher Seite, mit der man näher an die Klamm kommt. Ich hab aber eh nur Zeit für die "große Klammrunde".
Sieht schon alles ziemlich spektakulär aus! Irgendwo muss ich nen Hinweisschild übersehen haben, irgendwie laufe ich entgegen der ausgeschriebenen Laufrichtung, also gegen den Uhrzeigersinn - ist jetzt auch nicht wirklich wild. Aber da doch einige Leute unterwegs sind, muss man sich schon öfter mal aneinander vorbei schlängeln.
Zurück geht der Weg für mich dann oberhalb der Klamm durch einen breiteren Waldweg. Hier sieht man auch den Grund, weswegen das alles hier auch als die "Geisterklamm" bezeichnet wird: Es gibt immer mal irgendwelche Schilder und Aufbauten die irgendwas mit Trollen, Kobolden und anderen Fantasiewesen zu tun haben. Sogar an so Fantasie-Konstrukte wie Staatsgrenzen kommt man hier vorbei!
So, nu aber zum Bahnhof und weiter nach Nürnberg! Oder wir gehen ein paar Tage zurück zum Start des Urlaubes, Mittwoch früh.
Gestartet wurde schließlich auch mit einer Klamm: Der Gleirschklamm! Ich hab übrigens auch keine Ahnung, was der Begriff "Klamm" genau meint, aber ich glaube das ist einfach ne schmale Schlucht. Meistens mit fließendem Wasser. Und fließendes Wasser ist was Tolles!
Die Gleirschklamm kann man in gut 4 Stunden hin und zurück von Scharnitz aus erwandern - guter Zeitrahmen, um zwischen meiner Ankunft am Vormittag und Bezug der Unterkunft am Nachmittag die Zeit zu vertreiben. Ist wirklich ganz schön, viel los ist hier auch nicht und da wir ja irgendwie noch Frühjahr haben, fließt auch gut Wasser hier durch, das diese typisch kalkig-türkise Farbe hat.
Meine Unterkunft für die nächsten Nächte liegt in Leutasch-Obern. Hier gibt's schön urige Ferienwohnungen, der Bus hält nicht weit von hier und Wanderwege starten quasi auch direkt vor der Tür. Optimal also, wenn man ohne Auto unterwegs ist. Außerdem befindet sich nebenan ein kleiner Supermarkt, der alles Nötige hat und der ab 12 Uhr komplett ohne Personal als Selbstbedienungs-Markt funktioniert. Kurz die Bankkarte vorhalten um rein zu kommen, in aller Ruhe einkaufen, dann an der SB-Kasse selbst scannen. Natürlich sehe ich Personaleinsparungen auch irgendwie kritisch, aber seien wir mal ehrlich: ohne die SB-Option gäbe es hier vermutlich gar keinen Supermarkt oder der wäre ab 17 Uhr geschlossen.
Donnerstag früh, Blick auf dem Fenster, wolkenloser Himmel und perfekter Blick auf die Hohe Munde, dem Wanderziel für heute! Wie gesagt, man kann eigentlich direkt von hier zur Wandertour starten. Super!
Es geht erstmal einen mitunter recht steilen Waldweg hoch bis zur Rauthhütte, danach wird es noch steiler, aber auch schöner, wenn man erstmal die Baumgrenze hinter sich gelassen hat.
Würde dieser Aussichtspunkt nicht "Zugspitzblick" heißen, würde ich nicht wissen, dass der kleine Berg da ganz hinten die Zugspitze ist. Dazwischen sieht man noch den Predigststuhl, den ich morgen besteigen werde.
jaok.
Abgesehen von ein paar Tieren bin ich anscheinend der erste, der heute hier hoch steigt. Auf dem Rückweg begegnen mir ein paar Wandersleute, insgesamt aber eher wenig los.
Upsa, hier liegt ja noch Schnee! Naja, vor 2 Monaten hat es wohl noch geschneit und auch unten im Tal kam es noch meterhoch runter. Hier oben kommt man noch einigermaßen gut durch, versinkt aber auch  hier und da mal im Schnee.
