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Youth-Brigade Festival: Rauchen, Blame Evolution, Gebretter, Herr Lehmann, Chaos Commute, Fighting Chance, Swift Exit, My Demon's Best Friend, Lynger, Ahab, Plaiins, FuckFuckFuck, Purcanity, Artemis Jade, Racoon Rage, 12.06.2026 in Dortmund, FZW - Bericht von der Redaktion

Youth-Brigade Festival, 12.06.2026 in Dortmund

Fö: Youth Brigade Festival! Von allen Sachen die wir so im FZW (mit)veranstalten, immer die stressigste. Mehr Bands, mehr Bühnen. Dieses Jahr war bei der Planung auch noch aus diversen Gründen der Wurm drin, weswegen ich eigentlich mit der Einstellung "bin froh wenn es vorbei ist" in den Abend gestartet, wurde dann aber sehr schnell angefixt von den doch durchweg guten und überaus netten Bands, vom glücklichen Publikum und vom vielen Feedback. Danke!
Walter: Ich hetzte von Arbeit zur Veranstaltung. Wem fällt auch ein, Freitags so lange zu arbeiten.
Fö: Hinter der Fotokamera heute übrigens Hendrik @muellerskabinett, vielen Dank dafür!
Fö: RACOON RAGE aus Köln! Der Großteil der Slots beim Youth Brigade wird ja über ein Bewerbungsverfahren ausgewählt. Find ich immer sehr spannend, da so auch viele Bands auf der Liste landen die wir zuvor gar nicht kannten. In diesem Jahr gab es kaum Bandbewerbungen aus Dortmund, dafür so viele aus Köln, dass wir am Ende Bewerbungen einfach nur abgelehnt haben, weil sie aus Köln kamen. Racoon Rage haben's aber durch die strengen Regularien geschafft!
Fö: Ist so Punkrock-Garage-Grunge hätte ich jetzt gesagt, aber sie selbst meinen da sei noch Egg-Punk drin. Na okay. Gesangsstimme auf jeden Fall mega. Und sie haben einen Song über einen Hamster in der Mikrowelle. Geht doch gar nicht besser!
Fö: ARTEMIS JADE, ebenfalls aus Köln! Die dürfen den Club eröffnen mit fast schon sphärischem Alternative-Punkrock an der Grenze zum Shoegaze. Auch sehr fesselnd!
Walter: Leider habe ich die nahezu ganz verpasst. Dank der Deutschen Bahn schaffe ich es noch zum letzten Lied. Aber was ich höre fand ich durchaus klasse! Die werde ich definitiv versuchen, nochmal woanders zu sehen.
Walter: Die Gesichter der Band kamen mir auch alle durchaus bekannt vor, ich kann es aber nicht zuordnen? Spielen die noch in anderen Bands? Sind die einfach auf gleiche Veranstaltungen wie ich gewesen? Ich weiß es nicht und hab auch nicht nachgefragt. Vielleicht lesen sie das hier und machen auch gleich noch Werbung für nächste Auftritte!
Fö: ich sach ma, 20.8. im Wageni
Fö: Ein kleines Jubiläum feiern wir mit FIGHTING CHANCE, die waren vor genau 10 Jahren schon mal bei der Youth Brigade (von wegen Newcomer!). Damals auf der großen Bühne, deswegen musste diesmal die kleine her. Und das hat wirklich Bock gemacht!
Walter: Das du sowas mal zu solcher Musik sagst.
Walter: Ich fand die auch ganz solide. Meines Geschmackes aber zu viel Rock am Ring Vibe. Wir sind hier immer noch in der FZW Bar. 
Walter: Musikalisch total geil. Aber die eine oder andere Aufforderung zum Mitmachen oder, dass der Gitarrist mehrfach zeigen muss, dass er mit Funkgerät spielt und sich überall wo es nur ging hinsetzt (z.B. im Raucherbereich) fand ich beim ersten mal witzig, alles danach war bisschen Panne. Sorry
Fö: Stimme zu. Er muss einen unerschütterlichen Humor haben.
Walter: Weil die letzten Worte so böse waren hier nochmal das Lob: Die Musik ist wirklich gut und der Auftritt machte Laune
Fö: Dieses Jahr nur 15 statt sonst 17-20 Bands, das hat uns im Vorfeld etwas entlastet und auch der Abend ist etwas ruhiger. Aber irgendwann muss es dann ja doch mal in der großen Halle losgehen! SWIFT EXIT (aus Köln) machen hier den Anfang. Die hatten mal irgendwann ne CD an Bierschinken geschickt, sonst weiß ich nicht viel über die Band. Ich hörte, sie zitierten auf der Bühne von unserer Rezi. Find ich sehr gut!
Walter: Sehr angenehme Musik.
Walter: Ein wenig undankbar mit so wenig Publikum auf der großen Bühne zu spielen. Trotzdem macht es Spaß zuzuhören und die ein oder andere Person tanzte ja auch.
