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Berkelterror Tag 2: F*cking Angry, H-Bomb Holiday Camp, Trashgeflüster, Dismalfucker, Lily Havoc, The End of Ernie, Krush, No Sun Rises, Skinny Norris, Morbid Mosh Attack, 23.06.2018 in Coesfeld, Pampa - Bericht von der Redaktion

Berkelterror Tag 2, 23.06.2018 in Coesfeld

Fö: Und schon der zweite Tag unseres Ausflugs an die Berkel! Nachdem es gestern erst um 20 Uhr los ging, bleiben heute nur ein paar Stunden Erholung, bis es um 15 Uhr wieder los geht. Na denn mal schauen!
fred: Wegen Wetter schaue ich spontan am Tag 2 vorbei.
Zwen: Wie kühl es doch sein kann, wenn man verpeilt, anstatt zwei nur einen Schlafsack für zwei Leute mitzunehmen...
Pepperann: Ja, warm war etwas anderes...
Fö: Zelt's not dead.
Zwen: Einen Tag später sollte ich geschlagene zehn Minuten vor diesem Zelt stehen und mich fragen, ob Ritzken noch lebt oder ob die Nacht ein Mähdrescher über seine Behausung gedonnert ist. So rein äußerlich hätte das nämlich keinen Unterschied gemacht.
Peter: O-Ton Ritzken: "Das Zelt ist doch noch Top!"
Zu allem Überfluss kann er es nicht lassen, zur Beleuchtung in der Nacht in diesem ca. 60 cm hohen Haufen Stoff eine Kerze anzuzünden. Ich kann gar nicht hingucken.
Fö: Es gibt Frühstück mit wunderbar leckeren Aufstrichen, Obstsalat, Kuchen, Kaffee - voll toll. Ich bin Frühstücksfan, aber bei Festivals sonst eher puristische Kost gewohnt.
Zwen: ...und alles gegen Spende. Voll geil!
Pepperann: Ich bin immer noch begeistert von den selbstgemachten veganen Aufstrichen und der Kaffee hat auch geschmeckt...was will man mehr!
Peter: Ich schlafe nach meinem Delirium am gestrigen Abend knackige 10 Stunden durch und obwohl ich auch richtig Bock auf ein leckeres, gemeinsames Frühstück habe (Frühstück ist die beste Mahlzeit des Tages) schaffe ich es maximal, mit den Augen zu rollen und schlafe danach wieder ein.
Zwen: Warum trinkt ihr denn Kapitalisten-Brause, wenn es doch an der Bar das fair gehandelte DDR-Import gibt. 
Pepperann: Vllt weil die wie Kinderlimo geschmeckt hat? Zumindest meinte das jemand.
Peter: Irgendwann schaffe ich es dann wenigsten meinen kaputten und geschundenen Körper aus dem Zelt zu hieven, weiter als bis 2 Meter vors Zelt schaffe ich es aber nicht. Verdammt, gleich ist doch Kino angesagt. Nun zu eurer Frage mit der Kapitalisten-Cola.
1. Die Cola war für den Rum von gestern Abend gedacht. Da dieser aus Kuba kommt und Kuba ja kommunistisch und nicht kapitalistisch ist, ist es der Rum auch. Somit neutralisiert der Rum den Kapitalismus in der Cola.
2. Ich brauche dringend alles an Koffein das ich bekommen kann, sonst wird das gar nix mehr mit dem aufstehen.
3. Die DDR-Cola schmeckt wie Kinder-Cola aus der man die Kohlensäure geschüttelt hat. Dafür schmeckt die DDR-Zitronenlimo aber ganz gut.
Zwen: Für mich tatsächlich ein großartiger Morgen: Immer, wenn ich über irgendwas mecker, wird mir sofort geholfen. "Mimi, voll kacke, habe den zweiten Schlafsack für uns vergessen, deswegen voll kalt nachts!"
-"Eye! Brauchst du noch nen Schlafsack?!" oder "Boah! Ich bin gerade viel zu fertig um mein Geschirr selbst zu spülen!" 
-"Echt? Gib her! Ich mach das!"
