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Move Against G8 Festival Day 1 (Fr, 20.04.2007): Crosstops, Berri Txarrak, Kina, Obrint Pas, Punkrock Boys, Los Fastidios, Pantéon Rococó in Berlin, Club Maria

Move Against G8 Festival - Day 1 (Fr, 20.04.07) in Berlin, Club Maria

Wir werden ja immer politischer. Und das absolut mit Grund, dieses Jahr heißt es schließlich (Bier-)Fahne zeigen, wo doch der G8-Gipfel in Deutschland stattfindet. Um die Aktivitäten rund um die Proteste gegen die Globalisierungs-Acht etwas zu unterstützen, wurde das "Move Against G8"-Festival ins Leben gerufen - jede Menge linke Bands drängen sich 3 Tage lang in einen Technoschuppen in Berlin. Was ein Spaß! Und das für nur 33 Euro, nix wie hin!
Unsere Reisetruppe besteht aus Fö, Bob und Chrissi, und damit das Auto nich so leer is, nehmen wir als vierte Person einfach noch ein Mitfahropfer mit. Der erweist sich als total zuverlässig und ruft kurz vor Abfahrt an, dass er verpennt hat und erst ne Stunde später kommt. Hm, nagut, hamwa mehr Zeit für ein ausgiebiges Frühstück...
Nach etwa einer Stunde Fahrt kommt plötzlich dichter Rauch aus meinem Autoradioschacht. Der versperrt mir die Sicht, also halte ich lieber mal am Rastplatz an. Tja, und nu? Chrissis Theorie: Falsche Bierdose. Der herbeigerufene ADAC schiebt es dann aber auf die Heizung und schließt diese kurz. Also heiter weiter, ohne Heizung. Nächste Unterbrechung: Vollsperrung auffer A2, wir müssen quer durch irgendwelche Käffer gurken.
Also kommen wir erst nach 9 Stunden an unserem ersten Ziel, der Boppstraße, an. Auto abstellen, Bier kaufen, Gepäck abliefern. Unsere Mitfahrtucke traut sich nich alleine Bahn zu fahren und wartet geduldig, bis ich das erste Bier getrunken hab und wir uns auf zur Bahn machen, wo wir ihn dann wegschicken. Weiter zum Maria. Wie erwartet ziemlich links da. Das Männchen auf diesem Flyer sieht aus wie ein Hakenkreuz.
Ein klein wenig unorganisiert hier. Die Zeiten standen im Vorfeld nirgends, was aber auch egal ist, da sich eh alles verschiebt. Und da wir erst spät ankommen (ca. zum Ende von Patchanka, also 22 Uhr), müssen wir uns in dem weitläufigen Laden erstmal zurechtfinden. Großer Laden mit drei Hallen, in jeder is ne Bühne aufgebaut und alle Bands spielen fast parallel, ziemlich blöd geregelt. 0.3er Astra is das billigste Bier und kostet 2.50 Euro. Puh.
So, wir suchen die Black Stage. Hm, hier is ne Bühne. Weil das Banner im Hintergrund schwarz is, denken wir mal, vielleicht ham die das ja so intelligent gelöst dass dies auch die Farbe der Bühne ist. Was uns nicht bewusst war: Alle Bühnen ham ein schwarzes Banner. Na toll. Also spielen hier wider erwarten nicht Berri Txarrak, sondern Crosstops. Das erklärt auch, warum die Texte auf englisch sind
Naja, ne Amiband, Punkrock. Lecker schnell, harte Gitarren und trotzdem ziemlich melodiös. Ganz lustige Band, nehmen sich selbst wohl nicht so ernst. Kannte ich bisher nur vom Aggropop Now Sampler. Und da ich keine Lieder kenne, find ich das auch irgendwann ziemlich langweilig
Also weiter zur nächsten Bühne, die verbirgt sich ein Gang weiter (und hat ein schwarzes Banner). Berri Txarrak spielen hier, kennt keiner, aber sind immerhin ausm Baskenland, ham auch euskadische (oi-ska? höhö. hm) Texte. Und das geht richtig derbe nach vorne, die Gitarren schmeißen uns ein geiles Hardcore-Brett entgegen
Der Gesang dazu ein geiles Punkrock-Geröhre, kein stumpfes Geschreie sondern ziemlich melodisch und mit viel Energie, runde Sache das Ganze. Jetzt müsste man nur die Texte verstehen - bestimmt links, sonst würdense nich auf sonem Festival spielen
Und schon hier macht sich bemerkbar, was wir noch am ganzen Wochenende zu spüren kriegen: Das hier ist wirklich ein internationales Festival, auch von den Besuchern her. Jede Menge Spanier (oder auch Basken) sind da, einige singen begeistert mit, die anderen feiern einfach nur. Geil!
