Horizontaler Gentransfer, 25.09.2026 in Berlin, Galerie Wedding - Bericht von matsch
Horizontaler Gentransfer, 25.09.2026 in Berlin
Die Ausstellung beschäftigt sich mit Lebensgeschichten der in den 1960er und 1970er Jahren im Zuge von zwei Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und Südkorea als Bergarbeiter und Krankenpfleger*innen in die BRD migirerten Südkoreaner*innen. Diese in erinnerungspolitischen Debatten über Migration randständigen Perspektiven bilden in "매난국죽 (Mae Nan Guk Juk): Diasporic Memories Formed in Clay" den Ausgangspunkt der künstlerischen Auseinandersetzung.
Keramikteile koranisch-deutschen Lebens und Kohlezeichnungen der ausstellungsnamengebenden Blumen auf den Wänden im Hintergrund.
Eine Sailor Moon Vase aus der Ausstellung inspiriert HORIZONTALER GENTRANSFER zum Intro, das aus einem Sailor Moon Song besteht. Sagen sie auf jeden Fall, ich kenne nur den Titeltrack des Anime gut und der war es nicht. Dass es nur spontan beim Soundcheck geprobt wurde, fällt nicht auf.
Ursprünglich als ambitioniertes Kunstprojekt an der Stuttgarter Kunstakademie gestartet, bestand HGT aus sechs Künstlerinnen. Heute sind noch zwei davon übrig, die von zwei neuen unterstützt werden oder wie es in der Ankündigung heißt, "sind HGT 2026 in einer transformativen Phase. Neue Ideen, neue Songs und
neue Konstellationen."
neue Konstellationen."
Reingehört hatte ich vorher nicht, sondern nur aus einem taz-Artikel die Empfehlung mitgenommen. Musikalisch hatte ich Kunst befürchtet, aber sehr charmanten, gut groovenden Pop bekommen.
Oder, wie sie es selbst
nennen: Empowerment Karaoke.
Mit kleinen Bewegungen kommt viel Power von den Drums und dem Bass. Gesungen, gesäuselt und gerufen wird multilingual auf koreanisch, deutsch, englisch und spanisch.
nennen: Empowerment Karaoke.
Mit kleinen Bewegungen kommt viel Power von den Drums und dem Bass. Gesungen, gesäuselt und gerufen wird multilingual auf koreanisch, deutsch, englisch und spanisch.
Punk ist das in der Herangehensweise und der Ungebundenheit bei der Umsetzung. Die Ankündigung versprach "K-Punk, Spoken-Word-Performance und
Art-Pop". Es ist aber viel zugänglicher und melodischer als angenommen.
Art-Pop". Es ist aber viel zugänglicher und melodischer als angenommen.
Zwischen den Songs spielt Sängerin Mizi unterhaltsames Gedudel vom Casio und erzählt kleine Geschichten. Dabei erfahren wir, dass der Song über die Butterbrezel der wohl bekannteste ist, ein anderer Song von einem Daumentanz in koreanischen Reisebussen inspiriert wurde (wir dürfen gleich mitmachen) und eine Hymne auf Reis geschrieben werden musste, weil das deutsche Essen eher so geht so ist.
Zum Ende werden sogar noch Instrumente getauscht.
Zum Ende werden sogar noch Instrumente getauscht.
Dass die Band des heutigen Abends aus anderen Mitgliedern als zuvor besteht, hat, wenn ich das richtig verstanden habe, u.a. mit den Schwierigkeiten des EU-Systems für Nicht-EU-Menschen zu tun. Fuck the border.
Zwischen den Songs voller Referenzen bedanken sich HGT oft und viel, weil es sich im Kunstumfeld wohl so gehört. Gespielt wird kurzweilige 45 Minuten. Mizi stellt Fragen über (kulturelle) Identitäten in den Raum, z.B. ob du als Kind von einer koreanischen Mutter koreanisch duschst, ob der Punk, den du spielst, dann koreanisch ist und was diese Einordnung eigentlich soll. Mizi fordert den Raum auf, "Ching Chang Chong" mitzusingen, das fühlt sich sehr falsch an (Absicht?), auch wenn der Beat gut kickt.
Keine Umbaupause, keine weitere Verzögerung - auch mal ganz angenehm, nur eine Band im Kopf zu haben. Danach beeile ich mich, eine von vier vorhandenen Scheiben des zweiten Albums “Everything PossiBBong” zu erstehen. In der Bahn zurück sehe ich, dass es nicht das Debut mit der Butterbrezel ist, dafür aber das zweite mit dem lustigen "Reisbürger*in".















Kommentare:
bisher keine Einträge