Ich stehe hier aktuell auf dem Ostgipfel der Hohen Munde (2592m hoch) und blicke auf den Westgipfel (2662m), den ich eigentlich auch noch erreichen wollte, und dann möglichst über die Westseite zurück. Aber das würde heißen, ne recht lange und steile Strecke durch tiefen Schnee zu stracksen, also lass ich das lieber und kehre um. Zumal mir irgendwie alle, denen ich von meinen Urlaubsplänen erzählt habe, nur "pass auf dich auf" statt "schönen Urlaub" gewünscht haben, denen will ich jetzt nicht die Genugtuung verschaffen indem ich 1000 Meter in die Tiefe rutsche!
Auf nen schneebedeckten Berg latschen, um auf andere schneebedeckte Berge zu glotzen und dann wieder runter zu latschen. Menschen sind schon echt merkwürdige Wesen. Ich latsch dann mal wieder runter.
Apropos merkwürdige Wesen: Was ist eigentlich kaputt mit diesem Christentum? Was soll diese ganze Obession vom Tod und die Fetischisierung von Leichen? Dass ab und zu mal irgendwo son toter Jupp hängt okay, aber hier gleich drei, laut Gesichtsausdrücken qualvoll verendete, das könnte sich doch kein Satanistenkult grausamer ausdenken. Ich dachte noch so, och nett, ne überdachte Holzhütte zum Schutz vor Regen und Sonne, aber nee, da bauen die son Ding dahin und dann ist da vor lauter Leichen kein Platz mehr sich unterzustellen. Kann das mal jemand erklären dessen Glauben gefestigt ist?
Wie auch immer. Das war ne tolle Wanderung! Muss ich für den Westgipfel wohl nochmal wiederkommen. Jetzt aber erstmal schnell in den SB-Markt und anschließend ein zünftiges Abendessen zaubern.
Abendspaziergang: Unweit von hier ist das Katzenloch, da kann man auch noch gemütlich rüber spazieren. Was auch immer ein Katzenloch ist. In diesem Fall ein schönes Waldgebiet, durch das sich das Katzenlochbachl windet. Was auch immer ein Katzenlochbachl ist.
Nächster Tag. Heute gleich mehrere Ideen und Optionen, aber ich geh einfach mal los und entscheide spontan, wohin mich die Wanderung führen mag. Erstmal kurz rein ins Gaistal. Jetzt würde man denken, der Bach hier muss dann ja wohl die Gais sein, aber das ist die Leutascher Ache (kennen wir noch vom Leutaschklamm). Zum Gaisbach muss man anscheinend noch deutlich weiter ins Tal hinein. Aber ich will ja hoch hinaus!
Man nennt die Gegend auch das "Almenparadies" weil man so schön von Alm zu Alm wandern kann. Solang überall die Aussicht so stark ist - warum nicht?
Ne kleine 9-Stunden-Wanderung wird es dann heute. Was ist das? Ein Murmeltier? Putzig!
Ich entscheide mich, auf den Predigtstein zu kraxeln, und so wird aus einer anfangs recht angenehmen (aber langen) Wanderung am Ende doch noch ein bisschen Schnee-Schlittern und Felsen-Klettern. Übrigens hab ich bis zum Ende nicht kapiert, ob es "Predigststein" oder "Predigtstuhl" heißt und mich nicht getraut Einheimischen mein Ziel zu verraten - hab aber gerade gelesen, dass beides gebräuchlich ist. Nagut.
Bisschen Aussicht! Hier sieht man die Hohe Munde, auf der ich gestern war - zumindest auf dem von hier aus gesehen linken Gipfel. Aber ist ja eigentlich auch egal, diese ganzen Gipfelnamen oder? Die Alpen sind voll davon!
Dank Kamera-Zoom kann man sogar bis zur Zugspitze gucken! Das ist doch zumindest ein Berg dessen Namen ihr kennt!
Abstieg vom Predigtstuhl über einen anderen Weg - diesmal mit mehr Schnee. Aber ohne Lawinengefahr und ohne steile Abhänge, also macht das eigentlich auch ganz gut Spaß.
Fließendes Wasser: Einfach toll! Über andere Almen und das Gaistal geht es schließlich zurück nach Leutasch, wo meine letzte geruhsame Nacht bevorsteht - Morgen verlasse ich dieses Tal auch schon wieder. War wirklich schön, kann ich nur empfehlen!
