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Back To Future Festival Tag 3: Smoke Blow, Giuda, The Dead End Kids, Zuckerbrot und Peitsche, Die Verlierer, Rancoeur, Blut+Eisen, Breakout, Powersolo, Butterwegge, Skinsects, Radical Pool Fighting, Ed Serious, Die Fingernägel, 18.07.2026 in Glaubitz, Reitplatz - Bericht von der Redaktion

Back To Future Festival Tag 3, 18.07.2026 in Glaubitz

Fö: Letzter Tag vom Back To Future! Gestern hat uns wohl ein Gewitter knapp verpasst und auch heute ist es zunächst etwas bewölkt - was aber auch mal ganz erfrischend ist.
Wodekt: Heute haben wir perfektes Festivalwetter. Es ist angenehm warm, und die Sonne zeigt sich regelmäßig – genau so, dass man sich über ihr Erscheinen freuen kann, ohne gleich zu verbrennen. Den gestrigen Tag hat mein Körper überstanden, also mache ich mich heute als vollwertiger Tagesgast auf den Weg zum BTF.
Horace: Ja, lieber paar Wölkchen als der unerbittlich glühende Ball am Himmel. Bis auf den Staub überall (hab ich auber auch schon schlimmer erlebt) ist es echt das perfekte Wetter. Heute ist Großkampftag, ab Nachmittag wollen wir quasi alle Bands sehen. Challenge accepted.
Fö: Waldbad geht einfach bei jedem Wetter! Außerdem haben wir uns das Waldbad-Bändchen geholt, das muss man ja nutzen! So langsam füllt sich das Areal dann aber auch...
Horace: Oha, ich spüre harte Schwaben-Vibes. "Mir henn doch zahlt!" Das Geld muss verschwommen werden!
Fö: Eigentlich sollte heute die P.I.Y. Punkrock-Karaoke spielen, mussten aber wegen einer Finger-OP absagen. Als Ersatz gibt es gleich 3(!) neue Programmpunkte. Irgendwie muss die Zeit ja gefüllt werden. Punkt 1: ED SERIOUS alias Ernstl von The Pissed Ones. Das kann auf keinen Fall verkehrt sein, da freu ich mich drauf.
Coco: Ich bin äußerst beruhigt, dass ich mir heute nicht einen Betrunkenen nach dem anderen anhören muss, wie er die falsche Strophe von irgendwas mit dem Gegenteil von Goldkehlchen ins Mikro grölt. Glück gehabt! Wenn man sich nicht über die Darbietung ärgert, kann man auch wunderbar schlafen, also mach ich einfach wieder Mittagsschlaf. War nötig.
Horace: Ich fände es schön, wenn die Leute wenigstens wieder mal so dilletantsich unterwegs wären. Ich hatte den Eindruck, dass die Darbietungen in den letzten Jahre immer besser wurden und die Leute zu Hause heimlich üben. Ich finde, dass die Songliste im Vorfeld geheim bleiben sollte. Schade, dass es dieses Jahr fach fällt.
Coco: Ich frage mich, ob wir im gleichen Waldbad waren.
Fö: Es gibt Schrammelgitarrensound und dazu tritt Ernstl auf nem minimalistischen Drumset rum. Klassischer Alleinunterhalter also? Ich finds schon sehr stark. Garagig-schrammeliger-Punk und gar nicht mal so weit weg vom zugegebenermaßen deutlich dichteren Sound seiner Hauptband. Er gibt nebenbei zu Protokoll, nie wieder um diese Uhrzeit spielen zu wollen.
Fö: Was war das für ein Song, der da am Ende gespielt wurde? "Hebel vor, Hebel zurück"? Ist das etwas, das man kennen muss? Warum singen das alle mit? Ich fühle mich wie auf nem Kindergeburtstag auf dem alle ne unbekannte Strophe von "Happy Birthday" singen.
Fö: Zweiter Ersatz-Act für die Karaoke: RADICAL POOL FIGHTING! Doppelt so viele Bandmitglieder wie Ed Serious aber immer noch klein genug, um spontan einspringen zu können. Wenn ich's richtig verstanden habe, waren die auch mal zu dritt. Aber egal. Ansonsten kann ich nur sagen, dass der Name gut zur Location passt.
Horace: Sehr hoher Unterhaltungswert, musikalisch eher so mittel. Dafür sehr selbstreflektiert: "Wem es nicht aufgefallen ist, wir suchen nen Sänger!"
