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Belvedere, Make War, 23.06.2026 in Berlin, Wild at Heart - Bericht von matsch

Belvedere, 23.06.2026 in Berlin

MAKE WAR ziehen mich nach Kreuzberg ins Wild At Heart. Zusammen mit BELVEDERE touren sie durch Europa. Pünktlich rein und erwartungsvoll nach vorne.
Direkt mit dem ersten Song scheppert der Drummer von MAKE WAR unfassbar rein, geil! Was für ein Körpereinsatz.
Sie seien das 6te bis 7te Mal in Berlin. Da bietet sich eine Six-Seven-Referenz an (ihr wisst schon, das Ding, das niemand versteht, aber alle machen), die natürlich bedient wird. Daneben 40 Minuten voller rauer Singalongs. Ein Killerprogramm, von dem ich schon jetzt mehr vertragen könnte.
In der Mitte des Sets trauen sich die Leute, das Loch vor der Bühne zu schließen. Es gibt sogar einen zärtlichen Versuch zu schubsen, ansonsten tanzt jede*r eher so vor sich hin. Transpiration ist aber ob der Jahreszeit und Hitzewelle eh schon von Beginn an hoch.
Der Sound im Wild At Heart ist top, als stünde man mit auf der Bühne. Ich hab leider immer noch Fuß und nicke an meinem Platz heftig zu mir bekannten und unbekannten Songs mit.
Als Vorletzten spielen die Brooklyn/New Yorker "Ode", den Song, durch den ich auf sie aufmerksam wurde. Unterstütze ich natürlich mit gebührendem Gebrüll.
Für BELVEDERE scheinen noch mal ein paar mehr Leute gekommen zu sein. Das Anstandsloch vor der Bühne bildet sich aus mangelndem Platz schon nicht.
BELVEDERE sind unfassbar ultrafast. Ich habe lange keinen Drummer mehr gesehen, dessen Sticks unsichtbar werden, weil er so schnell spielt. Was MAKE WARs Drummer an Körper reingelegt hat, zaubert der hier mit technischer Präzision. Mitsingen tut er auch noch. Dazu jagt ein Riff das andere und die Saitenmenschen springen immer wieder hoch, wie es sich für 90s-Skatepunkbands gehört.
Wie frühe Propagandhi auf Speed (ich weiß nur noch nicht, ob auch so politisch, habe mir aber anschließend CDs besorgt, um das zu prüfen). Kanada scheint Geschwindigkeit ins Wasser zu geben. Der Drummer bedankt sich aus Sauerstoffgründen für's Nichtrauchen und ich werde halbwegs ungeräuchert nach Hause kommen. Steht dir gut, Wild At Heart, ich verstehe das Konzept Rauchen eh nicht. Rauchfreie Shows to the top.
Die Kanadier freuen sich hier zu sein und dass wir hier sind und dass es Läden wie das Wild At heart gibt und sind sowieso sehr guter Laune. 
Wir kommen in den Genuss von zwei, drei neuen Songs des erst kürzlich veröffentlichten neuen Albums. Einer wurde just zum ersten Mal vor Publikum gespielt. Nicht nur eine Berlinpremiere also. Ein paar
Stagedives passieren mit Füßen an der Decke und Umarmungen der Discokugel.
Auf dem Weg an die frische Luft laufe ich am Ende noch in einen grinsenden Menschen, den ich nicht nur heute Abend in erster Reihe BELVEDERE abfeiern gesehen habe, sondern schonmal selbst auf einer Bühne, nämlich im Rauchhaus mit Shitake, wie wir feststellen. Er empfiehlt mir eine Veranstaltung am 04.07. im Greifswalder DIY Skatepark.
Vor der Tür wird mein T-Shirt dann vom Host einer Radioshow, die BELVEDERE schonmal interviewt hat, komplimentiert und der Abend klingt mit schönen Gesprächen aus. 


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