Fö: Dann AHAB! Aus, ihr wisst schon, Köln. Nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Doom-Band, gibt es hier deutschsprachigen Emo-Punk.
Walter: Das war der Hauptgrund, warum ich hier war. Stattdessen gibt es Emo-Punk
Walter: Der Bass hatte nen guten Sound. Beim vorletzten Lied verabschiede ich mich aber schon wieder, da ich noch schnell ins Kino im U wechselte.
Fö: Dann wieder zur großen Bühne! HERR LEHMANN diesmal in Trio-Besetzung, weil Bigo im Urlaub weilt (hoffentlich nicht in Köln). Ich finde den Schritt vom Einzelkünstler zur Band ja super, deswegen ist Trio immer noch besser als André alleine, aber ein bisschen fehlt Bigo ja schon.
Fö: Funktioniert auch ganz gut, trotz großer Bühne. Mit Special-Feature von Stagemanager Punki, der rettende Getränke auf die Bühne bringt.
Fö: Was soll das ganze Geplärre, Bands die als Trios oder Quartett auftreten sind doch nichts gegen dieses Duo: CHAOS COMMUTE aus Berlin alias "sind das die Foo Fighters?".
Fö: Rockig, aber auch engagiert - im Sound wie auch im Vortrag. Die meisten Ansagen handeln davon, dass die Lieder neu sind. Ein neues Lied, "Refugees Are Welcome Here", kommt wenige Tage später auch als Video raus
Fö: MY DEMON'S BEST FRIEND sag ich mal vor 2 Jahren bei der Dortmund Live.Tour, jetzt also hier! Wieder ein Trio, durch alle Quersparten der Rockmusik wird da gewandelt.
Fö: Da sieht man jedenfalls viele lächelnde Gesichter auf der Bühne sowie davor.
Fö: Zurück in die Halle zu PURCANITY! Metalcore aus Hamm auf der für sie bisher größten Bühne die sie je bespielt haben, wie sie nicht müde werden zu betonen. Muss sagen, das passt. Fette Bühne, fetter Sound, und das Publikum nimmt's auch dankbar an.
Walter: Etwa hier kam ich dann auch schon wieder aus dem U zurück. Nach dem wundervollen Powerpop-Konzert von Tchotchke war ich nicht in der Laune, mir sowas Lautes anzuhören. 
Gern ein andern Mal!
Fö: Erstmal durchschnaufen mit ein bisschen Pop-Punk! BLAME EVOLUTION sind nun in der Bar dran. Hier tatsächlich große Betonung auf Pop, mir schon fast zu sauber, dafür umso mehr Spiellaune.
Walter: Das war schon eher was für mein Gemüt gerade.
Walter: Blame Evolution machen einfach richtig schöne Musik. Die kommen irgendwo aus Kreis Unna her und deren Lieder setzen mich so bisschen in meine Teenie-Poppunkphase zurück.
Walter: Die Süßmäuse spielen ihr Set extrem tight durch. Vor allem der Schlagzeuger ist ein richtiges Tier. Ich hab sie zuletzt vor etwa einem Jahr gesehen und freue mich zu sehen, wie gut sie sich entwickeln!
Fö: Wird mal wieder Zeit für ne Band aus Köln: GEBRETTER. Hab mich sehr gefreut dass die hier spielen, letztens Jahr im Heimathafen war das n ziemlicher Abriss. Heute kommt soweit auch gut.
Walter: Jetzt war ich auch ausgeruht genug, um mir dieses GEBRETTER zu geben.
Fö: Leider gab's da ne Ansage, die für einiges an Gesprächsstoff sorgte. Weil das bei Social Media auch schon hochkochte, kurz mal meine Sicht dazu: Die Ansage ging ungefähr (ich zensiere an dieser Stelle mal nicht) "egal ob Fotzen oder Macker, ich hab keinen Bock auf Arschlöcher" oder so. Von der grundlegenden Message und dem was gemeint war natürlich cool, von der Wortwahl beschissen. Der Sänger meint später, er nutze das Wort "Fotze" als das weibliche Äquivalent zu "Macker" - eine Interpretation, die mir neu ist, und die ignoriert dass das Wort eben auch sexistisch und sexualisiert aufgeladen ist, insbesondere in der patriarchalen Gesellschaft in der wir uns bewegen. Aber natürlich ist die Interpretation des Wortes auch irgendwie Ausdruck der Bubble in der wir uns jeweils bewegen und nicht überall ist angekommen was manche Wörter bedeuten und was sie auslösen können. Von daher wäre zumindest ich geneigt, den Ausrutscher mit der Ansage zu verzeihen - nicht aber den eigentlichen Aufreger des Abends: Dass er schließlich der Person, die ihn darauf anspricht, genau dieses Wort als Beleidigung an den Kopf wirft. Das geht einfach gar nicht und hat hier nichts verloren.
Ich glaube/hoffe das ist ihm mittlerweile auch bewusst. Die Band hat mittlerweile um Entschuldigung gebeten, aber den Abend selbst hat uns das schon ziemlich verhagelt.
