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Pascow, The Baboon Show, Mondo Bizarro, 28.10.2011 in Kusel, Mehrgenerationenhaus - Bericht von Fö

Pascow, The Baboon Show, 28.10.2011 in Kusel

Und wieder Pascow! Die Jungs gehen auf Ausgedehntes-Wochenende-Tour, spielen 4 Konzerte und meine Wenigkeit fährt mit, um hinterm Merchandise-Stand fleißig Papierflieger zu basteln, oder was man da sonst so macht. Ohne Scheiß, auf Tour fahren macht einfach unheimlich Bock, und mit den lieben Jungs von Pascow erst recht! Ich bereue keinen und vermisse jeden Moment dieser 4 Tage. True Story.
Wobei ich als Anhängsel der Band natürlich auch in gewisse Zwiespälte gerate: Erfülle ich nun meinen journalistischen Auftrag und berichte gnadenlos von jeder noch so intimen Kleinigkeit oder halte ich mich an die Anweisungen, die von den Pascow-Jungs in so ziemlich jedem zweiten Satz gegeben wurden: "das schreibst du nicht auf!"? Naja, Erpressungs-Grundlagen kann jeder gebrauchen...
Damit sich der Kollege nicht immer über meine Berichte beschwert, beginne ich heute mit diesem wunderschönen Gerüst. Gesehen an irgendeinem Bahnhof entlang der Strecke, die ich heute per Bahn zurücklegen muss, um nach Trier zu gelangen. In Trier wird mich später Ollo abholen, und noch später landen wir irgendwann in Kusel. So weit, so gut.
Aber erst etwas freie Zeiteinteilung in Trier. Mal wieder bestes Urlaubs-Wetter, aber auch dementsprechend viele Touristen. Ich schließe mich ein paar Japanern an und fotografiere die Porta Nigra. Alles hier erinnert mich an Rom...
Diese Werbung halte ich für dezent pornografisch.
Ab an die Mosel! Hier steht ein alter Kran rum, der sogar im Reiseführer erwähnt wird. Also: Foto. Aber eigentlich habe ich mir dieses lauschige Plätzchen nur ausgesucht, um mir in Ruhe die Fußnägel schneiden zu können. Also falls unter euch Trierern bald jemand auf alten Fußnägeln ausrutscht: Sorry!
Ich überspringe mal ein paar Sightseeing-Fotos und komme direkt zu diesem Gerüst. Es befindet sich an der Rückseite der Konstantin-Basilika, vielleicht auch an der Rückseite des Kurfürstlichen Palais, so genau kann man die Rückseiten dieser beiden Gebäude nämlich nicht auseinander halten. Hinter mir winkt Ollo. Ich glaube, wir fahren los.
Kusel. Heutige Location ist das "Mehrgenerationenhaus", das sich versteckt hinter mehreren Hinterhöfen, Treppen und Aufzügen findet. Netter und überschaubarer Laden, zuvorkommendes Personal, wenig Licht auf dem Männerklo. Den Auftakt heute machen MONDO BIZARRO hier aus der Gegend.
Der Name lässt es bereits vermuten: Ramones-Cover werden dargeboten! Macht auch wirklich Spaß, die Klassiker live zu hören, und wenn man, wie ich, das Original nie sehen konnte, umso mehr. Die Ramones sind ja so ein kleines Phänomen: Obwohl ich mich nie wirklich viel mit ihnen befasst habe (ihr kennt die Floskel "vor meiner Zeit"), kenne ich tatsächlich jedes Lied beinahe in- und auswendig.
Den kompletten Auftritt kriege ich nicht mit (muss ja immer mal zum Merchstand linsen), aber was ich sehe, kommt ganz gut. Größtenteils frühe Stücke der New Yorker werden dargeboten. Nicht immer originalgetreu, aber immer mit mächtig Elan. Gesang teilen sich Schlagzeuger und Bassist. Und die Mikros sind so herrliche Oldschool-R'n'R-Dinger. Geil.
Gibt Stücke zu hören wie "Beat on the brat", "Cretin Hop" oder das "eher unbekannte" (nach Aussage der Band, höhö) "Blitzkrieg Bop". Sehr schön auch "Havanna Affair" oder das Motörhead-Cover "R.A.M.O.N.E.S.". Oder auch "Commando" als Zugabe. Wie sagt man...nur Hits.