Danke, ihr netten Leute!
Pepperann: Man muss nur laut genug meckern!
Fö: Auf dem Zeltplatz kann man gar nicht in Ruhe entspannen, weil die Moderation der Betonbola alles übertönt. Geht doch nichts über ein reichhaltiges Animationsprogramm! Apropos Animation: Im Kino schauen wir uns den Film "Festival der Demokratie" an, der auch beim zweiten Mal gucken ganz schön sauer macht.
Zwen: Ich schaue den Film zum ersten Mal und habe ganz schön gezittert. Nicht etwa vor Wut oder aus Angst, sondern einfach weil ich Idiot mir nur ein dünnes T-Shirt drüber gezogen habe und das in der Scheune doch ganz schön kalt ist. Zum Glück werden zur Hälfte des Filmes Decken gereicht. Kino-Mittwoch im Marienstift!
Pepperann:Ich dachte nur die ganze Zeit: "wieso kann nicht endlich jemand diese Lose aufkaufen?", aber das geschah leider nicht.
Die Decken waren mein Festival-Highlight! Da fiel das Aufstehen äußerst schwer.
Peter: Mir fiel das Aufstehen ebenfalls noch sehr schwer. Eingewickelt wie ein Baby liege ich immer noch vor meinem Zelt und bin auch sauer. Übersäuert! Es kocht und brodelt in mir. Bah, nie wieder Berkelerror. Oder frühestens nächstes Jahr. Leider verpasse ich durch mein rumliegen den Film. Dann muss ich ihn mir wohl kaufen, wenn er irgendwann in der Steel-Book Edition auf DVD rauskommt. Aber eingewrapt rumliegen ist doch auch super, darum trinkt man doch Alkohol. Das ist doch der eigentliche Spaß daran, nicht der Abend und die Party und die ausgelassene Stimmung. Nein, das Tolle sind doch Kopfschmerzen, Übelkeit, Sodbrennen und deshalb eingewickelt irgendwo rumliegen und stöhnen. Oder nicht?
Fö: Ist schon deutlich voller geworden heute!
Zwen: Das letzte Jahr, in dem es noch schön war. Nächstes Jahr wird es kommerziell und scheiße. Mit bulligen Securitys und so.
Fö: Man munkelt, Guano Apes als Headliner wären schon gesetzt.
Peter: Besser würden ja LEFTÖVER CRACK passen. Auf jeden Fall aber mit wenigstens einem Energy-Drink Hersteller als Sponsor.
Fö: Erste Band, SKINNY NORRIS. Fast verpasst weil am Zelt rumgelungert, aber als sich aus dem, was rüberschallt, heraus kristallisiert, dass es sich nicht um eine Crustpunkband handelt, steige ich in den Festivalshuttlebus und bin Windeseile an der Mainstage.
Fö: Skinny Norris machen trotzdem Geschrei und Gebretter, aber eben die Sparte Hardcore-Punk. Bisschen wild, bisschen oldschool, bisschen schön drauf los. Und, soweit ich's verstanden habe, deutsche Texte. Soweit ganz geil. Ist auch schon gut voll im Stall, aber die Band scheint auch ziemlich mit der Fest-Orga verbandelt zu sein.
fred: Bin da grade angekommen, wollt ich mir geben, nun ja nächstes Mal. Feier auf jeden Fall das Demo!
Pepperann: Aus der Entfernung klang es wirklich nicht schlecht. Endlich Abwechslung!
Zwen: Pünktlich zum Auftritt von Skinny Norris sind meine Bohnen fertig. Ich überlege noch, mich mitsamt Pfanne vor die Bühne zu stellen und dort gemütlich zu dinieren, entscheide mich dann aber doch dagegen. Rückblickend ist das wohl der Festival-Moment, den ich am meisten bereue. Vom Zeltplatz aus klingt der angepisste Hardcore nämlich ziemlich fett. 
Zwen: Als ich dann aufgegessen habe und mich zurück zur Scheune bewege, hat sich der Sänger schon in eine Schaufensterpuppe verwandelt und präsentiert stolz seinen geschlechtsneutralen Intimbereich. Solidarisch hat er aber sein T-Shirt angelassen. 
