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Mittwoch, 12.02.2014: Die Bullen: Interview

Sonntag Abend, 19 Uhr, Interview in der beschaulichen Hansa48 bei leckerem Chili und leider nicht im offiziellen Facebookchat ohne Chili mit Kiels neuen Shootingstars, den Die Bullen. Unser Kiel-Korrespondent Thrun traf sich mit Andy (gesprochen Ändi) Schlüter und JoyBoy Law, die man privat auch aus so bekannten Kapellen wie Jump The Shark, Satan's Wife, Power oder Affenmesserkampf kennt. Zugriff!

Thrun: Der neue Stern am Kieler Punkrockhimmel, die 30. Inzestband. Wie habt ihr euch gegründet und warum?
Andy Schlüter: Mein Name ist Andy Schlüter, ich bin 23 Jahre alt, ich habe einen sechsjährigen Sohn, bin ledig und Single. Meine Hobbies sind Disco, Fitness und Fußball. Und ich geh' gerne am Wochenende weg. [Pause] Es gab eine Dienstbesprechung, eine interne Dienstbesprechung, da ging es ...
JoyBoy Law: ... vor einem Jahr ungefähr.
Andy Schlüter: Da ging es um Kriminalitätsbekämpfung unter Jugendlichen in Kiel. Und im Anschluss an diese Band haben wir darüber gesprochen, dass unsere Arbeit besser präsentiert werden könnte, und wir finden es einfach nicht jung und hip, wenn das Leute mit Krawatte und einem spießigen Auftreten machen. Wir haben gedacht, wir müssen das Ganze mal nach Vorne bringen und..
JoyBoy Law: Wir hatten ursprünglich auch noch einen Kollegen dabei, mit einem türkischen Migrationshintergrund, weil wir dachten, wir machen das Ganze repräsentativ. Hat sich aber sehr schnell rausgestellt, dass es da doch zu große kulturelle Unterschiede gibt. Die Mentalität ist einfach nicht dieselbe. Deswegen haben wir dann doch lieber noch einen aufstrebenden jungen Mann vom Dorf ...
Andy Schlüter: Ehemaliger Klempner!
JoyBoy Law: ... in unsere Diensteinheit aufgenommen.

Thrun: Wo wir grad noch beim Thema sind: Ihr heißt "Die" Bullen, das ist doch eindeutig eine Hommage an so großartige Bands wie "The" Who, "The" Velvet Underground, "The" Clash, "The" Toten Crackhuren im Kofferraum, die "The" Atomaren Übermenschen. Sind das die Inspirationsquellen für eure Band, oder doch eher die Bild-Zeitung und Rob Halford? Warum DIE Bullen?
Andy Schlüter: Ja. Nein. Aber auch. Wer ist Rob Halford?
JoyBoy Law: Nein, der hat eigentlich nichts mit den Bullen zu tun.
Thrun: Wobei die Musik schon ähnlich ist.
JoyBoy Law: Das Outfit ist ähnlich, da bin ich speziell eigentlich schon von Rob Halford inspiriert.
Andy Schlüter: Bei The Who isses eigentlich so, dass ich die scheiße finde. Wir verstehen uns als Gegenkonzept.
Thrun: Musikalisch, oder inhaltlich?
JoyBoy Law: Inhaltlich. Die Bildzeitung hat uns auch sehr beeinflusst.
Thrun: Auch die MoPo? Oder seid ihr in der Hinsicht eher regional als Norddeutsche, Kieler Nachrichten z.B.?
JoyBoy Law: Ich bin Fan von beiden. Die sind auch Fans von uns und schreiben gerne das ab, was WIR sagen.
Andy Schlüter: Ich les beides, um auch mal zwei verschiedene, differenzierte Meinungen mitzubekommen, um mir dann so quasi ein Bild von der eigenen Sachlage zu machen.
Thrun: In dem Zusammenhang möchte ich gerne mal eine Aussage von euch zitieren: "Klarstellung: Die Bullen machen sich über die Polizei lustig und das nehmen wir ernst. Manchmal ist aber einfach nichts lustig, sondern nur ernst und scheiße. Wir wollen uns niemals über die Opfer von Polzeigewalt lustig machen, sondern über die prügelnden Würstchen in Uniform. Flora bleibt!" Ich weiß nicht, ob die Bildzeitung die SO übernehmen würde?
Andy Schlüter: Da muss ich ganz einfach sagen, dass das falsch zitiert ist!
Thrun: Das kommt aber direkt von Facebook!
JoyBoy Law: Wir machen uns eigentlich über niemanden lustig.
Andy Schlüter: Ne! Wenn die Polizei aber Menschen zu Opfern gemacht haben sollte, wenn es da Verfehlungen gegeben haben sollte in der Vergangenheit, dann muss das rigoros aufgeklärt werden! Und wir sind die ersten, die das wollen, dass solche Fehler nicht wieder passieren, dass solche Taten aufgedeckt werden. Aber wie die Vergangenheit auch gezeigt hat: Es gibt keine Polizeigewalt in Deutschland. Es ist noch kein Polizist für gewaltätige Übergriffe gegenüber Bürgern verurteilt worden, und das nehme ich als Maßstab dafür, dass das nicht so ist!.
Thrun: Das heißt, Gruppierungen wie die "Kritischen Polizisten" sind vollkommen unnötig?
JoyBoy Law: Wir verstehen uns selbst ja auch als kritische Polizisten, von daher ist die Gruppierung...
Andy Schlüter: ... als Feigenblatt ist das eine ganz wunderbare Einrichtung.

