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Muff Potter, Felix Gebhard, 03.02.2019 in Münster, Skaters Palace - Bericht von der Redaktion

Muff Potter, 03.02.2019 in Münster

Matze: Mit Muff Potter verbinde ich eine sehr schöne Zeit, in meinen Zwanzigern, die ich damals mit einer ganz besonderen Person verbringen durfte. Ohne sie wäre ich wahrscheinlich nicht der Mensch der ich jetzt bin und werde ihr immer dankbar dafür sein, ein Stück meines Lebenswegs mit mir gegangen zu sein. Wir waren damals sehr häufig auf Konzerten von der Band, meist waren es umsonst-und-draußen-Veranstaltungen, was mit die beste Zeit meines Lebens war. Ich habe gefühlt, dass sie an dem Abend auch im Skaters Palace war, wo ich mit ihr mein letztes Muff Potter Konzert erleben durfte.
Fö: Muff Potter war echt ne wichtige Band, auch für meine musikalische Sozialisation. Bloß dass sie sich irgendwann in eine andere Richtung entwickelt hat als mein Musikgeschmack, so dass die Band mich in ihrer Spätphase immer weniger begeistern konnte, weswegen mich die Abschiedstour 2009 nur mäßig berührte. Und nun sind sie plötzlich wieder da! Hätte ich offen gestanden nicht mehr so wirklich mit gerechnet, auch wenn es bei irgendner Lesung Vorzeichen gab. Und plötzlich standen sie letztes Jahr bei "Jamel rockt den Förster" auf der Bühne. Krass! Klar, dass da auch ne Tour folgen musste. In relativ großen Locations, die trotzdem innerhalb kürzester Zeit ausverkauft waren. Dass das soo schnell geht hätte ich nun echt nicht gedacht! Darum auch danke an Bigo, André und Dennis fürs Ordern der Tickets während der Rest der Mannschaft das dafür nötige Geld verdienen musste. Wobei, so im Nachhinein wären Tickets wahrscheinlich kein Problem mehr gewesen, so viele wie am Tag der Veranstaltung noch via Facebook ihre Karten loswerden wollten - grob geschätzt dürften bestimmt die Hälfte der Besucher mit Karten aus dem Zweitmarkt reingekommen sein. Nunja.
Paul Breitner: Letztes Jahr mal wieder Samiam, jetzt Muff Potter. Meine Bierschinken-Konzertberichts-Vita ist eine einzige Achterbahn der Gefühle. Habe damals keine Karten für die Abschiedstour bekommen und unbemerkt vom Trubel einsam in mein Getränk geweint als es dann vorbei war. Alte Liebe rostet ja bekanntlich nicht, also Rucksack voll Bier, auf nach Münster und plötzlich fühlt sich alles irgendwie an wie immer.
Thomas: Ich habe die Begeisterungseuphorie auch nur mäßig teilen können, als es hieß: Muff Potter gibbet wieder. Willste mit, war die Frage und ich sach noch: Nur wenn dat keine 30,00€ kostet. Glück gehabt, nur 28,50€. Naja. Ich bin ja auch eher nach der Heute wird gewonnen, bitte ausgestiegen. Mal sehen was der Abend so bringt!
Fö: Vor-"band": FELIX GEBHARD. War mal der Kopf von "Home of the Lame" und wandte sich danach, wie Wikipedia vorab verriet, "eher experimentellerer Musik zu". Au Backe! Neugierig bin ich trotzdem, Home of the Lame fand ich damals gut, das Album "Here, of all places" war echt ein schönes Ding. Damals, zu einer Zeit, als ich bei Veröffentlichungen von Grand Hotel Van Cleef noch ungehört zugreifen konnte. Um's mal so zu sagen: Bei seinem Soloprojekt sollte man das besser vorher tun...
Thomas: Ich habe gesagt, ich schaue mir 3 Sekunden davon an und entscheide dann, ob ich Pommes essen gehe.
Matze: Von dem Vorakt habe ich mir nicht viel angehört. Ich bin der Meinung, die haben das Langweiligste gebucht was sie auftreiben konnten, damit sich das Publikum noch mehr auf die Hauptband freut.
Fö: Ich versteh's auch nicht, das passt hier einfach nicht rein. Also klar, es gibt ne persönliche Verbundenheit, aber nur deswegen holt man doch nicht so was Sperrisches ins Vorprogramm? Zeitweise war das sich desinteressiert unterhaltene Publikum lauter als der Musiker. Tat mir richtig leid.
