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Raki wird 40: Kapelle Petra, Schmeisig, Casanovas Schwule Seite, Die kleinen Luder,..., 01.04.2017 in Köln, Sonic Ballroom - Bericht von Fö

Raki wird 40, 01.04.2017 in Köln

Heute ist Geburtstag! Schmeisig-Basser Raki wird 40 und lädt zum großen Stelldichein mit Bands, die er uns im Vorfeld nicht verraten will, aber da das Bands aus seiner musikalischen Vergangenheit sein sollen, kann man sich ja ungefähr zusammen reimen, was einen da erwarten könnte! Selbstverständlich ist auch sonst eine große Gästeschar zu erwarten, also wird's wohl mal wieder ein weiterer feutchfröhlicher Abend im proppevollen Sonic Ballroom. Aber erstmal hinkommen! Irgendwo auf der Zugstrecke kurz vor Düsseldorf sind Baustellen, weswegen sämtliche Züge, die auf dieser Achse fahren, komplett am Plan vorbeifahren. Und so stehe ich irgendwann am Düsseldorfer Hauptbahnhof, wo mir Fahrkartenautomat, Fahrplanaushang, DB-App, Durchsagen und Anzeigetafeln jeweils komplett andere Informationen liefern, wann nun wo irgendein verdammter Zug Richtung Köln aufbrechen könnte. Aber irgendwann fährt dann doch noch was in die benötigte Richtung, weiter geht's mit der S-Bahn - und wer stolpert mir da vor die Füße? Et Lönsen! Die Welt ist halt doch irgendwie klein. Auch sonst wird der Abend noch so einige bekannte Gesichter zu bieten haben.
Aufgrund erwähntem Zugplanchaos spielen SCHMEISIG bereits, als ich Fuß in die Lokalität setze. Wegen des ausufernden Programms ist heute nämlich ganz Ballroom-untypisch ein früher Start terminiert. Soll ja schließlich jeder vor Mitternacht sein Geburtstagsständchen loswerden!
Da rechts im Bild: Raki! Geburtstagskind, Gastgeber, Rock'n'Roll-Opa. Heute führt er auch ein wenig durch den Abend, nicht unbedingt in Showmaster-Manier, aber mir scheint er greift doch häufiger zum Mikro als gewöhnlich.
Coverbands ist ja bekanntlich die Zukunft, demzufolge machen Schmeisig einfach alles richtig. Ist ja eh eine der wenigen Coverbands denen ich überhaupt was abgewinnen kann. So wie dort Bands und Stile durcheinander gewirbelt werden, macht das doch echt Spaß!
Und so gibt es neben dem obligatorischen Geburtstagsständchen (nichts hat Raki sich sehnlicher gewünscht) schöne Songgassenhauer zwischen Motörhead und Wizo, von Manu Chao bis Metallica, Kassierer trifft Fettes Brot, Rap-Metal-Country-Punk, alles drin! Sehr spaßig!
Und wenn ich dann noch traurig bin, trink ich noch n Korn. Schnapstrinken ist auch wichtig, und nach einer Ladung Kettenfett wird die Bühne schon wieder freigemacht. Auf Nachschlag kann man in Konservenform hoffen: Bald geht's ins Studio! Da sind wir mal gespannt. Oder wie war das noch? "Acht Tage Nagelstudio sind ganz schön teuer!"
Diesmal bin ich Opfer der So-Gut-Wie-Keine-Umbaupause-Philosophie, die erst kürzlich bei nem anderen 40sten Geburtstag für flüssiges Programm sorgte - und verpasse so auch den Beginn der nächsten Band. Mist! CASANOVAS SCHWULE SEITE spielen!
Oder, naja, nicht ganz, vielleicht bleiben wir auch einfach beim Thema Coverband, wir haben hier eine Casanovas-Coverband mit 3/4 Originalmitgliedern - und Raki. Wie er betont, kommt das alle 10 Jahre mal vor (wir erinnern uns...), also können wir uns ruhig schonmal für seinen 50. nen Knoten in den Kalender machen.