Am nächsten Morgen geht es Richtung Ötztal! Das ist nochmal ne andere Richtung, aber hat sich irgendwie so ergeben. Wir haben mittlerweile Samstag und heute Abend steht das Bogenfest in Innsbruck (s.o.) an. Eigentlich hatte ich gedacht, da kann ich ja vorher noch auf den Innsbrucker Klettersteig. Aber das Internet sagt, dieser sei noch gesperrt wegen Schnee. Also hab ich mir noch ein paar andere Klettersteige rausgesucht, die nicht ganz so hoch sind. Gepäckschließfach Innsbruck 3,30€ für 24h, guter Deal, und dann geht es mit Zug und Bus weiter ins Ötztal.
Nachdem Zwen uns letztes Jahr in die Kunst der Klettersteige eingeführt hat, hab ich ja schon ein bisschen Blut (& Schweiß) geleckt, das war dann schon was, das ich gerne nochmal machen würde. Der Klettersteig Lehner Wasserfall gilt als einer der schönsten Tirols, ist mit dem Bus gut erreichbar und hat ne passable Dauer und Schwierigkeitsstufe. Bestens!
Ist schon echt geil! Es geht die ganze Zeit neben diesem Wasserfall hoch. Nicht immer nur hoch, auch mal horizontale Strecken, nicht zu anstrengend aber auch mal herausfordernd. Die schweren Stellen (Schwierigkeit D und E) lassen sich umgehen, was ich dann auch mache - aber muss sagen, der Weg der da wirklich direkt neben dem Wasserfall lang ging, sah schon mega aus!
Wichtig: immer nach unten gucken!
Highlight dann das Stahlseil, das einmal quer vorm Wasserfall gespannt ist. Ich geh mal davon aus, dass derzeit recht viel Wasser runterkommt oder? Jedenfalls gut, um zumindest die halbe Körperseite angemessen zu erfrischen. Das hat Bock gemacht!
Es ist noch Zeit für nen weiteren Klettersteig! Diesmal die Geierwand in Haiming. Derzeit nur mit Schienenersatzverkehr-Bus zu erreichen, aber auch das lief unkompliziert. Haiming scheint ein kleines Outdoor-Paradies zu sein. Mit im Bus sitzen Amis die raften gehen wollen sowie ein Australier der zum Canyoning fährt - aber Klettersteige scheint eher son europäisches Ding zu sein.
Vom Schwierigkeitsgrad eigentlich gut machbar, aber mindestens 2 Stunden Aufstieg sind allein durch die Dauer schon ne Ansage - und dazu noch zur Mittagszeit auf der Südseite. Na wunderbar! Macht auch Laune. Viel Blick ins weite Tal. Im Gegensatz zum Lehner Wasserfall wird hier viel mit natürlichen Tritten und Griffen gearbeitet, was mir mehr zusagt, aber auch mehr Konzentration bedarf, weil der Weg nicht so "vorgefertigt" ist.
Auch hier gibt's ne kleine Seilbrücke (da mittig zu sehen), ansonsten geht es hier sehr beständig nahezu vertikal bergauf. Mit ner kleinen Pause auf der wackligen "Löwenbank", die auch echt nötig war.
Was man auf keinen Fall vergessen sollte: Man muss ja auch irgendwie wieder runter. So hatte ich genug zu Trinken für den Klettersteig, aber dass es bergab auch nochmal anstrengend wird, habe ich nicht eineberechnet. Was hier noch nach nem gemütlichen Waldweg aussieht, wurde irgendwann zu nem steilen und rutschigen Geröll-Schutt-Parcours, fast schwieriger als der eigentliche Klettersteig.
Und damit hätten wir das auch abgehakt! Nächster Stopp ist Innsbruck und damit wären wir am Anfang dieses Berichts! Schöner Urlaub! Viel Natur, viel Kultur, viel vorgenommen und viel geschafft!


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Thrash, Metal, Punk
aus Innsbruck (A)
Synth Punk
aus Frauenfeld/Biel (CH)
Pop, Experimental, Indie
aus Wien (A)
Indie, Pop
aus Schweiz
Location:
PMK
Viaduktbogen 19 - 20
6020 Innsbruck (A), Österreich

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