Pepperann: Auf den Schreck erstmal einen Cocktail...
Fö: TRASHGEFLÜSTER. Einige Zeit ignoriert, kürzlich im Wageni für ganz gut befunden, heute für noch besser. Dabei schwante mir nach dem gestrigen Abend, als zumindest 2/3 der Band ganz gut Berkel Error und anderen Substanzen frönten, Übles. Aber sie können tatsächlich schon wieder stehen! Oder alternativ sitzen.
Peter: Ach, da hab ich mir wenig Sorgen gemacht, die Bande ist doch trink- und feierfester als so mancher Ballermann-Dauergast. Um Sänger Kai auszuschalten, da brauch es schon etwas mehr als ein paar Berkel Error. K.O-Tropfen zum Beispiel.
Fö: Ein paar Songs erkenne ich sogar wieder. Find ich irgendwie ziemlich gut. Erinnert manchmal an Die Ärzte, so von der Texte-Melodie-Kombi her, nur eben in härter, schneller, und mit der Kasuppke-typischen Verrücktheit versehen.
fred:Da stimm ich dem Fö zu, macht auf jeden Fall immer Bock und Laune die zu sehen. Weiter so!
Peter: Vor dem Auftritt drückt mir noch Schlagzeuger Niklas ihre vor kurzem in Eigenproduktion erschienene 7-Inch in die Hand. Ich freu mich schon auf die Besprechung, schön aussehen tut sie schon mal und mein Lieblingsong "Nordkorea" ist auch drauf. 
Zwen: Wohl die poppigste Band des Festivals, sieht man mal vom Rumpelfaktor ab. Obwohl ich sagen muss, dass sie eigentlich das beste aus dem Sound rausgeholt haben. Solider Teutschpunk gegen Deutschland und für Drogen und Alkohol. Oi! Apropos, was ist denn mit Selbstgebrannten? Dachte das wäre bei euch festes Showelement!
Peter: Manchmal denke ich auch ein wenig an Funpunk, wo wir wieder bei den Ärzten wären. Da Funpunk aber ein Schimpfwort ist, verwerfe ich den Gedanken aber schnell wieder und nehme mir vor, nichts davon zu schreiben.
Pepperann: Habe bisher einiges über die Herren gehört aber noch nie gesehen. Also hole ich das mal eben nach und bereue es auch nicht. Macht live schon Spaß.
Peter: "Nordkorea" wird am Ende quasi im Zugabenblock auch noch gespielt. Wenn Kai am Anfang laut "Nordkorea ist ein Arbeiterstaat, der das Recht auf Atomwaffen hat" brüllt, ist es jedes Mal wieder eine Freude, die Gesichter der um mich herum stehen Leute zu beobachten. Überall nur ????????. Im Song geht's dann grob um Saufen. Saufen in Nordkorea. Das nehme ich doch direkt mal zum Anlass, wieder von Limo auf Hansa umzusteigen. Und? Ja... Schmeckt! TRASHGEFLÜSTER ist also prima geeignet um einen Kater zu bekommen und um einen los zu werden.... um dann wieder einen neuen zu bekommen.
Fö: Weiter mit LILY HAVOC! Auch ein Name, den ich schon öfter mal gelesen habe, die Band aber bisher ignoriert. Der Bass trägt ein wunderschönes Grün und das Glitzeroutfit wirkt auch irgendwie hypnotisierend, auch wenn es mich durchgehend an die Band Pornoheft erinnert, die das Ganze in gülden und NOCH glitzernder trugen.
Fö: Aber egal. genug Lookism, kommen wir zur Musik: Hm, ja, die beschreibt man das? Schon irgendwie Punk, aber stark in diese 90er-Alternative-Schiene schielend. Sagt man da Post-Grunge zu? Keine Ahnung. Grunge find ich kacke, das hier ist echt ganz gut hörbar, weil abwechslungsreich und nicht so nölig. Dazu Wechselgesang aus gleich drei Mikros, nur leider so schrill dass mir davon dann auch irgendwann die Ohren klingeln.
