"Sinnhaftigkeit verschwindet" lauten 2 Worte im Song "Spätkapitalismus", die so schön passend für den lyrischen Frust in den Texten der Schlechtwetterpunks COLD SUMMER stehen. Nach einem guten Tape und der starken Altlasten-7" kam letzten Herbst dieses großartige Werk heraus. Die einseitig bespielte 12" hat derweil auf der B-Seite noch einen schönen Siebdruck.
Aber wichtiger ist die Seite mit der Rille. Und da wird geliefert - zwar variiert die Tonhöhe des schimpfenden Sängers höchstens im Achtel einer Oktave - doch das Gesamtpaket mit dem abwechslungsreichen Postpunk und teilweise krassen Tempowechseln zieht mich voll in den Bann. Das ist auch so interessant abgemischt mit einer vordergründigen Gitarre, während sich Schlagzeug und Bass schön im Hintergrund ein Duell liefern.
Und textlich gibt es hier ebenfalls einen Magenschwinger nach den anderen. Von fehlender Aufarbeitung des Nationalsozialismus ("Permafrost") bis Tag X und Armutsbeschaffungsmaßnahmen der Liberalen ("Grenzzaun") - und immer schwingen reale als auch diffuse Ängste mit. "Den Umständen entsprechend" halt.
Im Februar sind COLD SUMMER im übrigen in südlichen Gefilden mit FOTOKILLER auf Tour.
13.2. REGENSBURG - BÜRO
14.2. GRAZ - SUB
15.2. INNSBRUCK - PMK
17.2. ZÜRICH - WERK21
18.2. BERN - ALLIANZA AMBULANZA
19.2. KREUZLINGEN - HORST CLUB
20.2. MÜNCHEN - KAFE MARAT
21.2. FRANKFURT - DREIKÖNIGSKELLER
