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Die Shitlers, Peppi P. & Band, Wrackspurts, 21.06.2026 in Berlin, Kreuzberg - Bericht von matsch

Die Shitlers, 21.06.2026 in Berlin

Es ist Fête de la musique und ich bin verabredet, bei wärmstem Sommerwetter DIE SHITLERS live zu bestaunen. Die spielen mit einigen anderen Bands umsonst und draußen, wie es das Konzept der Fête de la musique vorsieht. Das Draußen ist in Kreuzberg irgendwo in der Nähe vom Kotti, so die Annahme, denn meine Begleitung hat einen Flyer im Internet ausgemacht und auf der offiziellen Webseite der Fête tauchen weder Ort noch diese Bands auf. Die Auswahl ist ja riesig an diesem Tag und so lassen wir es drauf ankommen, zu Not auszuweichen.
Das brauchen wir aber nicht, denn als ich so in der Sonne stehend am Treffpunkt warte, komme ich auf die Idee, an das auf dem Flyer abgebildete Straßenschild ranzuzoomen und die Straßennamen mal kurz bei Maps einzugeben. Keine 400 Meter entfernt werde ich fündig. Das trifft sich gut, denn seit letzter Woche bin ich schlecht zu Fuß. Meine Begleitung ist natürlich bereits auf die gleiche Idee gekommen und so schnecken wir um halb sieben zielsicher los.
Nachmittags hat es heftig geplästert, ich hoffe, die von uns verpassten Bands sind nicht zu nass geworden. Jetzt scheint die Abendsonne und als wir ankommen, spielen WRACKSPURTS. Die tolle tiefmelodiöse Grölstimme, trägt traurigschwere sehnsüchtig-dissonante Grungepunksongs mit Pop im Subtext dynamisch ins Abendlicht. Schwer und melancholisch, aber schön. Sommerzeit Traurigkeit.
Die zwei von WRACKSPURTS sind einer Ansage nach born in Nordsachsen und raised in Connewitz, dass in einem Song auch ausbuchstabiert wird.
Von der Dynamik ein bisschen wie sehr frühe Tocotronic, aber weniger Indie und mehr Rumpelpunk.
Zwischen den zwei Schulen, vor deren einer Eingang die Bands aufspielen, ringeltanzen Teenies beim Umbau für die nächste Band.
Nach einer kurzen Recherche und dem Ausschlussverfahren, müssten das PEPPI P. & BAND sein. Alle Angaben ohne Gewähr.
Weitestgehend Rock mit Cowbell und zwischendurch ganz gut, ich verquatsche das meiste nur leider auf dem Sockel eines Denkmals sitzend mit meiner Begleitung. Sorry, Peppi.
Dafür entdecken wir im Publikum gar nicht so unbekannte Metal- und Indie-Prominenz. 
Nach PEPPI P. & BAND verlässt das Publikum nahezu vollständig den Ort oder verschwindet in die anliegende und möglicherweise veranstaltende Bar.
Nach einer moderaten Pause betreten DIE SHITLERS den Treppenabsatz der weiterführenden Schule. Bevor es losgeht, werde ich vom Mischer für ein Bandmitglied gehalten und als ich aufklärend verneine, entgegnet er "Glück gehabt". Ich bin gespannt. 
Ein DJ, dessen Set irgendwo nebenan seiner aufgebrachten Angabe nach von der Polizei aufgelöst wurde, diskutiert mit den SHITLERS, dass sie dann gefälligst auch nicht spielen sollen. Die bieten ihm an, bei ihnen zu übernehmen, aber er fordert, dass sie ihm noch seine Platten rübertragen und irgendwie wird er dabei auch ein bisschen beleidigend.
Zwei Menschen nehmen sich des diskussionswilligen Jockeys an und DIE SHITLERS reihen weiter Hit an Hit. Ich werde nur den Song mit der Scheiße am Schuh vermisst haben. Die Beleuchtung kommt vom Tageslicht und so ist auf den Nahaufnahmen sogar aus der Entfernung noch was zu erkennen: hier Martin Shitler.
In der ersten Reihe, die sich mit ordentlich Abstand zum Raubtiergitter bildet, erkennt meine Beleitung noch eine Prominenz linker Theorie. Auf der Bühne wird der Swag aufgedreht.
Mutmaßlich ein Treibstoff des Wahnsinns in der Hand Frank Shitlers'.
Eine Punkrockveranstaltung - nur echt mit Iro.
Schlagzeugerfoto mit Special Offer. Stefan hat den Hocker vom in "Ich find die nich so gut" besungenen Tristan übernommen, und hält das Ganze souverän zusammen.
Wenn Frank nicht singt, erkundet er spazierend die volle Breite des Eingangsbereichs.
Unterhaltsam, irritierend und von gut bis schlecht alles dabei. Ausgezeichnet. Zwar ist Martin am Ende mit uns immer noch nicht per du, aber wir sind als träge Masse vielleicht auch zu distanziert. Wie sich das eben für ein Berliner Publikum gehört.
Irgendwann muss Martin Pipi, ist aber der Eigenaussage nach noch nicht voll genug, um auf die Bühne zu pullern. Es ist trotzdem beeindruckend, wie gut er noch Gitarre spielen und singen kann.
Harndrangbedingt ist dann nach nur noch zwei Songs, von denen einer schon als Zugabe angekündigt wird, der Spaß um halb zehn vorbei.


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