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Resist To Exist Tag 1: Atari Teenage Riot, Call the cops, The Casualties, Gum Bleed, FCKR, Rawside, What We Feel, 02.08.2019 in Berlin, Orwohaus - Bericht von der Redaktion

Resist To Exist Tag 1, 02.08.2019 in Berlin

Zwen: Sommerzeit! *Hier bitte trashiges Sommerlied einfügen*. Gefühlt niemand ist zu Hause und wenn doch, wird nur am Kanal abgehangen. Da dies bei mir aber gerade leider immer noch gesundheitlich nicht gerade von Vorteil ist, habe ich auch nur noch die Möglichkeit, mich weg zu machen. Gut, es war eh mein Plan, jedes Wochenende auf einem Festival oder zumindest etwas Festivalähnlichem abzuhängen, aber so klingt es natürlich etwas dramatischer. Diesmal fiel die Wahl auf das Resist To Exist und da man in der Hauptstadt nun mal gut Zeit zubringen kann, fahren wir nicht erst am Donnerstag oder am Freitag Richtung Nord-Ost, sondern schon am Montag. Hierfür brauchen wir nicht die angekündigten acht, sondern ganze zehn Stunden. Uiui, dafür kann man sich aber über den Bus-Ticket-Preis von gerade mal 0,99€ pro Fahrt nicht beschweren. Für die Verspätung gibt es dann sogar noch ein kleines Präsent in Form von Ohrstöpseln, einem Nackenkissen und einer Schlafmaske. Da möchte wohl wirklich jemand dem momentanen Monopolisten auf dem deutschen Bus-Fernreise-Markt ordentlich Konkurrenz machen. Ich bin ja schon ein wenig gespannt, wie das ausgeht, momentan nutze ich aber die Situation erstmal schamlos aus und kann so zunächst mal deutlich mehr Geld in die Kneipeninfrastruktur Kreuzbergs stecken.
frau wolfram: Mein Urlaub wurde zum Teil gestrichen, Punk Rock Holiday fällt somit aus, das Resist wird nach Berlin verlegt, also, logische Konsequenz, mal schauen wer dabei ist und hin da.
Zwen: Hier aber erstmal ein schönes Staubild von irgendwo hinter Magdeburg. Faszinierend fand ich, wie penibel sich der Busfahrer auf der Hinfahrt an vorgeschriebene Pausenzeiten gehalten hat, während sein Kollege auf der Rückfahrt mehr oder weniger durchgebrettert ist und so auf die Minute pünktlich in Dortmund eingerollt ist. Das soll uns jetzt aber erstmal nicht weiter beschäftigen.
Zwen: In Berlin müssen wir zunächst mal kompensieren, dass der letzte Kultursonntag aufgrund von exzessivem Rumgeeimer auf verschiedenen Festivals ausfallen musste. Außerdem hatte ich Pepperann Dinos versprochen!
frau wolfram: Sightseeing-Kram von Zwen. Tristan! Und er wird nicht der einzige bleiben dieses Wochenende.
Zwen: Euer Naturkundemuseum ist halt ziemlich großartig! Riesige Ausstellung, tolle Exponante, gut arrangiert und das Ganze für einen fairen Preis. Neben dem hier zu sehenden Tristan gibt es auch einen Giraffatitanen, den Gorilla Bobby und noch viel, viel mehr zu bestaunen. Auch wenn wir in Dortmund uns naturkundemuseumstechnisch bald auch nicht mehr verstecken müssen, aber da wird die Wiedereröffnung wohl leider noch etwas dauern... Ist aber auch tatsächlich das einzige Tourismus-Ding, was wir während unserer Zeit in Berlin unternommen haben. 
Zwen: Bis auf eine Runde durch die nicht gerade stark frequentierte Innenstadt, bleiben wir eigentlich weitestgehend in Kreuzberg und trinken dort entweder außerhalb oder auf dem Balkon ein paar Kühle. Irgendwie durften wir ja auch immer aus der Nähe erleben, was so ein Sturmtief eigentlich ist. Das kann schon nerven, wenn man einfach nur in Ruhe eine Pommes futtern möchte und einem ständig die Sonnenschirme auf den Kopf fallen.
