Urisk, Tristis, Narrat, 09.10.2026 in Mülheim/Ruhr, AZ - Bericht von Matt Greasejar
Urisk, 09.10.2026 in Mülheim/Ruhr
Was man 2026 im AZ offenbar auch mal machen kann: Den Soundcheck zügig und trotzdem effektiv über die Bühne bringen und fast pünktlich vor schon gut gefülltem Haus loslegen. Gefällt mir.
Die Atmo-Schwarzmetaler von Narrat machen den Anfang mit einem kompakten Set aus Stücken ihrer EP, knallen aber für meinen Geschmack live noch ein bisschen besser als auf Konserve. Vor allem Neuzugang Q-Beats am Schlagzeug - war bei den Aufnahmen noch nicht dabei - macht ordentlich Alarm.
Einen Bass gibt's nicht, stattdessen sorgen zwei Gitarren für das Soundfundament. Sänger Mo überrascht dabei mit einer Spielweise, von der ich Instrumentallegastheniker nicht sicher bin, ob die jetzt von Akustik-Fingerpicking oder von Basspiel beeinflusst war. Aber is' ja auch latte, Hauptsache es hört sich gut an. Und das tut es!
Nach einer halben Stunde sind Narrat auch schon durch mit dem, was sie in der Neubesetzung eingeprobt haben. Demnächst gerne mehr davon (finde nicht nur ich, sondern ein großer Teil des Publikums), aber hier geht's jetzt mit Tristis weiter, was ja auch nicht die schlechteste Alternative ist.
Die Essener*innen sind seit 2022 unterwegs und haben sich in der Zeit mindestens einen Local-Hero-Status erspielt - zu Recht! Voller als bei ihrem Auftritt sollte es heute Abend nicht mehr werden.
Verglichen mit den Passionsfestspielen vom Culthe-Fest gibt es diesmal quasi die normale Rockshow. Aber immer noch mit reichlich Ausdruck und Einsatz, vor allem von Sängerin Jana.
Der Sound dazu: Etwas Screamo, etwas Post-Black Metal und immer mal wieder eine gepflegt scheppernde (Post-)Hardcore-Kante zu aggressiv keifendem BM-Gesang.
Coming up next: Urisk aus Bonn. Multiinstrumentalist Benedikt und Sängerin Marleen haben gerade ein Album bei Vendetta Records rausgebracht, wo ansonsten Acts wie Ultha, Haeresis und Sun Worship veröffentlichen. Für Atmospheric Black Metal also schon sehr nah am Olymp.
Das besondere an Urisk ist, dass sie in ihren Black Metal oft keltisch-gaelische Folklore einfließen lassen, wobei Marleen ziemlich überzeugende Klargesangs-Passagen abliefert - um anschließend aber auch wieder wie eine Höllenfürstin drauf los zu keifen.
Normalerweise werden sie live von drei Mitmusikern unterstützt, von denen bei dieser kurzfristig anberaumten Show offenbar nur Drummer Pepe Roldan Duran Zeit hatte. Die zweite Gitarre blieb ersatzlos zu Hause, und am Bass sprang ein Freund der Band ein, der sonst wohl eher im Hardcore zu Hause ist (zumindest seinem Terror-Shirt nach zu urteilen)...
...und der mit Notenständer direkt das gewisse Zwakkelmann-Flair auf die Bühne des AZ bringt. Sich so ein Set mal eben für einen Auftritt draufzuschaffen, ist manchmal halt schon die reinste Hexerei.
Und auch wenn ich Urisk schon mal runder und mit fetterem Sound gesehen und gehört habe, war der improvisierte Auftritt in kleiner Besetzung alles andere als schlecht.




















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