Thomas: Ich stehe in der Schlange an der Pommesbude.
Paul Breitner: Die ersten Töne hörte ich vor der Halle und mensch war sich nicht sicher, ob es sich wirklich um die Vorband oder ein gigantisches Intro für Muff Potter handeln würde. Zum Glück verzichtete Muff Potter auf Metallica-Intro-Anleihen. Mehr als 30-Anstands-Sekunden konnte ich dem Ganzen leider trotzdem nicht widmen.
Thomas: Pommes aufgegessen, kurzer Blick rein, erstmal Getränke holen.
Fö: Zu hören gab es rein instrumentale Töne von Gitarre und Synthie mit diversen Effekten. In anderem Rahmen vielleicht mitreißend, aber hier verhallt das einfach. Immerhin beim letzten Song, unterstützt von Brami und Shredder an Schlagzeug und Bass, kam mal etwas Tempo auf und es klang annähernd nach Rockmusik. Warum nicht gleich so?
Thomas: Der letzte Song war dann auch eher das Intro für Muff Potter.
Fö: Die strahlenden Helden: MUFF POTTER! Heute Abschluss-Show der Tour in heimatlichen Gefilden (wobei, wohnt von denen überhaupt noch wer hier?). Dementsprechend ist das Skaters Palace zum Bersten gefüllt. Merkt man vor allem in den hinteren bis mittleren Reihen, wo die Leute wirklich Schulter an Schulter stehen und nicht mal Platz zum Mitwippen haben. Immerhin entlocke ich ihnen ein paar Emotionen, als ich mich, Ellbogen voraus, nach vorne drängel. Dort ist wenigstens Platz, es wird getanzt, Leute haben Spaß und singen mit. Warum nicht gleich so?
Thomas: Ich muss sagen für meinen persönlichen Geschmack ist es unangenehm voll. Und zu viele Menschen. Das letzte Mal, als ich Muff Potter gesehen habe, war nichtmal ein Zehntel davon da und das war kurz vor der Abschiedstour. Warum sind die auf einmal so viel beliebter?
Matze: Ich bin zwar kein Fan von Reunions, doch diese ist eine emotionale Achterbahn für mich. Von Freude bis Traurigkeit war alles dabei. es ist mir sogar zwischendurch mal eine Träne aus dem Auge gequollen.
Paul Breitner: Mir ging es zwischen Bier und mitträllern ganz ähnlich.
Fö: Ich brauche auch echt ne Weile, um reinzukommen. Einige Lieder habe ich echt seit 10 Jahren nicht mehr gehört und sie fühlen sich merkwürdig fremd an. Aber dass das Konzert kein Wunschkonzert (pun intended) wird, war ja auch klar. Vor dem Hintergrund lassen sich eigentlich auch die "neueren" Songs ganz gut ertragen, auch wenn ein paar mehr alte Kracher geiler gewesen wären.
Thomas: Ich kenne die Hälfte der Songs auch nicht wirklich, um mich herum singen aber diverse Menschen mit.
Fö: Mich packt es erst so ungefähr in der Hälfte des Sets. "Bis zum Mond", "Auf der Bordsteinkante", "Wir sitzen so vorm Molotow", das sind doch mal Lieder die ich hören will!
Thomas: Hier kann ich dann auch endlich die umstehenden Menschen mit meiner Stimme beglücken! Ich finde aber trotzdem, dass die Songs alle insgesamt aus einem Guss kommen.
Fö: Die anderen Stücke sind ja auch nicht wirklich schlecht. Ich mein, sogar das letzte Album "Gute Aussicht" war besser als die kompletten Diskographien diverser Epigonen-Bands.
Fö: Die Wohnzimmerlampen gibt es immer noch. Oder mussten neu gekauft werden. Auf Nagels Verstärker steht in übergroßen Lettern N A G E L, was zumindest auch eine Randnotiz wert sein sollte. Ansonsten kommt er heute ziemlich geerdet rüber, auch was die Ansagen betrifft. Gegen Rechtspopulismus, für selbstverwaltete Läden, sowas halt. Sehr schön auch "Ich kann mir ein gutes Leben ohne Deutschland vorstellen" oder so ähnlich.