Zwen: Wie schnell doch so eine Woche rumgeht, wenn man nicht arbeiten muss, heute geht es jedenfalls nach Marzahn. Nicht nur für uns, sondern auch für das komplette Resist To Exist-Festival, dem in den letzten Wochen so viele Steine in den Weg geschmissen wurden, dass das Ganze schlussendlich nicht mehr auf dem geräumigen Acker stattfinden konnte, sondern ganz spontan ins Orwohaus verlegt werden musste (hier die Pressemitteilung vom Resist). Am Schmerzlichsten daran war wohl für einige Besucher, dass nun nicht mehr gezeltet werden durfte. Trotzdem ist es Wahnsinn, was alle die ganzen ehrenamtlichen Helfer*innen da in der kurzen Zeit geleistet haben. Ich bin natürlich ein kleines Glücksschweinchen und kenne tolle Leute. So komme ich ein paar Tage in Alt-Treptow unter. Vielen Dank!
frau wolfram: Man muss ja den Azubis unter die Arme greifen. Die haben es heute auch nicht mehr so leicht. Und vielen Dank für die Ticket-Organisation. Mir hätte der Freitag gereicht, weil bestes Lineup, aber wer sagt zu 3 Tagen schon nein...
Zwen: Leider schaffen wir es am Freitag erst etwas später zum Gelände und werden auf dem Weg von der Bahn zum Gelände noch von einem gigantischen Schauer eiskalt überrascht. Aus der Ferne hören wir noch FLIEHENDE STÜRME. Na, das passt ja zum Wetter, immerhin, zu GUM BLEED schaffen wir es auch mal vor die Bühne. Leider haben wir heute vor allem SHÖCK verpasst, die hätte ich sehr gerne gesehen, aber was solls?
frau wolfram: Der schöne Sommerregen hat sich auch noch weitere 3h hingezogen. Da hilft nur regelmäßiger Biernachschub, danke Zwen, als Ablenkungsmanöver.
Zwen: Très Bien!
Zwen: Dafür bin ich von Gum Bleed sehr angetan. Punkrock, der sich nicht zwischen Rancid und The Casualties entscheiden kann. Das Ganze kommt dabei verdammt eingängig daher. Manchmmal darf der Gitarrist zwischendrin sogar eine kleine Metal-Pentatonik runterzocken, aber ich glaube seine Bandmitglieder ermahnen ihn bei jeder Probe, dass er das bloß nicht zu oft tut. Außerdem muss der Sänger für die englischen Ansagen immer wieder auf ein kleines Zettelchen gucken. Zumindest glauben wir das. Vielleicht stand auf dem Zettel aber auch einfach nur "mummy loves u".
frau wolfram: Mir gefallen die Jungs auch ganz gut. Hin und wieder ist mir der Stilmix zu wild. Aber der Muttizettel hat auf jeden Fall für Erheiterung gesorgt.
Zwen: Als dann plötzlich von irgendwoher Poolnudeln in den Pogo kommen, sind Regen und Nässe endgültig vergessen und es beginnt eine wilde Schlacht aus Matsch und sich reibenden Leibern. Irgendwann bekommt dann auch der Gum-Bleed-Fontmann sichtlich verwirrt, aber mit einem breiten Grinsen, so eine Poolnudel in die Hand gedrückt. Großartiger Anblick!
frau wolfram: Sicher, dass das Grinsen nicht den zwei horizontal sich reibenden Wesen im Matsch gegolten hat? Es war auf jeden Fall eine bunte feucht-fröhliche Party da vor der Bühne. 
Zwen: Ob der Lokalpresse das heute vermutlich gezeugte Matschbaby auch wieder ein Artikel wert ist, wie damals als doch tatsächlich ein kleiner Mensch auf dem Festival das Licht der Welt erblickte?
Zwen: Drinnen geht es dann Schlag auf Schlag weiter mit CALL THE COPS. Die hatten hier bzw. in Kremmen vor zwei Jahren schon alles abgebaut und auch dieses Jahr wird wieder alles reingeballert, bis zur Schmerzgrenze.
frau wolfram: Endlich rein. Nach dem Regen und dem sehr gut gefüllten Orwohaus bleibt auch drinnen kein Shirt trocken. Bzw. wird es auch nicht mehr. Was für eine geile Sauna.