Thrun: Wie geht ihr in der Hinsicht mit Konzertbesuchern um, die nur rumstehen, sich über die Polizei beschweren, obszöne Botschaften brüllen?
Andy Schlüter: Das kommt auf die Qualität der Aussagen an. Man muss das immer im Kontext sehen. Solange es friedlich bleibt, ist das vollkommen in Ordnung und die Leute können natürlich auch im Rahmen ihrer Grundrechte ihre Meinung sagen.
JoyBoy Law: Wir haben sehr klare Richtlinien über die Verhältnismäßigkeit unserer Gegenmaßnahmen und dafür sind wir ja auch bekannt, für erfolgreiche Deeskalationsmaßnahmen, das heißt im Prinzip...
Thrun: Dass ihr da mit dem Knüppel auf der Bühne steht?
JoyBoy Law: Dass wir mit dem Knüppel auf der Bühne stehen! Und der kommt natürlich nicht zum Einsatz, solange wir unsere Maßnahmen angemessen rüberbringen dürfen.
Andy Schlüter: Wir sind für die Deeskalation zuständig, ganz klar! Wir dürfen nicht vergessen, dass die Leute dort ihre Freizeit verbringen und auch mal 'n bisschen lockerer mit denen umgehen können, gar kein Problem. Den Schlagstock haben wir nur auf der Bühne, um zu zeigen, dass wir am längeren Hebel sitzen und um diesen Hebel zu zeigen. Die Gedankenstütze für den Bürger.
Thrun: Sehr bürgernah, sehr bürgernah. Was war bei euch zuerst da ...
Andy Schlüter: Ei!
Thrun: ... der berühmte Aufkleber, oder das Bandkonzept?
JoyBoy Law: Die Band. Wir haben in einer Dienstbesprechung den Slogan besprochen, und der Aufkleber kam dann dabei raus. "Endlich Ruhe im Karton!"

Thrun: Seid ihr die "Die Bullen", oder nur "Die Bullen"?
Andy Schlüter: Es heißt ja auch nicht Po Polizei, sondern Polizei, meine Güte.