Zwen: Schrill trifft es gut, oder auch kreischig, je nachdem. Ich schwanke den ganzen Auftritt zwischen, "Finde ich super!" und "Poah, ist das anstrengend!". Immerhin bringen sie Abwechslung in das Geschehen auf der Bühne. Wobei das ja heute sowieso deutlich bunter ist als gestern noch.
Peter: Wasn da los? Tritt da jemand auf eine Katze? Ich muss irgendwann von meinem Campingstuhl aufstehen und mich vergewissern, das dort nicht irgendwie eine vertonte Tierquälerei abgeht. Kann doch nicht sein dass die Geräusche von Menschen kommen... und doch als ich um die Ecke biege, lärmen da diese drei Damen auf der Bühne  rum. Von der trägen musikalischen Darbietung mal abgesehen, ist der Gesang echt mal so dermaßen schrill dass ich nach wenigen Minuten wieder Sodbrennen bekomme. Aua.
Fö: Anschließend H-BOMB HOLIDAY CAMP! Ah, die kenn ich! Schon wieder kein Crustpunk. Was is da los? Hab ich das Berkelterror-Booking überschätzt? Bisher wirklich sehr abwechslungsreiches Programm heute, find ich gut. Jetzt eben mal Rock'n'Roll-Punk.
Fö: So wirklich viele Besucher finden sich zwar nicht ein zum Auftritt der Kölner, aber is ja egal, mir zumindest. Solider Auftritt, schön abgeliefert.
Zwen: H-Bomb-Holiday-Camp sind einfach geil und liefern immer ab. Zumindest tat sie das bei den zwei Auftritten, denen ich bis jetzt beiwohnen durfte.
Zwen: Leer ist es aber tatsächlich, was ich mir nur damit erklären kann, dass das Publikum doch eher Crust, als Musik mag. "Der singt ja richtig! Bah! Pfui! Also, das gucke ich mir ganz bestimmt nicht an!" Anders kann ich mir das einfach nicht erklären.
Pepperann: Es ist wahnsinnig schade, dass sich so wenige Menschen, bei diesem Konzert vor der Bühne einfinden. H-B-H-C sind wirklich gute Musiker die ebenso gute Musik fabrizieren. Sie liefern ne überzeugende Show ab und sind zudem noch sehr sympathische Leutchen. Da kauf ich mir sogar ausnahmsweise ein Shirt.
Peter:  Irgendwie schade für die Band, machen sie ihre Sache doch ganz gut und liefern soliden Punk & Roll ab. Mit ihrem Sound haben sie bei den ganzen anwesenden Crusties aber vielleicht einen schlechten Stand. Mich holt es leider auch nur bedingt ab, irgendwie ist es mir das alles etwas zu glatt. Trotzdem ich freu mich über die musikalische Abwechslung im Programm. So ging es mir aber selbst mit Szenegrößen des Punk & Rolls wie THE BONES, mit denen ich die Kölner vergleichen würde.
Fö: Am Schluss noch ein Ramones-Cover (Bonzo Goes To Bitburg), was hier und da auch mal ein paar Lebensgeister weckt, dann war es dat auch schon.
Zwen: Immer wieder schön!
Peter: Kurz zuvor merkt Vladi noch an, dass bisher noch kein einziger Song gecovert wurde. Da hat er seinen Coversong und dann auch noch so einen exquisiten.
Fö: Heimlicher Headliner des Wochenendes: Der Pizzaofen! Da passt zwar immer nur eine Pizza zur selben Zeit rein und entsprechend lang ist die Schlange. Aber lohnt sich. Dünner Teig, Gemüse und Geschlonze drauf, feddich! Achja, und natürlich Kruste. Kruste ist wichtig. Ist ja schließlich ein Krustpunkfestival.