Fö: Der Sänger schaut durchgehend zur Seite. Das hat Proberaum-Vibes, ist aber auch nett den Leuten gegenüber, die neben der Bühne stehen. Zu hören gibt es räudigen Deutschpunk mit krächziger Stimme. Ganz witzig, aber insgesamt einfach zu lang, das wurde dann einfach zu redundant. Was ist aus den guten alten 30-Minuten-Sets geworden?
Coco: Sorry, aber ich schlafe noch.
Fö: Dritter Ersatz für die Karaoke: DIE FINGERNÄGEL. Wie der Name verspricht, gibt es Punk der "witzigen" Sorte. So witzig, dass ich mir da gar nicht viel von anschaue und gar nicht sagen kann, wie das überhaupt war. Bestimmt ganz schön witzig.
Horace: Ich höre immer nur "Wir sind die Fingernägel" und dann döse ich schon wieder weg.
Coco: Ich schlafe noch. Anscheinend nichts verpasst.
Fö: Dann ZUCKERBROT und PEITSCHE! Die sind tatsächlich kein Ersatz, die spielen regulär, und bescheren uns das erste große Highlight des Tages. Was ne Energie! Stark!
Wodekt: Pünktlich zu ZUCKERBROT und PEITSCHE stehe auch ich vor der Bühne und werde mich mitgerissen. Mein erstes unerwartetes Highlight des Tages.
Horace: Bester Soundcheck und mindestens so unterhaltsam wie der Rest der Show.
Fö: Die Band hat zwei Sängerinnen, die mal gemeinsam und mal abwechselnd die Mikros beschreien. Ob der Bandname wohl auch auf die unterschiedlichen Stimmlagen anspielt? Dann weiß ich aber nicht, was das Zuckerbrot sein soll!
Wodekt: Am besten gefällt mir, dass die jeweils pausierende Sängerin die Songs mitten im Publikum oder abseits der Bühne abfeiert und lautstark mitsingt. Ich liebe es, wenn Bands ihre eigenen Lieder wirklich feiern!
Fö: Zu hören gibt es Hardcore-Punk, hektisch und politisch, viel Botschaft aber auch viel Spaß - und irre mitreißend! Genau für sowas liebe ich Festivals wie das Back To Future: Einfach mal umgehauen werden von Bands die man zuvor gar nicht kannte! Bin sehr begeistert!
Wodekt: Besonders freut es mich, Mandy wieder als zweite Sängerin zu hören. Nach meinem Umzug nach Sachsen war die HC‑Band Bruch, deren Sängerin sie damals war, eine der ersten lokalen Bands, die mich sofort begeisterten. Leider habe ich sie seit vielen Jahren nicht gesehen – umso mehr freue ich mich jetzt. Durch ihre Einsätze kommen deutlich mehr Grindcore‑Einflüsse in den sonst eher Hardcore‑Punk‑geprägten Sound.
Horace: War wunderbar aus der Pommes-Schlange anzusehen. Der Bassist sah auch immer sehr glücklich aus. Absolute Tagessieger*innen im Waldbad!
Coco: Schade, verpasst, aber sorry, ich schlafe noch. Hatte vorher versucht rein zu hören und nur ein verwackeltes youtube-Video von irgendeinem Straßenfest gefunden. Aber das hat mich gleich überzeugt. 
Fö: Auf dem eigentlichen Festivalgelände geht es dann bald weiter mit VIOLENT TIMES. Die sah ich mal irgendwann im AZ Mülheim und hatte ich als durchschnittlichen Oi abgespeichert. Also hören wir mal rein. Ja, ist durchschnittlicher Oi.
Wodekt: Durchschnittlicher Oi. Next, please!
Horace: Durschnittlicher Oi für Oi-Connaisseure immer noch ein Grund mal reinzuhören.
Coco: Ich brauche anscheinend eine längere Pause und bleibe einfach im Waldbad liegen.  
Horace: Tatsächlich (auch durch die Ausfälle) ein sehr Oi-lastiger Tag, was uns aber ganz gut reinlOift. VIOLENT TIMES jetzt nicht sonderlich originell, aber es wird sich recht süß darüber gefreut wie viele Leute da sind und Songs wie Dead in the Head und New Force of Oi sind ganz eingängig. 
Fö: Auch THE DEAD END KIDS haben sich nen ziemlich zeitigen Slot gesichert. Bin überrascht, als sie erwähnen, noch nie beim Back To Future gespielt zu haben. Was ist denn da los? Getroffen haben wir uns hier aber schon häufiger! Also, wurde Zeit. Und die Zeltbühne füllt sich dann im Laufe des Auftritts auch ganz gut.
Wodekt: Früher Slot, aber als Abwechslung zwischen zwei Oi-Bands finde ich es super.