Thrun: Um auf die Musik zurückzukommen, unsere Leser sind ja auch interessiert an musikalischen Feinheiten: Glaubt ihr, dass ihr als aufgehender Stern am Punkrockhimmel den 2010er Jahren den Stempel aufdrücken könnt? Kann man, analog zum Begriff "Girl Power", der in den 90ern entstand, man denke nur an die Spicegirls, rückwirkend auch vom Begriff Bullenpower sprechen?
JoyBoy Law: Ja!
Andy Schlüter: Police Power!
Thrun: Also doch eher amerikanisch anbiedernd und nicht so auf den 80er Deutschpunk-Zug aufspringend?
Andy Schlüter: Anbiederung ist, denke ich, ganz großer Teil des Konzepts. Wir wollen gefallen. Wir wollen den Leuten Spaß in Bezug auf Recht und Ordnung darbringen.
JoyBoy Law: Uns wurde dienstlich in unseren Einsatzmaterialien, die auch sehr stark amerikanisch beeinflusst sind - mehr als vom Deutschpunk - im Grund, wenn man sich die aktuellen Polizeiuniformen anguckt, und wir haben auch neue Polizeisirenen in Bayern getestet, die den amerikanischen Sirenen angelehnt sind, von daher kann man ganz klar sagen, dass die Polizei aktuell mehr Einflüsse von amerikanischen Bands als vom Deutschpunk aufweist.
Thrun: Also mehr Bodycount als Mülheim asozial?
Andy Schlüter: Ja, popkulturell kann glaub ich die Polizei von Amerika viel lernen. [Pause] Bodycount ist eine abstoßende Band. Das darf ich aber im Rahmen meiner Meinungsfreiheit, genau wie "Freedom of speech" von Ice-T, sagen.
JoyBoy Law: Von den amerikanischen Waffen sind wir beispielsweise auch sehr beeinflusst.
Andy Schlüter: Und beeindruckt.
JoyBoy Law: Soweit sind wir hier leider aber noch nicht. Das ist noch ausbaufähig.
Thrun: Ihr zeigt euch ja auch nur mit Schlagstock auf der Bühne! Kann man das in Zukunft hier machen? Wird sowas vom Publikum akzeptiert werden?
JoyBoy Law: Ja, durchaus, wenn man auf großen Festivals auftritt, da werden doch auch teilweise Leute mit großen Wasserschläuchen abgesprüht, und das ist ein Verfahren, dass sich auf Demos ebenfalls bewährt hat.
Andy Schlüter: Du musst das mal so sehen: Wenn wir mit Waffen auf der Bühne stehe, dann ist das von Gesetz her gedeckelt. Das ist abgesegnet, ein Gesetz entsteht ja nich einfach so, sondern der Druck des Bürgers auf die Gesetzgebung macht ein Gesetz. Und wenn ein Gesetz verabschiedet wird, und sich alle dran halten, dann ist das der Wille des Volkes.
JoyBoy Law: Und deswegen ist dann ok!
Thrun: Stichwort Festivals, Stichwort Massenveranstaltungen: Ihr seid doch der bovinen Spezies zugehörig, was haltet ihr von Stierkämpfen?
Andy Schlüter: Stierkämpfe sind in Deutschland nicht erlaubt. Finde ich also deswegen nicht gut!
Thrun: Zurecht?
Andy Schlüter: Im Urlaub ist es ok. Ich finde, das gehört zu einem guten Spanienurlaub dazu, man soll auch die Kultur des anderen Landes kennenlernen. Dann gucke ich mir einen Stierkampf an.
JoyBoy Law: Das ist wie bei der Prostitution mit Minderjährigen.
Andy Schlüter: Die ist schön, aber nicht erlaubt?
JoyBoy Law: In dem jeweiligen Land, aber hier ist das natürlich nicht ok!
Andy Schlüter: Hier ist das überhaupt nicht ok! Aber es gibt ja Möglichkeiten, wir sind hier im Schengen-Raum und was das für die ausführende Gewalt heißt, weiß ich nicht, sag ich mal.