Keine Ahnung ob heute jemand mit Casanovas Schwule Seite gerechnet hat, ich jedenfalls nicht (hatte eher auf Tick17 gehofft) - umso größer die Freude und Überraschung natürlich! Und es ist sogar einigermaßen Platz zum Tanzen und Abfeiern. Unglaublich!
"1980" wird heute anlässlich von Rakis Ehrentag umgedichtet zu "1977" - das tut der Wahrheit, die dem Song inneliegt, ja nicht wirklich schaden.

Neunzehnsiebensiebzig - es war wie ein Ventil! Als der Raki aus seiner Mutter rausfiel!
Casanovas Schwule Seite sind einfach immer ein Garant für Hit-nach-Hit. Großartig!
Ein Fingerschnipps, und schon verwandelt sich die Casanovas-Coverband in eine WOHLSTANDSKINDER-Coverband - mit 3/4 Originalmitgliedern. Leider ohne Tobi, dafür übernimmt Schrottgrenze-Alex den Gesang. Kennen wir ja noch von vor knapp 2 Jahren, als sich alle fragten, was sich unter der Band "die kleinen Luder" verbirgt.
Nun sind wir ja gewappnet und wissen, was uns erwartet. "Lass alles", "Sonntagslied", "Rock'n'Roll Opa", alles von Alex mit einer Inbrunst vorgetragen, als hätten sie tagelang geprobt. Klappt doch alles ganz formidabel!
Ich muss ja mal wieder erwähnen, dass mir das Liedgut der Wohlstandskinder irgendwie immer noch vertraut ist, obwohl ich mir die Musik privat eigentlich nicht mehr anhöre. Von daher ganz nett, das alte Zeug nochmal zu hören. Aber irgendwie fehlen mir noch ein paar Endorphine zum endgültigen Nostalgieschub. Aber das kann ich der Band wohl kaum ankreiden.
Falls es wen interessiert, so ungefähr sah die Setlist des Abends aus. Also zumindest die Setlist von diesem Coverband-Wahnsinn, dem wir hier gerade beiwohnen - denn es geht noch weiter!
Und DAS ist dann sogar echt mal ne Überraschung. Mit den Worten, sie wollten ja schon ganz früher ne Band zusammen starten und würden das auch bestimmt im nächsten Leben machen, begrüßt Raki den nächsten Gast auf der Bühne: Toto von Skin of Tears! Was soll denn da bitteschön kommen?
Es bleibt tatsächlich beim Thema Wohlstandskinder, nur jetzt mit zwei Gitarren. Und mit Totos Gesang. Er kann sich ja durchaus rühmen, ein Organ mit hohem Wiedererkennungswert zu haben, aber so im Kontext von Wohlstandskinder-Songs ist das nun echt etwas ungewohnt. Aber doch irgendwie cool!
Mit Augenzwinkern und Hinweis auf Totos immer noch prächtige Frisur gibt es "Grüß Bob Marley" zu hören. Ob "Dein Jesus" auch mit Frisuren zu tun hat, konnte nicht abschließend geklärt werden.
Großartig auch der kleine Dialog zwischen Toto und Claus:
"Toto, du musst mal die Gitarre stimmen!" - "Die Gitarre ist doch gestimmt!" - "Ja dann spielst du halt einfach scheiße" - "...und das ausgerechnet von dir, Claus!"
Und zurück zu Alex. Sowohl er als auch Toto beschwerten sich übrigens im Vorfeld, dass WSK-Tobi so furchtbar lange Texte geschrieben hat, die man sich doch unmöglich merken kann. Ich muss dem zustimmen, ich kenn zwar die Lieder noch, aber mitsingen - puhh. Bis auf "Das Grau unserer Zeit", das ist irgendwie nach wie vor präsent.
Soviel zum kurzen Ausflug in die Welt der Wohlstandskinder. Schön dass es solche Coverbands gibt, die den Spirit noch am Leben halten, oder?
Oh hoppla, da kommt ja NOCH WAS! Ich hätte mir ja eigentlich ein komplettes Wohlstandskinder-Set mit Claus am Gesang gewünscht, aber manchmal müssen Träume halt Träume bleiben. Dafür wechselt die Bühnenbesetzung jetzt zu einer 1/3 KNOCHENFABRIK-Coverband.
