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Spastic Fantastic Festival: Kaput Krauts, Apéro, Kostenvoranschlag, The Wolf I Feed, Jigsore Puzzle, Blamage, Bantam, Däächt, The Tangled Lines, The Wolf I Feed, Dystopia Konfetti, 06.06.2026 in Dortmund, FZW - Bericht von der Redaktion

Spastic Fantastic Festival, 06.06.2026 in Dortmund

Zwen: Mal wieder eine Runde Spastic Fantastic im FZW und damit auch die dreckigste Veranstaltung aus dem Konglomerat von Bierschinken, Youth Brigade und Spastic. Ich muss schon um 16 Uhr am FZW sein. Die ersten Bands sind auch schon da, oder trudeln gerade ein. Dementsprechend scheint das heute für mich ein einfacher Job zu werden. Im Backstage gibt es die ein oder andere Köstlichkeiten zu vernussferkeln und Melle überredet mich trotz eigentlicher Abstinenz den vom Veranstalter selbst aufgesetzten Bärenschnaps zu probieren. Lecke! Aber dabei soll es auch für heute bleiben.
Björn: Beim Bierschinken im April musste ich leider aussetzen, daher gab es eine recht lange Vorfreude auf's Spastic Fantastic, v.a. wegen KAPUT KRAUTS und APÉRO. Beim Anblick des Zeitplans merke ich, dass ich alt bin - wie soll das gehen? Am Ende hab ich es geschafft, ein paar alte Bekannte zu animieren, wir schlagen allerdings erst recht spät auf und verpassen die ersten Bands...
Fö: Ich bin noch kaputt vom Vortag und verbringe den Großteil des heutigen Abends lieber damit, an der Kasse zu sitzen. Da kann ich mir nebenbei noch ein paar prima Türsteher-Kniffs abholen!
Zwen:  Den Auftakt machen heute pünktlich um 18:30 Uhr DYSTOPIA KONFETTI. Ich kann euch keine weiteren Infos zur Band geben, aber die machen Deutschpunk und nachdem irgendwer zehn Minuten nach Einlass noch behauptete, dass es ziemlich leer sei, hat sich das FZW plötzlich von 0 auf 100 gefüllt und hier in der Gastro wird kräftig die Luft weggeatmet. Die Band schaltet kräftig den Turbo ein und der Sänger wuselt den Großteil der Zeit durch die Menge. Eine durchaus amüsante Angelegenheit.
Fö: Sehr quirlige Angelegenheit. Für den Auftakt perfekt, da weiß man was einen die nächsten Stunden erwartet.
Fö: THE WOLF I FEED. Letztens erst in der Hirsch-Q gesehen, heute dezent größere Bühne - und gesehen habe ich nur ein paar Sekunden. Viel Krach jedenfalls.
Fö: KOSTENVORANSCHLAG. Hat die denn niemand von uns gesehen? Aber wer hat dann dieses Foto gemacht? Wo sind unsere Ghostwriter?
Zwen: BANTAM gefallen mir so gut wie noch nie. Die Songs sind ja mega eingängig und Katharinas Stimme so schön rotzig-angepisst. Manchmal tut es Bands, die solche Musik spielen, ja gar nicht gut vernünftig abgemischt zu werden. Bei Bantam ist das aber überhaupt nicht der Fall und hier und heute mal alles gut zu hören ist eine schöne Abwechslung. Soll jetzt aber keine Front gegen DIY-Läden sein, aber manche DIY-Bands dürfen dann halt auch mal ein Mal im Jahr in Locations wie dem FZW spielen. Crass würden zustimmen.
Björn: Wir kommen pünktlich um festzustellen, dass die Band ziemlich geil ist, und das sogar bei angenehmer Lautstärke! Und, dass es das letzte Lied war... Schade! 
Zwen: Bei der Band BLAMAGE möchte ich euch zunächst mal ihr letztes Jahr erschienenes Demo ans Herz legen. Hört da unbedingt rein, wenn ihr auf so richtig schön ranzigen Deutschpunk steht. Dort findet sich auch das Lied "Bröckelhusten in Wuppertal", das mir live unglaublich gut gefallen hat. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass dieses Lied  um die Hündin Lyka auch zeitnah aufgenommen und veröffentlicht wird. Gegen Ende beschenkt uns dann noch die Band mit dem unglaublich gut reinpassenden Slime-Cover von "Bullenschweinen". Das könnte wirklich nicht besser passen und ich bin nicht einzige der an spontaner Fingerindieluftreckeritis erkrankt. Außerdem natürlich Props an die Gitarristin, die sich einen Finger verletzt hat und deswegen noch fix lernen musste, wie man die Songs mit einem Finger weniger spielt. Bon Jovi hätten hier vermutlich abgesagt.
Björn: Es ist rappelvoll in der Bar, und viel zu warm - wir lauschen also von draußen durch die (noch) offene Tür. Die Gesamtsituation  ist allerdings so eine Herausforderung, dass ich von der Band nicht wirklich viel mitbekomme... vor allem weil der Auftritt gefühlt super schnell vorbei ist.
Zwen: Nicht nur gefühlt, leider musste die Band aufgrund der Fingersituation kürzen.
Björn: JIGSORE PUZZLE sind auf jeden Fall schon wegen der Besetzung geil - Drums, Gitarre, zweimal Gesang. Die Lieder gehen maximal eine Minute, es geht immer sofort zur Sache, die beiden Stimmen wechseln sich unglaublich schnell ab, und dann ist auch schon vorbei. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob das nun Powerviolence oder Grindcore ist, große Einigkeit besteht darin, dass das Ganze mitsamt den Ansagen einen ziemlich hohen Unterhaltungswert hat!