Fö: Die Band legt mal wieder unbändige Spielfreude an den Tag. Hat man nur kurz geblinzelt, schon hat sich das Bühnenbild wieder komplett geändert, weil die alle so wild da rumzappeln. Stark!
 Wodekt: Das Rumwirbeln finde ich großartig. Bei den Ansagen fühle ich mich manchmal an alte Schulkonzerte aus der Abizeit erinnert. Aber die Band ist noch jung!
Horace: Nee, geh ich nicht mit. Bitte genau so bleiben. TDK haben inzwischen so ein bisschen ihr eigenes Universum erschaffen und da gehört der Humor doch dazu. Glitzer, gute Laune GO!
Coco: Leider dauert die Pause im Waldbad länger bei mir und ich verpasse Dead End Kids. Das ist sehr schade, aber nicht zu ändern. Tag 3 ist einfach nicht dasselbe wie Tag 1 oder Tag 2.
Fö: Selbstverständlich gibt es auch nen Tanzkreis! Kein TDEK-Konzert ohne Tanzkreis!
Fö: Bin überrascht, was für großen Anklang "How Far Will It Go" findet, eher eines der älteren Stücke im Set. War mir gar nicht bewusst was für ein Hit das ist!
Wodekt: Ein absoluter Hit und insgesamt ein schöner Auftritt!
Fö: Nun sollten eigentlich Bombstrap spielen, aber anscheinend haben die ohne Angabe von Gründen abgesagt. Ersatz gibt es mit SKINSECTS. Wieder Oi. Und wie viele Oi-Bands (und die Toten Hosen) anscheinend sehr von Clockwork Orange inspiriert, wie man an den spaßigen Verkleidungen sieht. Inklusive Suspensorium!
Coco: Uff, nichts verpasst anscheinend! Oi und Clockwork Orange, puh.
Horace: Habe ich auch drüber nachgedacht. Warum feiert man was, was in der Vorlage eigentlich klar negativ konnotiert ist? Hu, wir sind so bööööse. Bräuchte ich nicht. Finde die Band sonst nämlich ganz ok.
Fö: Ich dachte irgendwie, die Band käme aus Frankreich, und war überrascht dass die so spontan hier einspringen können. Es stellt sich aber heraus, dass sie aus Dresden kommen. Für Oi klingt das alles sogar ziemlich annehmbar!
Wodekt: Die Band wurde mir im Waldbad empfohlen, und tatsächlich hat sie eine richtig gute Energie und kann durchaus mitreißen.
Fö: Eine Ansage ging so sinngemäß, das wir mehr gegen AfD und die ganzen Nazis machen müssen - auf dem Acker sitzen und saufen sei ja schon mal ein Anfang. Stimmt irgendwie. Also, einigen wir uns darauf, uns nach dem Festival-Eskapismus zu entsinnen, dass Antifaschistische Aktion ja auch was mit Aktion zu tun hat!
Fö: Beste Ansage: "Was sollen die scheiß Bengalos, die gehören ins Stadion!" Dass ich das nochmal erlebe, eine Oi-Band die sich gegen Bengalos ausspricht! Mega! Ich muss wohl all meine Vorurteile gegenüber Oi über Bord werfen.
Horace: Bitte Fö den aktuellen Fred Perry Katalog zukommen lassen. Danke.
Fö: Weiter ins Zelt zu BLUT+EISEN. Ja genau, die 80er HC-Deutschpunk-Kapelle in x-ter Inkarnation. Hab ich früher nie gehört, heute auch nicht, bin aber trotzdem gespannt was da so kommt
Wodekt: Nach ZUCKERBROT und PEITSCHE ist BLUT+EISEN heute schon die zweite Band, deren Bandname sich auf Bismarck‑Redewendungen bezieht. Historisch wäre die Reihenfolge anders, aber genau dadurch zeigt uns das BTF‑Team vermutlich die aktuelle weltpolitische Entwicklung in umgekehrter Dramaturgie. Großartiger Kniff!
Horace: Ich habe so Ruhrpott-Asis erwartet, aber an EISENPIMMEL gedacht. Irgendwas mit EISEN halt.
Fö: Sehr energiegeladen, gefällt hier vor allem den Altpunks, aber auch ein paar jüngeren. Ich find's tatsächlich auch ganz passabel, obwohl ich keinen Song kenne. Seit vergangenem Jahr ist die Band mit neuer Sängerin Fox unterwegs (sonst bei Abrupt und Schmaerzen) und das scheint auch dem Rest der Band nen kleinen Jungbrunnen verpasst zu haben.