Thrun: Wie geht ihr mit dem Hype um? Euer Video bei Youtube hat unglaubliche viele Klickzahlen erreicht. Ihr werden von irgendeinem komischen Kasper-Rapper gehypt, gepusht, ist das gewollt? Ist das bezahlte Werbung? Oder gefällt den Leuten das wirklich?
JoyBoy Law: Also wir haben bisher eigentlich nie Probleme gehabt als Bullen, genug Gehör in der Öffentlichkeit zu finden, von daher ist das doch eine Selbstverständlichkeit, diese Medienresonanz, das kommt nicht unerwartet.
Thrun: Es geht aber nur von irgendwelchen Subkulturen aus, nie von der breiten Masse.
Andy Schlüter: Das sind die, die wir erreichen wollen. Die breite Masse ist bereits auf unserer Seite.
Thrun: Die Vorfälle in Hamburg, vor allem um die Rote Flora, waren im Prinzip für euch doch gefundenes Fressen, ein Idealfall, ein Glücksmoment, allein für die Medienpräsenz. Wie geht ihr mit öffentlicher Kritik um?
Andy Schlüter: Welche öffentliche Kritik? Ich hab in der MoPo und in der Bild nichts davon gelesen. Da stand drin, dass wir ganz schön kassiert haben und das finde ich auch überhaupt nicht in Ordnung. Die Polizeigewalt, die in Deutschland, ganz speziell in Hamburg, abgeht, das ist überhaupt nicht in Ordnung und die Leute werden zur Rechenschaft gezogen. Früher hätte man mit denen... ach, was red ich?!

Thrun: Wie geht's bei euch weiter? Das neue Album kommt bald raus, musikalisch sehr vielfältig, von Elektro über Rock bis hin zu hartem Punk ist alles dabei ...
JoyBoy Law: ... da ist für jeden was dabei!
Thrun: Wer entscheidet das innerhalb der Band, haben alle die gleichen Interessen?
Andy Schlüter: Der Chief! [verbessert sich:] Der Vorgesetzte. Ich komm ja grad frisch von der Polizeischule.
JoyBoy Law: Eigentlich ist es der ...
Andy Schlüter: ... der Herr Kock!
JoyBoy Law: Der ist doch mehr Roboter, oder nicht?
Andy Schlüter: Eigentlich ist das der Inspektor. Ich glaub, das ist die letzte Sau.
Thrun: Das heißt also, dass es euch egal ist, was ihr spielt, hauptsache es ist vom Vorgesetzen abgesegnet?
Andy Schlüter: Ich verstehe meine Rolle innerhalb der Polizei so wie die Rolle von Sean Penn in Colors. Wie war die Frage?
Thrun: Wer eure musikalische Inspiration vorantreibt.
Andy Schlüter: Inspektor Ufo. Der drangselt.
Thrun: Wie geht es nach dem Album weiter? Schlagt ihr den Warehouse-Weg ein, ein großes Album aufnehmen und danach auflösen?
Andy Schlüter: Nein, solange wir Gehör finden müssen, werden wir das bestimmt nicht tun. Wir müssen auch mal einstecken können, wenn jemand uns nicht SO nett findet. Dafür werden wir bezahlt, dafür sind wir ausgebildet worden, das ist vollkommen in Ordnung. Jeder kann seine private Meinung haben, aber bitte nicht draußen auf der Straße.
Thrun: Diskutiert ihr Bandintern solche Probleme, wenn euch Leute anfeinden?
JoyBoy Law: Wir halten uns an die offiziellen Richtlinien.
Andy Schlüter: Wir denken darüber nicht groß nach, die Verordnungen gelten für uns.