Mal schauen, ob das bei den anderen Bands auch so läuft. Tatsächlich - auf der Hauptbühne (die rote, deswegen das schwarze Banner im Hintergrund) spielen Kina aus Italien und auch hier ein begeisterungsfähiges Publikum. In Italien genießt die Band wohl nen recht hohen Stellenwert, waren in den Achtzigern eine der bekanntesten Punk-Hardcore-Bands und reunieren heute für einen Abend
Ganz was exklusives also. Naja, für uns etwas schade, wir kennen die Band ja nicht. Für die Fans bestimmt n ziemliches Highlight. Schlagzeuger und Gitarrist ham wohl auch n neues Projekt, Frontiera heißt das, ähnliche musikalische Kerbe, die spielen am Sonntag
Kleines Foto vom süßen Knut aus Berlin.
Danach gehts dann auf der großen Bühne weiter mit Obrint Pas, bisher nie gesehen, aber das letzte Album "La Flama" ist ein ziemlich eingängiger Tonträger zwischen Offbeat und katalanischer Folklore, live seh ich auch woran das liegt: der Percussionist tüdelt ab und zu auf soner quäk-Flöte, laut Wikipedia heißt das "dolçaina" und kommt eben aus der Region
Und sehr geiler Auftritt! Latin-Ska wird uns wohl das ganze Wochenende begleiten, hier erleben wir das erste Highlight, Obrint Pas geben richtig geil Gas und animieren das Publikum zum eifrigen Mittanzen. Wobei die Musik, verglichen mit anderen Bands des Genres, eher etwas ruhiger ist - Tanzfreude kommt auf jeden Fall auf!
  Ein kleines Video kann ich euch auch präsentieren: Bei "Avui Com Ahir" wird das Publikum ganz obligatorisch aufgefordert, sich auf den Boden zu setzen - schon wieder ne Band, die das macht, als originell geht das nu wirklich nich durch. Trotzdem lustige Sache. Besonders der Typ, der die ganze Zeit inner Mitte stehenbleibt. Nuja, könnt ihr euch ja mal anschauen, einfach draufklicken
Da das hier ein politisches Festival ist und sowieso total links, stellen Bob und ich uns rechts vor die Bühne. Da traut sich anscheinend sonst keiner hin, wär ja auch nich politisch korrekt, also kann man hier ganz gut stehen. Nur leider direkt vor der Box, da is man ziemlich schnell taub...und die Videos auch leicht übersteuert. Egal, mehr Platz gleich mehr Tanzen gleich mehr Spaß!
Die Band hat auch ihren Spaß, viel Bewegung, der Bassist springt immer hin und her, der Keyboarder greift auch mal zum Mikro und unterstützt den Gesang, sehr geil. Super Auftritt, gerne wieder sehen!
Danach wollen wir eigentlich auf Pantéon Rococó warten, plötzlich kommt dann aber eine SMS vom Ossi: Der schaut grade die Punkrock Boys und meint, der eine würde aussehen wie Lokalmatadore-Fisch! Also nix wie hin, gucken. Is er leider nicht, trotzdem geile Show von der Truppe. Bierbauch und Boygroup-Choreographie zu Punkrock-Grölliedern. höhö.