Wodekt:  Ich wundere mich den ganzen Auftritt lang, wie die Sängerin so jung aussehen kann und was ihr Geheimrezept sein könnte. Irgendwann zweifle ich sogar an meinem Erinnerungsvermögen vom letzten Konzert – immerhin ist es etwa 18 Jahre her. Zum Glück werde ich nach dem Konzert von Fö aufgeklärt!
Ein guter Auftritt!

Horace: Jo da hat viel gepasst und ist eine schöne Mischung aus Härte und Eingängikeit. 
Fö: Bleiben wir direkt im Zelt, es geht alsbald weiter mit RANCŒUR! Oi aus Frankreich, und das ist ja mittlerweile schon fast ein Qualitätssiegel. Was da im Nachbarland so alles aus dem Oi-Topf springt, unfassbar! Gerade so im Bereich des Cold-Oi oder Wave-Oi, und da bedienen sich auch Rancoeur.
Wodekt: Auf die Band war ich sehr gespannt. Im Waldbad wird die Band an jeder Ecke empfohlen und das merkt man am Platz vor der Bühne. Es ist sehr voll und ausgelassen.
Horace: Jo, war echt so. Hatte B. bei mir schon im Vorfeld auf dem Schirm und in Gepsrächen fiel der Name auch sehr häufig. Deshalb sind wir früh da.
Fö: Also, es gibt hallig-hymnischen Cold Oi, der fast durchgehend zum Tanzen anregt, aber auch irgendwie zum Fäuste ballen (ist ja immer noch Oi!). Und natürlich dazu, in die Luft zu zeigen und die Refrains mitzusingen. Ich bin erstaunt, wie viele das hier können. Wobei die Refrains auch meistens einfach sind und aus dreisilbigen französischen oder englischen Wörtern bestehen. Soweit meine kurze Analyse.
Wodekt:  Für diese Art von Musik gibt es sehr viel Bewegung vor der Bühne, gleichzeitig wird aber auch extrem viel geraucht. Eine böse Kombination für meine angeschlagene Lunge.
Horace: Gefällt mir auch sehr gut. Verbinden sich doch Musikstile, die ich sonst einzeln hören müsste - sehr effizient. Auftritt ist sehr gut und die Band freut sich sichtbar über die Reaktionen.
Fö: Ich kannte die Band zuvor nur so semi - kurz reingehört, für gut befunden, im Zeitplan markiert, um mich dann live überzeugen zu lassen. Hat geklappt!
Wodekt: Die Band überzeugt – sehr atmosphärisch und mitreißend. Perfekt für die Zeltbühne.
Coco: Ui, ich hab zuhause rein gehört und das war direkt der Wahnsinn! Neue Lieblingsband entdeckt. Ich weiß nicht, wo da Oi dran sein soll, beim Gesang vielleicht, aber ansonsten ist das eher Wave in meinen Ohren. Sie nennen es Cold-Oi, meinetwegen. Wundervolle Melodien, wundervolle Melancholie, ich bin hin und weg. 
Coco: Das war wirklich wun-der-schön! <3 
Für nächstes Jahr wünsche ich mir dann unbedingt Cran, die sind ähnlich gut, auch Cold-Oi, und auch aus Frankreich. Biddööö!!! Und gerne nächstes Jahr auch einfach nochmal Rancœur! 
Horace: Dann bitte noch Syndrome 81 dazu. Die können dann ein Gruppenticket buchen.
Coco: Vor der Bühne ist auch lange ein sehr netter FLINTA*-Moshpit, der sehr großen Spaß macht! 
Horace: Habe versucht hinterher ein Shirt zu kaufen aber die Schlange war ultra-lang und es wurde sich schon halb-ernst bepöbelt ob der vielen Von-der-Seite-rein-Drängler. Als der Gitarrist endlich im Merch-Büdchen aufgetaucht ist, ist ihm echt die Kinnlade runtergefallen. Habe mein Nicki dann online gekauft und noch paar Sätze zum BTF geschrieben. Die Band war echt überrascht und begeistert was da abging. Klarer Gewinner des BTF 2026
Fö: Dann ein bisschen Rockmusik mit GIUDA. Die haben quasi so eine Art Co-Headliner-Posten heute (wenn man denn so denken will) und natürlich haben sie auch schon nen ordentlichen Ruf, aber ich hab mich immer gefragt, ob der Ruf nicht etwas übertrieben ist. Also, ich hab sie auch schon mal live gesehen und klar fand ich das geil, aber sonderlich innovativ ist das doch alles nicht oder?
Wodekt: Siehe Fö oben!
Horace: Haben bei uns mal im Goldmarks gespielt und finde die im kleinen Club besser als auf so ner großen Bühne. Performance aber tadellos.
