The Feelgood McLouds:
Life On A Ferris Wheel
Ich nehme noch einen Schluck Guinness. Ein paar Kilts wippen samt ihrer Träger*innen im Rhythmus eines Banjos hin und her, während auf der Bühne gleich vier oder fünf Typen ein synchrones Wo-hoooo ins Mikro brüllen. Unterdessen verwechseln ein paar angetrunkenen Metaller vor der Bühne mal wieder Pogo mit Moshpit und Moshpit mit einer Schlägerei.
In Corona-Zeiten ist so ein Folkpunk-Liveabend natürlich nicht drin, aber mit The Feelgood McLouds kann man sich trotzdem leicht vorstellen, man wäre auf genau so einem Konzert. Das zweite Studioalbum der sechs Saarländer liefert 12 eingängige Songs mit leicht kratziger Stimme und ordentlich Druck nach vorne. Akkordeon, Banjo und Whistle machen daraus einen kurzweiligen Mix. Hier und da werden auch Dudelsack und Off-Beat eingebaut.
Die Lyrics lassen sich auch nach dem fünften Pint noch gut mitgrölen, schließlich sind sie nicht zu tiefschürfend und drehen sich gerne ums gemeinsame Trinken, Feiern und das gute Leben. Auch andere Themen finden durchaus ihren Platz, etwa Depression oder rechte Lügen. Im hymnischen Folkpunk-Gewand klingen sie nur nicht so ernst.
Unterm Strich glänzt Life on a Ferris Wheel mehr mit altbewährten Genre-Rezepten als mit neuen Ideen. Und das ist gar nicht als Kritik gemeint, denn diese Rezepte werden hier überzeugend umgesetzt. Wer auf verspielten Celtic und Punk mit Wumms gleichermaßen Wert legt, ist mit The Feelgood McLouds also an der richtigen Adresse.
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