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Freitag, 17.08.2018: Frau Mansmann im Interview!


Es ist Anfang August, als mir ein Interview auf meinem Telefon auffällt, das ziemlich genau vor einem halben Jahr Anfang Februar aufgezeichnet wurde. Damals waren es knapp 50 Grad weniger in Berlin, der Himmel blieb grau und die Stadt missmutig. Perfekte Rahmenbedingungen für ein Interview mit den großen Frau Mansmann. Nach einigem Hin und Her findet das Treffen im Label-eigenen Bakraufarfita-Hauptquartier statt; mit Kippen und Bier. Während der Raum langsam in Rauchschwaden eingehüllt wird, beginnen wir mit einer kleinen Frage-Aufwärmübung.


Phil: Bier oder Kippen?
Bönx: Bier
Emmi: Kippen

Phil: Veganer Döner oder griechischer Grillteller?
Emmi: Griechischer Grillteller, hallo?!
Bönx: Grillteller, muss aber nicht unbedingt vom Griechen sein.
Emmi: (lacht): Kann auch vom Dönermann sein. Hauptsache, es steht „Grill“ drauf.

Phil: Fußball oder Nutten gucken?
Emmi: Nutten gucken
Bönx: Nutten gucken beim Fußball spielen

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Die Eckpunkte dieser Unterhaltung sind also gesetzt: Drogen, Sex und Fußball. Ob wir diesen Pfad wieder verlassen können?
Phil: Was haltet ihr von politischer Korrektheit?
Emmi: Joa, das ist vielleicht sinnvoll. In anderen Kontexten.

Phil: In was für anderen Kontexten? Außerhalb der Band?
Emmi: Nein nein, pass auf: Wir sind ja nicht unbedingt dafür bekannt, politisch korrekte Texte zu schreiben, doch als Satireband, die auch für die PARTEI eingestellt ist, nehmen wir uns das Recht raus, satirisch-politisch unkorrekt zu sein. Und für alles, was an politischer Unkorrektheit nicht auf der Bühne stattfindet, haben wir aufgrund von einem, mittlerweile zwei Bandmitgliedern (die heute nicht anwesend sind) ein Punktesystem entwickelt. Wir haben jeden Abend zehn Freipunkte, wo wir entweder sexistische oder politisch unkorrekte Aussagen tätigen können, und wenn die zehn Punkte voll sind gibt es eine Strafe.

Phil: Das klingt ganz schön spießig.
Emmi: Ja. Aber es war notwendig.

Phil: Das führt mich jetzt direkt zu meinem nächsten Thema: Ihr macht jetzt seit genau zehn Jahren Prostituiertenpunk. Seid ihr eine sexistische Band?
Emmi: Ja.
Bönx: Nee, wir sind eigentlich total PC und laufen immer nur mit Gänseblümchen im Haar rum.
Emmi: Du doch schon! Du hattest doch bei einem unserer Konzerte mal französische Zöpfe, die dir deine Frau geflochten hat, und ich hab dir dann Blümchen da rein gesteckt. Das sah total süß aus.
Bönx: Das stimmt.
Emmi: Das ist auch heute noch dein Profilfoto, wenn du mich anrufst.

Phil: Okay, dann machen wir noch einmal eine schnelle Runde: Kotti oder Hermannplatz?
Emmi: Kotti.

Phil: Görli oder Hasenheide?
Emmi: Görli.
Bönx: Hasenheide.

Phil: Astra oder SO36?
Emmi: SO36 immer, auf jeden Fall! Vergiss das Astra.
Bönx: Immer Astra, weil das SO36 kann man nicht trinken.

Phil: Auf eurem neuen Album, Menstruation in Stereo, hast auch du, Emmi, erstmals Gesangsanteile. Die Mischung an Stimmen in Kombination mit der zweiten Gitarre macht das Album für mein Empfinden sehr abwechslungsreich. Wie kam es dazu?
Emmi: Es kann halt keiner singen, außer mir. Nein, quatsch. Bönx kam einfach nie zur Probe und Azi findet es anstrengend, Gitarre zu spielen und gleichzeitig zu singen. Deshalb musste es ja jemand machen und ich wollte auch mehr Gesang übernehmen.

Phil: Kommst du denn nun zu den Proben, Bönx?
Bönx: Nein. Dieses Jahr haben wir aber auch noch gar nicht geprobt.

Phil: Na, dann kannst du auch noch keine verpasst haben.
Bönx: Richtig. Das ist eigentlich eine ganz gute Quote für mich.

Phil: In vielen Rezensionen habe ich außerdem gelesen, dass das Album „gehaltvoller und ernster“ als der Vorgänger sei, aber weiterhin für Dosenbier und Kippen steht…
Emmi: Und das ist dumm. Ganz ehrlich, es haben sich nicht viele Leute ernsthaft mit der Platte auseinandergesetzt und eher irgendwas aus irgendwelchen Rezensionen kopiert, die mal ein Vorgänger geschrieben hat. Immer wieder kommt dieses Wort Rumpelpunk vor und das finde ich ungerechtfertigt. Es hat sich nur ein Bruchteil mit diesem Album auseinandergesetzt und dieser Bruchteil hat natürlich gesagt: Das war super. Oder es war richtig scheiße. Aber beides ist legitim. Wir polarisieren. Nee pullarisieren. Wie Puller.