Fö: Zu hören gibt es Rockmusik. Zwischen Rock'n'Roll, Glamrock, vielleicht ein bisschen Pubrock. Was auf jeden Fall gut zündet ist die Spielfreude insbesondere des Sängers. Ansonsten, so rein musikalisch, holt mich das nicht so wirklich ab.
Wodekt: Die Musik ist fetzig, aber wie bei den ganzen anderen Auftritten – inklusive der Hörproben – bleibt mir nichts im Ohr hängen. Die Band, besonders der Sänger, wirkt allerdings sehr sympathisch. Und man merkt deutlich, dass GIUDA Stammgäste sind.
Horace: Der Slot war irgendwie nciht so der Bringer und ich finde es hat sich ganz schön gezogen. Wir tanken u.a. Kraft für die mächtigen SMOKE BLOW.
Coco: Ich finde das auch etwas langweilig. Hören sich alle Songs gleich an.
Fö: Dann SMOKE BLOW! Wat soll ich sagen - ich wusste vorher dass das hier das Highlight des Tages wird, und das wurde es dann auch. Von daher keine Überraschungen. Dadurch aber leider auch nicht ganz so intensiv wie ihr Auftritt an gleicher Stelle vor 4 Jahren, der mich einfach total umgehauen hat.
Wodekt: Ich habe SMOKE BLOW vor vier Jahren zum ersten Mal gesehen und war sofort geflasht. Entsprechend sind sie heute mein musikalischer Hauptanreisegrund. Auch ich finde den Auftritt diesmal etwas weniger mitreißend – die Band und ich sind deutlich nüchterner.
Horace: SB auf dem BTF bringt einfach zwei meiner Lieblingsdinge zusammen. Leider sind die Leute schon etwas müde und verlangsamt. Wir mobilisieren die letzten Kräfte. Immer Gänsehaut wenn es mit Masquerading losgeht.
Fö: Hier macht sich wieder ein großes Problem dieses Wochenendes bemerkbar: Der Boden ist so dermaßen trocken dass man nur kurz aufstampfen muss um kiloweise Staub aufzuwirbeln. Und wenn das dann gleich mehrere Leute tun, au Backe. Ich halte mich dann auch vornehm zurück und verzichte auf wildes Getanze in den vorderen Reihen. Aber hier hinten isses auch schön. In die Festival-Packliste aufnehmen: Buff, Schal oder OP-Maske!
Horace: Ich flachse vorher mit Fö noch rum, ob Letten wieder vor der Bühne strandet und nach zwei Songs isses so weit. Mit Ach und Krach wird der alte Mann wieder auf die selbige hochgewuchtet. Ich frage mich, ob das göttliche Fügung oder einfach Masche ist. Egal, that's entertainment.
Coco: Aber er will gar nicht gehoben werden! "Ich fühle mich bevormundet"
Horace: Ich fühle mich an meine Zivi Zeiten erinnert
Fö: Zu hören gibt es natürlich nur Hits. Ich muss halt sagen, seit ich "Alligator Rodeo" vor Ewigkeiten auf nem Sampler (dürfte der vom Force Attack gewesen sein) gehört hab, ist das einfach mein Favorit. Auch wenn mir die Band damals zu prollig war, der Song ist einfach irre geil! Nach wie vor! Rest des Sets: Auch geil. Ein paar Lieder konnte ich nicht auf Anhieb zuordnen, dürften wohl von den frühen Werken sein. Angekündigt wird, dass nächstes Jahr "777 Bloodrock" neu als LP erscheinen soll. Und dieses Jahr wird "Punkadelic - The Godfather Of Soul" sage und schreibe 25 Jahre alt.
Horace: Das müssen erfundene Zahlen sein. Ist doch noch gar nicht so lange her, dass ich die 2007 das erste Mal live auf dem Force...ok, das deprimiert hier zu sehr. Die Neuauflagen sind gute Nachrichten. Die ganzen Scalper auf Discogs können sich mal schön ficken gehen. Ihr wisst wer gemeint ist...
Fö: "Mehr Nebel", brüllt Letten, bevor er mal wieder hinter der Bühne verschwindet, vermutlich um zu kiffen. Er wird wirklich immer mehr zu nem Sonderling. Ich muss auch immer wieder verdrängen, dass dieser Mensch sowas Gruseliges wie Erik Cohen verbrochen hat. Ah, da schüttelt es mich! Aber egal, Smoke Blow trotzdem geil.
Wodekt: Ich hole mir irgendwann ein Bier und bleibe dann direkt in der ersten bis zweiten Reihe stehen. Das Erlebnis wird spürbar besser. Vielleicht muss man bei einer Band wie SMOKE BLOW einfach den Schweiß riechen können.
