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Samstag, 19.10.2019: Grade 2 im Interview!


Nach dem Review des dritten und neuen Albums "Graveyard Island" habe ich der Band noch ein paar Fragen zukommen lassen, die sie mir bereitwillig beantwortet haben und dessen Resultat ihr hier nun lesen könnt. Wer das Review gelesen hat, dem wurden sie ja schon etwas vorgestellt, bei allen die es nicht getan haben, kann sich die Band dann ja jetzt auch direkt selbst vorstellen:

Peter: Könnt ihr euch bitte kurz für unsere LeserInnen vorstellen?
Grade 2: Wir sind Grade 2 von der Isle Of Wight, Großbritannien. Die Band besteht aus drei
Mitgliedern. Sid Ryan Bass/Vocals, Jack Chatfield Guitar/Vocals und Jacob Hull Drums.

Peter: Wie seid ihr auf den Namen "Grade 2" gekommen und was hat es damit auf sich?
Grade 2: Der Name "Grade 2" stammt von einem Freund von uns. Erst hatten wir keine wirkliche Ahnung, welchen Bandnamen wir wählen sollten und hatten dann ein kurzes Gespräch mit einem Freund und er empfahl den Namen "Grade 8"... Die Musiker, die dies lesen, werden wissen, dass dies die höchste Stufe ist, die man als Musiker erreichen kann.
Allerdings hatte zu diesem Zeitpunkt keiner von uns irgendwelche Musikabschlüsse oder -kenntnisse (Sid & Jacob immer noch nicht). Nachdem er die Idee vorgeschlagen hatte, erkannte er, dass Sids Haarschnitt aber eher eine "Grade 2" war, und dies wahrscheinlich auch viel näher an unseren Fähigkeiten an den Instrumenten liegt als eine 8.
Und der Name blieb hängen...

Peter: Euer neues Album wird auf Hellcat Records veröffentlicht, wie ist es dazu gekommen?
Grade 2: So ist es, "Graveyard Island" erscheint weltweit am 11. Oktober!
Wir fanden im Dezember 2017 heraus, dass wir unsere neue Platte in L.A. mit Tim Armstrong aufnehmen würden. Kurz darauf wurde uns gesagt, dass die Platte auf Hellcat Records veröffentlicht werden würde. Wie du dir vorstellen kannst, war die Nachricht für uns unwirklich!
Um es kurz zu machen, wir waren mit Stomper 98 bereits im Oktober 2017 auf Tour. Wir selbst und Lars von Rancid (Anmerkung der Redaktion: Lars F. spielt bei Stomper 98 Gitarre) waren die einzigen englischsprachigen Leute im Bus, so dass wir am Ende natürlich viel intensiver plauderten. Wir sprachen über unsere bisherige Karriere und wohin wir uns entwickeln könnten, er leitete unsere Videos an Tim weiter, und damit begannen die Diskussionen. Der Rest ist Geschichte.

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Peter: Die Platte wurde von Tim Armstrong produziert. Wie war es, mit einer solchen Punk-Rock-Legende zusammenzuarbeiten?
Grade 2: Die surrealistischste Erfahrung, die man sich vorstellen kann. Wir sind alle große Fans von Rancid und den anderen Projekten der Mitglieder. Wer hätte gedacht, als die Band anfing, dass wir jemals eine Show spielen würden, geschweige denn diesen Punkt zu erreichen. Wir sind unglaublich stolz auf die Dinge, die wir erreicht haben und dies in die Liste aufzunehmen ist etwas, dem wir ein Leben lang dankbar sein werden.

Peter: Wenn Tim eine Platte produziert, gibt es auch oft ein Feature von ihm. Ich konnte seine Stimme aber bei keinem eurer Songs hören, warum ist das so?
Grade 2: Es gibt keinen besonderen Grund, warum kein Feature zustande gekommen ist. Nachdem wir die Songs fertig hatten, hatten wir eine kurze Diskussion über das Hinzufügen eines Features, aber die Songs schienen bereits vollständig so wie sie waren. Es ist nicht so, dass wir es nicht in Erwägung gezogen haben und ich bin sicher, dass es in der Zukunft ein Feature geben wird.

Peter: Ist der Song "Graveyard Island" über euer Zuhause, die Isle of Wight, oder meint ihr die ganze britische Insel oder ist es vielleicht nur eine Metapher?
Grade 2: Der Song erklärt, wie es war und ist, erwachsen zu werden. Der Titel "Graveyard Island" könnte als Kritik an unserer Herkunft aufgefasst werden. Das ist jedoch bei Weitem nicht der Fall. Obwohl wir stolz darauf sind, zu sagen, dass wir von der Isle of Wight kommen, sind die vielen negativen Aspekte, die uns herausgefordert haben, schwer zu ignorieren. Wörtlich genommen ist er ziemlich genau für jeden, der in einer ähnlichen Umgebung einer Kleinstadt aufgewachsen ist, aber er ist auch sehr metaphorisch. Es geht um die Schwierigkeiten für einen Musiker auf dem heutigen Markt... mit Schließung von Veranstaltungsorten, dem Wechsel weg von gitarrenbeeinflusster Musik und dem Kampf, überhaupt wahrgenommen zu werden. "Rock'n'Roll has left us now, get on the boat and get out of town". Was braucht es, um uns wieder ins Spiel zu bringen?

