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[di: unru:], Cattus, 30.09.2026 in Dortmund, Hirsch Q - Bericht von Fö

[di: unru:], 30.09.2026 in Dortmund

Mittwoch. Mitte der Woche. Und für mich auch Mittelpunkt eines kleinen Hirsch-Q-Marathons, der aus 5 Konzerten innerhalb von 8 Tagen in der Q stattfindet. Wie soll man das bloß durchhalten! Sich heute aufzuraffen, fällt tatsächlich etwas schwer, aber nicht hingehen ist ja auch keine Lösung.
Geht los mit CATTUS. Zuletzt gesehen auf einer Hausparty, damals noch mit Gesang, dafür diesmal, glaube ich, eine Gitarre mehr. Gesang scheint ja leider nur eine kurze Phase in der Bandhistorie geblieben zu sein. Uns erwartet heute also instrumental Post-Black-Metal.
Nun bin ich leider so konditioniert, dass ich Bands ohne Gesang immer irgendwie befremdlich finde. Aber hat man das erstmal ausgeblendet, kann man sich da auf ganz ordentliche Soundteppiche gefasst machen. Sehr atmosphärisch, sehr getragen, teils näher am Shoegaze als am Black Metal. Ein Song hat mich total an die großartigen Sólstafir erinnert.
Nach dem Konzert will ich gewohnheitsmäßig meine Ohrstöpsel raus nehmen, halte aber plötzlich nur den Filter in der Hand (ich hab so Lamellendinger, die aus Gummierung plus wechselbaren Filter bestehen). Das restliche Gummizeug ist so verzogen, dass ich es beim Rausnehmen eher noch weiter in den Gehörgang drücke. Oder vielleicht lag es auch nur an der druckvollen Musik von Cattus? Zum Glück kriegt Brian es hin, das Ding wieder aus zu frimeln, bevor es aus meinem anderen Ohr wieder raus kommt. Danke dafür!
Dann [DI:UNRU:] - noch schlimmer als Bands ohne Gesang finde ich Bands, die meinen, ihren Bandnamen durch unübliche Schreibweisen irgendwie interessant wirken zu lassen. Aber gut, hab ich mir immer gedacht, es sind halt Finnen, die leben im Dunkeln, da kommt man auf komische Ideen. Heute erfahre ich, dass Sänger Jan ursprünglich aus Deutschland kommt. Nagut.
Zu hören gibt es düsteren Wave Punk, der manchmal wirklich sehr stark in die Gothic-Richtung abdriftet. Zusammen mit der nicht müde werdenden Nebelmaschine ist mir das etwas zu viel des Guten (oder des Bösen? Ist Gothic böse?). Die Songs selbst sind dabei aber erstaunlich abwechslungsreich. Bis hin zu einem poppigen Stück, das mich schon fast an HIM erinnerte. Bei HIM muss ich immer an das Terremoto Festival denken, wo der kettenrauchende Ville Valo eine Packung Kippen ins Publikum warf, direkt in meine verschränkten Arme. Vorher waren mir HIM egal, seitdem find ich sie scheiße.
Weiteres Highlight ist ein ungewollter Gitarreneffekt aufgrund schlecht verschraubter/verlöteter/verklebter Kabel, der ein bedrohliches Knarzen in den Sound einwebt, gleichzeitig aber Jan total wütend macht, weil es ja den gewollten Sound kaputt macht. Ich als bekennender Musik-Banause fand das gar nicht so schlimm. Mittlerweile war ich auf ausreichend experimentellen Noise-Show, um auch an nervigem Knarzen etwas Schönes zu finden.
Von daher: Mehr Knarzen, weniger Gothic, aber trotzdem wussten auch di:unru zu gefallen. Lediglich die Länge des Auftritts war mir einfach zu viel. Ich kann sowas einfach nicht mehr lange aushalten! Oh nein, bitte keine Zugabe!


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Black Metal, Post Metal
aus Dortmund
Wave Punk
aus Helsinki (FI)
Location:
Helle 9
44135 Dortmund

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