Peter: Ich stehe auch schon wieder an. Die Pizza ist wirklich ein Hit und sollte definitiv beibehalten werden. Aber dadurch dass es ansonsten nur die Crepes vom Black Pigeon Buchladen gibt, knurren die Mägen im Publikum und den Bands schon hörbar. Vielleicht im nächsten Jahr zusätzlich den Grill anwerfen? Oder vielleicht Pommes ausse Friteuse? Pommes geht doch immer! Als Jenni und ich nach einer halben Stunde soweit in der Schlange nach vorne gerutscht sind dass noch eine Person vor uns steht, bestellt eben diese gleich 7 (in Worten: sieben) Pizzen. Wie sich herausstellt für eine Band samt Roadies, die gerade angereist ist. Nun gut, dann soll es so sein.  Geduld Peter, Geduld! Zum Glück wird man beim Warten vorzüglich durch das Personal unterhalten. 45 Minuten später halten wir glücklich aber mit etwas schmerzenden Beinen zwei köstliche Pizzen in der Hand. 
Zwen: Vor der Tomaten-Schüssel wohl das kleinste, aber auch beste Public Viewing dieser WM. Während wir auf unsere Pizza warten, fiebern wir gespannt dem Vorrundenaus von DIE MANNSCHAFT entgegen. Irgendwann so in der 80. Minute ist dann auch meine Pizza fertig und ich freue mich diebisch, dass Schweden mit dem Unentschieden wahrscheinlich Neuer, Kroos, Jogi und wie sie auch alle heißen mögen, sicher nach Hause schickt und es in der Nachbarschaft bald wieder ruhig werden wird. Erst am Sonntag-Abend sollte ich dann erfahren, dass es ganz so einfach wohl doch nicht werden wird...
Fö: Keine Bange. Ende gut alles gut.
fred: Matze der Chef!
Peter: Vermutlich erklärt er uns gerade was Punk ist und was nicht. Er hat ja nun eine Punk-Faktor GmbH.
Fö: Beiläufig kriegen wir mit, dass draußen irgendwas passiert. Die Brücke ist gesperrt und da stehen zwei Gestalten aufm Geländer. Ach Mensch, dat is doch tatsächlich der gestern von Kai großmaulig angekündigte Brückenkampf! Die Streithähne stupsen sich ne Weile gegenseitig an, bis beide nacheinander ins Wasser plumpsen.
Peter: Nicht müde wurden sie ja,  lautstark Jenni zum Brückenkampf gegen eine junge Frau namens Caro aufzufordern. Treffpunkt 19 Uhr an der Brücke. So hatte ich es laut Kai in meiner Position als Jennis Trainer und Manager mit ihm vereinbart und die Sponsorengelder wären gestern schon in Form von Naturalien transferiert worden. Außerdem stände ein Preisgeld in Höhe von 3 Euro in Aussicht und die Wetten wären gesetzt. Leider konnte Jenni aber dann doch nicht antreten, da sie sich an der heißen Pizzakruste ganz böse den Finger verbrannt hat und ihre Waden vom langen Warten ganz lädiert waren.
Fö: Die Technik, wie man aus solcher Höhe ins vielleicht nen halben Meter tiefe Wasser springen kann, ohne sich irgendwas zu brechen, muss mir mal wer erklären. Wobei, ich hab Kai danach nicht mehr gesehen. Vielleicht ist er ja jetzt ne Schaufensterpuppe.
Pepperann: Verwirrt beobachte ich die Geschehnisse und bin für die Schaufensterpuppen-Theorie.
Peter: Da Kai den Brückenkampf verloren hat, kann es eigentlich nur so sein dass er entweder gestorben und nun eine der Puppen im Garten ist. Oder dass er überlebt hat und sich geprügelt wie ein Hund unter dem Spott der Zuschauer getrollt hat und nun in Herne bei seiner Mama sitzt und sich schämt.
Zwen: Übrigens schwache Leistung der Gang. Teilweise auch schon sehr früh macht sich nämlich der Großteil heute schon auf den Weg. Von den hier im Bild zu sehenden Leuten bleiben nur Fö und R. noch eine Nacht hier. Wobei ich glaube, dass R. auch kein Problem damit gehabt hätte, für immer hier zu bleiben. Ich auch nicht. Hier gibt es nämlich warme Duschen. Das gibt es bei mir erst wieder in zwei Wochen. Traurig, wenn die sanitären Anlagen auf einem Festival besser sind als bei dir zu Hause, oder?