Thrun: Gut, wo wir grad beim Thema Spice Girls waren: Seht ihr Chancen für eine Spicegirls-Reunion? Angenommen euer Erfolg hält an, eure Klickzahlen schießen weiter in den Himmel, würdet ihr sagen "Ja, wir treten mit den Spicegirls auf!"?
Andy Schlüter: Wenn das angeordnet wird? Ja!
Thrun: Wäre doch absolut zielgruppenorientiert.
JoyBoy Law: Ja, die sind in der heutigen Jugend äußerst beliebt. Wenn man sich mal die entsprechende Altersgruppe anschaut, die Spicegirls sind immernoch die Band für heranwachsende Sechzehnjährige.
Thrun: Für euch die ideale Möglichkeit, das normale und das Punkpublikum zusammenzubringen?
Andy Schlüter: Ich denke auch, dass hier Leute hier viel voneinander lernen würden. Zum Beispiel wie man sich richtig die Haare wäscht, wie man sich richtig die Schuhe zubindet, und dass man im Winter keine kaputten Hosen tragen sollte. Und andersrum ist es genauso.
JoyBoy Law: Wir sind ja selbst das beste Beispiel dafür, dass es funktioniert.
Thrun: Was ist euer Lieblings-Spicegirl?
JoyBoy Law: [Nach langer Überlegungspause] Die mit der uniformähnlichen Bekleidung. Ich glaube, Geri Halliwell.
Thrun: Bei Herrn Schlüter dürfte das aufgrund der häufig getragenen New-Balance-Schuhe mit Sicherheit Sporty Spice sein?
Andy Schlüter: Was ich in meiner Freizeit trage, das geht Ihre komischen Leser gar nichts an. [Pause] Ich nehm die auch. Sporty Spice hätte natürlich die Aufnahmeprüfung bestanden. Die ist ja recht anspruchsvoll.
JoyBoy Law: Aber es ist ja nicht so, dass die anderen dann keinen Platz hätten. Es gibt ja unterschiedliche Aufgaben, die auch Frauen durchaus übernehmen können.
Andy Schlüter: Ja, zum Beispiel Durchsuchungen oder Bürotätigkeiten, irgendwas Repräsentatives vielleicht noch, Kommunikationsbeamtin. [Pause] Aber Frauen in Uniformen, ne? Ich bin doch auch nur 'n Mann, das wird man doch mal sagen dürfen!
JoyBoy Law: Das muss man sogar sagen!

Thrun: Ihr gaukelt in diesem Interview vor, dass ihr mit allen klarkommen wollt, auch mit den Punkern. Auf eurem Albumcover sieht man aber, wie ihr einen armen, vermutlich obdachlosen Punker aus Kiel verfolgt und zusammenschlagen wollt.
JoyBoy Law: Aber selbst beim besten Willen, wir können doch nur auf die Leute zugehen. Irgendwo muss natürlich eine Grenze gezogen werden, dafür sind wir doch da.
Andy Schlüter: Mehr als den Leuten die Hand zu reichen, bis zu einem bestimmten Punkt bin ich Freund, und auch Helfer. Aber dann ist Schluss. Und meine Lunte ist ganz kurz.