Das eigentliche Highlight ist aber das Publikum. Besteht zum Großteil aus Jungspunden, aber gerade deswegen haben die einen schier unbändigen Spaß an den Songs, feiern alles gebührend ab und entfachen einen wahren Moshpit-Reigen vor der Bühne. Ziemlich witzig.
Auf die nächste Band bin ich dann aber mal wirklich mehr als nur gespannt: THE BABOON SHOW! Die Schweden haben kürzlich auf Pascow's Hauslabel "Kidnap Music" ihr viertes Album "Punkrock Harbour" hierzulande rausgebracht. Was ein geiles Stück Musik! "Gesigned", wie man so schön sagt, wurden sie übrigens, weil Pascow bei einem gemeinsamen Konzert in Flensburg vor nem halben Jahr derart begeistert waren, dass da einfach kein Weg dran vorbei führte.
Und echt mal, die Band ist in Deutschland viel zu Unrecht noch relativ unbekannt. Von Platte erwartet einen ja schon ein unbändiger mitreißender Punkrock-Garagen-Mix, aber live fallen einem tatsächlich die Augen aus dem Kopf. Definitiv eine der besten Livebands, die ich je sehen durfte!
Dabei kriege ich nicht einmal den kompletten Auftritt mit und genieße das meiste von weiter hinten - egal! Mit dem Titeltrack des neuen Albums beginnt die Show und fortan stehen wir alle mit offenen Mündern da. Und das mit dem "unbekannt" muss ich wohl auch relativieren, gibt es hier doch so einige, die fleißig die Texte mitsingen.
Sängerin Cecilia ist ein sprichwörtlicher Wirbelwind, springt und tanzt nicht nur ausufernd auf der Bühne, sondern rennt auch mal in die Zuschauermassen, legt zwischendurch mal eben einen Spagat hin und lässt sich kaum Zeit zum Verschnaufen.
Also, das ist wirklich mal wahres Entertaining! Unglaublich, was für eine Energie die vier Schweden einfach so aus dem Ärmel schütteln, und das wo ihnen die bisherige Tour doch eigentlich ziemlich in den Knochen liegen müsste. Der Überhit schlechthin: "You got a problem without knowing it", da zappelt und schreit der ganze Saal mit.
Ich bin ja eigentlich echt vorsichtig mit solchen Äußerungen, aber die Baboon Show hat mal so eben den eigentlichen Hauptact Pascow komplett an die Wand gespielt. Und das, wo Pascow doch für mich nach wie vor das Nonplusultra in Sachen energiegeladener Punkrock darstellen - tja, so schnell kanns kommen!
Nach "The Ref And The Red Card" gehts erstmal in die wohlverdiente Verschnaufpause, bis die Band unter großem Gejohle der Zuschauer zurück gen Bühne geführt wird - Cecilia diesmal auf den Schultern von Gitarrist Håkan. Und gemeinsam tragen sie Devo's "Mongoloid" vor. Geiler Song!
Abwechslungsreichtum: Nachdem vorher schon ein Kazoo den Sound unterstützte, holt Cecilia zu "This is how the story ends" noch kurz die Melodica raus (heißt doch so, oder?). Etwas leise, aber latte. Vor der Bühne wird artig gefeiert.
Scheiße, ich bin immer noch baff. Grandioser Auftritt der Baboon Show! Wir Glücklichen dürfen die Band ja in drei Tagen nochmal in Stuttgart sehen (ich nehme mir fest vor, das diesmal komplett zu tun), aber auch bei den restlichen Anwesenden bin ich mir sicher, dass es für sie nicht das letzte Mal ist. Die nächste Deutschland-Tour soll bitte schnellstmöglichst kommen!
Abschließend noch ein Sprungfoto. Der Wahnsinn, die Band. Am Merchstand geht derweil alles ganz gemütlich zu, wir teilen uns die "Arbeit" und, äh, ich trinke Wasser. Measy erzählt, dass The Baboon Show diesmal die "Birth Scene" nicht gebracht haben. Das macht neugierig. Vielleicht bei der nächsten Tour?