Fö: Selbst der Messias macht sich aus dem Staub. Laut R. lief das so ab:
Messias: "Ich könnte entweder jetzt den Bus nehmen oder noch ziemlich lange bleiben."
R.: "Ja dann bleib doch noch!"
Messias: "Ja Tschüß dann!"
Fö: Bei der nächsten Band wird es ganz dunkel: NO SUN RISES, da ist der Name wohl Programm. Zu hören gibt es düsteren Trümmer-Black-Metal. Geschrei durch zig Effekte verhunzt, dazu brodelndes Instrumentenfeuer. Ganz geil, aber mir irgendwann zu eintönig.
fred:  Das Berkelterror hat halt immer mal wieder Bands am Start, die man noch nicht kennt, in diesem Fall "NO SUN RISES", für mich persönlich eine Neuentdeckung. DANKE! Geballer, ruhige Parts, Melodie...Geballer! Geil!
Fö: Dann F*CKING ANGRY! Highlight des Wochenendes, da gibt es nix zu diskutieren. Die Band schafft es einfach, Hardcore-Punk so zu zelebrieren, dass es einfach nicht eintönig klingt. Es gibt Melodien, es gibt Singalongs, und trotzdem haut es voll aufs Fressbrett. Schön!
fred: Braucht man nicht mehr viel zu sagen, F*CKING ANGRY sind halt F*CKING ANGRY, immer wieder schön!
Fö: Gibt auch ein paar neue Lieder zu hören (EP ist wohl in Planung), die auch ziemlich gut ankommen. Aber erstmal die alten Kracher abfeiern. "Lone Wolf", "Battle The Bottle", "Destroy", "Atomstrom", "Bad Neuenahr", "Dancing In The Streets" und und und. Super!
Peter: War der Herr links im Bild nicht mal bei Molotow Soda?
Fö: Du solltest Musikjournalist werden.
Peter: Die Scheune kocht und tobt! F(wo ist das scheiß Sternchen auf der Tastatur)CKING ANGRY reißen kompromisslos komplett ab. Das Publikum dankts ihnen mit wilder Feierei und gestreckten Amen. Bier spritzt, die Meute brüllt und pogt und ist ganz aus dem Häuschen. Herrlich, was will man mehr?!
Pepperann: Wie, wo, was? Ich habe Alf verpasst?
Peter: Ja hast du! Damit Matze sein Spritgeld und im Glücksfall auch noch etwas Geld für Hansa und Dosen-Mandarinen (Matzes Leibspeise) rein bekommt, zieht er über das Festival-Gelände und versucht diese affengeilen Alf-Postkarten unter die Leute zu bringen. Der Preis ist verhandelbar und startet bei 17,50 das Stück. Wie ihr seht, haben Jenni und ich diese beiden Pracht-Exemplare für nur 45,50 Euro (ich kann sehr gut handeln) ersteigert.
Fö: Krustig wird es wieder bei DISMALFUCKER. Musik, wie erwartet, Geschrei und Gebretter. Eher Hardcore als Crust, wenn nur mal wieder dieser Gesang nicht wär. Ist mir auf Dauer einfach zu eintönig.
Dafür drückt die Musik ganz schön, die Leute feiern gut bis in die Zugabe hinein, nix zu meckern.
Peter: Der Schlagzeuger hämmert glaub ich auch bei ABRISS, die ja gestern hier waren. Was eine Inzest-Brut hier. Von den ganzen Crust-Bands die dieses Wochenende da waren, fand ich DISMALFUCKER mit Abstand am coolsten. Vielleicht auch wegen dem deutlichen Hardcore-Einschlag. Zudem hat der Gitarrist die schönsten Schuhe des Festivals. Irgendwelche Schlappen oder Pantoffeln wie sie auch gut Aladdin oder eine Russische Omi tragen könnte. Außerdem ist er sensationell voll.
fred: Schönes Dingen!