Der Zeitplan ist (wie zu erwarten bei 10-15 Minuten Umbau) schon komplett übern Haufen, Pantéon Rococó lassen auch wirklich sehr auf sich warten. Also schau ich mal kurz, was auf der kleinen Bühne so geht, da spielen Los Fastidios!
Und die kennt man ja. Naja, zumindest das "Antifa Hooligan", aber das is bei den paar Liedern die ich gucke eh nich dabei. Dafür auch hier wieder sehr viele Leute im Publikum, die fleißig mitgrölen, und voll ist der Raum auch. Los Fastidios halt, stark linker Oi-Streetpunk, wobei ich mich frage, ob "links" überhaupt neben "Oi" stehen darf. Hm, sollen sich andere die Köpfe drüber zerbrechen
Ohne Oi, aber links: Pantéon Rococó! Endlich! Zu Beginn bekennen die Musiker aber erstmal Stellung, stellen sich alle nebeneinander auf die Bühne und der Sänger hält einen kleinen Vortrag. Bis auf ein paar Fetzen versteh ich nicht viel, muss reichen. Auf jeden Fall geile Aktion, dass die Band als Headliner sich ein paar Minuten Zeit nimmt, zu erklären warum wir hier sind: Mobilisierung gegen die großen Acht und Solidarisierung mit den geschätzten kleinen 200 anderen Ländern, die bei den Gesprächen so gerne außen vor gelassen werden
Und diese Zeit nehmen sich, obwohl sie schon ne später als geplant spielen - na das wird wohl ein langer Abend! Aber welche Band wenn nicht Pantéon Rococó ist in der Lage, selbst den müdesten Besucher wieder auf die Beine zu bringen. Mestizo-Stücke zwischen Punk, Ska, Reggae, Salsa, ach und was weiß ich noch. Da bleibt kein Bein still
Und politisch bleibt es auch, Weltüberpräsident Señor Bush kriegt auch sein Fett weg, gibt eigenes für ihn ein Lied, auf den Text komm ich nicht mehr ganz. Irgendwas mit Hijo de puta perra madre, ziemlicher Mitreißer, singen alle mit.
Animiert wird das Publikum auch sonst immer wieder. Zum Mitsingen, zum Mittanzen, zum Springen, zum Sitzen. Die Herren Musiker von Pantéon Rococó sind da wahre Meister drin, die Stimmung im Saal zum Kochen zu bringen
Einen Gastmusiker gibts auch, den Typen da rechts anner Trompete. Müsste man jetzt nur wissen wer das is, keine Ahnung. Hat dieselbe dicke Brille auf wie der Sänger von Obrint Pas, aber ich erkenn ihn da ansonsten nich wieder. Naja, egal. Ein Musikant mehr auf der Bühne, bei Pantéon Rococó fällt das eh gar nicht mehr auf...
Hier die Stimmung, wie erwähnt super (auch wenn Wasser getrunken wird). Ich persönlich fand das Konzert eher ein wenig schwach, zumindest hab ich von Pantéon schon deutlich bessere gesehen - keine Ahnung worans lag. Zu spät? Zu Laut?
Trotzdem führt an dieser Band wohl kein Weg vorbei, wenn man sich mit Latin-Ska-Punk beschäftigt, und das zu recht. Schau ich mir immer wieder gerne an, ein zuckendes Tanzbein is ja auch mal was ganz Schönes.
Danach erstmal Christian suchen, der pennt irgendwo inner Ecke. Also aufsammeln. Bönx will sich mit uns inner Milchbar treffen, also ab dahin, ein Bierchen trinken und weiter zur Frau-Mansmann-WG. Damit wär der erste Tag vom Move Against G8 auch rum, morgen gehts weiter!

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