Phil: War es denn auch euer Plan bei den Aufnahmen: zu polarisieren?
Emmi: Ja, wir pullarisieren gerne. Das ist wie mit Kinski, so haben wir uns das überlegt. Der hat auch polarisiert.

Phil: Im Video zu „Nur Geld“ werden einige Bier in der legendären Milchbar getrunken. Habt ihr euren Songtext da wörtlich genommen und die gesamte Bandkasse auf den Kopf gehauen oder hattet ihr heimliche Sponsoren?
Emmi: Naja, Lotto Berlin hat uns gesponsert – zumindest indirekt, denn wir haben ja das Spätival haushoch gewonnen und dafür tatsächlich eine Gage bekommen. Deshalb dachten wir, dass wir das mit unseren Freunden und Supportern feiern und investieren das Geld in die bestmögliche Ware die es gibt und zwar Bier. Und drehen darüber ein Video. Also: Danke Lotto Berlin, wir freuen uns über die nächste Einladung, für die es viel Geld gibt. Wir brauchen nämlich wieder welches.
Bönx: Wir werden den Gewinn auch nicht für Lottolose ausgeben, sondern nur für Bier. Und Kippen.

Phil: War das ein teurer Abend?
Emmi: Naja, nicht mehr als was Bönx sonst vertrinkt.

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Phil: An und für sich macht ihr ja Punk, der polarisiert, der auch einem großen Teil der „Szene“ gehörig vor den Kopf stößt. Ist das Absicht, Kalkül oder purer Zufall?
Emmi: Das ist kalkulierte Absicht. Zufällig.
Bönx: In einer Bierlaune entstanden. Wahrscheinlich.

Phil: Gut, jetzt kommen wir zum Schleimen. Ihr seid ja vor allem eine ausgezeichnete Liveband. Ich weiß aus vertraulichen Quellen, dass ihr eigentlich regelmäßig probt (auch wenn Bönx manchmal schwänzt). Wie bereitet ihr eure Auftritte vor? Werden die Bühnenprogramme vorab durchchoreografiert?
Emmi: Wir proben betrunken, damit das live auch klappt.
Bönx: Und eigentlich proben wir auch nicht, sondern üben dort die Choreografie des Biertrinkens ein. Damit das zwischen den Songs auch gut aussieht. Nicht, dass einer die Flasche falsch hält, wie so n FDP-Wähler.

Phil: Nee, das geht gar nicht. Neben Frau Mansmann ist Bönx auch regelmäßig als Star in diversen Punkvideos zu sehen. Away from Life betitelt Bönx deshalb als „Berliner Kultcharakter“...
Emmi: Deshalb haben wir auch extra seine Autogrammkarten gedruckt, weil die Nachfrage so groß war, dass wir dem nicht länger standhalten konnten.

Phil: Okay. Meine Frage ist aber eigentlich: Wie stellt ihr sicher, dass Bönx auf dem Boden bleibt?
Emmi: Naja, er bleibt ja häufig auf dem Flaschenboden, von daher machen wir uns darüber keine Sorgen. Uns macht tatsächlich immer wieder Sorgen, wie wir ihn vom Boden wieder hochholen, in den Fällen, in denen er zum Beispiel bei einem Konzert betrunken auf einen Barhocker klettert, um mit dem Mikro zwischen die Monitorboxen zu fallen – was ein irrsinniges Feedback gibt, sodass man die Band nicht mehr hört. Und das an einem Abend, wo jemand von einem Plattenlabel kommt, um uns eventuell zu signen, wobei Bönx aber nicht mehr mit ihm sprechen kann, weil er nach dem Auftritt direkt einschläft. Wir haben den Vertrag leider nicht bekommen.

Phil: Ich hätte nach so einer Aktion eigentlich das Gegenteil erwartet.
Emmi: Ich fand es auch ziemlich un-punkig und inkonsequent. Öffentlich können wir aber nicht verraten, wer das war.

Phil: In Ordnung. Ich wollte gerade fragen, ob ihr hier wen öffentlich an den Pranger stellen wollt.
Bönx: Nein, Bönx würden wir nie öffentlich an den Pranger stellen.

Phil: Gut, ich komm schon zur Abschluss-Runde: Pilsator oder Sterni?
Beide (direkt und gleichzeitig): Pilsator.

Phil: Pfeffi oder Mexikaner?
Beide (direkt und gleichzeitig): Pfeffi.

Phil: Jägermeister oder Mariacron?
Emmi: Mariacron.
Bönx: Jägermeister, in Erinnerung an Oerlinghausen.


Philriss 08/2018
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