Horace: Ich gebe zu, ich nenne sogar das erste Eric Cohen Album mein Eigen. Möchte noch erwähnen, dass ich die neue Bühne super für SMOKE BLOW fand. Genau richtige Größe, super Licht und ordentlich Nebel. Sind auch die besten Fotos geworden. Ansonsten nur HitsHitsHits! Die Setlist der Final Hands Konzerte hat eigentlich alles was mensch sich wünschen kann. Schön, dass auch die zwei aktuellsten Songs gespielt wurden. Gefehlt haben mir nur Mexico und Sweetwater, aber die gibt's vielleicht im Dezember in Karlsruhe.
Fö: Auch ihren Auftrag zur politischen Bildung nehmen Smoke Blow ernst: So erfahren wir, dass Jens Spahn zurückgetreten ist. Kann dieses Wochenende noch schöner werden?
Horace: Haben die eigentlich noch Junkie Killer nach Rebel Yell gespielt? Stand auf der Setlist, aber gewisse Schwaden vernebelten mein Hirn...
Fö: Nee, nach Rebel Yell war Schluss glaube ich.
Coco: Ich freue mich auch sehr über Smoke Blow! Wie immer beste Unterhaltung. 
Coco: Gut, dass ich die mal versehentlich nach Pascow gesehen habe. Eigentlich ist das gar nicht so meine Musik, aber ähnlich wie die (Ex-)Band Power haben sie genug Melodie, Melancholie und auch Humor um dem schnöden Hardcore was entgegen zu setzen. Toll!
Horace: Das funktioniert auch am drölfzigsten Mal. Letten und Straßenköter einfach immer noch eine super Doppelspitze. Bei uns ist die Luft raus und wir lassen nach ner Weile den Abend entspannt am Wohnwagen ausklingen.
Fö: Dann mal gucken, was DIE VERLIERER so können! Hab ich tatsächlich noch nie live gesehen, der Hype um die Band hat mir das auch etwas versäuert. Aber heute kann ich mal gucken, on der Hype gerechtfertigt ist.
Wodekt: Ich war gespannt. Letztes Jahr habe ich sie als Vorband der Beatsteaks gesehen: zunächst begeistert, dann während des Auftritts ist meine Begeisterung durch politische Aussagen und Monotonie abgeflacht. Wie wird das wohl heute werden.
Fö: Zu hören gibt es düsteren Punk, erinnert an Fliehende Stürme und Abwärts, aber eben von jungen Menschen! Beeindruckend finde ich auch, dass alle ein Mikro haben und den Sound mit ihren Stimmen bereichern.
Wodekt: Wie auch Fliehende Stürme spielen DIE VERLIERER ihren – aus meiner Sicht – größten Hit Notausgang ziemlich zu Beginn. Das Publikum ist begeistert und textsicher. Der Sänger raucht bei fast jedem Lied eine neue Kippe, was ihn aber nicht daran hindert, sich viel zu bewegen.
Fö: Glaube, ich versteh den Hype. Das ist schon besonders, der Sound drückt, die Band ist top eingespielt, die Songs haben Hitcharakter - aber es kickt mich trotzdem nicht so ganz. Bin dann gar nicht mehr so traurig, die Band nicht vorm Hype schon gesehen zu haben.
Wodekt: Zum Ende merke ich langsam, dass es doch nicht zu hundert Prozent meine Musikrichtung ist, lasse mich aber von der Band und dem Publikum bis zum Schluss tragen. Meine Befürchtungen haben sich heute also nicht bestätigt – und die Zeltbühne ist einfach viel geiler als die Max‑Schmeling‑Halle.
Coco: Mir gefällt das auch richtig gut! Ich kann den von meinen Vorschreibern erwähnten Fliehende Stürme-Vergleich allerdings so gar nicht nach vollziehen. Das ist doch astreiner Indie mit Pop und bisschen Punk dabei? Egal, macht auf jeden Fall großen Spaß! Ich tanze und rauche Sportzigarette und trinke Gin Tonic. 
Also, aber echt jetzt, jetzt waren schon Turbostaat und die Verlierer da und beides wurde gut angenommen, dann können doch nun wirklich auch mal Love A hier spielen! 
Fö: Ich dachte ja, DER BUTTERWEGGE ist so Singer/Songwriter-Kram und mit Band halt alles ein bisschen fetter aber immer noch langweilig - aber dass das so eine miese Sondaschule-Kopie ist, das hab ich nicht gewusst. Die Ansagen sind fremdschäm-mäßig auf Ruhrpott getrimmt, die Musik ist einfallslos und die Texte stumpf. Wirkt alles wie ein schlechtes B-Seiten-Album der Sondaschule. Also da versteh ich den Hype wirklich nicht.
