Between Bodies, Wellsaid, Phantom Bay, 27.06.2026 in Köln, Gebäude 9 - Bericht von Zwen
Between Bodies, 27.06.2026 in Köln
Aufgrund der Hitze hat nicht nur die KVB, sondern auch die DB Probleme, weshalb an den Kölner S-Bahnhöfen absolutes Chaos herrscht. Irgendwann kriege ich dann aber doch eine Bimmelbahn nach Deutz.
Als ich ankomme spielen WELLSAID aus Hong Kong schon. Bei Release-Partys ist es ja so ein Ding, dass man Bands herabstufend nach ihrer Anreise spielen lässt. Tatsächlich sind Wellsaid nicht so ganz meins. Zu ruhig ist die Kugel, welche die Vier da auf der Bühne schieben. Natürlich ist das alles gut gespielt und die Musiker haben auch sichtlich Freude, trotzdem ist das alles einfach zu langsam und zu uneingängig. Ich geh mal kurz raus zum Luft schnappen.
Als zweites spielen heute PHANTOM BAY und sind mir ebenfalls wie Wellsaid noch kein Begriff. Außerdem weiß ich auch nicht, ob sie für ihren Auftritt auf eine Phantomspeisung bestehen. Was ich jedoch sagen kann ist, dass sie die Handbremse, die ihnen Wellsaid auf der Bühne dagelassen haben, bereits bei den ersten Tönen im hohen Bogen aus dem nicht vorhandenen Fenster geschmissen haben.
Phantom Bay bieten emotionalen Punkrock, der schön geradlinig ist und statt sich in Spielereien zu verlieren, ordentlich nach vorne geht. Das kann man gut machen und gefällt mir auch. Schönes Songwriting, ich würde die Band mal vorsichtig in eine Schublade mit den Menzingers packen.
Bevor es nun bei Between Bodies weitergeht, noch ein zwei Worte zum Bühnenbild. Ich habe überhaupt nicht gesehen, wann das aufgebaut wurde. Ernsthaft, ich habe mir nur mal kurz ein Wasser geholt oder geblinzelt und schon stand hier alles. Normalerweise finde ich sowas ja absolut überbewertet. Dass man sich sowas für eine Releaseparty hinstellt, checke ich aber. Außerdem steht der Wohnzimmer-Vibe stellvertretend für die generelle Stimmung heute Abend. Aber dazu gleich mehr.
BETWEEN BODIES sorgen jedenfalls vom ersten Ton dafür, dass alles gut wird. Zumindest für ca. 57 Minuten. Ökozid und Rassismus, Hass und Egomanie; bleibt alles mal kurz draußen. Ich weiß nicht wie sie es machen, aber bei Between Bodies fühlt man sich von der ersten Sekunde an zu Hause und gut umsorgt. Dabei lassen sie musikalisch ein Feuerwerk vom Stapel, das an eine Mischung aus The Menzingers, The Lawrence Arms und stellenweise auch PUP erinnert.
Auch das Line Up ist sehr breit aufgestellt, so sind Between Bodies zwar aktuell Kölle based, aber der Drummer ist Ostwestfale und die Person in der Mitte kommt aus Far West Westfalen bzw. Kanada. Dementsprechend sind wohl heute Menschen aus der ganzen Welt heute da und bestimmte Menschen sehen sich heute seit Covid zum ersten Mal wieder. Das ist sehr schön und wie gesagt, die Vibes sind heute Abend und obwohl ich niemanden kenne, einfach nur schön.
Die Band hatte im Vorfeld wohl versprochen, Eiscreme zu spendieren. Diese ist aber direkt geschmolzen, weshalb es einfach einen Eimer Eiswürfel zum Rumreichen gibt. Das kommt tatsächlich gerade sehr gut.
Eine Zugabe wird natürlich gespielt. Das gehört sich bei einer Releaseshow auch so. Das Gebäude 9 ist ebenfalls gut gefüllt. Trotzdem konnte man jederzeit easy durchlaufen. Ansonsten war das Konzert eine absolute 10 von 10. Okay, Wellsaid hätten noch etwas mehr steilgehen können, aber dann wäre bereits bei Phantom Bay überhaupt keine Luft mehr übrig gewesen.














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