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The Static Age, Self Defense Family, Slingshot Dakota, 30.07.2012 in Münster, Baracke - Bericht von Fö

The Static Age, Self Defense Family, Slingshot Dakota, 30.07.2012 in Münster

Schon wieder nach Münster! Das wird ja mittlerweile fast zur Gewohnheit. Aber seit der Wiedereröffnung der Baracke gibt's hier tatsächlich wieder ein breites Angebot an Konzerten, nahezu täglich werden neue Termine bekannt gegeben, und zwischendurch ist auch immer mal was Verlockendes dabei - wie heute The Static Age. Die anderen Bands sagen mir nicht so viel, aber das will nichts heißen. Nur erstmal hinkommen. Härp organisiert kurzfristig ne Karre, die Karre manövriert sich aber in die Werkstatt, und wir stehen wieder auf dem Trockenen, beziehungsweise am Bahnhof. Nur ohne Härp. Dafür ist Phil dabei. Komplizierte Welt.
Baracke. Wir sind extra früh da, damit Phil noch Latterman-Karten holen kann. Klappt. Beginn ist mit 20 Uhr angekündigt, und ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus, als tatsächlich nur eine Viertelstunde später SLINGSHOT DAKOTA ihren Auftritt starten.
Zweiergespann. Verliebtes Pärchen. Sängerin Carly am Keyboard, und Schlagzeuger Tom drischt auf die Felle wie ein Berserker. Die Musik selbst ist dezent im Indie-Pop gehalten, aber was die beiden da raus holen, ist schon verdammt beeindruckend. Das Schlagzeug gibt dermaßen viel Druck, dass einem die Ohren wegfliegen, und Carlys Fingerfertigkeit ersetzen mal eben eine komplette Begleitband.
Ziemlich faszinierend: Die Mimik vom Drummer. Leider fotografisch nicht wirklich gut festgehalten. Fletscht die Zähne, grinst, schüttelt sich, glotzt intensiv und transpiriert wie ein Rasensprenger.
Ja doch, gute Band. Ungewöhnliche Konstellation und vermutlich auch Musik, die mir von Platte nicht viel geben würde - aber live echt gut! Würde ich wohl am ehesten mit Lemuria vergleichen, alleine schon wegen dem fast träumerischen weiblichen Gesang.
Sympathisch, das alles. Die beiden bedanken sich inbrünstig bei allen, die das hier auf die Beine gestellt haben und loben die Gastfreundlichkeit, die sie so aus den Staaten nicht kennen...und Carly betont, sich hier fast wie zuhause zu fühlen. Waren anscheinend mit ihrer alten Band vor 7(?) Jahren schonmal hier...
Nunja. Jetzt zum eigentlichen Grund, warum ich heute hier bin: THE STATIC AGE aus Chicago, Illinois. Derzeit auf dreiwöchiger Tour mit Slingshot Dakota (Checkt die Termine, Leute!). The Static Age machen sphärisch anmutenden melancholischen 80er New-Wave-Postpunk. Eigentlich absolut nicht meine Baustelle.
Ja genau, eigentlich. Die bisherigen Veröffentlichungen der Band (ich empfehle einfach mal die kostenlose Zusammenstellung "Mixed Signals") haben mich irgendwie vom ersten Moment an gepackt. Musik, die ich irgendwie in jeder Situation hören kann. Erschreckt mich ja beinahe selber, dass ich das so gut finde!
Seit neuestem, nämlich mit der aktuellen EP "Mercies", beim Münsteraner Szenelabel Uncle M unter Vertrag, also darf sich die anwesende Label-Riege auch freuen. Tja, zum Auftritt: Umwerfend. Hatte ja die Sorgen, dass die Musik live vielleicht doch etwas zu lahm geraten würde. Aber Pustekuchen.
Einzig die Akustik in der Baracke lässt mal wieder zu Wünschen übrig. Sänger Andrew Paley kommt etwas zu leise rüber, so dass der Gesang nicht ganz so ausfüllend über der Musik schwebt wie von Konserve gewohnt. Aber dafür variiert die Band gerne mal mit den Liedern, streckt und staucht einzelne Passagen - alles etwas anders als von Platte gewohnt, aber trotzdem packend.
Relativ neu in der Band: Rebekka Takamizu an Keyboard und Gitarre. Gerade das Keyboard gibt der Musik noch diesen gewissen Sprenkler 80er-Touch, jedoch ohne dabei irgendwie altbacken zu wirken. Ich kann mich nur wiederholen, die Band ist einfach unheimlich gut.
Gibt ein paar neue Songs wie "Lady Now" oder "Eulogy" ebenso wie ältere Sachen à la "Daughters and Sons" oder "These Days". Für eine Besucherin, die ihnen Cupcakes mitgebracht haben, weichen sie sogar spontan von der Setlist ab und spielen ihr ein altes Stück - klappt auch.
Auch The Static Age bedanken sich bei den Zuschauern, den Gastgebern und bei ihren Tourbegleitern von Slingshot Dakota, die sie anscheinend innerhalb kürzester Zeit ins Herz geschlossen haben. Die Zuschauer danken zurück mit frenetischem Applaus. Fantastischer Auftritt, irgendwie viel zu schnell vorbei, und eine Zugabe wird uns auch nicht gewährt. Schade.
Anschließend: SELF DEFENSE FAMILY alias END OF A YEAR, wo auch immer da der Unterschied bestehen mag. Scheint eher eine Art Musiker-Kollektiv zu sein. Die Band war mir bisher vom Namen her schonmal untergekommen, mehr aber auch nicht, also bin ich mal gespannt.
Zunächst mal: Charismatischer Sänger. Patrick Kindlon sagt zwischen den Songs nicht einzelne Sätze, sondern erzählt ganze Romane, philosophiert zynisch über monofarbene Outfits und Krankenhaus-Beleuchtung, setzt dabei den irren Blick auf und scheint irgendwie ein klein wenig in seiner eigenen Welt zu leben. Macht Spaß, ihm zuzuhören.
Musik: Hmmm. Post-Hardcore, sage ich mal. Sagt mir nur bedingt zu. Recht monoton gehalten, sehr textlastig, teilweise zum Sprechgesang übergehend. Die ausufernden Gesten des Sängers und das allgemeine Auftreten der Band reißen einiges raus, aber so ganz will mich die Musik nicht fesseln.
Könnte man vergleichen mit dieser Welle um La Dispute, Touché Amoré und wie sie heißen, die gehen auch in ne ähnliche Richtung - und konnten mich, all dem Hype zum Trotz, auch noch nie wirklich begeistern. Also, zusammenfassend: Interessanter Auftritt - aber weniger wegen der Musik...
Ist natürlich nur mein Empfinden. Der Rest des (für nen Montag recht zahlreich erschienenen) Publikums ist ganz gut gefangen im Sog des Postcore. Nunja. Da find ichs doch gar nicht mal so schlecht, dass wir verfrüht abhauen müssen, um noch die letzte Bahn zu erwischen...die kompletten nächsten Tage werde ich mit Ohrwürmern von The Static Age verbringen. Ich weiß es.

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