Zwen: Haben damals wohl auch nicht nur bei mir einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Wie man sieht, ist die Halle des Orwohauses wirklich sehr gut gefüllt. Was man außerdem sieht, sind ausrastende Menschen und Stagedives. Spätestens in diesem Moment war auch ich mental auf dem Festival angekommen.
frau wolfram: Ja die "süßen" Italiener. Aus den hinteren Reihen kaum zu erahnen auf der Bühne. Aber was für ein Spaß. Viel Krach, Schweiß und Tempo. Einer meiner Favoriten heute! Und das so früh am Tag.
Zwen: Weiter geht es draußen mit RAWSIDE. Klute meint nur, dass die heute ja gar nicht spielen würden, weil sie ja nie spielen. Ich glaube tatsächlich, dass das der Vergangenheit angehört. Seitdem Henne clean ist, sieht man die Band hier und dort und abgesagt wird wohl nur, wenn es einen triftigen Grund gibt. Da sieht man aber wieder, wie man sich mit solchen Aktionen einen gewissen Ruf selbst anlasten kann.
Zwen: Davon abgesehen ist die Band aber auch wieder ziemlich stark. Songs direkt in die Fresse und leicht gefränkelte Ansagen, garniert mit ein paar sarkastischen Sprüchen von Henne. Gute Nachmittagsunterhaltung. Außerdem gucken die alle so richtig schön grimmig-böse.
frau wolfram: Dem kann ich mich nur anschließen.
Zwen: Guckt auch böse und hat zudem noch die Haare schön. Außerdem ist mit Julian an den Drums jedes Konzert ein Vater-Sohn-Ausflug. Familiäre Atmosphäre hier in Marzahn also auf allen Ebenen.
frau wolfram: Was für eine herrlich böse Mimik. Da wirkt der Vati fast niedlich dagegen.
Zwen: Am Ende gibt es dann noch "Bang Bang (my baby shot me down)" aus dem Kill Bill-Soundtrack zu hören. Sogar mit weiblicher Unterstützung. Nicht verkehrt. Auch wenn ich den Song auf nem Punkfestival etwas schwierig finde, aber vielleicht bin ich auch einfach nur beschränkt.
frau wolfram: Mir war die Nummer zu drüber. Hätten sie sich sparen, oder zumindest den weiblichen weniger talentierten Part weglassen können.
Zwen: Das dritte Mal FCKR in sehr kurzer Zeit und damit auch eine Band, die ich jetzt eigentlich nicht so mag. Heute können sie aber auch mich ganz gut unterhalten. Beste Ansage auf ein paar "Alerta Antifa!"-Rufe aus dem Publikum: "Wir fänden es noch besser, wenn ihr das den Nazis direkt auf der Straße sagen würdet."
frau wolfram: Für mich das zweite Mal überhaupt in live. Und ich bin nach wie vor schwer begeistert. Bei der Ansage musste ich auch mal applaudieren. Ist doch auch gar nicht genug Zeit für minutenlange Sprechchöre.
frau wolfram: Soweit meine Erinnerungen es zulassen, ein sehr ähnliches Set wie auf dem Back to Future. Zu dieser fortgeschrittenen Uhrzeit, unter viel Biereinfluss, 2€ für 0,4l im Übrigen, kann man einfach auch nicht mehr still stehen. Zudem ist die feucht warme Halle randvoll mit tanzwütigen Punker-Schweinchen. Hat einiges mehr Spaß gemacht als beim BTF. Ganz groß! Leider habe ich den Merchstand schon wieder verpasst.
Zwen: Und dann schmeckt dieses Kreuzberger auch noch ziemlich gut. Da nimmt man dann auch die lange Wartezeit in Kauf.
Zwen: Es ist dunkel geworden und WHAT WE FEEL drehen draußen so richtig auf. Richtig stark finde ich, dass das Feine-Sahne-Fischfilet-Cover nicht nur eine Nummer mal fürs Studio war, sondern die Band tatsächlich eine Quetsche auf der Bühne hat und uns das Ganze live präsentiert.
frau wolfram: Jaa! Noch einer meiner Favoriten für heute. Die Jungs habe ich zwar auch dieses Jahr schon beim Rock am Berg gesehen. Aber hier gefallen sie mir auch noch besser. Die haben und machen richtig Bock.
Dem Resist wurde selbst vorab auch noch ein Song gewidmet. Eine schöne Geste.