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Peter: Lebt ihr noch alle auf der Isle of Wight? Wie war es für euch, auf so einer kleinen Insel aufzuwachsen und eine Band zu gründen?
Grade 2: Ja, wir alle leben noch immer auf der Insel.
Die Insel ist ein sehr sicherer und großartiger Ort, um ein Kind großzuziehen. Allerdings gab es als Teenager oder in den Zwanzigern einen Mangel an Möglichkeiten.
Die Gründung der Band war eigentlich ganz einfach, wir waren alle so nah beieinander und es gab nicht viel anderes zu tun, also war es sinnvoll, sich auf die Musik zu konzentrieren. Es gibt wenig Möglichkeiten und Gelegenheiten für Musiker auf der Insel und man muss wirklich hart arbeiten, um auf dem britischen Festland wahrgenommen zu werden.

Peter: Hattet ihr eine real existierende Stadt im Sinn, wenn ihr über die "Murdertown" singt?
Grade 2: "Murder Town" handelt von der Hassliebe, die wir mit dem Touren verbinden. "Murder Town'" bezieht sich somit nicht auf einen Ort, sondern ist eine Metapher für die Tournee. Es ist ein Leben, für das wir für immer dankbar und glücklich sind, es zu haben. Aber trotzdem kann es einen manchmal runterziehen, weil man währenddessen kaum ein Leben hat. Die guten Zeiten wiegen jedoch immer das Schlechte ab, weshalb der Song - trotz seiner scheinbar negativen Botschaft - diesen fröhlichen und optimistischen Sound hat.

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Peter: Wer spielte Klavier und Saxophon/Trompete auf "Look Up", habt ihr euch einen der Bivona Twins (The Interrupters) geliehen?
Grade 2: Das Klavier sowie das Keyboard sind von Kevin Bivona. Die Posaune spielt Ruben Durazo und schließlich die Trompete Mark Bush. Alle drei Jungs haben uns bei diesem Track absolut geholfen, einen ganz neuen Stil zu entdecken.

Peter: Wo ist die "Dover Street", in die ihr geht, wenn es nichts anderes mehr los ist?
Grade 2: "Dover Street", ist die Straße, in der wir in unserer Heimatstadt Ryde proben. Leider bietet Ryde nur sehr begrenzte Ressourcen für Musiker, so dass wir uns mit einem alten, feuchten Keller einer Kirche begnügen müssen.

Peter: Euer erstes Album wurde veröffentlicht, als ihr alle 15/16 Jahre alt wart. Jetzt, 5 Jahre später, erscheint euer drittes Album und es klingt "erwachsener" und "ausgewogener", wie seid ihr so schnell so erwachsen und so professionell geworden? Waren es die ganzen Tourneen?
Grade 2: Das war eigentlich unsere erste EP, 'Broken Youth'. Die Zeit vergeht, das kann ich dir sagen!
Seitdem sind wir ziemlich konstant auf Tournee, also schätze ich, dass es bis zu einem gewissen Grad eine natürliche Entwicklung war. Wir alle haben unsere Instrumente viel mehr gelernt und haben begonnen, unsere stimmlichen Fähigkeiten zu finden und das zeigt sich zum Glück.
Wir versuchen immer, unser Spiel mit jeder Platte zu verbessern, aber mit dieser begeben wir uns auf ein ganz neues Territorium und wir können es kaum erwarten, dass sie jeder hört!

Peter: Was glaubt ihr, worunter eure Musik zu kategorisieren ist? Ist es Oi!? Streetpunk? Oder nur Punkrock? Wenn ich den Song "Tired of It" höre, muss ich jedes Mal an SHAM 69 denken. Ist es eine Band, die für eure Wurzeln steht?
Grade 2: Ich persönlich würde sagen, es ist purer Punkrock. Zweifellos haben wir von all dem Einfluss genommen und man kann es in verschiedenen Songs hören. Ich würde uns nicht in ein bestimmtes Subgenre einordnen wollen.
Wir nehmen Einfluss von vielen britischen Legenden, darunter Sham 69, und respektieren jede Band, die diese legendäre Szene aufgebaut hat. Wir hoffen, dass auch diese Platte rückblickend den Test der Zeit besteht.

Peter: Was macht ihr außer der Band? Irgendwelche anderen musikalischen Projekte? Habt ihr Arbeit, studiert ihr? Was tut ihr, um eure Rechnungen zu bezahlen?
Grade 2: Nein, die Band ist alles im Moment. Wir sind ständig auf Achse. Ich denke, wenn wir versuchen würden, uns für einen richtigen Job zu bewerben, würden wir ausgelacht, wenn wir um so viele Auszeiten für´s Touren bitten würden.
Das Leben ist kurz, wir haben nun eine unglaubliche Chance. Wir werden darum jetzt das Beste daraus machen, solange wir können.

Peter: Was ist eurer Meinung nach im Moment der Stand der britischen Punkrock-Szene?
Grade 2: Sie ist stark. Es gibt ständig Shows im ganzen Land, Festivals und tolle neue Bands, die dazu kommen... Du musst sie nur finden.
Das geht auch raus an unsere Freunde von Rat Nest, wenn ihr sie noch nicht kennt, dann ändert das!

Peter: Was haltet ihr vom "Brexit" und den laufenden Verhandlungen?
Grade 2: Wir sind keine Band, die sich wirklich mit Politik beschäftigt, aber es ist eine total beschissene Show. Man kann mit Sicherheit sagen, dass niemand weiß, was los ist. Wir werden an dem Tag, an dem der Deal ansteht, nach Europa fliegen, also behalten wir im Moment alles genau im Auge.

Peter: Letzte Frage: Habt ihr schon Pläne für das, was nach der Veröffentlichung des neuen Albums kommt?
Grade 2: Es geht geradewegs zurück auf die Straße, bleibt auf dem Laufenden für kommende Shows, wir sind vielleicht gerade unterwegs in deine Stadt!


Peter 10/2019
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