Thrun: Wie seht ihr generell das Motto "Konzeptbands"? Was fehlt noch in Deutschland, Postpunk in Briefträgeruniformen?
Andy Schlüter: Die Leute von der DHL machen wirklich einen harten Job. Ich würde es wirklich fantastisch und auch toll finden, wenn sich ein paar beherzte junge Männer - und auch Frauen! - nach der Arbeit zusammentun und Musik machen würden. Wenn es Leute geben sollte, die DAS gutfinden, dann soll es so sein. Das liegt im Rahmen der geltenden Gesetze.
JoyBoy Law: Die sollten nicht ihre Arbeit vernachlässigen! Und nur im Rahmen der geltenden Tarifverträge.
Andy Schlüter: Ansonsten sind uns Konzeptbands aber vollkommen egal. Unser Konzept ist die Verbreitung von Recht und Ordnung, das Bekenntnis zum Grundgesetz, und die Musik ist für uns nur Methode. Eigentlich ein Steigbügelhalter zur Utopie eines vollkommenen Rechtsstaates.
Thrun: Und dann solche Spaßlieder wie "Feierabend"?
Andy Schlüter: Wir sind auch nur Menschen!
Thrun: Das heißt, auf der Kieler Woche zu spielen wäre für euch eine Option?
Andy Schlüter: Auf jeden Fall. Eine der großen Optionen, für uns als Kieler. Wir lieben die Kieler Woche, wir haben die Kieler Woche immer gemocht. Ich bin gerne auf Einsätzen, weil alle Leute so freundlich und gelassen sind.
JoyBoy Law: Besonders während der Fußball-WM!
Andy Schlüter: Ja, das sind die schönsten Momente. Da ist alles dabei. Von Familien mit Kindern über besoffene Jugendliche, und am Ende werden alle verprügelt. Das ist ganz wunderbar. Und wir sorgen dann dafür, dass unsere Kollegen nicht verpfiffen werden, wenn dann die Klagen kommen.
JoyBoy Law: Auch ich selbst gehe nach Feierabend gerne mal zur Kieler Woche. Nicht nur dienstlich, da bin ich manchmal auch ganz Privatmensch und amüsiere mich genauso wie...
Andy Schlüter: Natürlich hat man nie GANZ Dienstschluss. Wenn ich ein Mädchen sehe, das augenscheinlich 10 Jahre alt ist, das einen kleinen Feigling oder einen Berentzen trinkt, dann wende ich mich an die diensthabenden Kollegen und dann sag ich denen das und die sorgen dann dafür, dass die eingesperrt wird.
Thrun: Ohne mit der Wimper zu zucken?
Andy Schlüter: Das ist mir egal, ob die Kollegen dann mit der Wimper zucken, das ist im Rahmen der Auslegung.

Thrun: Machen wir zum Ende noch ein paar typische Bierschinken-Fragen. Ihr kennt Bierschinken.net?
Andy Schlüter: Ja. Die beste Semmel für die Pause.
Thrun: Welche Farbe hat euer Computertisch? Privat und dienstlich? Könnt ihr zu Hause abschalten, habt ihr immer Dienst, oder gibt es für euch auch mal "Feierabend"?
Andy Schlüter: Wir arbeiten nicht ausschließlich an Computern. Deswegen verstehe ich die Frage nicht.
JoyBoy Law: Glastisch mit Aktenschrank. Sowohl zu Hause als auch dienstlich.

Thrun: Euer Lieblingstier?
Andy Schlüter: Schäferhund und Pferd.
JoyBoy Law: Ich schließ mich an.

Thrun: Letzte Frage: Ihr probt zusammen, oder besser gesagt teilt euch einen Proberaum mit einem sehr bekannten Kieler. Der wird im Moment auch als "deutschsprachiger Star" am Kieler Rockhimmel bezeichnet. Würde es sich für euch nicht anbieten, zusammen mit dem großen Erik Cohen aufzutreten?
JoyBoy Law: Ja, wir helfen gerne auch befreundeten Künstlern auf die Bahn des Erfolgs. Wir sind nicht nur eitel.
Andy Schlüter: Inhaltlich spricht überhaupt nichts dagegen, weil Erik Cohen, Sohn dieser Stadt, keine Aussagen tätigt, die gegen geltende Gesetze verstoßen oder zu Gewalt aufrufen würden. Da sind eigentlich keine Aussagen vorhanden. [lange Pause] Muskalisch ist das Ganze auch stark am Rock orientiert. Das finden wir gut, da sich im diesem Milieu viele zwielichtige Gestalten tummeln, sie sollten sich unsere Musik mal anhören.
Thrun: Und danach? Große Auftritte in Läden wie der Räucherei oder im Orange Club? Weg von miefigen Läden wie der Schaubude oder der alten Meierei?
Andy Schlüter: Wenn es der Aufklärungsarbeit dienstlich ist, dann soll es so sein.
JoyBoy Law: Ich warte eigentlich auf die Einladung zur Polizeisportschau. Da sehe ich uns in 10 Jahren.
Andy Schlüter: Joa.
Thrun: Joa.
JoyBoy Law: Joa.
Thrun: Danke, Tschüß!


Thruntilldeath 02/2014
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