Erstes Highlight des Abends: Aguna aus Tiflis. Das Trio gründete sich, wie ich aus Gesprächen erfahre, aus der Protest-Bewegung gegen die Wahl des georgischen Traums, einer russlandfreundlichen Partei, die durch zahlreiche Ungereimtheiten bei der Wahl und einer großen Social Media Kampagne an die Macht gekommen ist. Aguna spielen einen mitreißenden Mix aus Grunge, Stoner und Punk. Treibender Bass, Schlagzeug mit vielen technischen Finessen, starke Gitarre. Viele Songs beginnen langsam und enden in einem sphärischen Mix. Toll!
Die kurze Pause nach Aguna nutze ich, um oben frische Luft zu schnappen. Ich komme ins Gespräch mit ein paar locals. Schnell wird eine Runde selbstgebrannter Chacha, ein georgischer Grappa mit über 50 Prozent, ausgeschenkt. Leider stellt sich einer der Metal-Dudes als ziemlicher Burzum-Fan heraus, der mir die angeblich völlig chaotische Lage in den deutschen Städten ausgelöst durch Migration erklären will. Ich versuche noch kurz dagegen zu argumentieren, gehe dann aber irgendwann weiter. Denn eine Band will ich nicht verpassen.