Montreal:
Schackilacki
Montreal lassen ihr bereits sechstes Album auf die Menschheit los. Schackilacki also. Ich glaube, so heißt auch eine meiner Marinadenmischungen für den erfolgreichen Grillabend. Bisschen Ketchup dazu, zack, fertig. Und, wenn ich ganz ehrlich bin: ich hab‘ den Eindruck, dass die drei gebürtigen Nordlichter neue Ohrwürmer mindestens genauso einfach aus ihren Hemdsärmeln schütteln.
Bereits seit 2003 liefern Montreal in regelmäßigen Abständen gekonnten, mehrstimmigen, deutschsprachigen Poppunk mit prägnanten Mitsingpassagen. Sie reimen Glück auf Osnabrück und selbst auf Welt. Böse Zungen würden ihnen die Helenefischerisierung des Punkrock vorwerfen: die Songs hören sich seit 12 Jahren alle gleich an. Doch solche Zungen gibt es bei Bierschinken bekanntlich nicht. Überhaupt, der Menschen-Leben-Tanzen-Welt-Quotient ist viel zu niedrig, um aus diesem Werk ein massenkompatibles Erfolgsphänomen werden zu lassen.
Dafür bietet „Schackilacki“ mindestens sechs Hits, die diesen Festivalsommer bereichern werden. Allesamt wenig politisch, dafür mit einem feinen Gespür für die zwischenmenschlichen Absurditäten, die der Alltag für uns bereithält. Seien es die Vorzüge eines Kinoabends (Kino), die Einfachheit des wahren Glücks (Osnabrück), freundschaftliche Ratschläge (Hör auf deine Freunde), regionale Produkte (Idioten der Saison) oder die Tatsache, dass man äußerliche Vorzüge manchmal doch sehr gut gegen innere Abgründe abwägen kann (Musik in meinen Ohren). Live wird das auf jeden Fall eine Wucht.
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