Björn: Genauso kurz wie die Lieder ist auch der ganze Auftritt - wenn das so weiter geht, ist der Abend schneller vorbei als gedacht!
Fö: Schade, von dem Auftritt schwärmen am Ende alle, hab ich komplett verpasst.
Björn: Dass im Club dann APÉRO spielen, ist eine Überraschung - ich hatte mir im Vorfeld recht häufig deren Album angehört und wundere mich, dass mir das alles so bekannt vorkommt... Es stellt sich heraus, dass ZYPH ausgefallen sind und die Band vom letzten letzten Slot am Abend (bzw. morgen) auf diesen vorgerückt sind, so kommen vermutlich deutlich mehr Leute in deren Genuss!
Fö: Eigentlich wollten wir Syff oder Syph als Ersatz holen, hat aber nicht geklappt.
Björn: An Gitarre, Bass und Synthie/Drumcomputer feuern die drei einen Hochgeschwindigkeitselektropunk-Knaller nach dem anderen raus, ich hab das schon Album gefeiert und live geht das auch ziemlich gut ab! In der Bar kann kaum noch wer stillstehen, und auch meine Reisegruppe hat sichtlich Spaß...
Fö: Seh ich heute auch zum ersten Mal. Thommy meint im Vorfeld zu mir "Wenn du Schlagzeug hasst, wird es dir gefallen". Was soll ich sagen, es hat mir gefallen!
Fö: Ein Lied war gegen Ritter, mit dem Hinweis dass Drachentöten nicht vegan ist. Das fand ich gut.
Björn: Als nächstes DÄÄCHT, aus Regensburg. Garage mit ordentlich Hall auf der Stimme sage ich, mit Augenzwinkern wird sonst noch die Beobachtung "Chat Pile meets Nirvana" gemacht - ich bin auf jeden Fall  (mal wieder) ziemlich (positiv) überrascht! 
Fö: Hießen früher mal Kolossus Däächt und zumindest den früheren Namen hab ich schon öfter mal wahrgenommen
Björn: In der Bar spielen dann THE TANGLED LINES aus Dresden klassischen Hardcore in einheitlich rotem Bühnenoutfit. Die Energie und Ausstrahlung der Frontfrau ist wirklich unschlagbar, mit ihrer Gestik und Mimik bringt sie nochmal eine ganz eigene Dimension in den Auftritt. Ziemlich unterhaltsam das Ganze! 
Fö: Die gibt es eigentlich seit vielen Jahren nicht mehr, nun gibt es sporadische Auftritte. Ich hab die mal vor Jahrzehnten in Kamen gesehen und fand's damals eher so semi, muss aber im Nachhinein sagen, dass ich einfach nicht so weit oder die Band ihrer Zeit voraus war. Eigentlich ist das alles total geil.
Zwen: Bei den KAPUT KRAUTS ist dann so langsam die Luft raus. Außerdem spielen, die seitdem sie letztes Jahr ihr "Vom Feeling her ein Scheißgefühl"-Album rausgebracht haben, auch wieder wirklich überall. Nichtsdestotrotz raffe ich mich nochmal auf und schleppe mich runter in den Club, was auch rückblickend eine sehr gute Entscheidung war, denn die Krauts machen sich wiederholt schuldig, einen wahnsinnig guten Auftritt runterzuhobeln. Schöner Nix aus alten Krachern und viel vom neuen Album.
Björn: Die Band hat am Abend vorher noch in Berlin gespielt, Respekt, dass die hier trotzdem dann noch so abliefern - ich muss sagen, ich wäre zu alt für den Scheiß... Das Publikum (und auch meine Gesellschaft) dünnt sich während des Auftritts langsam aus, am Auftritt selber liegt das ganz sicher nicht, es ist nur inzwischen langsam wirklich spät und es muss vermutlich noch die ein oder andere Bahn erwischt werden.
Fö: Vielleicht doch zu viel Deutschpunk für das heute doch eher HC-lastige Lineup? Für mich das Highlight des Abends. Was mir aber auch schon vorher klar war, insofern also auch keine Überraschung.
Björn: Insgesamt ist das jetzt das jetzt der dritte Auftritt der Band den ich sehe, seit sie nur noch zu viert sind, und man muss sagen, dass es inzwischen eine ziemlich runde Sache geworden ist. Das Setting im FZW mit dem gewohnt geilen Sound tut seinen Rest dazu um mit Krachern wie "Dude, What the Fuck...", "Usedom&Gomorrha" oder "Schlachtrufe BRD" einen richtig geilen Abschluss des Abends geboten zu bekommen. 
Fö: Spielen übrigens im Herbst schon wieder in Dortmund. Soviel zum Thema "spielen auch wirklich überall". Der Rubel muss halt rollen!
Fö: ok, Fazit? Hm, ich hab lange nicht mehr so wenig Bands bei einer unserer Veranstaltungen gesehen, aber das lag eher an meiner eigenen Verfassung. Publikum war jedenfalls zahlreich und bei bester Laune, Bands auch (zumindest solange noch Bier da war), und überhaupt macht diese Veranstaltung, die wir alljährlich zu Ehren von Marcel Richard durchführen dürfen, doch echt immer wieder Spaß!


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Location:
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