Wodekt: Die Musik setzt an und die ersten Ansagen folgen. Ich bekomme sofort einen überwältigenden Fluchtreflex, bleibe aber noch ein paar Songs. Es wird nur schlimmer!
Auch beim Publikum in meiner Umgebung erkenne ich keine große Begeisterung. Da verstehe ich den Slot als einen der Hauptacts auf der großen Bühne wirklich nicht.
Coco: Ich kann dem Fluchtreflex nicht stand halten! Scheußlich, bloß schnell weg hier. Aber ich erinnere mich, im Bierschinken-beim-Autobahn-fahren-Review-Marathon war mal eine CD von dem, das war sehr schlimm, wegen scheußlichstem Lokalpatriotismus. Ich saß auch in diesem Auto und es war wirklich sehr schlimm! Aber das hier ist noch schlimmer. Wenn Johnny Wolga schon das Gegenteil von Melancholie waren, dann ist das hier auf jeden Fall die Elimination sämtlicher Feingefühle und zarter Zwischentöne.
Fö: BREAKOUT! Streetpunk aus Paris. Auch schon ne Weile unterwegs, hab ich mich bisher aber nie mit auseinander gesetzt. Und ich hab das Problem, das ich oft bei Streetpunk hab: Energie und Attitüde voll geil, Frisuren astrein, aber die Lieder klingen halt einfach alle gleich. Sorry.
Wodekt:  Nett, aber auch beim zehnten Anschauen sticht für mich kein Lied heraus.
Coco: Wo ich wegen Butterwegge eh schon mal weg rennen musste, kann ich auch gleich schlafen gehen! Fand Break Out beim Reinhören nämlich auch eh sehr langweilig.
Fö: Als Entschädigung wird am Ende noch Schnaps verteilt.
Fö: Dann POWERSOLO! Wir wissen im Vorfeld alle nicht, was uns erwartet, und die Hoffnungen schwanken zwischen Elektro-Punk, 77er Punk und Rock'n'Roll. Glaube es war am ehesten letzteres. Kommen aus Dänemark, klingen so surfy-rocky-billy und sind wohl schon ne ganze Weile unterwegs. Erinnert an Jancee Pornick Casino würd ich sagen, aber auch nur weil mir grad sonst keine Vergleiche einfallen.
Wodekt: Die Musik klingt auf jeden Fall sehr retro. Im Vorfeld verwirre ich alle mit meiner musikalischen Einschätzung (Elektro-Punk). Ich glaube mein Gehirn war einfach überfordert mit den Hörproben. Als Absacker war die Band sehr gut angesetzt.
Coco: Um Powersolo ist es vielleicht ein bisschen schade, dass ich schlafen gegangen bin. Wobei ich beim Reinhören auch eher verwirrt war, und auf die Frage nach der Musikrichtung auch eher uneindeutige Antworten von mir gegeben habe. Elektropunk hab ich aber nicht gesagt, dafür so einiges anderes.
Fö: Den Großteil des Auftrittes sind wir eh mit einem Wasserball beschäftigt. Das kam im Freibad etwas zu kurz!
Wodekt: Immer wieder tauchen Leute auf, die spontan mitkicken – erstaunlich, was ein Ball auslösen kann. Bei einem messiwürdigen Hackentrick knicke ich natürlich um, und am nächsten Tag ist mein Knöchel doppelt so dick. Vielleicht ist das der Moment, in dem ich meine Karriere endgültig abhake.
Fö: The Dead End Kids haben uns heute nachmittag noch dazu aufgefordert, der Kneipe zur trockenen Kehle (so heißt die Bar hier, benannt nach einem Text von ihr wisst schon) unseren Dank auszusprechen und ihr zu sagen, dass wir sie lieben. Ich bin da etwas sparsam mit meinen Emotionen. Aber ohne Bar wär ja auch doof.
Coco: Ich spreche der Kneipe zur trockenen Kehle meinen Dank aus und möchte ihr sagen, dass ich sie liebe. Und außerdem möchte ich allen anderen Helfern und Helferleins meinen Dank aussprechen und ihnen sagen, dass ich sie liebe! Es ist nicht selbstverständlich, dass es so ein schönes Festival gibt und alle sich den Arsch dafür aufreißen. 
DANKE!!! 
Ich hoffe, wir sind im Plus dieses Jahr???