Fö: KRU$H. Der Name sagte mir zuvor nix, aber ich hatte zumindest die grobe Vermutung, dass es irgendwas in Richtung Crust geben würde. Überraschenderweise lag ich damit auch gar nicht mal so falsch! Wobei das hier eher noch in die Grind-Ecke ging.
Fö: Geschrei und Gebretter! Zwei Sänger teilen sich hier das Mikrofon, beide spucken abartige Höllentöne aus. Wie so oft in dem Genre finde ich das für nen Song lang ganz faszinierend, aber nachdem 20 Mal der gleiche Song gespielt wurde, hab ich dann doch langsam mal genug. Bei Grindcore frage ich mich ja immer, ob die Hörer einfach nur nen komischen Humor haben.
Peter: Drei Songs geb ich mir noch, dann ist gut. Das Publikum feiert die Band mega ab, ich hab mega genug Crust für das nächste Jahr gehört und packe meinen Kram. Jenni fährt noch, da sie den Schritt von Limo auf Bier nicht geschafft hat und ich kann gut auf eine weitere Nacht im Zelt verzichten. Hinzu kommt, dass eh alle weg sind bis auf der unersättliche Fö. Fred weg, Kai ist los, der Messias verschwunden, Ritzken prödelt in seinem Zelt mitsamt einer Kerze und geht wahrscheinlich in den nächsten Minuten in Flammen auf und macht dann ordentlich Licht. Matze muss nach Hause weil er am nächsten Tag um Dortmund laufen muss und Zwen und Pepperann liegen im Zelt und wärmen sich. Jetzt noch neue Leute kennen lernen. Unmöglich! Ausgeschlossen! Wir hauen in Sack!
Fö: THE END OF ERNIE. Hatte ja insgeheim gehofft, bei dem Namen vielleicht irgendwas Sesamstraßen-Kompatibles zu hören, aber war doch wieder nur Crustpunk. Weniger diabolisch als zuvor Krush, aber weiterhin schön Vollgas.
Pepperann: Das Gebretter hab ich mir schon aus sicherem Abstand im Schutze des Zeltes gegeben. War auf jeden Fall noch laut genug und viel wärmer.
Fö: In der Länge dann doch irgendwann ziemlich schnell ermüdend. Wie hält man sowas nur aus? Ich kapituliere und verzichte auf die letzte Band MORBID MOSH ATTACK, wo mich vermutlich eh nur wieder Geschrei und Gebretter erwartet hätte.
Zwen: Du bist echt ein sehr geduldiger Mensch Fö, ich habe nur noch kurz bei Dismalfucker reingeschaut und mir dann gesagt: "Nö, was hasse davon, wenn du dir jetzt noch den Rest des Abends das immergleiche Geschrei anguckst" und habe mich somit entschlossen, lieber auf der Campingwiese mein Unwesen zu treiben.
Fö: Das war also das Berkelterror! Ein sehr schönes Festival, schön klein und familiär, Selbstkostenniveau, nette Leute, tolles Gelände, bin begeistert! Und das musikalische Programm, naja, hatte hier und da so seine Längen, aber doch einige Highlights zu bieten. Gerne wieder!
Pepperann: Da hab ich nix hinzuzufügen!
Peter: Immer gerne wieder. Es ist und bleibt eines meiner Lieblingsfestivals. Diesmal halt mit etwas zuviel Crust für meinen Geschmack. Dafür mit netten Leuten, familiärer Atmosphäre, gutem Essen, lecker Suff. Das alles D.I.Y. und zum Selbstkostenpreis und ganz ohne Feine Sahne, Kinkerlitzchen-Ständen, Agnus-Beef Burger, tonnenweise Müll und einen Rodeobullen. Wie man sieht es geht auch ohne! Ich kann nur wiederholen, was schon so einige Bands von der Bühne gepredigt haben! Danke und Hut ab an alle Leute die dies Festival und die Pampa allgemein möglich machen, den Arsch hochkriegen und sowas Geiles auf die Beine stellen!
fred: Für mich auch das Lieblingsfestival, alles schön alles Top! Nächstes Jahr dann auch wieder zwei Tage mit am Start.

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