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Knarre:
Eiscafé Venezia
Manchmal spielt das Leben einem sehr seltsame Streiche und es ist heiß und du stehst draußen vor der Tür und bist froh, wenn ein Lüftchen sich rührt und drinnen geht die Musik los und du denkst "na gut, reingehen und die erste Band hören, ist ja auch nur höflich, wenn die schon anfangen müssen" und dann gehst du rein und musst nach ein paar Minuten feststellen, dass es extrem ärgerlich ist, dass du zu spät rein bist, denn die Band ist ziemlich cool. So passiert Fö und mir im Juni (nachzulesen hier). Die Band um die es hier geht, hat gerade ihre Debut-Platte veröffentlicht und nachdem sie schon live trotz des Einsatzes einer Trompete (Gott sei Dank kein Ska) sehr sehr überzeugen konnten, tun sie das mit der Platte gleich nach.

Gleich mit dem Opener "Umfallende Bierflaschen" zeigen sie den Humor, der mich auch schon auf der Bühne begeistert hat. Der Song beginnt mit einem Schraddeln und einer Persiflage eines Hardcore-Schreis und dann geht's ab. Amtliche cleane Gitarrenarbeit, zackige Beats am Schlagzeug und eine Reibeisenstimme, die bestimmt mal in ner Hardcoreband gegrunzt hat. So wie Nagel früher, nur dass der nicht gegrunzt hat. Im Refrain darf die Hörende dann auch gleich mitsingen, denn er geht ins Ohr wie der Refrain von "How do you do" von Roxette - Ohrwurmpotential deluxe, und das finde ich ja in dieser Post-Punk-Suppe großartig. Und auch die Nummer 2 "Eigenbedarf" funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip und gerade die Gitarre erinnert wunderbarerweise an Love A. Semi-cleanes Pling-Pling und immer diese brummende Rhythmussektion aus Bass und Schlagzeug und ständig mehrstimmiger Gesang (alle vier singen). Ach Gott, jetzt läuft die Platte (transparentes grünes Vinyl) schon das dritte Mal durch und ich merke, dass ich mich verliebe. In die Melodien, in das Hitpotential und wenn im dritten Song dann auch die Cure-Referenzen an der Gitarre kommen, bin ich ganz hin und weg! (Ok, hör vielleicht auch nur ich raus, aber is schon son bisschen dieser 80er Jahre Gedächtnis-Soundeffekt) Auf jeden Fall wurde hier richtig viel gut und originell gedacht und gemacht. Auch die Texte sind eine angenehme Mischung zwischen relativ direkten Aussagen und dem Metaphernsprech, der dem deutschen Post-Emo-Punk à la Turbostaat und Co gut steht! Und es wird relativ klare Kante bezogen und ich glaube Deutschland finden Knarre auch nicht besonders dolle.

Die Platte ist relativ lo-fi produziert, was aber als absoutes Kompliment gemeint ist, denn es steht der Band so dermaßen gut zu Gesicht. Die Stimme ist immer gut zu verstehen, liegt aber niemals drüber und die cleane Gitarre nervt so gar nicht und fügt sich gut heraushörbar zwischen verzerrtem Bass und Schlagzeug ein - manchmal ist die Gitarre auch verzerrt. Klingt trotzdem prima. Also, nochmals: gut gemacht, genauso wie die Aufmachung der Platte, das Cover und jetzt endlich sind sie auch im Internet vertreten - zum nachhören, kaufen und lieb haben.
Ich freu mich auf das nächste Berlin Konzert und habe für dieses Jahr schon wieder ein neue Lieblingsplatte!
kraVal 11/2018
Hörprobe:
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Knarre
Musikstil: Punk, Post-Punk, Emopunk
Herkunft: Berlin
Homepage: www.knar.re
Knarre - Eiscafé Venezia

Stil: Punk, Post-Punk, Emopunk
VÖ: 14.10.2018, LP, Amöben mit sozialen Ambitionen


Tracklist:
01. Umfallende Bierflaschen
02. Eigenbedarf
03. Mesut & Manuel
04. Risse im Kitsch
05. Splitter (Dadö)
06. Okay
07. Memento Gelati

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