Noch schnell "Grüne Haare" und "Filmriss" hinterher. Ehrensache! Auch wenn Caddy meint, gerade letzteren Song hätte doch nun wirklich jeder im Raum schonmal live gehört und man könne doch gleich zum Saufen übergehen. Aber Pustekuchen. Also Filmriss. In einer etwas gescheiterten Bohren und der Club of Gore Version.
Und was kommt dann? Wir rätseln ein wenig rum, ob es noch ne weitere Band gibt, in der Raki mitgespielt hat. Oder ob er vielleicht wirklich heimlich mit NoFX oder Rage Against The Machine geprobt hat. Aber dann stellt sich heraus, dass er sich einfach mal selbst ein Geschenk gemacht hat - und ausnahmsweise mal VOR der Bühne stehen kann!
Glasklar an der Bühnenskulptur Gazelle erkennbar: KAPELLE PETRA sind die nächste Überraschungsband im munteren Reigen! Stark! Die hab ich ja nun auch schon ne Weile nicht mehr gesehen, weil entweder Zeit- oder Geld-Faktor mich davon abhielten. Aber hier und heute im Sonic Ballroom ist doch der perfekte Zeitpunkt.
Erstmals gesehen habe ich die Kapelle übrigens vor etwa 15 Jahren nur wenige Meter von hier, als sie ein Konzert der Wohlstandskinder im Underground eröffneten. Kann mich sogar noch erinnern, dass Caddy damals erzählte, Raki hätte diesen merkwürdig-lustigen Support angeschleppt. Und nun sind wir hier, 15 Jahre später, und kein Stückchen gealtert. Hust.
Kapelle Petra starten mit "Geht mehr auf Konzerte", das freut mich. Ein sehr wichtiges Lied, dessen Message nicht umsonst seit geraumer Zeit unsere Startseite ziert. Und eine sehr wahre Aussage.
Das restliche Konzert der Kapelle wie gewohnt trotz allem Klamauks voller schöner kleiner Indie-Hits. Da weiß jemand, wie man gute Songs schreibt. Ich muss aber zugeben, mit dem neueren Liedmaterial nicht ganz so vertraut zu sein.
Und so freue ich mich dann über die eher älteren Lieder. "Protestlied", "Wo ich gern mal wär" oder auch "Frauenmagazin", aber auch neuere Klassiker vom Schlage "Überall diese erfolgreichen Familienväter" oder "Ficken Schmidt" dürfen nicht fehlen.
Dazwischen immer mal ein bisschen Spökes und der Kapelle-typische trockene Humor, der immer genau richtig dosiert eingesetzt wird. Bei den meisten Bands die mit Humor arbeiten habe ich ja das Problem dass da eher mit Holzhammer-Humor gewerkelt wird, oder dass man versucht schlechte Musik durch schlechte Witze zu kompensieren, aber bei Kapelle Petra ist einfach alles stimmig.
Und natürlich darf auch "Geburtstag" nicht fehlen. Nun gibt es zwar viele Geburtstagslieder, aber dieses haben Kapelle Petra extra für den heutigen Abend und nur für Raki geschrieben, und wer bin ich das zu bezweifeln? Raki darf sein Ständchen sogar selbst an der Krümelteerassel begleiten.
Legendär: Das Hosenschlitzsolo! Also, da irgendwo rechts im Bild. Unglaublich, wie manche Traditionen überdauern!
Zum Abschluss trainiert Gazelle noch kurz für Olympia, und dann wars das mit Kapelle Petra für heute, und mit Liveprogramm für heute.
Super Abend! Vielen Dank an Raki für diese schöne Zusammenstellung einer angemessenen Nostalgie-Gala, und Glückwunsch nochmal für die 40 überstandenen Jahre. Auf dass noch viele solcher Feste folgen mögen.
Für mich bleibt nach nem letzten Getränk nur noch die lange Rückfahrt in verspäteten Zügen. Hat ja auch Tradition.

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