Walter: Abseits davon gab es noch einige stabile Ansagen, vielleicht nicht immer astrein formuliert, aber die Inhalte kamen rüber. Musikalisch hat es etwas von der alten Schule. Bisschen Hardcore/Oi im Polizei-Kostüm. Kann man mögen, kann man furchtbar finden.
Fö: So, ein bisschen runterkommen mit PLAIINS! Aus Hamburg, wobei der Sänger aus England kommt und auch der Sound der Band erinnert ein wenig an diese Welle englischer Bands rund um Idles, Soft Play und wie sie alle heißen.
Walter: Der erste Song gab mir irgendwie Queens of the Stone Age Vibes vom Riff. 
Walter: Gefiel mir am Anfang sehr gut. Ab einem gewissen Punkt haben sie den Stil ein wenig gewechselt. Habe denke genug gehört und hab die Gelegenheit mal genutzt, mich mit den lieben Menschen die heute hier sind zu unterhalten
Fö: Ich krieg (aus Gründen) nicht allzu viel vom Auftritt mit, aber was ich da soundmäßig mitkriege find ich voll geil. Irgendson Honk im Publikum nervt, aber da geht die Band souverän mit um.
Walter: FUCKFUCKFUCK. Garage Punk aus den Niederlanden. Total energiegeladener Auftritt. Beim Sänger könnte man glauben, dass er allerdings schon 13 Promille intus hat. 
Walter: Spätestens hier beginnen dann alle Gäste zu tanzen. Die Band sprang auch des öfteren dazu. Was ich allerdings etwas schade fand, ist dass sie sich ausziehen mussten und ihren kompletten Schweiß an die Leute abschmierten. 
Fö: apropos abschmieren: Bisschen witzig fand ich schon, als er beim Stagediven einfach runter rauschte, weil niemand seinen glitschigen Oberkörper halten konnte
Walter: Die Feuerdeko hielt auch nicht sonderlich lange. Sie fiel ab und wurde ab da zum Spielzeug für das Publikum und wurde durch den Raum getragen oder mit denen getanzt. Der Sänger versuchte von der Theke auf so eine MDF-Platten-Feuer-Deko-Teil zu springen. Das scheiterte total, was aber auch witzig war. Danach hielt er sich das Feuer an den Popo und schmiss es wieder in die Menge. Alles sehr hot hot hot. 
Fö: Stimmungsmäßig wirklich ganz oben, der Auftritt!
Walter: Tatsächlich hab ich RAUCHEN noch nie gesehen. Umso mehr freue ich mich, dass es heute mal klappt. Ich kam etwas zu spät, weil Fuckfuckfuck unerlaubterweise überzogen haben. 
Fö: Da gibt man sich so viel Mühe, den Abend mit drei sich zum Teil überschneidenden Bühnen in einen dramaturgisch ausgewogenen Spielplan zu quetschen, und dann überziehen die Bands einfach. Find ich schon etwas uncool.
Walter: Die Musik ist angenehm düster bis sphärisch, aber auch irgendwie krachig. Da zuzuhören kratzt richtig im Inneren. Also in etwa so, wie das Gefühl der Lunge beim Rauchen. 
Fö: Mich holt das voll ab! Als militanter Nichtraucher find ich natürlich den Bandnamen doof, aber was da musikalisch (und auch inhaltlich) abgeliefert wird, packt mich total und belohnt für einen stressigen Tag und Monate der Vorbereitung.
Walter: Eigentlich hasse ich ja Trompeten im Punk. Aber der Einsatz der Trompete hier war endgeil. Auch die Texte und Ansagen waren kernsympathisch. Als Nichtraucher würd ich wohl nochmal Rauchen, oder so.
Fö: Die Mischung aus Hardcore und Post-Punk knallt immer dann besonders, wenn den Songs Zeit gegeben wird, sich zu entfalten. So auch das mit der Trompete (hier nicht im Bild).
Walter: Leider musste ich schon gehen, damit ich die verspätete letzte Bahn ohne Umsteigen noch erwische. Den Sticker von LYNGER hab ich trotzdem: "Deutschrap muss trolliger werden" klang für mich schon interessant. Hätte ich gern gesehen. Nichtsdestotrotz war es wieder ein solider Abend mit angenehmen Leuten und tollen Bands. Danke an alle fürs möglich machen.
Fö: LYNGER hatten wir vor 3 Jahren schon mal da und war damals schon ein Highlight. Jetzt gibt es ein paar neuere Songs, die kleine Bühne und die restliche verbliebene Feiermeute. Großes Tennis! Zu hören gibt es auf jeden Fall Deutschrap zu richtig knalligen 90er-Beats. Titel, Themen und Texte der Songs sind herrlich absurd und over-the-top. Aua aua!
Fö: So, das war das Youth Brigade! Hat wirklich Spaß gemacht und das viele Feedback von Bands wie Publikum war ein schöner Motivationsschub. Mal schauen was wir nächstes Jahr so auf die Bühne bringen!


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