Anschließend: PASCOW! Dass die "Vorband" soeben alles abgerissen hat, muss nicht bedeuten, dass unsere Lieblinge auch nur ansatzweise den Fuß vom Gaspedal nehmen. Und das Publikum dankt es ihnen ordentlich. Ist ja auch quasi ein Heimspiel: So nahe an der Proberaumheimat Gimbweiler sind Pascow wohl lange nicht mehr aufgetreten. Lediglich knapp 20 Kilometer sinds bis da...
Publikum: Total verrückt. Der Boden besteht quasi nur noch aus Scherben und Flüssigkeiten und das Gewusel vor der Bühne eigentlich nur noch aus Armen und schreienden Mündern. Geil.
Kurz für 2-3 Fotos nach vorne. Viel bekomme ich von diesem Auftritt mal wieder nicht mit, aber angesichts der schwitzigen Menschenmassen hier vorne bin ich eigentlich auch ganz froh darüber, dem Großteil des Auftritts aus dem Nebenraum lauschen zu können.
Bei "Joe Strummers Gewissen" gibts spontan noch Gastgesang von Nadine(?), kam gut. Ansonsten die üblichen Kracher. Der ganze Raum voller Euphorie, Jubelfetzen und Punkrockfingergejubel. "Das ist Gimbweiler nicht LA", "Lauf Forrest Lauf", "An die Maulwürfe", "Wenn Mila schläft"...Hit jagt Hit. Mal wieder.
Aber um mal etwas Ernüchterung (habe ja heute nur Wasser getrunken) in den Bericht einzubringen: insgesamt ein eher durchschnittliches Pascow-Konzert. Das ist immernoch meilenweit über dem Niveau durchschnittlicher Punkrockbands, aber so ganz genießen kann ich den Auftritt nicht.
Könnte dazu beigetragen haben: Obwohl der Laden schon lange ausverkauft ist, hat man das Gefühl, als wären nur die Hälfte der Ticketinhaber überhaupt aufgetaucht. Vor der Bühne herrscht zwar ein schier unüberwindbares Gedränge, weiter hinten sind aber doch so einige Lücken auszumachen. Naja, egal - so kommt man wenigstens ganz gut nach vorne.
Mein Highlight heute: Trampen nach Norden! Ihr Ficker! Großartiges Stück Musik und unbestritten einer meiner Lieblings-Pascow-Stücke. Die anschließende Zugabe lasse ich zugunsten des Merchstandes links liegen, langsam kommt nämlich doch mal ein wenig Kundschaft.
Außerdem isset hier auch ganz witzig. Im selben Raum befindet sich nämlich der Tresen, der regelmäßig mit neuen Getränken beliefert werden muss. Diese Sackkarre schlittert dabei einmal quer durch den Raum und der Inhalt der Bierkästen entleert sich auf dem Boden. Wird ja auch mal Zeit, dass es hier nach Bier riecht!
Ein wenig verweilen wir noch, dann geht es mit dem Pascow-Bus und den Schweden im Anhang gen Gimbweiler. Mit einigen Startschwierigkeiten: Unser Bus will nicht anspringen. Was macht man als verantwortungsvoller Tourbegleiter in solchen Situationen? Richtig, ein Foto!
In der Pascow'schen Homebase gibts noch ein paar Bier, wobei sich die Schweden als durchweg unterhaltsame Zeitgenossen erweisen. Nebenbei ergründe ich die komplette Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Ollo und Alex, aber ihr kennt das, ich und meine journalistische Integrität: Ihr dürft weiter spekulieren. Erstmal schlafen, morgen fahren wir nach Kassel...

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klsch

14.11.2011 14:15
das sind gerüstbau probst, das sieht man sofort. da herrscht die pure funktionalität, und trotzdem erkennt man das da die qualität nicht dort stattfindet wo man sie vermutet.

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