Zwen: Da gibt es dann auch ein spontanes Freudenfeuerwerk. Ansonsten bin ich so froh, dass niemand Pyro drinnen zündet (oder es zumindest unterlässt, wenn ich da bin). Ansonsten gibt es draußen - wer hätte was anders erwartet - mal wieder das typische Holi Festival. Zum Glück ohne dass man die ganze Pampe irgendwo hängen hat.
Zwen: Nun habe ich endlich die Möglichkeit, THE CASUALTIES mit neuem Sänger David (Krum Bums) am Mikrofon zu sehen. Auch wenn ich Krum Bums immer ganz geil fand, werde ich hier nicht so ganz warm mit ihm. Da versteht man ja noch weniger als damals bei Jorge.
Zwen:  Aber immerhin sitzen die Frisuren wieder wie ne Eins, wobei Jakes Mohawk ziemlich schnell zerzaust und dann in alle Richtungen durch die Gegend wackelt.
Zwen: Zum Ende wird dann noch mal richtig ausgerastet. Casualties sind ihre eigene Karaokeband und das Publikum eskaliert total. Sehr schön anzusehen.
frau wolfram: Ja dieses Mal ist mir einiges mehr in Erinnerung geblieben, trotz der nicht versiegen wollenden Bierquelle. Es hat Spaß gemacht, es war unterhaltsam. Das Publikum großartig. Das nächste Mal bekomme ich das noch besser hin mit der Aufmerksamkeit.
Zwen: Wars draußen schon krass, geht es nun nach drinnen. Da viele immer noch durchnässt vom Regen sind und ATARI TEENAGE RIOT mal eben das Thermostat um gefühlt 20° nach oben gedreht haben, herrschen hier innerhalb von Sekunden Temperaturen wie im Tropenhaus. Im Hintergrund projiziert der Projektor schwer zu Erkennendes an die weiße Betonwand. Ansonsten ist es abgesehen von den hellen Blitzen zwischendurch stockdunkel. Somit alles andere als perfekte Bedingungen für ein paar gute Fotos, vor allem, wenn alle drei Sekunden die Linse beschlägt.
Zwen: Jetzt habe ich aber genug rumgenörgelt. Eigentlich ist das ja geil, die Stimmung ist jedenfalls bombastisch. Das Trio um Alec Empire und Nic Endo und einen DJ im Hintergrund, bei dem ich gerade den Namen nicht weiß, liefert jedenfalls ordentlich ab. Der Bass bollert durch Mark und Bein und das Publikum feiert hart.
frau wolfram: Ein richtig geiler Abschluss für den Tag. Niemand steht mehr still. Kein Shirt bleibt trocken. Dieses Mal hält uns auch nix mehr hinte(r)n.
Zwen: Danke nochmal fürs Rückendeckung geben!
Zwen: Auch die Band heizt die Stimmung immer weiter auf, da finde ich die Spielchen mit Arme hoch und Klatschen sogar ganz geil. Irgendwann gibt es eine längere Ansage, die sich wohl gegen alles richten soll, was schlecht ist. Sicherlich ganz nett und löblich, was er da so von sich gibt, aber irgendwie scheint die Rede ins Nichts zu führen. Die vielen zwischengestreuten "okay"s und die fette Zerre auf der Stimme machen es nicht wirklich besser. 
frau wolfram: Ich bin erstaunt, wie viel du dann doch noch mitbekommen hast. Bist du doch quasi direkt vor den Boxen im Stehen eingeschlafen. Leider ist mir davon kein Foto gelungen, aus besagten Gründen.
Zwen: Irgendwann zieht Alec Empire sein T-Shirt aus. Der Schweiß tropft an seinem Sixpack herunter und lässt seinen Body wirken, als hätte Alec sich von unten bis oben eingeölt. Das ist too much für meine Kamera.
frau wolfram: Yeah!
frau wolfram: Ein geiler erster Tag. Trotz dass wir nicht alles sehen konnten, war das Lineup fulminant!!! Danke Resist dafür!
Zwen: Schade ist eigentlich nur, dass wir Shöck verpasst haben. Immerhin hat Punkrock-Veteran Knox ein kleines Video von dieser und von vielen anderen Bands gemacht. Ansonsten war wirklich alles top! Morgen gehts weiter!

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knox

16.08.2019 18:42
bilder und videos gibts auch hier https://www.knox-rotzloeffel.de/2019/08/resist-to-exist-festival-berlin-vol-xvi.html

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