Thomas: Das mit den Lampen ist mir auch aufgefallen. Ich hab so eine auf dem Nachttisch. Die Dinger gehen halt auch einfach nicht kaputt. Um irgendwas auf der Bühne zu erkennen, war ich zu faul. Ich stehe relativ weit hinten und habe Unlust, mich nach vorne durchzukämpfen.
Fö: Überrascht war ich auch, wie viele Leute die Hand hoben, als Nagel fragte, wer heute zum ersten Mal auf einem Muff-Potter-Konzert ist. Waren doch so einige! Und ich hatte mich auf ne schöne Ü30-Party eingestellt...
Matze: Zwischendurch hatte ich im Mob meine Brille verloren, habe aber kurz drauf eine gefunden. Da an dem Abend sehr viele Brillenträger unterwegs waren, bin ich mir nicht ganz sicher ob es auch meine ist. Aber sie funktioniert!
Matze: Nagel weiß wo seine Wurzeln sind und steht auch dazu. Er fragte ob auch Punkrocker anwesend seien. Doch von ungefähr 1000 Menschen die sich in der Halle aufhielten war ich der einzige. Armes Doitschland!
Thomas: Matze du bist immer der einzig wahre.
Fö: Der Security, der dich wieder von der Brüstung schubste, hat dich auch nicht erkannt.
Fö: Am Shake-Ei: Felix Gebhard. Was ein Multiinstrumentalist. Auch an der dritten Gitarre hat er zuvor noch ausgeholfen, und wenn ich mich richtig entsinne hat er bei der ersten Quasi-Reunion schon Dennis Schneider ersetzt. Darf also ruhig hier auf der Bühne stehen.
Fö: Das ewige Mitklatschen ist ja schon nervig, aber was in aller Welt sollen eigentlich diese komischen Kreise, die das Publikum immer inmitten des "Pogos" zieht? Soll das wirklich ne Wall of Death darstellen? Noch dazu an total unpassenden Stellen und ohne Rücksichtnahme. Das sieht so dermaßen belämmert aus, dass sogar Nagel sich nen Kommentar nicht ersparen kann ("Wenn bei sowas keine Frauen mitmachen, ist das schon mal kein gutes Zeichen" o.ä.). Ist jetzt in relativ kurzer Zeit schon mein drittes Konzert dieser Größenordnung, aber definitiv das unangenehmste Publikum.
Matze: Dieses Studentenpublikum fand ich schon damals scheiße. Doch jetzt sind diese Leute Sozialarbeiter und Lehrer oder üben andere Berufe aus wo sie früher dachten dass sie die Welt damit retten würden. Jetzt arbeiten sie für ein System welches ich abgrundtief hasse.
Thomas: Dafür hast du gerade eine sehr treffende Systemanalyse erstellt! Das Publikum nervt aber auch wirklich.
Fö: Nunja, man darf Muff Potter halt nicht (mehr) unter den Maßstäben einer Punkband sehen, dafür war's dann eigentlich echt gut. Aber dieses "wir sparen uns den größten Hit für die zweite(!) Zugabe auf", das finde ich einfach scheußlich. Auch wenn "100 Kilo" plus "Kleine Welt" (nur Refrain) schon vor 10 Jahren immer ein grandioser Konzertabschluss war.
Paul Breitner: Nach 10 Jahren die Jugendliebe wiedertreffen bedeutet leider auch immer sich genau so dumm zu verhalten wie vor 10 Jahren. Ich bin froh dass der Kater nicht bis heute angehalten hat, die vier Songs an die ich mich erinnern kann waren sehr schön.
Thomas: Als Fazit: Ja, war ein netter Konzertabend. Mehr aber auch nicht. Ich kann die Masseneuphorie um mich herum nicht ganz nachvollziehen. 
Matze: Habe mal kurz durchkalkuliert. Bei der Anzahl der Shows und der des Publikums, bei dem Eintrittspreis, könnten sich die Musiker von Muff Potter den Rest des Jahres frei nehmen. Sauber Jungs, ich wünsche auch einen schönen Urlaub!
Fö: Sei ihnen gegönnt. Son bisschen die Lorbeeren von "damals" ernten, hamse sich verdient. Und ich kann mir sogar vorstellen dass sie auch ein kleines bisschen Bock auf diese Konzerte hatten! Mal schauen wie es weiter geht. Paar Festivaltermine sind ja schon angekündigt...

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