Horace: Mit die nettesten Bar-Leute, immer entspannt und auch nachsichtig, wenn ich mir aus Gründen schwertat mit dem Inhalt meines Geldbeutels zurecht zu kommen. DANKE! Ich habe auch (un)freiwillig viel Pfand gespendet und im Rahmen meiner Möglichkeiten versucht, das BTF ins Plus zu trinken und zu essen. I did my part! Ich dürcke die Daumen für 2027, denn zwei Jahre warten ist schon ganz schön lang.
Fö: Der nächste Morgen! Ich werde früh vom Regen geweckt und beschließe spontan, alles zusammen zu packen, am Frühstücksstand Unterschlupf zu suchen und dann alsbald die nächste Bahn gen Hause zu entern. Das hat sogar erstaunlich gut geklappt!
Coco: Das kein schönes Wetter beim Zelt abbauen. Auch wenn ich mich sonst immer über die Hitze beschwere.
Horace: Zum Glück am Abend vorher noch alles zusammengepackt. Eine letzte Erleuchtung bevor wir in die Heia sind. Der Himmel über Glaubitz weint, weil wir alle wieder abreisen. Lustigerweise treffen wir noch jemand aus Schwäbisch Hall (Nachbarort) und bescheren der lieben L. eine entspannte Heimreise - viele Grüße an dieser Stelle. "Leider" entgeht ihr damit das Abenteuer der DB, aber vielleicht reicht da auch die Hinfahrt.
Fö: Fazit Back To Future? Es hat mich sehr gefreut, dass das Festival weiter macht! Lineup dieses Jahr, naja, durchwachsen. Viele Bands waren Wiederholungstäterinnen und überhaupt (so für mich jedenfalls) wenig Neuentdeckungen. Auf die fetten Headliner der letzten Jahre kann ich gerne verzichten, die Größe fand ich voll okay so, das kann gerne so bleiben! Ich hoffe dass uns das Back To Future erhalten bleibt. Vielleicht kann auch noch genug gespart werden, dass beim nächsten Mal der Boden vor den Bühnen nicht so staubig ist? Und, auch wenn ich's nicht gebraucht hab, vielleicht wieder mit Awareness-Team? Ansonsten alles tippitoppi. Danke dass ihr das macht!
Horace: SO durchwachsen fand ich es gar nicht, aber ich habe auch nicht universelle Band-Wissen eines Fös. Mit Nowitschok, Rancoeur und Zuckerbrot und Peitsche sind drei tolle Neuentdeckungen dabei. Dann mal wieder Smoke Blow on top - wunderbar. Ich fand auch, dass dieses Jahr ein relativ hoher Flinta* Anteil im Line-Up zu finden war - das war schon mal anders. Sehr positive Entwicklung und sollte erwähnt werden. Also ich fahre nächstes Jahr wieder zum Reitplatz und hoffe dort ein Festival vorzufinden.
Coco: Danke, liebes Back To Future! Ich hab von den eingesparten Dingen auch nur den Rindenmulch vor der Bühne vermisst - und das Awareness-Team hätte ich weiterhin gut gefunden. Warme Duschen, große Fressmeile, größere Bühne, professionelle Lichtanlage,... hab ich alles nicht vermisst. Und die großen überteuerten Headliner-Bands können eh gerne wo anders spielen. Es war wirklich wieder richtig schön! Und mit Rancœur, Kackschlacht, March, Acht Eimer Hühnerherzen, Smoke Blow, Die Verlierer, Dummy Toys hab ich auch richtig viele tolle (melancholische) Bands gesehen. 
Hoffentlich bis nächstes Jahr??? Ich drücke mir selbst die Daumen.


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(Glaubitz, 18.07.)
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Kommentare:

Tommy
01.08.2026 11:33
Warum werden Gewohnheitstrinker nicht erwähnt? Eine Schande!!!
👤
01.08.2026 12:11
die standen auf meiner Liste an Bands, die mich am wenigsten interessieren, ganz oben
Tommy
01.08.2026 14:13
Für mich total unverständlich aber ok. Hättet ja wenigstens einen Verriss schreiben können statt den Auftritt gar nicht zu erwähnen. Oi!!!
Hardcore, Punkrock
aus Kiel
Singer/Songwriter
aus Duisburg
Glam, Powerpop, Rock'n'Roll
aus Italien
Punk, Streetpunk
aus Paris (FR)
Oi Punk
aus Dresden
Punk, Oi, Cold Wave, Post Punk
aus Nancy (FR)
Hardcore Punk
aus Hannover
Akustik Punk, Garage Punk
aus Dresden
Rock'n'Roll, Garage
aus Dänemark
Punk, Funpunk
aus Dresden
Punk, Hardcore Punk
aus Dresden
Location:
Sageritzer Str. 34
01612 Glaubitz

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